The Huntsman and the Ice Queen

LET IT GO

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Das dramatisch-romantische Märchenabenteuer Frozen aus der Animationsschmiede von Disney aus dem Jahr 2013 war ein voller Erfolg, ein Blockbuster sozusagen. Aber wie auf den Erfolgszug rund um Eisköniginnen aufspringen? Was kann man aus dem erfolgsversprechenden Stoff noch herausholen, das Profit bringt? Wie wärs, einfach das Märchen Schneewittchen mit dem Geschwisterclinch von Anna und Elsa zu verbinden, das ganze als Live-Act aufzubereiten und darüber hinaus noch eine Brise Der Hobbit drüberzustreuen? Der war ja schließlich auch ein Bombenerfolg. So haben die Studios nach dem martialischen Spieglein Spieglein-Epos mit Kristen Stewart einfach noch ein Abenteuer draufgesetzt – oder vorangesetzt, wie man es nimmt. Denn die neue Huntsman-Episode ist sowohl Prequel als auch Sequel zugleich, irgendwann in der ersten Hälfte des Filmes ändert sich die Chronologie, was aber nicht allzu sehr zu stören scheint. Im Grunde stört bei dem Film nichts so richtig, im Gegenteil. Denn ein Aufreger ist es auch nicht geworden. Und es ist offensichtlich, woher sich der Film seine Handlung zusammenklaut. Anna und Elsa aus Frozen sind diesmal die böse Königin aus Grimms Märchen und eine zart besaitete, von plakativen Emotionen geleitete gnadenlos gnädige kleine Schwester, die das Einfrieren von Wehrlosen relativ gut beherrscht. Also noch etwas Hans Christian Andersen bekommen wir auch zu Gesicht. Strahlemann Chris Hemsworth führt durch das mosaikartige Revival diverser Märchenfilme und -geschichten, ohne seinen Charakter auszubauen. Auch die vier Zwerge, die ihn begleiten, zelebrieren die Kehrseite von Thorin Eichenschild und Konsorten, so plump und lächerlich kommen sie daher. Aber Zwergen kann man nicht böse sein, Nick Frost in verkleinerter Form holt heraus, was das Drehbuch zulässt. Schlussfolgernd wäre für diesen Fantasyverschnitt ein vernichtendes Urteil fällig. Doch halt, wäre da nicht das Highlight schlechthin noch zu erwähnen – Charlize Theron. Sie stellt alle bisher dagewesenen bösen Königinnen und Stiefmütter in den Schatten. Sie dominiert das Geschehen, obwohl sie nur maximal ein Drittel des Filmes vorkommt. Dass das nach wie vor atemberaubende Model wirklich ein enormes schauspielerisches Talent hat, stellt sich abermals unter Beweis, wenn sie mit Inbrunst, Leidenschaft sowie expressiven Gesten und bohrenden Blicken ihre Gegner kleinlaut werden lässt. Ihr scheint der Film gewidmet zu sein, da Schneewittchen in Abwesenheit glänzt und Jessica Chastain sowieso nur Gemma Arterton aus Hänsel und Gretel: Hexenjäger plagiiert. Gepaart mit sensationellen Special Effects – vor allem gegen Ende des Filmes – rettet Theron den ansonsten durchaus ansprechend bebilderten und ausgestatteten Film mit Leichtigkeit. Ihr hätte ein Platz in Peter Jacksons Fantasywelt eingeräumt werden sollen. Vergessen wir sie nicht, wenn der Huntsman demnächst Dornröschen wachküsst.

The Huntsman and the Ice Queen

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