Best of 2025

DIE TOP 30 VON FILMGENUSS






Noch mehr ins Kino gehen geht nicht. Echt nicht. Dieses zurückliegende Jahr 2025 kann ich in vielerlei Hinsicht als Triumph bezeichnen. Das beginnt schon bei der Watchlist, die ja, rein theoretisch, vielleicht eine bis ins Astronomische gehende, unrealistische Benchmark beinhaltet, die man als Berufstätiger samt Familie und Partnerschaft niemals würde umsetzen können. Diese Watchlist wird zur konkreten Planungsliste, und wie durch ein Wunder deckt sich wie in keinem anderen Jahr Wunsch mit Wirklichkeit so dermaßen, dass man sich als Filmnerd in einem Paradies wähnt, das niemals würde enden mögen. Das lag zum Teil daran, dass ich meine bessere Hälfte zu vielen der Filme, die auf der Liste standen, mitnehmen durfte. Gemeinsam im Kino ist besser als einsam, noch dazu, wenn man kuscheln kann. Zum anderen daran, dass mein Kleiner schon groß genug ist, um keiner Aufsicht mehr zu bedürfen. Und drittens daran, dass ich Festivals wie Slash oder Viennale ohne dem Einfluss höherer Mächte durchziehen konnte, auch wenn ich mir manchmal dachte, ich schaffe es nicht.

Status Quo unserer Existenz

So waren die Highlights des Jahres natürlich die beiden konzentrierten Ausnahmewochen im Herbst. Die eine – das fantastische Festival Slash für Nerds, von Nerds und mit Nerds im Genre des Horrors, der Sci-Fi und der Fantasy, bei welchen ich innerhalb einer Woche 14 Filme mitnehmen konnte. Die andere – die Viennale im Oktober, bei der ich wie sonst niemals zuvor bei 22 Filmen mittendrin in vollbesetzten Kinos saß. Die Qualität ließ dieses Jahr wirklich nicht zu wünschen übrig. Dabei machte sich ein Trend bemerkbar, der stärker noch als im Vorjahr 2024, grundlegende, elementare Themen des Menschseins und der Existenz an sic, in den Vordergrund rückte. Anstatt den Eskapismus zu predigen und ein Kino der Unterhaltung und der Zerstreuung zu hofieren, hatten viele Filmemacher und Autoren so einiges zu sagen, was mit abstrakten und wenig greifbaren Begriffen wie Schönheit (Parthenope, A Different Man) Hoffnung (All We Imagine as Light, Amrum), Glaube (The Holy Boy), Liebe (Oslo Stories: Sehnsucht, Einsamkeit (U Are the Universe, Memoir of a Snail) und Wahrnehmung der eigenen Existenz zu tun hat – so gesehen in The Life of Chuck und In die Sonne schauen.
Werke wie Weapons, Blood & Sinners und Das Verschwinden des Josef Mengele konnten auf innovative Weise die dunklen Seiten, das Störrische, Magische und Mysteriöse, vor den Vorhang holen. Alles Filme, die ordentlich tief schürfen, das eigene Denken motivieren und als wertvolle Beiträge des Mediums Film einen Auftrag erfüllen, der über reine Information hinausgeht. Vieles davon bündelt das exorbitant sprachgewaltige und ästhetische Drama Leibniz – Chronik eines verschollenen Bildes nochmal unter dem Strich zusammen. Ein Film als gute Gelegenheit, das Jahr ausklingen zu lassen.

Zur Lage des Studiofilms

Wiedermal wird auch klar, dass Studiofilme mittlerweile schon wie Fast Food vielleicht während des Betrachtens attraktiv sind, doch weniger nachhaltigen Mehrwert aufbringen können als einige Jahre noch zuvor, als das MCU mit ihrer Infinity-Saga zu Ende ging. Superhelden sind zwar nach wie vor zugegen, aber brillieren mehr im Serienformat als im Kino, denn viel zu generisch, unbeweglich und auf Nummer sicher gehend agieren die großen Filmkonzerne, ohne den Horizont zu erweitern. Maximal noch darf James Gunn sich selbst als jemand bezeichnen, der mit seinem grotesk-charmanten Satire-Stil inklusive so einiger Schauwerte so ziemlich im Alleingang den Comic-Drachen reitet. Sonst aber müssten Disney und Co langsam die Zügel etwas lockerer lassen, oder nicht ganz so viel Budget in den Rachen diverser Projekte werfen, denn je mehr Geld man hat, desto bequemer wird man, und gibt es völlig auf, zu improvisieren und nachzudenken, wie es anders auch gehen könnte. Meine Devise: Einsparen und dadurch Kreativität fördern. Somit wäre das Risiko auch nicht so groß, wenn man an den Kassen scheitert. Dafür hat man aber Filme, zu denen man unbeirrt stehen kann, einfach, weil sie um ihretwillen gemacht wurden.

In diesem Sinne: Auf ein nicht weniger intensives und überraschendes Kinojahr 2026. Gerne mit unbequemen Themen, vielen Kreaturen (weil ich diese doch so liebe) und prachtvollen Synergien aus Cast und Crew. Denn Film ist so vieles.

Was folgt, ist nun mein Ranking der aus meiner Sicht 30 besten Werke. Viel Vergnügen beim Checken und Vergleichen mit den eigenen Top-Lists.

PLATZ 1: ALL WE IMAGINE AS LIGHT (2024)

Gleich Anfang des Jahres den ersten Neuner. Ein immersives, metaphysisches Gedankenspiel auf mehreren Ebenen, das Hoffnung und Illusion gleichschaltet und die heilende Kraft der Imagination feiert. Als rauschendes, zartfühliges Erlebnis bleibt dieses Werk in Erinnerung.  9/10 Punkte.

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PLATZ 2: THE LIFE OF CHUCK (2025)

Besser lässt sich Stephen King nicht verfilmen. Noch dazu handelt es sich hierbei nicht um Horror, sondern um etwas ganz Elementares, Tiefschürfendes, Bewegendes – um nichts weniger als die Bedeutung des Individuums und der eigenen Welt, wie wir sie wahrnehmen. Erkenntniskunde für Erwachsene, die philosophische Märchen lieben. 9/10 Punkte.

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PLATZ 3: LIKE A COMPLETE UNKNOWN (2024)

Wohl die einzige richtige Biografie unter den 30 besten Filmen. Das liegt vor allem an der mitreissenden Darstellung von Thimothée Chalamet, von welchem man glauben hätte können, er hätte die Rollen tatsächlich mit einem wie Bob Dylan getauscht, so nah kommt man diesem rätselhaften Charakter. Vereint mit der unvergesslichen, zeitlosen Musik und der kraftvollen Regie James Mangolds ergibt das 9/10 Punkten.

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PLATZ 4: IN DIE SONNE SCHAUEN (2025)

Ein Film, der Raum und Zeit sprengt. Und das ist nicht nur so daher gesagt. Lässt man sich fallen und taucht hier ein, ohne viel nachzudenken, so entwickelt sich ein traumschön-gespenstisches Meisterwerk, so avantgardistisch wie gewagt. 100 Jahre umspannend, und doch gefühlt das Erlebnis eines einzigen tragenden Moments. 9/10 Punkte.

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PLATZ 5: PARTHENOPE (2024)

Einer der aus meiner Sicht am Meisten unterschätzte Film des letzten Jahres. Paolo Sorrentino hat es scghließlich wieder einmal geschafft, Ästhetik und Schönheit in ästhetischen und wunderschönen bildern zu hinterfragen – in einer betörenden Parabel über das Äußerliche. 9/10 Punkte.

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PLATZ 6: THE HOLY BOY (2025)

Das Beste, was jemals während eines Slash Festivals zu sehen war. Allerdings fürchte ich, dass dieser irre Sozial-und Gesellschaftshorror rund um Religion, Glaube und Sektenhörigkeit hierzulande keinen Verleih finden wird. Bildgewaltig, verstörend, erhellend. 9/10 Punkte.

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PLATZ 7: BLOOD & SINNERS (2025)

Lange schon nicht mehr haben Vampire so sehr überzeugt wie in Ryan Cooglers innovativem Mix aus Musikfilm, Gangsterdrama und blutigem Südstaatenhorror. Ganz großes Kino mit irren Einlagen, starkem Schauspiel und Blutsaugern, wie sie sein sollen. Ganz ohne Funkeln. 8,5/10 Punkte.

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PLATZ 8: WEAPONS – DIE STUNDE DES VERSCHWINDENS (2025)

Zach Cregger hat es wieder getan – und das Genre des Horrorfilms von Stereotypen und Mustern befreit. In progressiver Stilkomposition und überraschenden Wendungen, die kaum jemand kommen sieht, beherrscht dieser gespenstische Trip so ziemlich alles, was Kleinstadtschrecken ausmacht. 8,5/10 Punkte.

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PLATZ 9: LEIBNIZ – CHRONIK EINES VERSCHOLLENEN BILDES (2025)

Was ist Kunst, was ist das Schaffen, was das eigene, über den Tod hinausgehende Portrait von einem selbst? Diese und andere existenzielle Fragen erörtern Edgar Selge als Philosoph und Aenne Schwarz als Malerin in Edgar Reitz humanistisch-klugem Weltbildkino.  8,5/10 Punkte.

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PLATZ 10: BLUE MOON (2025)

Richard Linklater hats drauf. Und nicht nur er: auch Ethan Hawke in der besten Rolle seiner ganzen Karriere. Ein wortgewaltiges Kammerspiel über das Scheitern und der Selbstignoranz eigener Stärken. Gesehen auf der Viennale, kommt dieser Streifen bei uns erst ins Kino. 8,5/10 Punkte.

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PLATZ 11: SENTIMENTAL VALUE (2025)

Familie passiert immer wieder von Neuem. Joachim Triers verknüpft sein gefeiertes Generationendrama mit der Metaebene einer Familienaufstellung und lässt einen beeindruckenden Stellan Skarsgård von der Leine.  8,5/10 Punkte.

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PLATZ 12: U ARE THE UNIVERSE (2025)

Einsamkeit, Endzeit, Hoffnung auf Liebe. Dieser ukrainische Science-Fiction-Film ist so bezaubernd wie beklemmend, so romantisch wie spannend. Ein Meisterwerk europäischen Weltraumkinos. 8/10 Punkte.

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PLATZ 13: DAS VERSCHWINDEN DES JOSEF MENGELE (2025)

Wie das Böse die Welt sieht: Mit der Nachkriegsbiografie um den Horrorarzt von Auschwitz gibt August Diehl wirklich alles, während einem klar wird, das störrisch-destruktive Ansichten niemals ganz ausgelöscht werden können. Desillusionierend und erhellend. 8/10 Punkte.

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PLATZ 14: HELDIN (2025)

Ein Tag im Leben einer Krankenschwester: So intensiv, atemlos und authentisch ist deutsches Kino selten. Eine tiefe Verbeugung und Würdigung vor einem heillos unterbezahlten job, der uns allen irgendwann mal das Leben retten wird.  8/10 Punkte.

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PLATZ 15: DIE FARBEN DER ZEIT (2025)

Bezaubernd, märchenhaft, epochenübergreifend: Cedric Klapisch feiert die Nostalgie, das neunzehnte Jahrhundert und die Verbindung durch gemeinsame Vorfahren. Ein prachtvolles Werk.  8/10 Punkte.

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PLATZ 16: OSLO STORIES: SEHNSUCHT (2024)

Das hier ist ein Film, der im kontroversen Dialog ans Eingemachte geht. Themen wie Partnerschaft, Vertrauen und Sexualität werden so direkt wir nirgendwo sonst auf die Probe gestellt. 8/10 Punkte.

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PLATZ 17: FRANKENSTEIN (2025)

Das Monster lebt! Und mit Jacob Elordi hat es auch den notwendigen Schritt ins neue Jahrtausend getan. Guillermo del Toro taucht diese bewegenden Figur in eine Parabel voller fantastischer Bilder, die dem Gothic-Drama mehr als gerecht werden. 8/10 Punkte.

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PLATZ 18: MEMOIR OF A SNAIL (2024)

Knete mit Tiefgang: Diese Trickfilmballade aus Down Under ist düster, verstörend und bizarr. Und gleichzeitig auch so unendlich liebenswert und warmherzig. 8/10 Punkte.

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PLATZ 19: NOUVELLE VAGUE (2025)

Richard Linklater die Zweite: Und was für ein Film! Die Entstehungsgeschichte des Klassikers Außer Atem feiert das Kino der Improvisation und der Avantgarde jenseits jeglicher Kontrolle. Ein wildes, spaßiges Abenteuer vor und hinter der Kamera. 8/10 Punkte.

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PLATZ 20: A DIFFERENT MAN (2024)

Was ist Schönheit, und wo ist das Monster? Dieser ganz besondere Hybrid aus Komödie und Psychodrama dreht den Spieß um, wenn es um Ideale, Äusserlichkeiten und Klischees geht. Einfach unverwechselbar. 8/10 Punkte.

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Auf den Rängen 21 bis 30 finden sich – mit der Bewertung 8 – die letzten drei mit der Bewertung 7,5:



22) A House of Dynamite (2025)

22) Dragonfly (2025)

23) Amrum (2025)

24) Vermiglio (2024)

25) Bird (2024)

26) The Black Hole (2024)

27) Der Meister und Margarita (2024)

28) Miroirs No. 3 (2025)

29) Wenn der Herbst naht (2025)

30) Superman (2025)

Best of 2025

All We Imagine as Light (2024)

DIE HEILENDE KRAFT DER ILLUSION

9/10


allweimagineaslight© 2024 Polyfilm


LAND / JAHR: INDIEN, FRANKREICH, NIEDERLANDE, LUXEMBURG 2024

REGIE / DREHBUCH: PAYAL KAPADIA

CAST: KANI KUSRUTI, DIVYA PRABHA, CHHAYA KADAM, HRIDHU HAROON, AZEES NEDUMANGAD U. A.

LÄNGE: 1 STD 54 MIN


Imagine all the people… livin‘ life in peace. John Lennon hat sich Anfang der Siebziger Jahre eine Welt vorgestellt, frei von Gewalt und prädestiniert für ein friedliches Miteinander. Sein zeitloser Song verkörpert die Illusion einer Menschheit, die gelernt hat, aufeinander zu achten und miteinander umzugehen. Lennons Imagine symbolisiert den Imperativ des Humanismus, der dann sichtbar wird, wenn viele von uns, geballt an einem Ort, ein individuelles Schicksal bestreiten. Imagine wird zum Leitbegriff auch in einem Film, der womöglich schon jetzt als einer der schönsten und besten des Jahres angesehen werden kann. Womöglich wäre er unter den besten drei bereits im letzten Jahr zu finden gewesen, hätte ich All We Imagine as Light bei der letztjährigen Viennale gesichtet. Nun aber führt dieses Meisterwerk, und das prognostiziere ich jetzt schon, sehr wahrscheinlich die besten des Jahres 2025 an. Denn sieht man sich Payal Kapadias Spielfilmdebüt an, wird man feststellen müssen, dass große Filmkunst nicht unbedingt das Ergebnis langjähriger Erfahrung sein muss, sondern schon von vornherein ein talentiertes Verständnis mit sich bringen kann, Farben, Bilder, Klang und Schauspiel auf eine Weise miteinander zu kombinieren, die nicht üblichen Stilen entspricht, sondern völlig losgelöst von dieser Mainstream-Machart des Bollywood-Kinos einen Subkontinent präsentiert, der mit einer Lebensphilosophie klarkommt, die die westliche Welt womöglich als Selbstbetrug wahrnimmt. Hier, in Indien, ist die Kunst, aus seinen Illusionen Kraft zu tanken, eine Methode, um auch in bescheidensten Verhältnissen und in der Unmöglichkeit, eigene Lebenswünsche in die Realität umzusetzen, zu sich selbst zu finden.

Hätte John Lennon jene Bilder gesehen, die Kameramann Rabanir Das unter Kapadias Regie von der Millionenmetropole Mumbai eingefangen hat, er wäre begeistert gewesen. Er hätte gesehen und festgestellt, dass es doch möglich wäre, dicht gedrängt und fern jeglicher Privilegien, eine achtende Gesellschaft des Miteinander zu führen. In diesem Mumbai flirren die Lichter, strömen Menschen in alle Himmelsrichtungen, suchen Schutz vor dem täglich wiederkehrenden Regen, zollen sich dabei Respekt, feiern und essen miteinander. Lieben sich, hoffen und leben den Moment. Dieses Indien ist kein Dritte Welt-Betroffenheits-Indien. Es stochert nicht im Missstand oder Morast eines völlig überfordernden Landes herum. Es zeigt Mumbai als eine Stadt der Illusionen. Das aber in keiner ernüchternden Resignation, sondern als Tugend.

In diesem Licht, dass sich wahrnehmen lässt, oszillieren die Träume und Wünsche von Prabha und Anu, zwei Krankenschwestern in einem Spital in ebendieser Stadt. Beide teilen sich eine Wohnung, beiden haben die Illusion eines erfüllten Lebens. Prabha, durch eine arrangierte Hochzeit vermählt, weiß ihren Ehemann in Deutschland, doch dieser lässt nicht mehr von sich hören. Anu hingegen, deutlich jünger, liebt einen malayischen Muslim – eine Liaison, die Anus Eltern nie erlauben würden. Doch sie tut, was sie für richtig hält. Wenn man so will, gibt es da noch eine dritte: die Witwe Parvaty, die, schon deutlich älter, ihren Mann bereits zu Grabe getragen hat und nun delogiert wird, da es für die gemeinsame Wohnung keine Belege gibt. Sie ist bereit dafür, ihre Illusion der Realität weichen zu lassen und begibt sich zurück in ihr Heimatdorf. Prabha und Anu begleiten sie ans Meer, raus aus der Stadt, die in diesem Film eine Hommage erlebt wie sonst nur New York unter der Regie Woody Allens, versetzt mit urbanen Klavierklängen, die an George Gershwin erinnern. Auch akustisch lädt der Film dazu ein, ihn mit allen Sinnen wahrzunehmen.

Kapadia mischt die dokumentarischen Stimmen von Mumbais Bewohner unter ihr traumverlorenes, tropisches Monsun-Erlebnis. Sie findet Szenen von einer Aussagekraft, die ohne Worte auskommt und die Tiefe der Empfindungen ihrer beobachteten Individuen zeigt. Womöglich inspiriert von den metaphysischen Welten des Thailänders Apichatpong Weerasethakul (u. a. Cemetery of Splendour) lässt sich All We Imagine as Light zu einer impressionistischen, magischen Odyssee in die Wunschwelten von Prabha und Anu bewegen – wer Tempo und Stakkato sucht, ist bei We All Imagine as Light fehl am Platz. Hier dominiert die Entschleunigung, die Kontemplation eines feministischen Psychodramas, das in ernüchternder Traurigkeit versinken könnte, allerdings den Weg innerer Befreiung wählt. Weit jenseits eines sentimentalen Rührstücks ist der Film voll kraftvoller Zuversicht, die sich in diesem Imagine wiederfindet – als schillernde, bunte Oase einer Taverne am Strand im gegenwärtigen Moment, der zeitlos erscheint.

All We Imagine as Light (2024)