Run, Fatboy, Run

DER MARATHON-MANN

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fatboy

Man kann Simon Pegg für keinen seiner Filme wirklich böse sein, auch wenn sie manchmal wirklich nicht gelungen sind. Den stets gut aufgelegten Briten, bekennenden Star Wars-Nerd und Geschichtenerfinder muss man einfach irgendwie gernhaben. Er ist weder ein eitler Schönling, noch ein Perfektionist, der seine Rollen leben muss, bevor er sie spielt. Der sympathische Charakter ist einfach, was er ist. Jemand, mit dem man gerne abhängt und mit dem man sicher gerne über den einen oder anderen blöden Witz herzlich lachen kann. Bestes Beispiel für sein kreatives Schaffen ist natürlich seine Cornetto-Trilogie, angefangen von Hot Fuzz über Shaun of the Dead bis zu Worlds End. Alle drei wahrlich keine feingeistigen Komödien, aber schwarzhumoriger Brit-Slapstick im Geiste von Monty Python.

Friends-Star David Schwimmer hat sich für seine selbstinszenierte Lifestylekomödie Run, Fatboy, Run ebenfalls den aufgeschlossenen Kauz als Hauptrolle erwählt. Wie erwartet macht Pegg seine Sache gut. Als schmerbäuchiger Loser aus der Arbeiterklasse, der im Souterrain eines indischen Mietshauses wohnt und seine Ex-Freundin zurückgewinnen will, hat er die Zuseher selbstredend auf seiner Seite. Wie er den inneren Schweinehund besiegt und mehr schlecht als recht für einen Stadtmarathon trainiert, macht durchaus Spaß. Doch im Ganzen betrachtet lässt Schwimmer seine menschelnde Komödie nicht wirklich von der Leine. Die biedere Inszenierung wirkt schaumgebremst, die Dramaturgie atmet den Mief der 80er. Und gelegentliche Ekel-Kalauer unterhalb der Gürtellinie stören das Feel Good-Movie in seinem Erzählfluss. Unterm Strich ein urbaner Jux aus seltsam britischem Underdog-Humor, amerikanisch-gefälliger Familienkomödie und Simon Pegg-One Man-Show. Passt alles nicht zusammen, zerstreut aber trotzdem.

 

 

 

Run, Fatboy, Run

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