Picknick mit Bären

MÄNNER ALLEIN IM WALD

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Langsam werden sie alt. Vorallem Nick Nolte ist kaum mehr wiederzuerkennen, so verbraucht, mitgenommen und versoffen sieht er aus. Aber trotzallem irgendwie cool. Und ein unglaubliches Original, originaler noch als der füllige Marlon Brando in seinen letzten Filmen. Auch wenn der weissbärtige Kultschauspieler knurrend und mit hochrotem Kopf durch die Wildnis ächzt – ein bisschen was von seinem ursprünglichen rauhen Charme, welchen er in Filmen wie in Herr der Gezeiten oder Nur 48 Stunden zum Besten gegeben hat, blitzt immer noch auf. Und Robert Redford? Auch er scheint sich nach einem ruhigen Lebensabend zu sehnen. Seine ewig attraktive, unwiderstehliche Männlichkeit weicht langsam bedächtiger Resignation. Vom Draufgänger ist nichts mehr zu spüren. Unter diesen Voraussetzungen plaudern sich die beiden älteren Herren durch eine atemberaubende Waldwildnis, zuerst nah an der absoluten Erschöpfung, später ganz so, als wäre es ein verordneter Rundwanderweg naher einer Kuranstalt. Alles ganz sympathisch, aber letzten Endes doch eher sehr hemdsärmelig und vorhersehbar. Von Wild mit Reese Witherspoon ist das Lagerfeuerkino weit entfernt, obwohl genug Potenzial da gewesen wäre. Aber womöglich waren die beiden Superstars aus dem vorigen Jahrtausend zu keinen Höchstleistungen wie den Appalachian Trail mehr zu motivieren.

 

Picknick mit Bären

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