Mercy (2026)

DER GLÄSERNE ANGEKLAGTE

6/10


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LAND / JAHR: USA, VEREINIGTES KÖNIGREICH 2026

REGIE: TIMUR BEKMAMBETOV

DREHBUCH: MARCO VAN BELLE

KAMERA: KHALID MOHTASEB

CAST: CHRIS PRATT, REBECCA FERGUSON, KALI REIS, ANNABELLE WALLIS, CHRIS SULLIVAN, KYLIE ROGERS, KENNETH CHOI, RAFI GAVRON, JEFF PIERRE U. A.

LÄNGE: 1 STD 40 MIN



Wenn der Fortschritt in die Hände spielt

Einem Diktator wird irgendwann fad, je länger die Machtbefugnis anhält. Man stelle sich vor, der viel zu oft zitierte Donald Trump würde sich ähnlich lange im Weißen Haus halten wie Putin im Kreml, da fallen einem Hirnideen in den Schoß wie der Tag lang ist. Und die können sich ziehen. Kriege bringen vorerst Kurzweil. Und wenn das auch nicht mehr reicht, beschließen wir einfach die völlige Beseitigung des Datenschutzes. Wie lässt sich das begründen? Natürlich mit dem Fortschritt. Mit dem technologischen, nicht mit dem geistigen, humanistischen, gleichberechtigenden. Mit den staunenswerten Errungenschaften der KI.

Mit KI kann man sehr viel einsparen, außer Energie. Man kann sich dabei natürlich auch der sowieso schon längst unliebsamen Jurisdiktion entledigen. Denn wo kein Richter, da erstens auch kein Henker und zweitens die KI. Die könnte das natürlich auch übernehmen, hat sie doch alles im „Kopf“ was man als Jurastudierende wissen muss, und zwar immer so, als hätte sie es eben erst gelernt. Also: Weg mit dieser Instanz, weg mit dem Persönlichkeitsrecht, her mit dem Zweifel gegen den Angeklagten. Denn der darf in einer näheren Zukunft, in der es bemannte Drohnen gibt, zumindest für neunzig Minuten seinen Allerwertesten retten. Schließich ist es in den USA doch so, dass die Unschuld bewiesen werden muss, und nicht die Schuld.

Überall Kameras

In diesem Kämmerlein sitzt „Starlord“ Chris Pratt als schwer gezeichneter, des Mordes verdächtigter Polizist samt Hangover, der, wie schon Richard Kimble in Auf der Flucht seine bessere Hälfte über den Jordan befördert haben soll. Alles spricht gegen ihn, das Urteilsvermögen der KI, die eben nun alle und keine Richter dieser Erde spielt, stuft Chris Raven mit 97,5 Prozent für schuldig ein. So ein Verbrechen fordert – und auch das hat diese zukünftige Trump-Regierung veranlasst – sofort die Todesstrafe. Das passiert dann auch gleich am elektrischen Stuhl, auf dem sich der Angeklagte bereits befindet. Einsparung ahoi, da geht was weiter, als gäbe es die von Elon Musk gegründete Einheit namens DOGE noch. Zurück zu Chris Raven, kann sich der natürlich wieder an nichts erinnern, darf sich aber sämtlicher Quellen im Netz bedienen, um seine prozentuale Schuld so sehr zu senken, dass die Unschuldsvermutung greift – das liegt ungefähr so bei 95 Prozent, ich weiß es nicht mehr so genau. Leichter gesagt als getan, anhand der Unmenge an Video- und Chatfiles und sonstigem, was im riesigen, ganze Universen umspannenden Netzwerk kursiert, weiß man wirklich nicht, wo man anfangen soll. Zum Glück ist Rasterfahndung, Lauschangriff und dergleichen skandalöse Übergriffigkeiten nur noch ein müdes Seufzen angesichts der Möglichkeiten, wie man Menschen beobachten und ausforschen kann.

Klicken, Wischen, Aufpoppen

Für dieses ungestüme Kammerspiel, das sich anfühlt wie das reißerische Spin-Off des französischen Near-Future-Thrillers Zone 3, in welchem ebenfalls die rühmliche KI ordentlich Bias-basiert undurchsichtige Kriminalfälle durch plausible Rekonstruktionen des Tathergangs im Handumdrehen löst, setzt Timur Bekmamentov (Die Wächter-Trilogie, Wanted, Ben Hur) auf die Bildschirm-im-Bildschirm-im-Bildschirm-Devise. Was da um Chris Pratt alles aufpoppt, lässt sich nur als sozialmedialer digitaler Overkill bezeichnen. Mercy ist ein filmgewordenes Doomscrolling – bei dieser Fülle an Videos, Bildern, Dokumenten und Mitschnitten sehnt man sich innerhalb kürzester Zeit nach dem Analogen, nach einem papiergebundene Buch oder einfach nur den Sinneseindrücken, die man erhält, wenn man nackt durch einen Wald geht und dabei weiß, nicht gefilmt zu werden. Der Ruf der Wildnis, des Archaischen, vielleicht gar der herrlich klick- und wischfreien Achtzigerjahre ertönt, irgendwann hat man es satt, irgendein weiteres Frame abermals aufpoppen zu sehen. Der Ekel gegenüber des digitalen Fortschritts ist vielleicht nicht das, was Bekmamentov hätte entfachen wollen. Letztlich stellt er Rebecca Ferguson auch nicht viel ausgereifter dar als die Idee eines körperlosen Roboters, die man schon vor Jahrzehnten hatte. Leicht kann es passieren und die KI ist verwirrt. Leicht kann es passieren und Chris Pratt verliert den Überblick ob der Datenflut, die da auf ihn einprasselt. Nope, wir Menschen haben das immer noch alles schön im Griff und es kann auch gerne so weitergehen, vorausgesetzt, die KI wird Mensch.

Mercy (2026)

Sie glauben an Engel, Hr. Drowak? (2025)

WEHMUTSSEUFZEN IM FLASCHENWALD

7/10


© 2025 Zieglerfilm / X-Verleih AG


LAND / JAHR: DEUTSCHLAND, SCHWEIZ 2025

REGIE: NICOLAS STEINER

DREHBUCH: BETTINA GUNDERMANN

KAMERA: MARKUS NESTROY

CAST: LUNA WEDLER, KARL MARKOVICS, LARS EIDINGER, DOMINIQUE PINON, NIKOLAI GEMEL, SAGA AGNES SUSANNA SARKOLA, JAN BÜLOW, VERA FLÜCK, PAUL SCHRÖDER, BETTINA STUCKY, BARBARA COLCERIU U. A.

LÄNGE: 2 STD 7 MIN



Dworak? Nein, Drowak. Leicht stolpert man über diesen Namen, dessen Konsonante r augenscheinlich nicht dort sitzt, wo sie sitzen soll, nämlich zwischen zwei Vokalen. Diese Schwierigkeit, über diesen Namen zu gelangen, entspricht auch ganz der Schwierigkeit, sich Drowak selbst anzunähern. Einem mit dem Leben nicht mehr mitziehenden alten Zausel, der sein Wehmutsseufzen, wenn es denn hochkommt, in die Hälse sämtlicher Flaschen bläst, die gefüllt sind mit allem, was Alkohol enthält. Ein Säufer unter dem trüben Licht einer geschäftigen Sozialdystopie, die es vielleicht nur gut meint mit ihren Rechtsbrechern und Außenseitern, und sie dazu verdonnert, Buße zu tun auf eine Weise, die sie an die Quelle ihrer Inspiration bringen soll. Dort, wo die ureigene Begabung wohnt, und die damit einhergehende Kreativität. Einmal ausgelebt, soll sie Rehabilitation und Heilung bringen.

Hilf dir selbst, sonst helf‘ ich dir

In diesem alternativen Entwurf einer sehr nah in der Zukunft liegenden Welt werden Individuen wie Drowak dazu verpflichtet, ihren kreativen Dienst zu leisten. Der kann mannigfaltig ausfallen, ob im Schauspiel oder in der bildenden Kunst. Drowak wählt als einziger die Schreibkunst, schließlich weiß er aus Erfahrung: Da hat er was am Kasten. Einzig und allein: es fehlt die intrinsische Motivation, und dafür gibt es vom Staat bereitgestellte Betreuerinnen und Betreuer, die motivierend unter die Arme greifen sollen. Bei Drowak beißt sich eine junge Dame wie Luna Wedlers Figur der Lena Jakobi gefühlt alle Zähne aus. Wobei sie gleich erkennt: Dieser alte, verlotterte Griesgram, dieser schwere Alkoholiker, der es nicht lassen kann – der hat einen weichen Kern, eine verbitterte, traurige Seele. Ihn aus dem Loch herauszuholen hätte Erfolgsgarantie, würde die selbst sehr einsame Lena, die daheim mit ihren lebensgroßen Puppen spricht, nicht der Ehrgeiz übermannen. Was letztlich nach hinten losgeht.

Empfohlen sei der Setzkastenblick

Visueller Overkill, keine stringente Handlung – nur ein paar Kritikpunkte ganz anderer redaktioneller Meinungen, mit denen das Langfilmdebüt von Nicolas Steiner klarkommen darf. Oder auch nicht, schließlich sind Meinungen verschieden, was man ohnehin immer wieder betonen muss, wenn sich mindestens zwei über die Qualität eines Films streiten. Bei Sie glauben an Engel, Hr. Drowak? sollte man tun, was man schon bei Mascha Schilinskis In die Sonne schauen getan hat: Sich einfach hineinfallen lassen, ohne groß zu überlegen. Die Dinge wahrnehmen, sich darauf konzentrieren. Die virtuose Kamera, die einmal extreme Close Ups einfängt, um dann wieder brutalistischer Architektur in der Totalen zu frönen, mitverfolgen und sie vor allem auch akzeptieren. So kann ich, der diese Herangehensweise an Steiners Film praktiziert hat, weder visuellen Overkill noch eine fehlende stringente Handlung entdecken.

Zwischen Lummerland und Ostblockcharme

Die Tragikomödie rund um diesen Herrn Drowak hat im Grunde alles, was sie benötigt. Sehr viel Schicksal, eine schmerzliche Vergangenheit in Farbe, die Suche nach dem einzigen und wahren Ich, das sich im Schöpferischen manifestiert – und sehr viel Alkohol, bis hin zum Toilettenreiniger. Dem ganzen übergeordnet ist diese diffuse, traumartige Gesellschaftspolitik, deren Vorsitz ein clownesker Lars Eidinger einnimmt, der so entrückt wirkt, als wäre er ein Bewohner auf Michael Endes Insel Lummerland. Dieses Lummerland besteht in Sie glauben an Engel, Hr. Drowak? aus dieser ohnmächtigen, beklemmenden Düsternis einer von Bürokratie überrumpelten und vereinsamten Welt, in der Nähe etwas Suspektes ist. In der sich die innere Freiheit an den Erfahrungen eines bisher gelebten Lebens unentwegt aufreibt. Und als wäre wieder einmal die Welt eines Jean-Pierre Jeunet nicht weit – denn so bizarr mag es mitunter in Drowaks Welt auch zugehen – taucht einer wie Dominique Pinon auf, den wir schon seit Delicatessen kennen, und ohne den Jeunet niemals auch nur einen Film machen will. Als Drowaks Nachbar erzählt dieser eine nebenher laufende, bittersüße Groteske, ohne dass Steiner dabei den Faden verliert. Schließlich kann er auf das Drehbuch der deutschen Schriftstellerin Bettina Gundermann zugreifen, die von vornherein klarmacht, welch existenzialistische Literatur ihr Euvre färbt.

Klar schreit ein Stoff wie dieser nach Schwarzweiß, damit auch jede Falte, das Papiermaché von Lenas Puppengesichter und jedes gespenstisch vollgeräumte Stiegenhaus, das Kafkas Ämterhorror auf spielerische Weise interpretiert, als sattes Relief die Leinwand strukturiert. Zwischendurch der farbige Kontrapunkt eines gelben Kleides in einem der atemberaubendsten Kinobilder des heurigen Jahres.

David Lynch meets Hans Moser

Das große Drama des entmündigten geistigen Eigentums, der veruntreuten und übervorteilten Kunst, die man vielleicht nur für sich selbst und seinen liebsten Menschen auf dieser Welt aus sich herauslässt – das große Drama eines Verratenen (den vielleicht sogar Hans Moser hätte spielen können) hält beharrlich an seinem Stil fest und rudert niemals völlig orientierungslos mit den Armen, um dick aufzutragen. Nicolas Steiner weiß, was er tut. Farben, Formen, Symbole – alle sind sie von Anfang an festgelegt, so erzählt Sie glauben an Engel, Hr. Drowak? recht präzise seine tiefgründige Geschichte, die sich manchmal fast zu sehr in einer selbstbemitleidenden Düsternis verliert und ins Universum eines David Lynch eintaucht, wenn statt Hasen ganz andere Nager auf der Matte stehen.

Sie glauben an Engel, Hr. Drowak? (2025)

A Different Man (2024)

SCHÖNHEIT MUSS LEIDEN

8/10


a-different-man© 2024 Universal Pictures International


LAND / JAHR: USA 2024

REGIE / DREHBUCH: AARON SCHIMBERG

CAST: SEBASTIAN STAN, RENATE REINSVE, ADAM PEARSON, C. MASON WELLS, OWEN KLINE, CHARLIE KORSMO, PATRICK WANG, MICHAEL SHANNON U. A.

LÄNGE: 1 STD 52 MIN


Den Kerl kenn ich. Es ist Adam Pearson, so ein Gesicht vergisst man nicht. Denn er war es, den Alien Scarlett Johansson in Under the Skin so bewundernswert anders fand. Pearson kann nun ein weiteres Mal brillieren, und nein, er muss sich nicht hinter einem Laken mit Löchern verstecken wie es seinerzeit William Hurt in David Lynchs Elefantenmensch tun musste. Als John Merrick, der vermutlich an einer ähnlichen deformierenden Krankheit litt wie Adam Pearson, musste dieser im England des späten 19ten Jahrhunderts als Freak in Schaubuden für großen Reibach sorgen. Unwürdige, inhumane Methoden waren das damals – Tod Browning hatte schon seinerzeit in seinem Klassiker Freaks all diesen Menschen ihr Wertebewusstsein zurückgegeben und sie Rache nehmen lassen. Merrick selbst gelingt in diesem düsteren Meisterwerk in Schwarzweiß dieses Kunststück eben nicht. Sein Wunsch, so behandelt zu werden wie ein normaler Mensch, geht erst in Erfüllung, als er stirbt.

So traurig wie Lynchs Film ist A Different Man bei weitem nicht. Das einzige, was man empfinden könnte, wäre Mitleid für Sebastian Stan. Aber nicht, weil er zu Beginn des Films hinter jener Gesichtsdeformation verschwindet, mit welcher Adam Pearson zu leben gelernt hat. Sondern, weil er zum schönen Prinzen mutiert. Das Wort Mutation ist auch hier mehr als nur angebracht. Denn die Frage, die Aaron Schimberg in seinem Film wohl am lautesten stellt, ist: Wer bestimmt denn dieses Ideal von Schönheit? Und leben wir wirklich noch in einem Zeitalter, in welchem Inklusion und Akzeptanz etwas ist, das wir unbedingt in unseren Social Media-Status festmachen müssen, weil es so etwas Besonderes ist?

A Different Man ist dahingehend Social Fiction. Die Darstellung einer progressiven, humanistischen Akzeptanzgesellschaft, in der einzig Sebastian Stan als lebendes, reaktionäres Fossil daherkommt, der, womöglich aufgewachsen mit diversen unzeitgemäßen Märchenstunden, immer noch dem Glauben anhängt, kein Lebensglück zu finden, wenn man äußerlich nicht der Norm entspricht. Und wieder die Frage: Was ist Norm? Was ist normal? Schließt diese Bezeichnung nicht schon von vornherein einen großen Teil der Gesellschaft aus, der anders ist oder anders sein will? Dieser Begriff ist antiquiert, und Schimberg bringt diese unreflektierte Rückschrittlichkeit anhand eines mit leisem Humor hochintelligent konstruierten Gleichnisses auf den Punkt.

Sebastian Stan ist, wie bereits erwähnt, zu Beginn noch der „entstellte“ Schauspieler Edward, unglücklich mit seinem Aussehen, sich selbst und überhaupt allem. In seiner Wohnung tropft es vom Plafond, der Schimmelfleck wird immer größer und spiegelt die Seele des Ausgestoßenen, der eigentlich gar keiner sein muss, denn nebenan wohnt Ingrid (Renate Reinsve, Der schlimmste Mensch der Welt), die sich sehr schnell an Edwards Aussehen gewöhnt und es bald schon so faszinierend findet, um immer wieder bei ihm aufzuschlagen, um mit ihm abzuhängen. Was würde Edward nicht alles geben, um ansehnlich zu sein. Also unterzieht er sich einem wissenschaftlichen Experiment, welches dazu führt, dass er seine Deformation im wahrsten Sinne des Wortes abwirft, um als Sebastian Stan hervorzugehen. Ein neues Leben muss her, sein altes erklärt er für tot. Nun kann er alles haben, wonach ihm jemals gelüstet hat: Frauen, Karriere, eine teure Wohnung mit Aussicht. Was plötzlich aber fehlt, ist menschliche Nähe. Währenddessen hat Ingrid längst ein Theaterstück geschrieben, um das Leben Edwards Revue passieren zu lassen. Dafür castet sie Menschen mit Gesichtsdeformationen. Was nun kommt, ist so kurios wie erhellend: Edward, nunmehr Guy, will sich bewerben – und legt sich dafür eine Maske zu.

Schimbergs Skript ist genial – und niemals auch nur ansatzweise gierend nach Bodyhorror-Erlebnissen, obwohl die Phase der Verschönerung Edwards durchaus auch etwas für David Cronenberg gewesen wäre. Doch anders als in Die Fliege stellt Schimberg das „Beauty and the Beast“-Konzept auf den Kopf. In Ansätzen haben dies bereits die Gebrüder Farrelly probiert: Schwer verliebt mit Gwyneth Paltrow und Jack Black aus dem Jahr 2002 hinterfragt den Begriff der Schönheit ebenfalls – nur mit derbem Witz und einer Lust am Bizarren. A Different Man bleibt elegant und geschmackvoll, behält sich stets einen leisen Sarkasmus und eine Schadenfreude im Hinblick auf Sebastian Stans fortschreitenden inneren Verfall. Adam Pearson als sein Counterpart lebt das Leben wie der glücklichste Mensch auf Erden, sein Äußeres ist nie ein Thema, und wenn doch, dann ist es zumindest kein Tabu. Die Darstellung dieser Akzeptanz zeigt das Ideal einer aufgeschlossenen Gesellschaft, wie sie natürlich zu wünschen wäre, wie es sie allerdings leider noch nicht gibt. Um diesen Konflikt zwischen den Begriffen Norm, Ideal und Individualität darzustellen, braucht es aber diese Plakativität, die dem Film erst die Schärfe einer Satire verleiht, die in ihrer unkonventionellen Exzentrik auf so verblüffende Weise eine neue Sichtweise präsentiert, die wir uns alle schon mal so überlegt, aber noch nie zu Ende gedacht haben. Wenn Kino so anders sein darf wie dieser Film hier, dann wäre das als neue Norm mehr als wünschenswert.

A Different Man (2024)