The Finest Hours

DAS KANN DOCH EINEN SEEMANN NICHT ERSCHÜTTERN

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Eben noch als neuer Captain Kirk der Menschheit den Allerwertesten gerettet, schon trotzt er im Angesicht des Sturms haushohen Wellenbergen. Chris Pine überzeugt auch in dem bei uns leider nur auf DVD erschienenen Hochseeabenteuer über eines der größten Hochseekatastrophen des 20. Jahrhunderts als gewissenhafter, introvertierter Seemann, der Unmögliches vollbringt, um die Schiffsbesatzung eines in der Mitte auseinandergerissenen Öltankers zu bergen. Dabei beruht der spannende und geradlinig inszenierte Film wie bereits erwähnt auf einer wahren Begebenheit aus den frühen 50er Jahren. Und so, wie der Film erzählt wird, dürfte Regisseur Craig Gillespie nicht allzu viel hinzugedichtet haben. Die Story wirkt authentisch und nachvollziehbar. Die dokumentarische Chronologie der Ereignisse folgt einer klassischen, fast schon konservativen Dramaturgie, die sich an frühen amerikanischen Abenteuer- und Katastrophenklassikern orientiert, ohne das Kino neu definieren zu wollen. Hinzu kommt natürlich die visuell ausgereifte Technik und gezielt eingesetzte CGI, welche die unwirtliche Meereshölle professionell entfesselt. Pine, Casey Affleck und Ben Foster liefern handwerklich perfekte, aber routinierte schauspielerische Leistungen, aus denen Neo-Kirk eher noch als seine Kollegen eine emotionale Chefsache daraus macht. Mit ihm fiebert man mit, mit ihm erschöpft man sich.

Den Vergleich mit anderen Schiffskatastrophen braucht The Finest Hours letzten Endes nicht zu scheuen. Wolfgang Petersens Der Sturm sowie Andrew Davis The Guardian haben eine ähnliche Erzählweise und sind auch von ähnlicher Qualität, wobei letzterer sich nicht auf Tatsachen bezieht. Anders kann man Katastrophenfilme ja ohnehin nicht wirklich inszenieren. Was zählt, sind hier unglaublich erscheinende Geschichten, die das Leben geschrieben haben. So ist die tollkühne Schiffsodyssee aus dem sturmumtosten Atlantik ein sehenswertes, packendes Erlebnis für True Story-Liebhaber – auch ohne das Format einer Kinoleinwand. Durchnässt fühlt man sich nachher nämlich trotzdem.

 

The Finest Hours

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