The Proposition

IN SIPPENHAFT

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Die Filme von John Hillcoat sind von gnadenlosem Pessimismus geprägt. Seine Werke sind nicht unbedingt depressiv, aber zumindest generell von der Menschheit ziemlich enttäuscht. Kein Wunder, dass er in Nick Cave seinen Künstlerkollegen gefunden hat. Nicht nur dass sich Hillcoat für einige von Caves Musikvideos verantwortlich zeichnet – er hat auch ein Drehbuch von ihm verfilmt. Erwartungsgemäß ist der australische Western The Proposition ganz so geworden wie man es von Nick Cave gewohnt ist. Bedrohlich, lebensfeindlich, voll melancholischer Düsternis und niederdrückender, quälender Hoffnungslosigkeit.

Während aber seinen Songs durchaus Melodisches abzugewinnen ist, bleibt einem die sanfte Komponente in Hillcoats Film erspart – zum Leidwesen des Publikums. Anders als im Subgenre des Italowesterns verzichtet The Proposition auf jeglichen Sarkasmus, trotz seiner bizarren Figuren, wie John Hurt als durchgeknalltem Kopfgeldjäger. Von Quigley, der Australier bleibt nichts mehr über. Unterhaltend ist etwas Anderes, spannend ist der Film aber trotzdem. Seine Kompromisslosigkeit erinnert an das postapokalyptische Roadmovie Rover, ebenfalls mit Guy Pearce und Robert Pattinson. Auch dieser Film zeigt Australien von seiner gnadenlosen Seite. Beide Werke zeigen ein Land, das seine Kolonisten am liebsten loswerden möchte. Ein „Promised Land“, dessen Versprechen gebrochen wurde, dessen Gunst verspielt. In dieser betörenden Unwirtlichkeit herrscht permanente Anarchie und das Recht derer, die am Gewalttätigsten sind. Wie ein Strafplanet weitab vertrauter Ordnung. So bewegen sich die Bösen und die weniger Bösen zähnefletschend aufeinander zu. Und die wenigen Guten, die versuchen, Menschenrechte nicht direkt mit den Füßen zu treten, bangen um ihr Leben. Die letzte Szene, die an einen Home-Invasion-Thriller erinnert, kostet Nerven.

Der australische Western ist wohl die düsterste aller Western-Subgenres. Da ist The Proposition wohl ein Paradebeispiel – knochentrocken, illusionslos und dreckig. Eine nach Erlösung dürstende Outback-Tortur über Täter, Opfer und den Gesetzlosen dazwischen. Ungemütliches, beklemmendes Spannungskino.

 

 

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