Darth Maul: Apprentice

LUCASFILM IST ÜBERALL

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Natürlich sind wir zufrieden! Und mehr als glücklich mit dem siebten Teil der Star Wars-Saga und allen weiteren Plänen, die Kinogigant Disney mit der weit weit entfernten Galaxis vorhat. Dass jetzt viele ungesagte Geschichten weitererzählt, zwischenerzählt und vorangestellt werden, lässt den ehrlichen Star Wars-Fan Geborgenheit empfinden – und eine unsagbare Vorfreude, ähnlich jener, die Kinder im magischen Alter vor Weihnachten an den Tag legen. Deswegen ist auch 2016 ein gutes Jahr, und 2017 wird ebenso ein gutes Jahr sein, und das Jahr danach und… Dennoch: dass Disney keine Live-Act-Fernsehserie ins Leben rufen möchte und sich stattdessen – mit Ausnahme der Animationsserien, die eher für ein jüngeres Sofapublikum gemacht werden – rein auf das Medium von Buch und Kino beschränkt, lässt etwas Trotz aufkommen. Denn Wartezeiten von einem Jahr, die zwischen den geradezu greifbar scheinenden Sternstunden der Fantasy-Science Fiction liegen, grenzen ja fast schon an Fanquälerei. Gut, Weihnachten ist ebenfalls im Jahresrhythmus zu feiern, aber immerhin gibt es zwischendurch Geburtstage, Ostern und sonst noch Feiertage. Analog dazu lässt Disney seine Fans leer ausgehen, es sei denn, Kino im Kopf in Form von Büchern und Comics sind Feiertage genug. Bücher sind aber keine Filme, hat doch das Ganze mit einer Kinosensation Ende der Siebzigerjahre begonnen. Demzufolge gehört Star Wars auf die Leinwand – oder auf den Bildschirm. Und wenn der Berg nicht zum Propheten kommt, muss man die Sache eben selbst in die Hand nehmen und dem realen und erdachten Universum genau das geben, was ihm zusteht. Laufende Bilder, die den Krieg der Sterne weitererzählen und weiterdenken. Zu verdanken ist dieser glückliche Umstand eingefleischten und ausdauernden Liebhabern der Materie, die Jahre damit zubringen und jede Menge hart verdientes Eigenkapital dafür aufbringen, jenseits allen Profitverständnisses einen eigenen Film zu entwickeln. Einen Film, der tatsächlich den unerhörten Anspruch hat, sich mit George Lucas Traumfabrik wie David gegen Goliath inhaltlich und visuell zu messen. Und das mit Schweiß, Blut und Tränen. Mit kostbarer Zeit und der größtmöglichen Summe an Kleingeld aus den Lederbörsen normalsterblicher Erwachsener, die ihre Kindheit nicht verloren haben. Und wofür? Einfach weil es möglich ist, machbar ist, Spaß macht – und die phantastische Welt aus Raumschiffen, Wesen, Planeten und Sternenphilosophie dichter werden lässt. Das sind aber noch nicht alle Gründe. Denn die Fanfilmemacher zeichnet vor allem ein hohes Maß an Nächstenliebe aus. Solidarität für eine leidenschaftliche Fangemeinde, die diese akribische Liebhaberei zu schätzen weiß und zutiefst dankbar jede gelungene Bildsequenz genießt, die altbekannte und vertraute Elemente aus dem Lucas-Kosmos zitiert. Genauso ein Film ist der Prolog zu Star Wars Episode 1 – Die dunkle Bedrohung geworden. Angesiedelt einige Jahre vor den ersten Geschehnissen rund um die alte Republik und der Kindheit von Anakin Skywalker erzählt das rund zwanzigminütige Planetenabenteuer von der letzten Prüfung des tätowierten Zabrak und Sith-Schülers Darth Maul, die aus einem Laserschwertkampf gegen eine Truppe junger Jedi besteht, die als Übungsfutter des grimmigen Aliens von Darth Sidious in eine Falle gelockt werden. Der Ausgang des Gemetzels sei hier nicht verraten, aber man kann sich angesichts des Auftrittes von Darth Maul in Episode 1 bereits denken, wie das ganze enden wird. Verbfüffend an diesem Kurzfilm ist die filmtechnische Raffinesse. Kamera und Ausstattung sind erste Sahne, da waren Profis am Werk, womöglich ebenfalls Fans, die ehrenamtlich ihr Bestes gegeben haben. Auch die wenigen, aber doch vorhandenen Spezialeffekte wirken nicht aufgesetzt, sondern in das Erlebnis integriert. Weniger ist mehr, und Mehr wäre vermutlich auch aufgrund mangelnden Budgets nur die halbe Miete gewesen. So aber besteht die actionhaltige, englischsprachige Vorgeschichte aus einer ausgedehnten Laserschwertsequenz, choreographisch durchdacht in Szene gesetzt. Ein lakonisches Intermezzo in heimisch anmutenden Wäldern, das Spaß und Lust auf mehr macht. Sogar Lust, sich Episode 1 erneut anzusehen (die ich nach wie vor von der Prequel-Trilogie am Gelungensten halte). Und vor allem ein zugestandener Bonus für den Erzbösewicht und Vorgänger des gefürchteten Darth Vader, der den Meinungen vieler Fans zufolge viel zu wenig Kino-Leinwandzeit verbuchen durfte. Ein Dankeschön an den rotgesichtigen Teufel, der genauso gut ins Marvel- als nur ins Star Wars-Universum passen würde. Jedenfalls ist es ein Gesicht, das man lange nicht vergisst. Und mehr Furcht einflößt als Generationen später Kylo Ren.

Darth Maul: Apprentice ist übrigens für jene, die sich selbst ein Bild machen wollen, unter folgendem youtube-Link zu genießen, noch dazu in sehr guter Qualität: https://www.youtube.com/watch?v=Djo_91jN3Pk

 

Darth Maul: Apprentice

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