Angry Birds

WUT TUT GUT

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angrybirds

Jeder Spiele-Hype am Computer, Tablet oder Smartphone braucht seinen Kinofilm. Denn wer will schon auf das garantiert lukrative Geschäft mit einem beliebten Merchandising-Thema verzichten. Eine Zeit lang waren die Angry Birds überall. Kleine, runde Vogelbälle mit zorniger Miene. Die Antithese zu den Teletubbies, garstiger Kinderkram mit deutlichem Hang zur Aggression. Als Spiel war das flugunfähige Federvieh als Munition für eine riesenhafte Steinschleuder gedacht, die die wirren Bauten und Konstruktionen grüner, garstiger Schweine pulverisieren sollten. Pädagogisch alles andere als wertvoll. Aber gerade deswegen sehr beliebt. Denn wie so oft vermittelt verbotenes Narrentum vor allem bei Kindern den größten Reiz. Und da sich des Öfteren das Wut-Management beim Nachwuchs genauso unkontrolliert gebärdet wie bei den grantigen roten, gelben und schwarzen Schnabelbällen, werden unsere Sprösslinge schnell ihre Freunde. Ein kluger Schachzug, der vom Bettzeug bis zu Plüschfiguren bei Rewe auf offene Ohren stieß. Um den ganzen Hype dann entsprechend abzuschließen, oder aber auch um die Gefahr zu bannen, aus dem Stoff keinen Profit mehr herausholen zu können, musste ein Film her. Und zwar ein wunderbar sinnbefreiter Blödsinn, wie es dann letzten Endes geworden ist. Und blöd darf man – nicht nur als Kind – bitte auch mal sein. Kinderkino muss nicht immer Sinn machen. Muss nicht immer die richtigen Werte vermitteln. Zumindest anfangs nicht. Es dürfen auch Emotionen angesprochen werden, die jenseits verwandschaftstauglicher Etikette zu finden und ein großer Bestandteil menschlicher Gefühlswelten sind. Nämlich destruktive Wut. Der rote, flugunfähige Vogel namens Red hat damit zu kämpfen. Der Griesgram ist ein Einzelgänger und Pessimist. Ein Unbequemer inmitten gekünstelten Frohsinns. Ihm zur Seite stehen ein unter dem ADS-Syndrom leidender gelber Hektiker, der wie die LSD-Variante von Alfred J. Kwak daherkommt. Und ein vor Wut explodierender Dickwanst namens Bomber, ein bisschen wie die animierte Vogel-Variante eines Bud Spencer. So erfahren wir im Film, wie es überhaupt dazu kommt, dass Vögel auf Schweine geschleudert werden. Wie gesagt, das zu wissen hätte wohl niemanden bewegt. Überraschend unterhaltsam ist die Haudrauf-Animation aber dennoch geworden. Und weitaus besser als erwartet. Denn was bei spätbupertären Live-Act-Komödien selten funktioniert, scheint für abstrahierte Animationsfilme gerade passend genug zu sein. So sind die wenig geistreichen Kalauer aber dennoch auf eine sympathische Art komisch und entringen dem erwachsenen Begleiter doch des Öfteren das eine oder andere breite Grinsen, wenn nicht gar einen Schenkelklopfer. Angy Birds ist ein infantiler Actionfilm voller Explosionen, Rangeleien und Gekloppe im Stile eines Tom & Jerry-Strips, wenn nicht gar im Stile eines Tex Avery, nur mit dem feinen Unterschied dreidimensionaler Computeroptik. Die Kinder jedenfalls haben mit ihren knallbunten „Expendables“ auf jeden Fall ihren wohlverdienten Spaß weitab von Schule und Weiterbildung. Und die kopfschüttelnden, aber mitlachenden Erwachsenen gleich mit.

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