Die Nile Hilton Affäre

DA KOMMEN DIE TAGE DES ZORNS

8/10

 

nilehilton© 2017 Port au Prince Pictures GmbH

 

LAND: SCHWEDEN, DEUTSCHLAND, DÄNEMARK 2017

REGIE: TARIK SALEH

MIT FARES FARES, MOHAMED YOURSI, HICHEM YACOUBI U. A. 

 

So vieles hätte sich ändern können. So sehr standen die Zeichen auf Neuanfang. Im Januar des Jahres 2011 war das Land der Pharaonen dem Beispiel Tunesiens gefolgt und hat als Volk im Schulterschluss Reformen gefordert, ganz oben an der Spitze aller Forderungen den Rücktritt Hosni Mubaraks. Ende Januar dann bürgerkriegsähnliche Zustände am Tahrir-Platz von Kairo. Die Revolution hat ihren Höhepunkt erreicht. Die Folge: ein Machtwechsel. Auf zu neuen Ufern also. Doch da hat wer die Rechnung ohne das Militär gemacht. Alles weitere ist Geschichte, wenngleich eine von diesen Ereignissen, die man nachträglich gerne noch umgeschrieben hätte, zugunsten der Bürger, der sozial Benachteiligten, der Freiheit des Glaubens und natürlich der Stellung der Frau. Was ich aber fast vergessen hätte: zugunsten der Abschaffung einer eingefleischten Korruptionspolitik, die den exekutiven Staatsapparat schon so weit durchdrungen hat wie Mörtel in einer Hausfassade.

In dieser Corruption Airways, wie sie die EAV in ihrem Song-Klassiker Küss die Hand Herr Kerkermeister so formschön besingen, sitzt auch der Polizist Noredin, trauernder Witwer und autoagressiver Kettenraucher – keine Szene ohne Anheizen eines Tschicks, dementsprechend verraucht sind die Settings, und dementsprechen fahrig und verzweifelt das Suchen nach dem Päckchen. Dem Zuschauer bleibt ein fahler Geschmack im Mund, ein Film also zum Passivrauchen. Dieser Rauch, der sich durch Die Nile Hilton Affäre zieht, bleibt nicht ohne Feuer. Tarik Saleh´s packender, auf tatsächlichen Ereignissen beruhender Politthriller ist höchst brisant, politisch äußerst unbequem und interessanterweise eine Produktion aus schwedisch-dänisch-deutschen Landen, obwohl es sich anfühlt, als wäre der urban-düstere, verputzbraune Straßen- und Hotelkrimi ein Film von Ägypten für Ägypten, fühlbar authentisch und mit einem Lokalkolorit von oriententzaubernder Sogwirkung.

Fares Fares, der Mike Krüger des Nahen Ostens, ist natürlich ein Gesicht, dass sich schwer vergessen lässt und sich tatsächlich sogar im Star Wars-Ableger Rogue One, im Kreise der Rebellen auf Yavin (Randbemerkung für Insider) wiederfindet. Als Herumstocherer im Kairoer Korruptionssumpf lässt er sich auf Liaisonen ein, die auf die Dauer ungesund sein müssen. Und deckt Verbindungen auf, die, wie kann es anders sein, in den Olymp der Macht führen. Die Fakten dahinter sind nicht wirklich überraschend, faszinierend sind an diesem Film vielmehr die stilistischen Referenzen an Filme der schwarzen Serie, die ihre lasterhaften Helden einem unüberschaubaren großen Ganzen gegenüberstellen und ihrer rechtschaffenen Wahrnehmung von Gerechtigkeit das Steuer entreißen. Die Nile Hilton Affäre ist nicht nur ein Krimi, der die Lösung eines Falles anstrebt. Stetig wechselnd zwischen luxuriösen Appartements und peripheren Ghettos, zwischen Szenen des Aufstandes und verrauchten Hinterzimmern gerät Saleh´s Film in einen vielschichtigen Strudel aus ohnmachtsanfälligem Wettern gegen die Mechanismen einer arabischen Politik, die sich windet wie eine Hydra, und Kritik an einer Gesellschaft, die sich dem Eigennutz verschrieben hat. Dazwischen der Polizist Noredin, dessen unautorisierte Ermittlung zu einer Herkulesaufgabe mutiert. Fares steht da für einen Typ Mensch, der zwar nicht mehr an sich selbst, aber an eine bessere, höhere Ordnung glaubt, die anstrebbar bleibt. Bis auch dieses Weltbild bröckelt.

Die Nile Hilton Affäre ist großes politisches Kino im Gewand eines so rauhen wie eleganten Thrillers, voller Substanz und ganz vielen Seitenhieben, wüstenstaubverkrustet und abgasschwer. Ein Film aus den Straßen einer Millionenstadt und darüber hinaus, aus einem Land im dunklen Schatten der Pyramiden.

Die Nile Hilton Affäre

Detroit

DIE BLAULICHT-INQUISITION

8/10

 

detroit© 2017 Constantin Film

 

LAND: USA 2017

REGIE: KATHRYN BIGELOW

MIT WILL POULTER, JOHN BOYEGA, ANTHONY MACKIE, JOHN MITCHELL, JACK REYNOR U. A.

 

Rauchende Trümmer, brennende Autos, geplünderte Läden. In den Straßen Schusswechsel, marodierende Zivilisten. Klirrendes Glas, Schreie. Und Panzer, die alles niederwalzen. Obenauf das Militär mit schussbereiten MPs im Anschlag, Das klingt jetzt sehr nach Syrien. Oder Kabul. Alltagsszenen aus irgendeiner ausgebombten Stadt im nahen Osten oder am Fuße des Hindukusch. In Wahrheit aber sind es Szenen, die im zivilisierten Westen stattgefunden haben. Und zwar in Detroit, im Sommer des Jahres 1967. Schwarze Minderheiten gegen die Exekutive, ausgelöst durch eine Razzia. Die Unruhen sind als 12th Street riot in die Stadtgeschichte eingegangen. Mit pöbelnden Augenzeugen, die die Verhaftungen verfolgt und Machtwillkür ausgemacht haben wollen, nimmt der Wahnsinn seinen Anfang. Wie ein Virus greifen die empörten Stimmen einzelner auf ein ganzes Stadtviertel über. Anarchie hat nun das Sagen. Zustände der Gesetzlosigkeit, Krieg im Kleinen. Gewaltbereite Demonstrationen, ausgefochten mit schwerem Kaliber. Zwischen all dem Chaos eine Soul-Band, die ihrem ersten großen Auftritt entgegenfiebert. Ein Wachtmeister in einem Supermarkt. Ein Polizist, der schneller schießt als sein Schatten. Zwei weiße Mädchen, die gerne mit Farbigen herumhängen. Und alles bis auf den Polizisten trifft sich im Algiers Motel. Aus dem provokanten Spiel mit einer Schreckschusspistole wird sehr schnell ernst. Was folgt, ist eine erschütternde True Story, eine Chronik zermürbender Ereignisse, die als Algiers Motel Incident bekannt ist – eine als Amtshandlung getarnte Geiselnahme, die wie ein Fegefeuer um sich greifen wird.

Kathryn Bigelow, Expertin für knallharte Filmstoffe und ausgewachsenes Politkino an den Fronten, hat einen derart intensiven Thriller gedreht, als wäre der Teufel hinter ihr her, in Gestalt vandalisierender Gangs oder sadistischer Machtapparate. Bigelow ist mittendrin, im Schmelzpunkt dieser Katastrophe und zieht all jene Zuschauer mit hinein in diesen Malstrom aus Hass, Angst und Ohnmacht, denen schon nach den ersten zwanzig Minuten urbanen Kriegskinos irgendwie anders wird. Aufgefächert in mehreren zeitgleichen Epilogen, geraten all die Einzelschicksale im Algiers Motel in den Würgegriff einer rassistischen, bis zur Weißglut gereizten Polizei. Das Kernstück der brillant nachgestellten und dokumentierten Unruhen ist ein atemlos spannendes Kammerspiel mit Schauspielern, die alles geben. Einer Kamera, die den Schmerz in den Gesichtern der Gepeinigten und den Schweiß auf den Stirnen manischer Polizisten einfängt. Und einer Regie, die ihrer Filmcrew keine Verschnaufpause schenkt. Kann sein, dass Bigelow alles in einem durch gedreht hat – wie im deutschen Film Noir-Drama Victoria, dessen Regie sogar auf Filmschnitte verzichtet hat. Detroit hat die natürlich schon, das wäre dramaturgisch wohl schwierig gewesen, switcht der Schauplatz im Motel stets von einem Zimmer ins andere. Doch nur so, im Verzicht auf Pausen zwischen den Drehs, kann die stetige Eskalation der Ereignisse in seiner Intensität auch empfunden werden. Fast nicht zu glauben, dass das ganze Drama mit einem Knalleffekt begonnen hat. Einer tönenden Pistolensalve, die keine war. Die aber eine Aggression und einen Hass entfacht, der einer zerstörerischen Eigendynamik vorangeht und ein wundes, blutendes Mit- und Gegeneinander freilegt, dass die Vernunft des Menschen um Jahrhunderte zurückwirft.

Will Poulter, bislang eher aus Nebenrollen bekannt, spielt nicht nur das eher kleinlaute Sicherheitsorgan John Boyega an die Wand – alle anderen auch. Der egomanische Großstadtcowboy wird zum gnadenlosen Home Invasion-Inquisitor und presst in zynischer Großkotzigkeit das letzte bisschen Selbstachtung aus seinen Verdächtigen heraus. Der junge Mann hat dafür nicht mal eine Oscarnominierung kassiert (genauso wenig wie der Film selbst, dessen Regie und die virtuose Kamera), zählt aber für mich zu den besten ungeliebten Charaktere der letzten Zeit. Vor allem, weil er in seiner ganzen erschreckenden Figur dessen Handeln nachvollziehbar werden lässt. Ihn nicht verteufelt, sondern mitunter Opfer einer völlig aus dem Ruder laufenden Hetze werden lässt. Und hat man das packende Drama des perfiden Verhörs mal verdaut, oder ist gerade dabei, dessen grimmige Faszination zu verarbeiten, findet sich der Film vor Gericht wieder. Wie der Richterspruch lautet, und wer hier wen freigesprochen oder verurteilt hat, lässt sich zwar leicht nachlesen –wird aber hier natürlich nicht verraten.

Das Bild, das sich der Zuschauer von diesen schicksalhaften Ereignissen machen kann, ist verpackt in einem meisterlichen Gefecht zwischen Masse und Macht, Befreiung und Unterdrückung, Willkür und Panik. Kathryn Bigelow hat ihr bestes Werk abgeliefert – danken darf sie ihrem Ensemble, den genauen Recherchen, die dem Drama zugrunde liegen – und natürlich ihrem Talent, Newsbreak-Schlagzeilen in aussagekräftiges Reality-Kino aus Worten, Taten und hitzigen Bildern zu verwandeln.

Detroit

Barry Seal

MOST WANTED MAN

7/10

 

barryseal© 2017 Universal Pictures / Quelle: filmstarts.de

 

LAND: USA 2017

REGIE: DOUG LIMAN

MIT TOM CRUISE, DOMNHALL GLEESON, SARAH WRIGHT U. A.

 

Es gibt Dinge, die tatsächlich nur in den Vereinigten Staaten von Amerika passieren. Zum Beispiel so etwas wie Donald Trump. Oder eine Klage wegen zu heißen Kaffees. Der Absturz eines vermeintlichen Ufos. Oder die Macht der Geheimdienste, die bereits schon weit über die Grenzen von Transatlantica hinausgeht. Hollywood unter der Regie von Actionspezialist Doug Liman hat aus dem schier grenzenlos scheinenden Panoptikum amerikanischer Merkwürdigkeiten die Biografie eines Mannes herausgepickt, der vom routinierten Piloten einer Passagierfluglinie zum Most Wanted Man so gut wie alle und jeden gleichermaßen beeindruckt wie enttäuscht hat. Dieser Barry Seal war in den späten Siebzigern und den Achtzigern, zur Amtszeit von Ronald Reagan, im wahrsten Sinne des Wortes ein Überflieger. Nicht nur, dass die CIA ihn abgeworben hat, um im Stellvertreterkrieg der Achsenmächte Mittelamerika auszuspionieren. Auch das langsam erstarkende Drogenkartell rund um Pablo Escobar hat den Gelegenheits-Allrounder in die Finger bekommen. Auf gewohnt joviale wie gleichermaßen kompromisslose Weise haben die Finsterlinge aus Kolumbien Barry Seal den lukrativen Job eines Drogenkuriers angeboten. Dieses zweigleisige Befahren von Flugrouten war aber erst der Anfang einer atemlosen True Story über die Absurdität von Reichtum und dem dehnbaren Begriff von Moral und Anstand. Wäre Barry Seal nicht der gewesen, der er war, hätte dieser wohl begehrteste Familienvater der Welt die herumreißenden Zügel der Geschäftemacherei niemals in Händen behalten können.

Der Bourne-Regisseur hat daraus einen irrlichternden Sampler aus Polit-, Familien- und Drogendrama zusammengemixt. Sein Film gebärdet sich wie ein Videoclip – eine Ästhetik, die wir schon bei Oliver Stone oder Tony Scott beobachten konnten. Viel anders lässt sch Barry Seal in seinem wilden, ungestümen Strudel aus Deals, Machenschaften, Wahnsinn und Bedrohung überhaupt erst gar nicht darstellen. Ein Leben im Stakkato, in ständiger Hektik, in fortdauernder Gier. Barry Seals übergroßes Ego zieht die Mächte des Zwielichts und der Finsternis an wie ein schwarzes Loch alle Materie. Der Narziss badet im Geld, das keiner jemals ausgeben kann. Gefahr ist notwendiges Übel. Ja zu sagen die einzige richtige Entscheidung. Bis Reagans Regierung und die Medien alles vernichten – mehr aus plumper Stümperhaftigkeit als aus Vorsatz. Das hätte Trump auch passieren können. Oder wird ihm noch passieren.

Tom Cruise stürzt sich in seine Rolle wie ein Fallschirmspringer in den freien Fall. Gut möglich und sehr wahrscheinlich, dass der zuvorkommende Scientologe wieder mal die meisten Stunts selbst gemacht hat, so fertig, wie er nach zwei Stunden Laufzeit aussieht. Natürlich, Filme entstehen nicht chronologisch, aber zumindest hat man das Gefühl, bei Barry Seal war das allerdings der Fall. Barry Seal ist wie ein Walter White auf Speed, nur dass Seal in seiner ungebremsten Arbeitsmoral Befehlsempfänger bleibt, der die wohlkoordinierte Drecksarbeit erledigt. Zu sehen, wie ein Mann mit großen Fähigkeiten am Boden und in der Luft zerrissen, ausgenutzt und weggeworfen wird, ist bittere, zynische Realität.

Durch Doug Liman´s leichter Hand wird man bei Barry Seal das Gefühl nicht los, einer Komödie beizuwohnen. Das ist der Film aber keineswegs. Doch die Art, in der die Memoiren eines Tausendsassas erzählt werden, spiegelt die Facetten eines schnellen, gierigen, todesmutigen Lebens als bravouröses, kurzweiliges Entertainment wider. Eine farbenfrohe, grelle Show zwischen Breaking Bad und Der Informant!. Beste Unterhaltung – auf Kosten einer rühmlich-unrühmlichen Legende.

Barry Seal

Eye in the Sky

FEIGHEIT VOR DEM FEIND

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eyesky

Ich sehe es noch immer ganz deutlich vor mir. Das kleine Mädchen in der roten Jacke. Wer kann sich noch erinnern? Dieses kleine, jüdische Mädchen war das einzige farbige Element in Steven Spielbergs für mich unumstrittenem Meisterwerk Schindlers Liste aus dem Jahr 1993. Warum aber gerade dieses Mädchen? Spielberg wollte hier das Leid und das Schicksal des Einzelnen, des Individuums, ganz klar verdeutlichen. Nicht die Massenvernichtung, nicht das Schicksal aller europäischen Juden macht den Krieg und den Genozid erst so schrecklich – es beginnt bereits bei jeder einzelnen, noch so kleinen Tragödie. Bei jedem einzelnen gestohlenen Leben. So irrt dieses rote Mädchen immer wieder durchs Bild. Ziellos, hoffnungslos. Es reicht schon ein einzelner Mensch, der aufgrund menschenverachtender Ideen anderer sein Leben nicht mehr leben darf.

Diese Symbolik finden wir auch in dem Antikriegs- oder Terrordrama Eye in the Sky, für mich eine der größten Überraschungen in diesem Filmjahr 2016. Überraschend auch deswegen, da dieser Film hierzulande – eigentlich unverständlicherweise – nicht ins Kino kam. Dabei ist er bis in die Nebenrollen mit Helen Mirren, Aaron Paul und Alan Rickman, noch dazu in seinem letzten Auftritt, erlesen besetzt und entpuppt sich als enorm spannendes, gesellschafts- und politkritisches Kammerspiel, das mühelos das Niveau dichter Konfliktdramen wie Eine Frage der Ehre oder Die 12 Geschworenen erreicht. Jene Leser, die mit verfilmten Bühnenstücken wie diesen nichts anfangen können, sollten aber bitte nicht zurückschrecken. Man könnte Eye in the Sky zwar mühelos für das Theater adaptieren – da der Film aber zwischen CIA-Zentrale und einer ostafrikanischen Stadt, in welcher der Feind lauert, hin und herwechselt, bleibt ein potenzieller Ermüdungseffekt, der mit reinen Schauspieldramen manchmal einhergeht, komplett aus. Dieser Film geht sehr wohl auch an die Nieren.

Im Zentrum steht das Schicksal eines unschuldigen muslimischen Mädchens in rotem Tschador, das allmorgendlich am Straßenrand Brot verläuft und sich zufälligerweise im Wirkungsradius einer von der CIA abzuschießenden Drohnenbombe befindet. Doch wie dieses Mädchen warnen, ohne das es die Terroristen spitzkriegen? Wie den Vergeltungsschlag ausführen, ohne menschliche Kolateralschäden in Kauf nehmen zu müssen? Diese entscheidende Frage nach dem Recht oder Unrecht, das Mädchen opfern zu müssen zum Wohle einer befriedeten Menschheit, hängt wie das Damoklesschwert kritisch und bedrohlich über jene, die diese Entscheidung fällen müssen. Und dann gibt es noch diese, die den Drohnenabschuss ausführen. Welche Rolle spielen sie bei der Sache? Gavin Hood´s Film bezieht anfangs keine Stellung. Das muss er auch nicht. Die agierenden Personen lenken die Story von selbst. Und müssen sich schnell entscheiden, denn das zu nutzende Zeitfenster ist klein. Genau dieses Dilemma macht das Terrordrama so spannend. Und so emotional. Letztendlich wird klar, dass ein Krieg niemals unschuldig ist. Und sei er auch noch so technologisiert. Oder noch so perfektioniert. Doch wer maßt es sich an, überhaupt das Wohl der Menschheit übernehmen zu müssen? Oder über das Leben eines anderen zu entscheiden?

Eye in the Sky setzt die Menschenrechte hinter einem Mantel scheinbarer Effizienz ziemlich außer Kraft – und verblüfft in seiner Dichte, Ernsthaftigkeit und Klugheit. So klar und schnörkellos hat schon lange kein Politthriller mehr ein grundlegendes Problem der Neuzeit auf den Tisch gebracht. Eye in the Sky steht fast für Eye for an Eye – den Teufel mit dem Beelzebub auszutreiben ist eine gewichtige Frage der Verantwortung, der Perspektive und der technologischen Macht. Ein ganz großer Geheimtipp, der auf brisante, packende Weise zur Diskussion einlädt.

 

Eye in the Sky