Evil Dead Burn (2026)

SCHWARZE SCHAFE DER FAMILIE

7/10

 

Luciane Buchanan als Deadite in Evil Dead Burn
© 2026 Warner Bros. Ent. All Rights Reserved.

 

LAND / JAHR: USA 2026

REGIE: SÉBASTIEN VANIČEK

DREHBUCH: SÉBASTIEN VANIČEK, FLORENT BERNARD

KAMERA: PHILIP LOZANO

CAST: SOUHEILA YACOUB, HUNTER DOOHAN, LUCIANE BUCHANAN, ERROLL SHAND, GRETA VAN DEN BRINK, TANDI WRIGHT, MAUDE DAVEY, GEORGE PULLAR, KEANU KARIM U. A.

LÄNGE: 1 STD 50 MIN

 

Wer oder was sind diese Deadites überhaupt?

Was sie definitiv nicht sind: Zombies. Aber auch da wieder im klassischen Sinne, denn was die dämonische Kollektiv-Präsenz in den Evil Dead-Filmen auch kann, ist, neben an sich vitalen Körpern noch bereits tödlich verunglückte auf eine Weise wiederzubeleben, die ans Zombie-Dasein erinnert. Inspiration wird sich Sam Raimi wohl bei William Friedkins Der Exorzist geholt haben. Schließlich reicht es, sich zu überlegen, was gewesen wäre, wenn man Linda Blair nicht ans Bett geschnallt hätte.

Doch anders als Untote sind Deadites ausgesprochen intelligent und, gepaart mit sadistischer Bösartigkeit, gezielt darauf ausgerichtet, andere zu „infizieren“. Das gelingt über alle Arten von Körperflüssigkeiten, und ja: bei Evil Dead fließen davon viele. Was noch nicht ausgetestet wurde, ist sexuelle Übertragbarkeit. Vielleicht heben sich das die Macher für den nächsten Teil auf – der womöglich wieder ganz andere Saiten aufziehen und den kreativen Werkzeugkasten eines ganz anderen Filmemachers über sich ergehen lassen wird. Schließlich ist das Konzept von Evil Dead ein grundlegend äußerst simples – ganz so wie jenes aus Alien, Aliens – und wie sie noch so alle heißen.

Der anthologische Charakter einer Lore

Dieses Basiskonzept hat anthologischen Charakter und mag andere dazu einladen, ihren eigenen Stempel aufzudrücken. Bei Alien wissen wir längst: James Camerons Sequel war grundlegend anders als das Original von Ridley Scott, hat das Thema uminterpretiert und, da sonst keine weiteren Regeln vorhanden waren, als Actionthriller aufgezogen. Einen Film später dann David Fincher. Seine Version wurde zwar durch das Studio gegängelt, gekürzt und verstümmelt, ist aber wieder anders als die anderen beiden Teile, während Jean-Pierre Jeunet aus dem Weltraumhorror eine Freakshow inszeniert hat – optisch kühn, progressiv und enorm verspielt. Auch der Body-Horror-Faktor steigerte sich ins Groteske.

Was bisher geschah

Bei Evil Dead funktioniert das genauso. Sam Raimi hat sein Original zwischen Groteske und knallhartem Horror angesiedelt, Teil 2 war da schon nahe an der Komödie, Teil 3 sowieso nur noch Fantasy, mitsamt Skelettarmeen und lauter kleinen Bruce Campbells. Dann kam lange nichts – und 2013 dann das bierernste Remake von Fede Álvarez. Eine Gruppe junger Leute wird erneut aufgemischt, die Kettensäge kommt zum Einsatz, der fiese Dämon steckt zeternd im Keller. Das alles hatte keine nennenswerte eigene Handschrift. Modern zwar, aber austauschbar.

Lee Cronin, der eben erst The Mummy ent-wickelt hat (mehr schlecht als recht), bekam für seinen Evil Dead Rise vollkommen freie Hand. Entstanden ist eine destruktive Stirb Langsam-Version: rabiat, dunkel und durchaus augenzwinkernd. Interessant dabei, dass hier erstmals ein griffiger Subplot hinzukommt – im Grunde ein kleines, aber feines Familiendrama, das sich aber letztlich völlig in blutgetränkten Shining-Reminiszenzen verliert.

Nun aber hat sich der Franzose Sébastian Vaniček an das nicht immer ganz schlüssige und ausbaufähige Evil Dead-Regelwerk herangewagt. Vaniček sagt wohl den wenigsten etwas – Liebhaber des Tierhorrors kennen aber vielleicht seinen arachnophoben Wohnhaus-Terror und Festival-Liebling Spiders – Ihr Biss ist der Tod. Immer noch, wenn ich daran denke, werde ich das Gefühl nicht los, dass irgendetwas Vielbeiniges seinen Weg unter mein Gewand gefunden hat.

Ein Familiendrama wird korrumpiert

Vaniček lässt diesmal in entsättigten, modrigen Bildern seine Deadites brennen – jedoch erst, nachdem er seine Version mit viel mehr Story-Kontext angereichert hat, als es in bisher jedem Evil Dead-Film der Fall war. Evil Dead Burn ist insofern eine unerwartete Überraschung, da sein Film so wirkt, als wäre das Familiendrama zuerst dagewesen und hätte sich anders weiterentwickelt, würde da nicht die Hölle wie eine unerwartete Katastrophe über die Lebenden stürzen, die alles anders kommen lässt.

Diese „unerwartete Wendung“ des Schicksals ist Vaničeks größter Triumph – und er wartet damit, bis es losgeht; er zügelt seine Teufel, obwohl sie längst wild mit den Zähnen blecken. Herzstück ist fast schon die vor Anspannung kaum auszuhaltende Ruhe vor dem Sturm, wenn die Familie des tödlich verunglückten Will und dessen Witwe Alice nach dessen Beerdigung in scheinbar trauter Harmonie zu Tisch sitzen. Zu diesem Zeitpunkt weiß das Publikum schon weitaus mehr als die Familie, und so kitzelt Vaniček das Unbehagen und die Spannung aus jeder Sekunde.

Im Kreise der Familie kreist die Säge

Wenn das Fass überläuft und sich die ganze kaputte Familie plötzlich ganz anderen Problemen gegenübersieht, die sie noch kaputter machen, bedient sich Evil Dead Burn einer ganzen Bandbreite an Ideen, wie man den rabiaten Horror anders als gewohnt abfilmen kann. Kameramann Philip Lozano lässt sich sowohl zu Inception-ähnlichen Rotationen hinreißen als auch zur bodennahen Reportage, die den Fokus auf eine Person setzt, die, als wäre sie in einem Kriegsfilm, über das Schlachtfeld robbt, während um sie herum kataklysmische Gewalt herrscht.

Mit Intensität kennt sich Vaniček aus. Er spielt mit dem Vorhersehbaren, ohne das Erwartbare aber zu unterwandern. Er erweitert, anders als in allen anderen Filmen, das Wissen um die Deadites und ergänzt das Mysterium um ein Artefakt. Durch dieses Ding bekommt der Film dann seinen Drive. Plötzlich geht es nicht nur ums Überleben, plötzlich mogelt sich hier eine Schatzsuche ins apokalyptische Geschehen – und ganz plötzlich ist der Horror mehr als nur eine Schlachtplatte.

Mit der hätten die meisten aber ohnehin genug, das ist wie nochmal das Alien in einem Raumschiff weit ab vom Schuss. Hier aber ist das heruntergekommene familiäre Heim die ideale Kulisse für ein Spukhaus und hat deutlich mehr Spielplatz als die überschaubare Hütte im Wald. Souheila Yacoub (Planet B) zeigt hier gleich zu Beginn, wie sehr sie sich auf sich selbst verlassen kann – der französische Touch, den sie reinbringt, sorgt für eine gewisse Arthouse-Eleganz, ein Chanson untermalt gar den Showdown. Das sind Aspekte, die kommen dann doch überraschend, während natürlich, und das soll hier nicht unerwähnt bleiben, die gory Messlatte an Blut, Gebein und Ekel recht hoch sitzt, sich das Ganze aber nicht unnötig ausufernd in organischem Stückwerk suhlt.

CGI als Wermutstropfen

Am Ende verhaspelt sich Vaniček dann doch. So weit, so stilsicher und virtuos, bedient er später die digitale Trickkiste, lässt Assoziationen an James Camerons dystopischen Kult-Einstand aufkommen und erfährt aufgrund eines gewissen Übermuts, dass dieser selten guttut – auch wenn das Statement zu häuslicher Gewalt dem Ganzen eine hauchdünne Message mitgibt. So, als wären die Deadites nur Sinnbilder und Nachtmahre unbereinigter Konflikte und entstanden aus der ohnmächtigen Angst vor Kontrollverlust.

Evil Dead Burn (2026)

Final Destination 6: Bloodlines (2025)

DETERMINISMUS MIT SIPPENHAFTUNG

6/10


© 2024 Warner Bros. Pictures, Inc. All Rights Reserved.


LAND / JAHR: USA 2025

REGIE: ZACH LIPOVSKY, ADAM B. STEIN

DREHBUCH: GUY BUSICK, LORI EVANS TAYLOR, JON WATTS

KAMERA: CHRISTIAN SEBALDT

CAST: KAITLYN SANTA JUANA, TEO BRIONES, RICHARD HARMON, OWEN JOYNER, RYA KIHLSTEDT, ANNA LORE, BREC BASSINGER, TONY TODD, GABRIELLE ROSE, APRIL TELEK, ALEX ZAHARA U. A. 

LÄNGE: 1 STD 50 MIN


Grüß Gott, ich bin der Tod: Wenn Gevatter dich auf dem Kieker hat, reicht es womöglich nicht, wenn man ihm, ganz so wie die legendäre EAV es besingt, einen Jagatee kredenzt. Doch der Sensenmann macht sich in Wahrheit gar nichts aus Hochprozentigem, dafür aber will er, dass die ganzen hundert Prozent derer, die auf seiner Liste stehen, auch über die Klinge springen. In der Horrorfilm-Reihe Final Destination hat der Tod auch nie ein Gesicht. Das, was die ganze Zeit so aussieht, als wären es unglückliche Zufälle, scheint eine höhere Macht, die das Leben und Ableben steuert. Der freie Wille ist nur Illusion. Diesem Determinismus zu entgehen, der uns alle gefangen hält, mag ein Ding der Unmöglichkeit sein. Das geht nur dann, wenn man Gevatter austrickst. Wie die alte Frau in ihrem Häuschen – wir alle kennen den Witz – die, auf die Tränendrüse drückend, einen Deal mit ihrem Schicksal eingeht und den Tod auch schwören lässt, er soll sie doch erst am nächsten Tag nochmal holen. Zur Erinnerung heftet sie den Vertrag an die Tür – und lebt womöglich heute noch.

Damals, 25 Jahre ist es her, sorgte der Horrorthriller Final Destination für schweißnasse Hände – der vorausgeahnte Flugzeugcrash ist mir in Erinnerung geblieben. Diese Katastrophe, vom Schicksal so vorausgeplant, bildete im Jahr 2000 den Auftakt für allerlei bizarre Ideen, wie ein Mensch auf die noch so absurdeste Art und Weise das Zeitliche segnen kann. Dabei zeichnete sich bereits ab: Hat man wohl einen Teil dieser Filmreihe gesehen, kennt man alle. Somit haben wir es hier mit reinstem Effektkino zu tun, das aber auch dazu steht, nichts anderes zu wollen außer den Effekt, den Kick, die blutige Schadenfreude, die Sensation, wenn junge Menschen abnippeln und dabei nicht selten den Kopf, das Rückgrat oder alle Extremitäten verlieren. Zumindest beim Original war die Idee eines vorbestimmten Plans einer alles steuernden Entität ein prickelndes, auch unbequemes Gedankenspiel. Doch was anfangs schon durch war, dient wohl des Weiteren kaum als inhaltliches Füllmaterial. Macht aber nichts. Filme, in denen der Zweck des garstigen Entertainments die Mittel heiligt, und wenn sie auch immer ähnlich sind, taugen zumindest so viel wie eine Achterbahnfahrt am Rummel. Auch die will man immer und immer wieder genießen, sofern schwindelfrei.

Nicht ganz so schwindelfrei mag wohl der eine oder andere Besucher eines dem Donauturm ähnlichen, schicken Luxus-Restaurants sein, genannt Skyview Tower. In den Sechzigern lässt sich Iris von ihrem Freund Paul zur Eröffnung dieser sensationellen Lokalität liebend gerne einladen, mulmiges Gefühl beim Einsteigen in den Fahrstuhl hin oder her. Und natürlich hat die junge Dame sogleich die Vision einer verheerenden Katastrophe, ausgelöst durch eine Münze, die in den Lüftungsschacht gerät. Wie Zach Lipovsky und Adam B. Stein die Materialschlacht mit zahlreichen Todesopfern inszenieren, kann sich sehen lassen. Das beste dabei: Wenn man glaubt, spektakulärer wird es wohl nicht, braucht man sich nur vorstellen, was passiert, wenn ein MRT-Gerät im nächstgelegenen Krankenhaus verrückt spielt. Das tut weh, höllisch weh. Abermals durften sämtliche kreative Köpfe im Ideenpool plantschen, damit es auch diesmal wieder Unfälle gibt, die man so noch nicht gesehen hat. Es verhält sich wie mit den Filmen der Saw-Reihe: Selbes Prinzip, selbes Muster, auch hier sollte sich bestenfalls keine der Foltermethoden wiederholen.

Final Destination 6: Bloodlines meldet sich also nach Jahren wieder zurück aus dem Scheintod und will diesmal auch mehr Story liefern. Mit Bloodlines ist sowieso schon alles gesagt: Folglich trifft es diesmal die Erben der dem Tode Entwischten. Auf kuriose Weise ist das nur logisch und auch durchdacht, wenngleich die Stringenz dabei im Laufe der Handlung verlorengeht und der Tod bald selbst seine eigenen Regeln nicht mehr befolgt. Anyway, bei Filmen wie diesen ist das egal. Blut muss fließen, Schädel müssen brechen, und Baumstämme sind schwer. Dass das ganze mehr zum körpersaftigen Hoppala-Overkill mutiert als zum unheilvollen Horror ausartet, ist auch kein Geheimnis. Wer’s mag, ist hier nicht fehl am Platz. Gesehen, schadenfroh grinsend geekelt und vielleicht vergessen. Es sei denn, man muss bald zum MRT.

Final Destination 6: Bloodlines (2025)

Clown in a Cornfield (2025)

THE PURGE IN DER LANDEI-VERSION

6/10


© 2025 Constantin Film Verleih


LAND / JAHR: USA 2025

REGIE: ELI CRAIG

DREHBUCH: ELI CRAIG, CARTER BLANCHARD

KAMERA: BRIAN PEARSON

CAST: KATIE DOUGLAS, AARON ABRAMS, CARSON MACCORMAC, KEVIN DURAND, WILL SASSO, VINCENT MULLER, CASSANDRA POTENZA, VERITY MARKS, BRADLEY SAWATZKY U. A.

LÄNGE: 1 STD 37 MIN


Jürgen Drews sollte sein Bett im Kornfeld lieber räumen, es könnte ja sein, dass er ungebetenen Besuch erhält, was zur Folge hätte, dass die sommerliche Schlafstatt zur letzten Ruhestätte wird. In diesem uneinsichtigen, chaotischen Labyrinth an Maisstauden treiben sich schon seit jeher paranormale Gesellen herum, leicht verliert man die Orientierung und Panik macht sich breit. Wie wärs, so denkt sich Eli Craig (der den satirischen Splatter-Ulk Tucker & Dale vs. Evil zu verantworten hat), wenn man in diese Agrar-Wildnis vielleicht mal einen Clown setzt? Einen, der das Messer wetzt, oder die Mistgabel, oder überhaupt gleich die Kettensäge? Doch Clowns, die Böses im Schilde führen, gibt es eigentlich schon zur Genüge, oder nicht? Muss das jetzt wirklich noch sein? Vielleicht gerade deswegen. Denn vielleicht lassen sich die Motive dieser geschminkten Gesellen variieren, vielleicht könnten diese in einem erklärbaren Kontext stehen und nicht nur der blutigen Freude am Gemetzel wegen, wie es Art der Clown in Terrifier tut, die ihre sowieso schon abgestumpfte Zielgruppe mit neuen Aspekten aus der Ermüdung reissen.

Der eine Weg wäre, noch brutaler, noch grauslicher, noch entsetzlicher zu werden. Geht das überhaupt noch? Damien Leone will es demnächst versuchen. Eli Craig nimmt hingegen andere Wege. Er lässt den Jack in the Box in einem Provinzkaff aufpoppen, deutlich kleiner als Derry. Dieses Kaff mit dem Namen Kettle Spings teilt das Schicksal vieler anderer ähnlicher gesellschaftlicher Mikrokosmen: sie stehen und fallen mit ihrem Ertrag, den sie aus dem einzigen Wirtschaftszweig beziehen, der dort wächst. In Kettle Springs wäre es die Baypen-Maissirup-Fabrik gewesen – als Maskottchen hat dabei ein Clown namens Frendo stets die Werbetrommel gerührt. Doch mittlerweile steht die Ortschaft vor dem Ruin: Die Fabrik ist abgebrannt, Sirup gibt’s keinen mehr, der Clown ist nur noch Objekt von Häme, Parodie und Ignoranz – die Next Generation spekuliert mit anderen, weniger traditionellen Wegen. Doch wir sind hier in Missouri, im mittleren Westen, konservativ bis in die Knochen, und niemand  von den Älteren will hier das aufgeben, was seit jeher Tradition hat. Dazu zählen Kraftfahrzeuge mit Gangschaltung und Wählscheibentelefone – Dinge, mit denen die Jungen nichts anzufangen wissen.

Das Gestern als tödliche Falle

Aus dieser Diskrepanz zwischen Althergebrachten und der Aufbruchsstimmung der progressiven Jugend entsteht ein Vakuum aus Anarchie und Wahnsinn – kurzum: Maskottchen Frendo will die Dinge auf seine Art regeln, was ein bisschen an die dystopische Versuchsanordnung aus The Purge erinnert, nur diesmal in der kleinkarierten Landei-Version. Und ja, Eli Craig gelingt neben altbekannten Slasher-Szenen, die immer und immer wieder nur auf dieselbe Art unter Kreischalarm junger Menschen gar nicht anders inszeniert werden können als so, eine sehr wohl augenzwinkernde, federleichte Gesellschaftssatire, die ihre Stärken gelegentlich in den Tücken eines Alltags wiederfindet, der noch nie etwas von Social Media, KI oder gar Automatikgetriebe gehört hat. Diese Metaebene allerdings sucht Eli Craig nur gelegentlich auf, sehr ernst ist es ihm darum nicht. Priorität hat dennoch der zirkushafte Reigen eines oder gar mehrerer maskierter Schlächter, die wie frisches Popcorn hinter dem Staudenvorhang hervorquellen. Die Erwartungshaltungen der Genrefans werden erfüllt, das kreative Umdenken bei antagonistischen Stereotypen wie diese trägt durchaus Früchte, wenngleich sich Clown in a Cornfield unweigerlich dazu bekennt, die Motive der Niedertracht als Kritik auf Konservatismus und Intoleranz, sprich: auf den Trumpismus, nur zaghaft zu konturieren.

Schade um das Potenzial und den Biss, den Eli Craigs Film gehabt haben könnte. Letztlich bleibt sogar ein bisschen was von Batmans Erzfeind, dem Joker, haften, der diesmal hier nicht aufgrund eigener psychischer Probleme den Schurken gibt, sondern für ein reaktionäres Allgemeinwohl.

Clown in a Cornfield (2025)