Bastille Day

ÜBER DEN DÄCHERN VON PARIS

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bastille

Idris Elba ist der neue Bruce Willis. Jener Mann, der Feinripp erst salonfähig gemacht hat, dürfte schon längst mit seinem filmischen Lebenswerk abgeschlossen haben, sieht man sich seine Filmauswahl der letzten Jahre mal genauer an – der stiernackige Brite allerdings läuft erst so richtig zur Hochform auf. Gut, einen Konkurrenten gibt es noch – das wäre Liam Neeson. Der ehemalige Oskar Schindler durfte selbst schon das eine oder andere Mal in der Stadt der Liebe ordentlich aufräumen. Man erinnere sich nur an Pierre Morel´s 96 Hours. Jetzt aber ist er dran – der Star aus The Wire und Luther sowie der Darsteller des Big Daddy Südamerikas – Nelson Mandela.

Bastille Day ist allerdings für den eindrucksvollen Schauspieler eigentlich nicht mehr als ein Routinejob – so wie der ganze Film, den man übrigens schnell wieder vergisst oder dessen Inhalt sich irgendwie mit anderen Actionfilmen amerikanisch-europäischen Couleurs vermischt. Was war da noch gleich? Ach ja, sowas Ähnliches wie ein Stirb Langsam-Szenario – daher auch mein Vergleich mit John McCLane. Bankräuber der organisiertesten Art brechen den Sturm auf die Bastille vom Zaun, um in Ruhe die Goldreserven des Frankenreiches zu plündern. Aber hallo, das ist ja wirklich ein unverblümter Abklatsch des dritten Stirb Langsam-Teils, in welchem Bösewicht Jeremy Irons (wahrlich fehlbesetzt) zu einer ähnlichen Finte gegriffen hat. Damals schon war der dritte Aufguss eines absoluten Actionklassikers – wenn nicht DES Actionklassikers schlechthin – eine ziemliche Gurke. Bastille Day gelingt die Einbettung des verbrecherischen Tarnens und Täuschens ins urbane Setting von Paris zum Glück deutlich besser. Obwohl auch Regisseur James Watkins, der sich für den Grusler Die Frau in Schwarz 2012 ziemlich ins Zeug gelegt hat, hier nicht über das Niveau eines mittelmäßigen Direct-to-DVD-Thrillers hinauskommt. Okay, Idris Elba und Games of Thrones-Thronfolger Richard Madden harmonieren ganz gut. Manche Szenen, wie die Verfolgungsjagd über den Dächern von Paris, die irgendwie an Polanskis Frantic erinnert, sorgen für spannende Kurzweil. Der schnittige Stadtkrimi konzentriert sich gleichermaßen auf Thrill wie auch auf Action und lässt es sich auch nicht nehmen, das Ganze vor dem Hintergrund realer sozialer Unruhen spielen zu lassen. Nicht umsonst bezieht sich der Titel des Filmes auf den Jahrestag der Französischen Revolution.

Somit ist der solide, aber nicht besonders feingezeichnete Reißer sogar ein bisschen wie eine unbequeme, sozialpolitische Vision. Dass aber das Volk dermaßen leicht manipulierbar wäre wie uns Regisseur Watkins hier weißmachen will, ist schon etwas sehr naiv. Fazit: Ein durchschnittliches Räuber-und-Gendarm-Spiel nach bewährten Mustern.

Bastille Day

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