Amundsen

IMMER DER ERSTE SEIN

5/10

 

amundsen© 2019 Ascot Elite

 

LAND: NORWEGEN 2019

REGIE: ESPEN SANDBERG

CAST: PAL SVERRE VALHEIM HAGEN, KATHERINE WATERSTON, CHRISTIAN RUBECK, TROND ESPEN SEIM U. A.

 

Am 14. Dezember des Jahres 1911 erreichte der Norweger Roald Amundsen den Südpol – als erster Mensch. Und was ihm noch gelang: die Konkurrenz aus Großbritannien um Tage, wenn nicht gar Wochen zu überholen. Robert Falcon Scott fand am Südpol lediglich einen Brief des verhassten Norwegers, den dieser für den Nachzügler zurückgelassen hatte. Was für eine Schmach – nicht erster sein zu können! Zweiter ist zumindest der erste Verlierer, wenn man so will. Ist man kein Pionier mehr, ist alles andere nicht mehr relevant. Scott ist genau das passiert – und hat noch dazu, nicht aber aufgrund dessen, mit dem Leben bezahlt. Amundsen hingegen hat es richtig gemacht, er hat sich an den Lebensweisen der Inuit orientiert, dessen Tipps und Tricks auf seinen früheren Expeditionen durch den Norden wie das Einmaleins auswendig gelernt. Amundsen war also der erste und mit diesem Erfolg könnte er sich schon längst zur Ruhe setzen, so viel Ruhm in Sachen Weltentdeckung bekommen im beginnenden zwanzigsten Jahrhundert nur noch wenige auf die Reihe. Doch Amundsen ist ruhelos, er will auch der Erste sein auf anderen Missionen.

Schade, dass das norwegische Entdeckerdrama Amundsen nicht hierzulande im Kino lief. Regie führt bei dieser Biografie Espen Sandberg, der gemeinsam mit Joachim Rønning das Pazifik-Abenteuer Kon-Tiki (nach den Erlebnissen Thor Heyerdahls) und später dann den weniger gelungenen Jack Sparrow-Aufguss Pirates of the Carribean – Salazars Rache inszenieren durfte. Das beide eine Vorliebe für Expedition und Abenteuer haben, liegt auf der Hand. Amundsen war also nur noch eine Frage der Zeit. Gewunschen habe ich mir die Verfilmung des Wettlaufes zum Südpol schon eine ganze Weile, ungefähr so wie ich mir das Abenteuer des James Cook schon ewig wünsche. Zumindest ist der eine Wunsch nun in Erfüllung gegangen – was aber nicht heißt, dass Sandberg genau das inszeniert hat, was ich mir vorgestellt hätte. Denn der Wettlauf zum Südpol, der schrumpft in dieser über mehrere Jahre erzählten Lebensgeschichte wie schmelzendes Eis bei Plusgraden zu einer zwar relevanten, aber verschwindenden Fußnote zusammen. Rechnet man die Episode aus dem Film heraus, bleiben immer noch ungefähr eineinhalb Stunden übrig, die von einem Menschen erzählen, der für die Geographie und Wissenschaft zwar vieles vollbracht, aber in einigen, persönlichen Dingen auch ziemlich versagt hat. Und dieses periphere Auf und Ab eines Entdeckerlebens, das freilich piekfein fotografiert und ordentlich ausgestattet ist, dümpelt irgendwie antriebslos im Fahrwasser eines menschengemachten Meilensteins, von dem ich gerne mehr gesehen, mehr erfahren und den ich ebenso aus der Sicht seines Rivalen Robert Falcon Scott ganz und gar nicht uninteressant gefunden hätte. Natürlich, dann würde der Film nicht Amundsen heißen, sondern einfach nur Wettlauf zum Südpol, doch Biografien lassen sich am besten erörtern, wenn eine prägnante Episode aus der Vita dieser Persönlichkeiten als stellvertretend für ein ganzes Leben interpretiert werden kann. Das war eigentlich bei Kon Tiki so. Das gelang auch bei ganz anderen Berühmtheiten wie zum Beispiel My Week with Marylin oder Life. In Amundsen hat Sandberg keinen wirklichen Fokus. Er macht es sich insofern einfach, da er von Kindheit an bis zum Tod eine stringente Biografie verfasst – die sich anfühlt wie ein auf Fakten basierender Nachruf, wie ein „In Memoriam“ mit jeder Menge Details und einer allzu akkuraten Gewissenhaftigkeit in der Durchzählung sämtlicher Wegbegleiter des Norwegers, die aus dem Stoff einen recht gedehnten, allzu oft gleichklingenden und durchaus spröden Eventfilm machen und wo sich zahlreiche Männer mit Bärten zum Verwechseln ähnlich sehen.

Dass Biografien wie diese auf die relativ uninspirierte Art des chronologischen Durchblätterns wohl am schlechtesten funktionieren, sollte aus der Filmgeschichte eigentlich schon zu lernen sein. Alles in allem bietet Amundsen jede Menge Extreme, aus dem die Helden sind, ob mit Husky, Flugzeug oder Zeppelin. Diese Extreme aber sind Fußnoten, die jede für sich schon ein eigener Film wäre, komprimiert aber auf zwei Stunden ein solches Leben jedoch nicht fassen können.

Amundsen

Die Einsiedler

MACH MIR DEN HOF

7/10

 

einsiedler© 2016 filmdelights Film

 

LAND: ÖSTERREICH, DEUTSCHLAND, ITALIEN 2016

BUCH & EGIE: RONNY TROCKER

CAST: ANDREAS LUST, INGRID BURKHARD, ORSI TÓTH, HANNES PERKMANN, PETER MITTERRUTZNER U. A.

 

Ein Urlaub in den Bergen ist etwas ganz anderes als in den Bergen zu leben. Oder anders gesagt: Urlaub am Bauernhof ist nicht das, was Bauernhof aus einem macht. Einen Blick in die nähere Frühzeit der Lebensweise bäuerlicher Selbstversorger, den hat uns schon Franz Innerhofer in seinen Schönen Tagen gewährt. Oder aber auch die Bayerin Anna Wimschneider in ihren Memoiren Herbstmilch, die später dann Ende der 80er von Joseph Vilsmaier verfilmt wurden. Dort, wo noch ein bisschen rustikaler Charme oder die Nostalgie des Vergangenen Einzug gehalten hat – das könnte man jetzt in Ronnie Trockers Scheunen-Abgesang Die Einsiedler schmerzlich vermissen. Seine Bestandsaufnahme aus den Südtiroler Bergen lädt erstens einmal überhaupt nicht zum entspannten Verweilen zwischen Kuhmist und Apfelbäumen ein, und zweitens drückt die Ödnis dieser Einschicht durchaus aufs Gemüt. Doch wenn einer Einsamkeit sucht, dann ist er dort allerdings richtig aufgehoben. Zu tun gibt’s halt einiges, auf die faule Haut legen ist nicht. Vom Melken, Ausmisten bis zum andauernden Warten der feuchtwandigen Gemäuer hier oben in dieser Nebelsuppe fällt man, wenn’s finster wird, ins Bett, um sich beim ersten Hahnenschrei wieder aufzurappeln.

In Zeiten wie diesen, wo Dörfer regelrecht aussterben und die Jungen abwandern in urbane Gefilde, da mutiert auch ein Südtiroler Bauernhof wie jener von Burgschauspielerin Ingrid Burkhard zur feuchtkalten Gruft. Sohnemann Albert versucht sein Glück im Tale als Arbeiter in einem Marmorsteinbruch. Die Eltern altern vor sich hin und tun was sie tun müssen. Wer erbt den Hof? Es wäre kein Abgesang auf das Bauernleben, käme nicht ein Schicksalsschlag aus fast heiterem Himmel – und Bäuerin Marianne steht alleine da, in der unverputzten Finsternis der alten, verfluchten vier Wände. Was tun in dieser Einsiedelei? Und hat Sohnemann Albert Ambitionen, das Erbe der Eltern weiterzuführen?

Ronny Trockers „Die Einsiedler“ wurde laut Standard-Edition mit einem „Michael Haneke in den Bergen“ verglichen. Nun, die karge, schweigsame Rationalität menschlichen Verhaltes in einem archaischen Mikrokosmos, die sich mit steinzeitlichem Affekt aus dem zivilisierten Korsett des 21. Jahrhunderts katapultiert, hat tatsächlich etwas von Haneke. Ist aber längst nicht so beseelt von klirrender Grausamkeit, sondern viel eher durchdrungen von einer bitteren Erkenntnis. Ingrid Burkhard lebt diese ernüchternde Resignation mit jeder Falte ihres zerfurchten, traurigen Antlitzes. Von Mundls volkstümlich-guter Seele Toni Sackbauer ist nichts mehr übrig, Burkhards fulminante Altersrolle ist gleichzusetzen mit Fritz Muliars grotesker Monologfigur aus Felix Mitterers Sibirien. Beide Gestalten stehen am Ende ihres Lebens, und sie können den Verfall nicht aufhalten. Und das Schlimmste ist: Sie können ihr Vermächtnis niemandem weitergeben. Denn die Zeit, die sie verkörpern, erfährt mit ihrem Tod einen Bruch, der einen ganz anderen Neuanfang einplant. Mitterer hätte auch für diesen Film ein Drehbuch verfassen können, nur die Satire einer Piefke-Saga bleibt hier so fern wie das Meer. Und irgendwann schweigt auch das Blöken der Ziegen und das Muhen der Wiederkäuer. Irgendwann werden die Alten mitsamt den Grundmauern ihrer Existenz begraben, weil die Zeit einfach irgendwann vorbei ist. Heast as net, wia die Zeit vergeht, singt Hubert von Goisern. In Die Einsiedler hört man es, sieht man es. Und muss ihr nicht zwingend nachweinen.

Die Einsiedler

Die zwei Päpste

EINKEHR-SCHWUNG IM VATIKAN

6/10

 

thetwopopes© 2019 Netflix

 

LAND: USA 2019

REGIE: FERNANDO MEIRELLES

CAST: JONATHAN PRYCE, ANTHONY HOPKINS, JUAN MINUJIN, FEDERICO TORRE U. A.

 

Mit dem Pontifex auf ein Bier zu gehen, das wäre gar nicht mal so unmöglich. Unser aller Franziskus (zumindest für all die Katholiken), der begegnet seinen Schafen nämlich auf Augenhöhe. Der braucht den ganzen Pomp, den ganzen Luxus und das ganze Zeremoniell nicht. Der speist lieber mit den Angestellten in der Vatikansküche. Einer unter vielen, das ist er. Und ein Hoffnungsträger. Einer, der anscheinend wirklich das Prinzip des Franz von Assisi lebt, tagtäglich. Und so nah am Original wie möglich. Wim Wenders hat darüber vor zwei Jahren einen Film gemacht: Franziskus – Ein Mann seines Wortes. Der deutsche Filmemacher, so hat es den Eindruck, begab sich damals wirklich mit dem Argentinier auf Augenhöhe, und so intim und unter vier Augen fühlt sich der Film auch streckenweise an. Nicht von oben herab, in keinster Weise weiser als all die anderen Menschen, denen er sich widmet. Zwischendurch dann Mitschnitte während seiner Reisen rund um den Globus. Franziskus, der ist ein Globetrotter. Einer, der überall sein will, und am liebsten mitten in der Menge. Dieses Authentische, das hat schon damals Kardinal Ratzinger beeindruckt, seines Zeichens Papst Benedikt XVI. und zu Lebzeiten abgedankt. Dabei hatte er damals, bei der Wahl des neuen Papstes nach Johannes Paul II., nur knapp gegen Jorge Bergoglio gewonnen.

Die ungewöhnliche Netflix-Produktion Die zwei Päpste soll nun zeigen, wie es zu diesem Machtwechsel gekommen ist, oder viel eher: welches intime Gespräch diesem seit dem 13. Jahrhundert einzigartigen Staffellauf der Päpste eigentlich vorangegangen ist. Natürlich, darüber lässt sich hauptsächlich nur mutmaßen. Überliefert sind die Gespräche wohl nicht eins zu eins. Überliefert sind eher die Fakten, die dieses Treffen umrahmen. Dass sich Joseph Ratzinger und Jorge Bergoglio trotz ihrer unterschiedlichen Anschauungen in Sachen Religionspolitik gut verstanden haben, zum Beispiel.

Und doch ist der Film Die zwei Päpste eine auffallend unstringente Filmschau. Was meiner Meinung nach zu erwarten war? Eine knisternde, kontroverse, spannende Doppelconference, ein Dialogfilm mit Schliff, womöglich mit dem Knalleffekt der Abdankung. Was hätte Paolo Sorrentino, Liebhaber und schwelgerischer Kritiker des Klerikalen, wohl aus diesem Stoff gezaubert? Etwas so schlagkräftiges und dichtes wie seine Serie The Young Pope mit Jude Law? Womöglich. Umbesetzt hätte er die Rollen von Benedikt und Franziskus aber nicht. Unterstanden hätte er sich das. Denn Anthony Hopkins und Jonathan Pryce sind in diesem biographischen Dialogdrama auf der Höhe ihres Schaffens. Bei Hopkins denkt man längst nicht mehr an Hannibal Lecter – seine Darstellung des betagten Ex-Oberhauptes der konservativen Glaubenskongregation findet in der noch so kleinsten Mimik glaubhafte Entsprechung. Sein Gang durch die Räumlichkeiten des Papstbesitzes refkletiert Schauspielkunst vom Feinsten. Und Pryce? Pryce ist Bergoglio, anders lässt sich das nicht umschreiben. Hätten wir am Ende des Filmes nicht Szenen der tatsächlichen Personen, würde mir der Unterschied rein aus der Erinnerung heraus gar nicht einfallen. Wie er blickt, wie er sinniert, wie er sich schämt für sein Versagen während der Junta-Diktatur in Argentinien – das ist schon eine Imitation, für die es nicht so schnell annähernde Alternativen gibt. Beide zusammen sind ein elektrisierendes Duo. Und dennoch – der Film von City of God-Regisseur Fernando Meirelles zerfällt in einzelne Fragmente, und weiß nicht so recht, was er sein möchte. Ein runder Tisch über den christlichen Glauben im 21. Jahrhundert? Ein Philosophikum? Ein semidokumentarisches Kirchendrama? Oder doch lieber nur eine Hommage an den aktuellen Papst Franziskus? Das Ziel vor Augen Meirelles bleibt verschwommen. Sowieso ist Bergoglio der Mann, um den es hier geht und dessen Vergangenheit mit Archivaufnahmen und SW-Einsprengseln viel mehr im Rampenlicht steht als beim bayrischen Kollegen. Es geht um Schuld, um menschliche Fehler und Vergebung. Um Idealismen und Weltsichten. Der einzige gemeinsame Nenner dieser zerfahrenen Beobachtung ist wohl am Ehesten das Ende obsoleter kirchlicher Weltbilder und der Neuanfang mit entrümpelter, mehr glaubhafter Weitsicht. So wie sie Papst Franziskus zelebriert.

Mit Die zwei Päpste bekommen jene, die es eínteressiert, die Möglichkeit, völlig wertfrei auf das Dilemma der Kirche zu blicken, ohne der visuellen Extravaganz eines Sorrentino, sondern zurückgenommer, karger, nüchterner. Und Wim Wenders filmische Einsicht in die Gedankenwelten des Brückenbauers an dieser Stelle – am besten danach -– wäre wärmstens zu empfehlen.

Die zwei Päpste

Als Hitler das rosa Kaninchen stahl

WARTEN AUF BESSERE ZEITEN

5,5/10

 

rosakaninchen© 2019 Warner Bros.

 

LAND: DEUTSCHLAND, SCHWEIZ 2019

REGIE: CAROLINE LINK

CAST: RIVA KRYMALOVSKI, OLIVER MASUCCI, CARLA JURI, JUSTUS VON DOHNÁNYI, MARINUS HOHMANN, ANNE BENNENT U. A. 

 

Das ist einfach zu viel verlangt. Wie soll man sich als Kind entscheiden, welches Lieblingsstofftier der Flucht ins Ausland beiwohnen und welches dieser wattegefüllten Wesen dem Diktator in die Hände fallen soll? Ein Ding der Unmöglichkeit. Ich als Kind hätte das nicht gekonnt. Die neunjährige Anna Kemper tut sich ebenfalls sichtlich schwer. Letzten Endes wird’s der Hund. Das rosa Kaninchen, das nimmt sich Hitler.  Familie Kemper, die hat in weiser Voraussicht schon im Jahr 1933, noch vor der Wahl, die Hitlers Aufstieg besiegeln sollte, die Zelte abgebrochen. Das war der Anfang vom Ende eines vertrauten Lebens. Und der Anfang ohne Ende einer ruhelosen Wanderung quer über den westlichen europäischen Kontinent, über die Schweiz nach Frankreich und von dort nach Großbritannien. Judith Kerr hat diesen Roman verfasst, ihre Lebens- und Kindheitsgeschichte. Genannt hat sie sich in diesem Roman Anna Kemper, doch was sie erlebt hat, ist sicherlich nicht nur ihr so passiert, sondern auch unzähligen anderen jüdischen Kindern, die da mitgeschleppt werden mussten, von einem halbwegs sicheren Platz zum Leben bis hin zum nächsten. Eine prägende Erfahrung, wie man sieht – der Roman Als Hitler das rosa Kaninchen stahl wurde millionenfach verkauft. Herangewagt an diese Chronik einer Flucht und des bangen Wartens auf Frieden und Beständigkeit hat sich natürlich Oscar-Preisträgerin Caroline Link, die sich mit den Themen Kindheit und Coming of Age unter besonderen Bedingungen bestens auszukennen scheint. Der Junge muss an die frische Luft war ihr letzter Film, ebenfalls die Adaption eines Bestsellers, nämlich der Erinnerungen aus dem Kinderzimmer von Hape Kerkeling.

Das Kinderzimmer ist diesmal karg und behält nur das notwendigste, und zum Glück ist es kein verstecktes Hinterzimmer wie bei Anne Frank, deren Familie gar nicht so schnell schauen konnte, da wurde die Flucht schon unmöglich. Wie die zutiefst tragische Geschichte ausging, das wissen wir. Judith Kerrs Erlebnisse sind andere, und dabei konzentriert sich der Film auf das Mädchen Anne und auf den Vater, gespielt von Oliver Masucci. Der war dann auch der Grund, warum Annas Familie hat flüchten müssen. Vater Kemper war Schriftsteller und Kritiker und natürlich in den Augen der Nazis eine Persona non grata, Kopfgeld inklusive.

Diese Erfahrungen aus dem Krieg, diese Entbehrungen während des verzweifelten Hoppings durch Europa, die adaptiert Caroline Link sehr zurückgenommen. Ist ja mal ein guter Ansatz, keiner will wirklich übertriebenen Pathos sehen. Allerdings verheddert sich dieser zurückgenommene, geradezu beschauliche Stil in eine traditionelle Erzähl- und Filmweise, die ich nur als hausbacken bezeichnen kann. So werden Fernsehfilme erzählt, da verlässt man sich auf probate und effiziente Mittel, um ein Projekt auch im Zeit- und Geldrahmen und zur Verträglichkeit eines weitaus jüngeren Publikums durch die Drehtermine zu bringen. Interessanterweise entsteht hier aber eine Diskrepanz zwischen dem, was der kreative Kindermund aus dem Off alles erzählt, und Links harmonischen, unerschütterlich glatten Interpretation des Erlebten. Szenenweise wirkt der Film wie ein Neuaufguss von Heidi, natürlich und vor allem in den Szenen, die in der Schweiz spielen. Das ist schon Heimatfilmkitsch allererster Güte, aber vielleicht war das in den Augen von Judith Kerr wirklich so ein pittoreskes Umfeld? Auch in Paris scheut der Film nicht vor Klischees zurück, aber vielleicht sind auch hier Klischees berechtigt, denn von irgendwoher müssen die ja kommen.

Auch wenn eine Flucht Menschen logischerweise an ihre Grenzen bringt, plätschert Als Hitler das rosa Kaninchen stahl gänzlich ohne narrativen Höhepunkt vor sich hin. Es sind Episoden, immer irgendwo anders, und die kleine Anna Kemper muss sich stets neu erfinden. Sehen Kindheitserinnerungen so aus? Vielleicht vervollständigen sie sich erst durch das, was die Eltern erzählen, und die haben schon so manches dabei ausgeschmückt. Genauso wirkt der Film: verklärt, romantisiert, einzig durch die verlorene Figur des Onkels Julius (Justus von Dohnányi) vermutet der Zuseher eine allgegenwärtige Bedrohung von außen. Was aus dem rosa Kaninchen wurde, weiß vermutlich keiner. Was aus Judith Kerr wurde, das schon. Wie sie dazu kam – das erzählt eine uninspirierte Verfilmung über die Kunst, als Familie in der Not zu improvisieren.

Als Hitler das rosa Kaninchen stahl

Marriage Story

TROTZDEM FAMILIE

7,5/10

 

marriagestory© 2019 Netflix

 

LAND: USA 2019

REGIE: NOAH BAUMBACH

CAST: SCARLETT JOHANSSON, ADAM DRIVER, MERRITT WEVER, LAURA DERN, AZHY ROBERTSON, RAY LIOTTA U. A.

 

Vorsicht: Die Sicht auf diesen Film könnte durch eigene Erfahrungen im Ehe- und Zusammenleben maßgeblich beeinflusst werden. So geschehen bei mir. Noah Baumbachs vielfach hochgelobtes Ehe-Endgame wird wohl von vielen Menschen gesehen werden, die selbst in einer Beziehung stecken, Familie haben oder geschieden bzw. getrennt sind. Marriage Story ist ein Film, der lässt sich nicht unvoreingemnommen betrachten, da gibt es Vorbehalte, Vorurteile und emotionale Trigger, da gibt es alles mögliche, was aus der eigenen Geschichte der Zwei- oder Dreisamkeit hochgefahren wird. Marriage Story wirkt hundertmal anders, bestätigt oder hinterfragt den Zustand des Zusehers zu dem, was hier abgeht. Dabei beginnt der Anfang vom Ende relativ alltäglich, er beginnt mit einer Sicht auf die Dinge, die erst dazu geführt haben, dass sich zwei Liebende entschieden haben, ein Leben gemeinsam zu führen. Es sind die positiven Skills, die ein jeder hat. Es ist das, was der andere am anderen liebt. Es ist das große Ganze, dass das Zusammenleben ausmacht. Die Schwächen haben da vorerst nichts zu suchen. Baumbach gelingt mit seiner Steckbrief-Overtüre ein origineller Kniff, eine Methode, um ein ganzes harmonisches Eheleben als Prolog anzuführen, damit der Zuseher vollends begreifen und empfinden kann, um wen es hier eigentlich geht.

Vergessen wird aber das Kind. In Marriage Story läuft alles darauf hinaus, dass es nicht um die Trennung eines Paares geht, sondern um die Teilung einer Familie. Das kommt bekannt vor. Das hatten wir schon Ende der Siebzigerjahre in Robert Bentons zutiefst berührendem, höchst intensiven Scheidungs- und Sorgerechtsdrama Kramer gegen Kramer. Ich kenne diesen Film, da bleibt wirklich kein Auge trocken. Dustin Hofmann und Mery Streep als liebende Eltern litten da unübersehbar an gebrochenem Herzen, ein meisterlicher Film, allerdings auch nicht leicht verdaulich. Es ist der Kampf um ein Kind, von der Trennungsabsicht bis zum Urteil vor Gericht. Noah Baumbachs Erzähl- und Filmstil ist da trotz sehr ähnlichem Plot wesentlich anders. Natürlicher, ungeschminkter, spontaner. Scarlett Johansson hat man so noch nie gesehen. Auch Adam Driver geht an seine Grenzen. Zwischen seinem phlegmatischen Schauspiel in BlackKklansman und Marriage Story liegen Welten, irgendwo dazwischen sein Kylo Ren aus Star Wars. Im Film sind beide Künstler, die eine Schauspielerin, der andere Regisseur. Um Künstler dieser Art zu sein braucht es schon ein starkes Ego, eine Egozentrik gar, und die haben beide. Das Kind? Das hat das Nachsehen. Natürlich, die Eltern kümmern sich liebevoll, doch machen sie das, was sie tun, wohl eher für sich selbst. Würde man sie danach fragen, wäre natürlich der Nachwuchs, der den Eltern überraschend distanziert gegenübersteht, an erster Stelle. Vielleicht aber liegt es am Spiel des jungen Azhy Robertson, der manchmal so wirkt, als wären Driver und Johansson nicht seine Eltern, sondern Fremde, die eben nett sind, aber nicht wirklich die Emotionen des Kindes bewegen. Keine Vorstellung davon, wie sehr dieser Umbruch den achtjährigen Buben bewegt. Das liegt aber daran, dass Robertson keine Vorstellung davon gibt.

Der spannende Konflikt des Filmes entsteht erst durch den Auftritt der Anwaltschaft. Damit bekommt das Ehedrama eine ganz andere Dimension, aber auch eine, die mich irritiert. Da sie im Grunde einander weder hassen noch einander ernsthaft aus dem Weg gehen wollen, wirken die emotionalen Schreiduelle, von denen es ohnehin eigentlich nur eines gibt, etwas erzwungen, die dargestellten Gefühle verpassen um Sekunden den richtigen Einsatz. Dennoch brillieren sie, vor allem Johansson. Und das weniger dank der dichten, gehaltvollen Dialoge, sondern vielmehr der Monologe, die einfach fabelhaft, elegant und genau so geschrieben sind, sodass man stundenlang und ohne Anstrengung zuhören könnte. Das ist die Stärke Baumbachs, sein Händchen für wortgewaltigen Seelenstriptease in bestem Rhythmus eines Bühnendramas. Auf Augenhöhe begegnet er da sprachlichen Altmeistern wie Woody Allen, der es auch scheinbar mühelos beherrscht, die Facetten komplizierter Gemüter durch Ich-Bekenntnisse so greifbar werden zu lassen.

Wäre aber diese fein justierte Wortgewalt nicht, wäre Marriage Story nur das halbe Sorgerecht, wäre der Film der torschlusspanische Luxus einer Trennung, die so garantiert nicht sein müsste, und die im sinnlosen Verprassen von Ressourcen dem Kind seine Lebensgrundlage entzieht, anstatt sie zu erhalten. Ob beide die Kurven kriegen, verrate ich natürlich nicht. Sehenswert ist Baumbachs Analyse in jedem Fall, und ist auch nur um ein Quäntchen zu lange geraten. Meistens aber fasziniert das, was Johansson und Driver leisten, aber auch, wie Laura Dern wieder mal ganz im Stile von Big Little Lies aufspielt oder Alan Alda seine väterliche Liebe zu seinem Klienten entdeckt. Im Grunde also Schauspielkino mit der wohl am besten formulierten Sprache des Jahres, aber mit dem wohl am wenigsten konstanten Impact auf den Zuseher, der mit seinem eigenen Bild vom Anfang und Ende einer Liebe den Film zu einer Laune seiner gerade aktuellen Emotionen macht.

Marriage Story

The Irishman

DIE FRANKYS UND TONYS DIESER WELT

8/10

 

irishman© 2019 Netflix

 

LAND: USA 2019

REGIE: MARTIN SCORSESE

CAST: ROBERT DE NIRO, JOE PESCI, AL PACINO, HARVEY KEITEL, RAY ROMANO, ANNA PAQUIN, JESSE PLEMONS U. A.

 

„Welcher Tony? – Die heißen doch alle irgendwie Tony!“ Ein berechtigtes Statement von Gewerkschaftsführer Jimmy Hoffa, der eben Jimmy und nicht Franky heißt und rein namentlich mal unterwelttechnisch aus dem Schneider ist, obwohl er seine Ziele auch nicht immer mit den gesetzeskonformsten Mitteln erreicht haben will. Das jedenfalls erklärt uns Martin Scorsese in seinem ausladenden Alterswerk, das aber einlädt zu einer nachhallenden Breaking-Bad-Ballade eines tatsächlich von der Leine gelassenen Finsterlings, der wie ein leibeigener Bluthund von Cosa Nostra-Mobster Russel Bufalino Drecksarbeiten erledigt hat, soweit das Auge der Unterwelt nur reichen konnte. Dessen Name war Frank Sheeran. Und ja, der war tatsächlich ein entfernter Verwandter des irischen Chartstürmers Ed, der natürlich nichts dafür kann für die Skrupellosigkeit seiner Vorfahren. Frank Sheeran also ist das Subjekt von Scorseses Faszination für das Böse in den Straßen. Die hatte er eh und je, und natürlich ist die dunkle Seite des Menschen oder ganzer Menschengruppen weitaus sogwirkender als das harmlos scheinende Gute. Diese Affinität zur Mechanik des organisierten Verbrechens ist deswegen sogar nachvollziehbar, weil diese Art des Bösen seine eigenen Werte braucht, weil es die Anarchie in ein Regelwerk zwängt, weil die Frankys und Tonys dieser Welt doch nur im Rahmen einer heiligen Pflicht ihre Finger beschmutzen. Dabei können sie nicht mal tun und lassen, was sie wollen, weil sie ganz anderen Gesetzen folgen und sich einer viel strengeren Hierarchie unterwerfen als das bei einem redlichen Lebenslauf wohl der Fall gewesen wäre.

Und dabei spannt Scorsese einen weiten Bogen bis hinunter in die 50er Jahre. Fast alle hat er wieder versammelt, der Altmeister. Seine Lieblingsakteure, angefangen von Robert de Niro über Joe Pesci bis hin zu Harvey Keitel, der allerdings nur einen dankbaren Cameo bekommt. Ray Liotta, sein Hauptdarsteller aus GoodFellas, der fehlt. Dafür aber haben wir Al Pacino wieder an Bord, errettet aus den B-Movie-Engagements und hinein in eine seiner stärksten und wuchtigsten Rollen, die er je spielen durfte. Da macht auch der digitale und manchmal etwas maskenhafte Weichzeichner auf Jung nicht viel aus, denn Pacino ist immer noch Pacino, mit all seinen einstudierten Manierismen, seiner Mimik und seiner Gestik, stets leicht übertrieben, einnehmend, unglaublich charismatisch. Wir erinnern uns, zumindest vage, an Jack Nicholsons Performance als Jimmy Hoffa – und die war längst nicht so intensiv. Pacino als unbequemer, streitsüchtiger Gewerkschafts-Feldwebel – was will man eigentlich mehr? Scorsese legt aber noch einiges drauf: Sein De Niro ist ein längst alter Bekannter, auch er stark liiert mit seiner für De Niro üblichen Mimik der verkniffenen Blicke. Gut, die haben sie alle, all diese Anzugträger und leicht besorgten Unterweltler blicken verkniffen, und sie alle haben keine lange Lebensdauer, wie uns der Film mit Inserts zu diversesten Schattengestalten der Cosa Nostra-Geschichte aufzuklären weiß. Joe Pesci wächst ebenfalls über sich hinaus, eine knorrige und zugleich schillernde Figur, die er als Russel Bufalino da gestaltet,

Tatsächlich ist The Irishman ein finsteres Who is Who, eine moralisch verwerfliche Freakshow zwischen Politik, Loyalität und Machtgier. Dass Frank Sheeran, dieser reuelos gutböse Handlanger, sogar sein letztes bisschen Anstand verschachert wie ein biblischer Judas, macht aus dem dreieinhalbstündigen Epos, das sich aber längst nicht so lang anfühlt, zu einer Studie des Verrats und der Unmöglichkeit, sich selbst im freien Spiel der Kräfte treu zu bleiben. Mitunter findet Scorsese neben all den schmissigen, dichten und packend inszenierten Episoden seiner Chronik oft absurde Szenen unfreiwilligen Zynismus, die an Quentin Tarantino erinnern. The Irishman ist makaber, brutal und in seiner Abkehr vom Menschlichen umso menschlicher. Verborgen liegt das Böse hinter salonfähigen Floskeln, die wie geheime Codewörter irgendetwas bedeuten, aber meist Ungesundes für andere. Leichen pflastern Scorseses Weg durch ein Meisterwerk politischer Königsdramen, die allesamt einen nüchternen Abgesang auf eine medievale Parallelwelt ergeben, die uns eben nicht weniger fasziniert als die Politik mit Feuer und Schwert.

The Irishman

Hustlers

ALL DIE REICHEN WEISSEN MÄNNER

5/10

 

hustlers© 2019 Universum

 

LAND: USA 2019

REGIE: LORENE SCAFARIA

CAST: CONSTANCE WU, JENNIFER LOPEZ, JULIA STILES, LILI REINHARDT, KEKE PALMER, LIZZO, CARDI B U. A.

 

Jennifer…wer? Na Jenny from the Block. Auch schon wieder eine Weile her. So wirklich präsent war die mittlerweile 50jährige Schauspielerin und Sängerin mit puerto-ricanischen Wurzeln in der letzten Zeit eher weniger. Dafür ist ihre Rolle in Hustlers so etwas wie ein Comeback. Und sie macht in diesem True-Story-Streifen tatsächlich eine wahnsinnig gute Figur. Niemals hätte ich gedacht, dass J.Lo schon ein halbes Jahrhundert zählt, es sieht nämlich überhaupt nicht danach aus. Keine Ahnung was die Dame alles an Fitnessstunden absolviert hat, keine Ahnung welchen gesundheitsbezogenen Lebenswandel sie hat, ich lese ja kaum Boulevardblätter welcher Sorte auch immer. Aber irgend etwas muss sie schon getan haben, um mit so einer überraschenden Eleganz an der Stange zu tanzen. Hustlers ist also ihr Film, ganz und gar ihre Kragenweite, wenngleich sie sich neben dem übrigen Cast gar nicht so sehr in den Vordergrund drängt. Ihrem Co-Ensemble begegnet sie auf Augenhöhe. Das hätte ich bei ihrem ersten Auftritt – rauchend, im schicken Pelz auf dem Dach eines Hochhauses in New York, quasi Glamour pur, gar nicht vermutet. In Wahrheit aber spielt J.Lo eine alleinerziehende Mutter, die relativ viel Erfahrung gesammelt hat in der Rotlicht-Polebar-Branche und dabei eine junge Einsteigerin unter ihre Fittiche nimmt, die noch viel lernen muss: Wie Frau sich bewegt, die Do´s und Don´ts und dergleichen mehr. Die beiden – Constanze Wu und J.Lo – freunden sich als ihre Film-Alter Egos schnell an und mischen die zerstreuungswütige, notgeile und reiche weiße Männerwelt auf, solange es eben geht, und solange sie nicht ihr hübsches Gesicht verlieren. Bis die Finanzkrise kommt.

Wir schreiben das Jahr 2008, und ja, die Geschichte dieses Films hat sich ungefähr so, und ich vermute mal natürlich weniger dramatisiert, aufgemotzt und eloquent, aber immerhin ungefähr so zugetragen. Nach besagter Krise sind die reichen, notgeilen Mannsbilder den farbenfrohen Etablissements ferngeblieben. Keiner, der mit Dollars um sich wirft. Und alleinerziehende Mütter wie Lopez und Co müssen sehen, wo sie bleiben. Wechseln den Job und arbeiten im Einzelhandel oder tun, was sie tun müssen, um sich über Wasser zu halten. Der Film wäre ein bitteres Sozialdrama geworden, würden J.Lo und Freundinnen da nicht perfide Pläne schmieden, um nicht doch an das Geld der Kunden ranzukommen. Und diese Methode ist natürlich wenig legal. Zur Kassa wird gebeten, wer große Kassa macht – und sich obendrein vom femininen Reizen einlullen lässt. Nachgeholfen wird mit Drogen. Tags darauf sorgt ein Hangover dafür, dass sich keiner der ausgenommenen Weihnachtsgänse mehr an das feuchtfröhliche Feiern erinnern kann.

Regisseurin Lorene Scafaria macht einen auf Frauenpower. Ihre Damen dürfen alles, der reiche weiße Mann ist die Kuh, die man moralisch vertretbar melken kann. Denn alle, die reich sind, haben es verdient. Die haben ja auch alle die Finanzkrise verursacht. Wie sich die 4 Engel gegen Charlie ihre kriminellen Methoden schönreden, lässt sich auf einen überemotionalisierten Trotz zurückführen. Dieser Trotz brachte dann auch eine wenig differenzierte Offensive mit auf den Weg, für welchen sich meinerseits wenig Verständnis aufbringen lässt. Die Finanzkrise traf doch nicht nur die Nachtclub-Branche, die traf im Grunde alle, die irgendwo in den USA Hypotheken hatten. Die traf durchaus auch manche derreichen, notgeilen Männer. Hustlers zeichnet zwischen rotviolett getönten Lichtern, Poledance und regnenden Geldscheinen mit seiner Chronik der Ereignisse ein wenig nuanciertes und dadurch umso euphemistisch gefärbtes Bild eines Haudrauf-Feminismus, der nicht die Antwort auf sexistische Weltbilder sein kann. Auch wenn Scafaria das vorgehabt hätte. Oder hatte sie gar vor, die Handlungsweise ihrer bühnenpräsenten Heldinnen kritisch zu hinterfragen? Das lässt sich vermuten, aber mehr auch nicht, denn so wirklich verurteilt wird die Robin-Hoodiade in die eigene Tasche nicht. Da liebäugelt man schon sehr mit diesem Trotz, mit dieser plakativen Kraft einer Weiblichkeit, die sich ihres Impacts mehr als bewusst ist. Durch dieses Moraldilemma entgleitet Scafaria vor allem in der zweiten Hälfte der dramaturgische Aufbau und hat so seine Probleme, mit erzählerischer Relevanz umzugehen. Was aber in Erinnerung bleibt, zwischen all der notgedrungenen Geldgier, das ist J.Lo und die Ergebnisse für ihr straffes Training in einem Film, der ganz gut zeigt, wie Stangentanz für Hollywoodstars eigentlich aussehen soll.

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