Die Unfassbaren 2

ALLES NUR EIN TRICK

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Sie waren nicht mal auf Hogwarts, zaubern aber dennoch, als gäbe es kein Morgen: die 4 Horsemen sind zurück, in etwas anderer Besetzung, aber mit genauso vielen Assen im Ärmel. Die Trickbetrüger werden diesmal mit den Auswirkungen ihres ersten Abenteuers konfrontiert. Beide Geschichten hängen nämlich tatsächlich zusammen, und es wäre vorab klug, sich den ersten Teil der Unfassbaren anzusehen. Dieser hatte den Bonus des Originalfilms auf seiner Seite. Den Überraschungseffekt, die Verblüffung, das Unerwartete. Das Sequel ist etwas bemüht konstruiert, baut auf den Erfolg des Erstlings auf und nimmt auch dessen Rezeptur her. Kurz gesagt: im Universum von David Copperfield, Magic Christian und Co gibt es jede Menge Tricks, die wahrscheinlich nie im Leben so funktionieren können und deren Vorbereitungsaufwand sich jeder Glaubwürdigkeit entziehen. In Anbetracht dessen, dass die Horsemen nur im Untergrund operieren und vom Geheimdienst gejagt werden, operieren sie auffallend vordergründig – vor allem, wenn sie ihre Silvestershow in London vom Stapel lassen. So ein verblüffender Effektezirkus wirbelt jede Menge Staub auf. Doch Logik hin oder her – die Zauberkünstler sind zwar Menschen, dennoch aber von metaphysischer Magie begleitet. Real ist hier gar nichts mehr, auch wenn man versucht, die Story nachvollziehbar zu erklären. Da hatte Christopher Nolans Prestige schon viel mehr Klasse, viel mehr Atmosphäre, viel mehr Geheimnis. Die Unfassbaren 2 ist wie Mission Impossible und Oceans Eleven gemeinsam, nur sind die Figuren mit Ausnahme von Mark Ruffalo und Daniel Radcliffe relativ eindimensional. Filmfiguren, die ohne viel Anstrengung für alles eine Lösung haben, werden auf Dauer austauschbar und langweilig. Nicht so bei Ex-Harry Potter Radcliffe. Im Zauberer-Genre zurückgekehrt, spielt er einen diabolischen Krösus, der allerdings als Einziger nichts mit Zauberei am Hut hat. Wiedermal stellt der Jungschauspieler, anders als Robert Pattinson, sein schauspielerisches Talent auch nach der Zeit mit J.R. Rowling unter Beweis und zeigt, dass er weitaus mehr kann als nur eine Narbe auf der Stirn zu tragen. Durch ihn bekommt Die Unfassbaren 2 mehr Schattierung in die Geschichte, die dennoch ein humoriger, harmloser Mix aus glattem Agentenabenteuer und Einbruchskrimi bleibt. Die Doppelrolle von Woody Harrelson ist einer von mehreren seltsamen inhaltlichen Schachzügen, die für geplante Verwirrung sorgen sollen, das Ganze aber ungeplant konfuser machen.

Selbst wenn man Teil 1 gesehen hat, und das war 2013, braucht man einige Zeit, um die Erinnerung daran wiederaufzufrischen. Im Gedächtnis behalten wird die Story wohl keiner haben, dazu ist der Abstand von 3 Jahren zu groß, es sei denn, man hat ein eidetisches Gedächtnis. Also nochmal ansehen, und dann gleich noch den zweiten im Kino nachlegen. So könnte aus beiden Teilen eine Einheit entstehen, die irgendwie rund wirkt. So aber ist der Film gesehen und vergessen – bis auf den Trick, der die vier Künstler nach Macao gebracht hat. Der Umstand sorgt ansatzweise für Verblüffung. Ein Film also wie ein Magic Dinner. Unterhaltsam, bekömmlich, aber anspruchslos bis unter die Zylinderkrempe.

 

Die Unfassbaren 2

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