Vier gegen die Bank (2016)

ZURÜCK ZU DEN WURZELN

5/10

 

vierbank

REGIE: WOLFGANG PETERSEN
MIT TIL SCHWEIGER, MICHAEL BULLY HERBIG, MATTHIAS SCHWEIGHÖFER, JAN JOSEF LIEFERS

 

Was war das doch für ein erschütterndes Meisterwerk. Mit Das Boot hat Regie-As Wolfgang Petersen neue Parameter für das Genre des Kriegsfilms festgelegt. Vorallem die auf eine Miniserie übertragene Langfassung seiner U-Boot-Tragödie bleibt nachhaltig im Gedächtnis. Kein Wunder, dass Hollywood auf den Mann aufmerksam wurde. Auch in Übersee konnte Petersen beweisen, dass sein Talent für Spannungsstoffe keine Eintagsfliege gewesen war. Ich erinnere mich gerne an In the Line of Fire zurück – wohl sein bester Film aus Hollywood. Schade nur, dass der Katastrophenthriller Poseidon zum Waterloo des Regisseurs wurde. Diese Niederlage war für den Emdener so erschütternd, dass er 10 Jahre lang keine Regie mehr übernommen hat. Gut, Fehler können passieren. Flops müssen in Folge irgendwann sein, aber dass man gleich das Handtuch wirft – da muss es noch andere Ursachen gegeben haben.

Wie auch immer – seine Rückkehr ins Kino ist zwar lobenswert, und ich wünsche mir für Wolfgang Petersen, dass er wieder zu jener Begeisterung zurückfindet, die er einmal gehabt zu haben scheint. Doch mit der launig-belanglosen Krimikomödie Vier gegen die Bank tut er sich selbst und der Welt keinen sehr großen Gefallen. Auch wenn Til Schweiger diesmal eine wirklich sehenswerte Selbstparodie hinlegt: Besser als ein mittelmäßig budgetierter Fernsehfilm ist das Comeback nicht geworden. Ob mit oder ohne illustrer Besetzungsliste – das Remake seiner 1976 erstmals selbst inszenierten Heist-Komödie ist so banal und von infantiler Ungenauigkeit, dass in keinster Weise Spannung aufkommt. Einzig manch eine Szene mit Michael Bully Herbig hat skurrilen Charme, wie zum Beispiel jene, in der er als Flitzer vor dem Papst auch noch das letzte Bisschen Selbstachtung verliert. Doch entspricht so ein entbehrlicher Film dem Kaliber eines Wolfgang Petersen, der die Schlacht von Troja inszeniert und den amerikanischen Präsidenten entführt hat? Wohl eher nicht. Wenn Vier gegen die Bank als Fingerübung dienen soll, um wieder ins Geschäft zu kommen, dann kann ich es als leidlich gelungenen Neueinstand akzeptieren. Ist der Kalauerkrimi aber eine ernstgemeinte Regiearbeit, mit welcher sich der Schöpfer von Das Boot wieder rehabilitieren möchte, dann muss ich leider sagen: Sorry Wolfgang: Gesehen, geschmunzelt, vergessen. Sowas kannst du besser.

Vier gegen die Bank (2016)

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