Gods of Egypt

FLASH GORDON AM NIL

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godsegypt

Wahrscheinlich hat der ägyptische Regisseur Alex Proyas den tödlichen Unfall von Brandon Lee am Set des 90er Kultfilmes The Crow niemals wirklich ganz überwunden. Einzig die orwellsche Dystopie Dark City aus den späten 90ern und die recht gelungene Asimov-Verfilmung I, Robot blieb mir in Erinnerung. Danach kam womöglich lange nichts, oder zumindest nichts Erwähnenswertes, bis in diesem Jahr der Regisseur mit einer Katastrophe von Film erneut auf sich aufmerksam macht. Der Fantasy-Actionfilm Gods of Egypt, der die altägyptische Mythologie als lose Vorlage auf sträfliche Weise herangezogen hat, sieht aus wie ein Computerspiel.

Zugegeben, dieser Umstand muss nicht von Nachteil sein. Was Alex Proyas aber daraus gemacht hat, kann man ungefähr mit pseudobarockem Kitsch vergleichen, wo Ornamente auf Ornamente und Goldengel auf goldbauschigen Wolken sitzen. Den Kulissen fehlt es an Tiefe, Licht und Schatten scheinen mit dem Eimer verteilt worden zu sein. DIe chrom- und goldglänzende Billig-CGI des kruden Trashs ist dermaßen lieblos auf den Film tapeziert worden, dass man meinen möchte, Sam J. Jones aus Flash Gordon kurvt jeden Moment um die Ecke, damals aber zumindest begleitet von Queen, deren Sound wohl das Beste an dem Möchtegern-Krieg der Sterne aus den 80ern gewesen ist. Das Erschreckende dabei ist aber die Vermutung, dass sich der nordische Charakterdarsteller Nikolai Coster-Waldau, bekannt aus der Serie Game of Thrones, an dem kessen Blondschopf im Space-Neopren tatsächlich orientiert haben könnte. Mit der Überzeugungskraft eines Pornodarstellers mimt er Horus, den Gott des Himmels, welchen man sich genauso überhaupt nicht vorstellt. Als Gegenpart tobt sich Actionhaudegen Gerard Butler aus. Er darf als Gott Seth zumindest ansatzweise Reste seiner Performance aus Zac Snyders 300 verwerten. In die Tiefe geht dieser Charakter aber genauso wenig. Und Geoffrey Rush, seinerzeit gefeierter Mime, wenn man sich an Werke wie Shine erinnert, ist in der Rolle des Ra fragwürdiger als Liam Neeson, der schon als Zeus in Kampf der Titanen eher einen unfrisierten Landstreicher mit falschem Bart als einen mächtigen griechischen Gott verkörpert hat. Neeson war eine Fehlbesetzung sondergleichen, und Geoffrey Rush tut es ihm nach, womöglich aus Geldgründen. Allerdings geht so eine Rechnung für späten Ruhm nur sehr selten wirklich auf. Da hat Alec Guinness in Star Wars wohl Glück gehabt – und sogar eine Oscarnominierung einkassiert. Doch betrachtet man die beiden Altgötter aus dem Film, allen voran den glatzköpfigen Ra, wundert man sich nicht mehr, dass, wäre es tatsächlich so gewesen, mächtige Kulturen schnell mal irgendwann untergehen müssen. So wie dieser Film, der vieles will und nichts kann.

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