Bitteres Fest (2026)

DAS SCHICKSAL HAT SINN FÜR NOBLES DESIGN

6/10


Bárbara Lennie tröstet Victoria Luengo in Pedro Almodovars Bitteres Fest
© 2026 Constantin Film


ORIGINALTITEL: AMARGA NAVIDAD

REGIE / DREHBUCH: PEDRO ALMODÓVAR

KAMERA: PAU ESTEVE BIRBA

CAST: LEONARDO SBARAGLIA, BÁRBARA LENNIE, AITANA SÁNCHEZ-GIJÓN, VICTORIA LUENGO, PATRICK CRIADO, MILENA SMIT, QUIM GUTIÉRREZ, ROSSY DE PALMA, CARMEN MACHI U. A.

LÄNGE: 1 STD 52 MIN



Spaniens Regie-Gott Pedro Almodóvar fühlt sich dort am wohlsten, wo er auch selbst zuhause ist. Und er kann dort die schillerndsten Charaktere schaffen, wo er beruflich verkehrt: Im Territorium des Autorenfilmers, in der hermetischen Blase der Schreiberlinge, im Biotop der Filmemacher, die sich längst selbst produzieren.

Künstler kennen den Schmerz nur zu gut

Almodóvar sieht sich natürlich als Künstler, und er sieht auch seine Figuren vorwiegend als genau das: Als Künstler entweder in der Schaffenskrise, in der Identitätskrise oder in was für Krisen auch immer. In Almodóvars Welten wird Zeigbares produziert und entworfen – und so entwirft er auch mehr oder weniger einen Splitter seiner selbst als Drehbuchvirtuose und Regisseur, der endlich mal wieder etwas Neues zuwege bringt, eine neue Geschichte mit sehr viel Schmerz, Leid und Katharsis. Kaum ein Stoff, der sich besser eignet, um einen anspruchsvollen Film zu erschaffen, als des Lebens Schicksal. Als Krankheit, Tod und das Ende von Beziehungen.

Vom Schicksal der Lebenden inspiriert

Pedro Almodóvar ist in Bitteres Fest – ein Titel, der sich auf Weihnachtsfeierlichkeiten bezieht, die alles andere als entspannt verlaufen – der Autor Raúl, ein Feingeist mit grauem Haupt- und Gesichtshaar, lebend in einer queeren Beziehung und umgeben von Leuten, die im Dienste seiner Projekte stehen. Dazu zählt auch sein Partner und eine Assistentin, die Raúl nur zu ungern gehen lassen muss. Doch Mónica hat das große Bedürfnis, ihrer Freundin beizustehen, die gerade eben ihren krebskranken Sohn verloren hat. Eine Tragödie sondergleichen ist das, da ist keine Zeit fürs Kunstschaffen, doch die Kunst weiß dabei selbst, was sie aus der Realität ziehen kann, um eine Geschichte, die sich nur mühsam vorwärtsschreiben lässt, aufzupeppen.

Wie existent ist die fiktive Welt?

Dass diese Timeline wohl nicht die einzige in Bitteres Fest sein kann, ist wohl allen klar, die Almodóvars Œuvre kennen. Natürlich gibt es eine zweite Ebene; eine, die sich mehr als zwei Jahrzehnte früher abspielt, die allerdings nicht real, sondern fiktiv ist – und eben genau jene Handlung visualisiert, die Raúl gerade „zu Papier“ bringt.

Dort, in dieser imaginären Welt, ist Elsa die Protagonistin, ebenfalls ehemalige Filmemacherin, nunmehr in der Werbung tätig und mit einem Unterhosenmodel liiert, der zumindest auch Brände löscht, wenn er nicht gerade als Stripper gebucht wird. Diese Figur ist die wohl eingängigste in Almodóvars Ensemble – kaum um sich kreisend, während alle anderen Reichen und Schönen in elitärer Unantastbarkeit mit der Schwere des Lebens dennoch zu tun haben müssen, denn Menschen sind sie schließlich alle.

Die tröstende Expertise eines Innenausstatters

Und so wechselt der Schauplatz von Madrid ins luxuriöse Anwesen auf der Kanareninsel Lanzarote, die mit ihrer einzigartigen Landschaft natürlich ordentlich Schauwerte in den Film bringt. Das geschieht immer dann, wenn Almodóvar seine Lieblingsfarben Grün und Rot in allen möglichen Abstufungen und Schattierungen sowie in akribischem Kompositionsdrang auf der Leinwand arrangiert.

Bitteres Fest ist wie Malen auf bewegtem Grund. Bicolore Ornamentik, grobe Muster, Retro-Orange – dann wieder Werke von Künstlern, nach denen sich jeder Innenausstatter alle zehn Finger abschlecken würde und die womöglich ein Heidengeld kosten. Der Filmemacher hat sie alle beisammen, stattet seine Wohnzimmer, Schlafgemächer und Loggias mit allerlei Kunst aus, die einen Großteil seiner Arbeit einnehmen. Wie das gelingt?

Für Arrangements wie diese gibt es Platz genug. Bitteres Fest selbst mag zwar Fiktion und Realität miteinander verbinden, doch längst nicht so raffiniert wie in anderen seiner Werke. Von daher sprengt die Handlung wohl kaum den Rahmen. Thematisch wendet sich das große Drama des Trostes und der seelischen Heilung dem künstlerischen Missbrauch tatsächlicher Tragödien zu.

Ist Raúl dabei skrupellos genug, wenn er einen ähnlichen Fall wie jenen skizziert, den seine Assistentin Mónica erlebt? Verletzt die Implementierung realer Persönlichkeiten in eine schriftstellerische Arbeit das Persönlichkeitsrecht, auch wenn nur einzelne charakterliche Spuren neu interpretiert werden?

Die Realität bleibt immer Inspiration

Zu einer Antwort lässt sich Almodóvar gar nicht hinreißen, zu sehr schwingt in seinen Arbeiten stets das Autobiografische mit, wobei man davon ausgehen kann, dass so manche Figur in seinem bisherigen Schaffen tatsächlichen Ursprungs ist.

Vielleicht will sich Almodóvar mit diesem Film auch rehabilitieren und zur Sprache bringen, was ihn dahingehend wohl immer schon beschäftigt hat. Es reicht ihm, den kritischen Blick zu werfen. Alles Übrige arrangiert sich in gediegenen Bildern, in denen virtuose Dialoge schlummern, die jedoch niemals so stark an Gewohnheiten rütteln, dass diese sich ändern könnten.

Bitteres Fest (2026)

She Came to Me (2023)

MUSE PER ZUFALL

5/10


she-came-to-me© 2023 Universal Pictures


LAND / JAHR: USA 2023

REGIE / DREHBUCH: REBECCA MILLER

CAST: PETER DINKLAGE, MARISA TOMEI, ANNE HATHAWAY, JOANNA KULIG, BRIAN D’ARCY JAMES, HARLOW JANE, EVAN ELLISON, DALE SOULES, AALOK MEHTA U. A.

LÄNGE: 1 STD 42 MIN


Auch der begnadete und grundsympathische Peter Dinklage bleibt davon nicht verschont: Die kreative Blockade. Als Komponist neumodischer Opern kann er in She Came to Me gerade gar nichts so richtig zu Papier bringen, und der Termin zur Abgabe eines seiner Werke rückt näher. Dieser Steven hat obendrein eine Familie aus Frau und Stiefkind, die ebenfalls gerade kaum wissen, wo sie in ihrem Leben stehen, was sie wollen und wohin das führen soll. Eine Midlife-Crisis möchte ich’s nennen, alles fühlt sich sehr danach an, und nicht nur der männliche, väterliche Part scheint davon betroffen. Der Sohn sieht in der Tochter der hauseigenen Putzfrau seine Bestimmung in Liebesdingen, Psychiaterin Patricia kokettiert mit einem Leben als Nonne und vom Künstler höchstselbst wissen wir – er benötigt dringend einen Musenkuss, sonst wird das nichts.

Also treibt ihn eines Tages der Zufall in die Hände der Schlepperkapitänin Katrina, die unter einem Romantikkomplex leidet und sich eigentlich gar nicht auf andere Männer einlassen darf, sonst wird sie rückfällig. Natürlich passiert das Unvermeidliche, und neben dieser unerwarteten Wendung in Stevens Leben, die ihn obendrein genug inspiriert, um weiterzuarbeiten, hängt plötzlich noch die Anklage über Verführung Minderjähriger im Raum, denn Sohnemanns Freundin Tereza ist erst sechzehn.

Es treibt alle um in Rebecca Millers Kreise ziehendem Familiendrama – wohl mehr Tragikomödie als die schwermütige Skizze eines dysfunktionalen Sozialgefüges. Mit leichtem Humor betrachtet die Schauspielerin und Regisseurin (Maggies Plan mit Greta Gerwig) all die in ihren Blasen schwebenden und an Bodenhaftung verlierenden Personen zwar von der richtigen Seite, allerdings schenkt sie ihren Figuren, statt wirklich den Fokus auf sie zu richten, lediglich Seitenblicke. Dabei fühlt sich alles so an, als wäre dieser Plot um Bedürfnisse, Rollenbilder und Liebesdinge ein ganz heißes Eisen, das wohl gerne Woody Allen anpacken hätte sollen. Alles ruft danach, den schmächtigen New Yorker ans Regie-Ruder zu lassen – all das hätte obendrein mehr Wortwitz, dichtere Dialoge und schräge, aber ernstzunehmende Charaktere zum Anfassen gehabt. Miller scheint sich an ihren umtriebigen und fast schon autonomen Sinn- und Inputsuchern die Finger zu verbrennen. Nur nicht tiefer in die Materie, dafür lieber noch eine Komponente an Selbstfürsorge, Ausbruchs- und Umbruchsgedanken mehr, die in ihrer beiläufigen Erwähnung und flüchtigen Betrachtung niemals auch nur ein Quäntchen näher an den Zuseher herankommen. Das Spiel, die Komödie – sie bleibt auf Distanz, sie mag zwar rein konzeptionell tatsächlich rund laufen, darüber hinaus aber bleiben Anne Hathaway, Peter Dinklage oder Marisa Tomei viel zu flach. Gerade so, um Woody Allen zumindest als grob umrissenes Charakter-Scribble zu dienen.

She Came to Me (2023)

Da scheiden sich die Geister

BUHLSCHAFT AUS DEM JENSEITS

5/10


scheidensichdiegeister© 2021 24 Bilder


LAND / JAHR: AUSTRALIEN, GROSSBRITANNIEN, USA 2020

REGIE: EDWARD HALL

CAST: DAN STEVENS, ISLA FISHER, LESLIE MANN, JUDI DENCH, AIMEE-FFION EDWARDS, DAVE JOHNS, JULIAN RHIND-TUTT, MICHELE DOTRICE U. A.

LÄNGE: 1 STD 35 MIN


Wenn sich Judi Dench als aufgedonnertes Medium bei Kerzenschein an einen runden Tisch setzt, will man unbedingt dabei sein. Und zwar nicht aufgrund der eher unwahrscheinlichen Möglichkeit, das Gespräch mit einem Geist anzufangen, sondern weil Judi Dench als eine zwischen den Dimensionen weilende noble Dame einfach eine gute Figur macht. Da kann man noch so schmunzeln, während sich alle die Hände reichen. Der etwas mokierende Zweifel wird bald ausgeräumt werden, wenn dann tatsächlich jemand an den Tisch klopft, der gar nicht mal an selbigem sitzt. Und selbst der Zauberlehrling aus Goethes gleichnamiger Ballade hat es schon immer gewusst: Geister, die man ruft, wird man kaum mehr wieder los. Ein nettes Lehrstück hat da Noël Coward rund um diese Einsicht formuliert. Daraus entstanden ist Blithe Spirit, ein Stück in drei Akten. Allerdings lässt sich die Erkenntnis nicht verdrängen, dass dieses Lustspiel bereits 80 Jahre auf dem Buckel hat. Judi Dench kann da aber nichts dafür.

Worum geht´s also in dieser spirituellen Komödie? Der vielseitige Dan Stevens (zuletzt als allzu menschlicher Android in Maria Schraders Science-Fiction-Drama Ich bin dein Mensch zu sehen) spielt einen weniger vielseitigen Bestseller-Autor, dessen beste Zeiten seit dem Ableben der ersten Ehefrau Elvira schon längst vorbei sind. Folglich leidet dieser an einer entsetzlichen Schreibblockade, und um diese zu lösen, lädt er das Medium Madame Arcati (eben Judi Dench) zu einer Seance ins noble Anwesen. Diese macht tatsächlich auf Twilight Zone und befördert vorhin erwähnte Ex in die Welt der Lebenden zurück – als Gespenst wohlgemerkt. Und auch Gespenster, wie man sehen wird, haben noch sowas wie Gefühle. Denn Elvira will ihren Ehemann zurück. Sehr zum Leidwesen von Isla Fisher, die als lebendige Gattin Ruth ihren Mann anfangs für verrückt hält, später aber das freie Spiel der Kräfte mitmachen muss.

Der Plot klingt ja zugegebenermaßen ganz witzig. Und ist natürlich nicht umsonst einer von Cowards großen Boulevard-Erfolgen. Nur: nicht jedes Theaterstück lässt sich fürs Kino adaptieren. Da scheiden sich die Geister ist bunt, schön ausgestattet und sicherlich nicht schlecht gespielt. Doch es ist und bleibt ein zugeknöpftes, braves Boulevardstück, eine harmlose Komödie mit gefälligem Humor, der die ganze Bandbreite eines Theaterpublikums abdeckt, das während des Krieges sein Heil in wohltuend- harmloser Ablenkung sucht. So viele Jahre später ist der zeitliche Kontext nicht wegzudenken, und es scheint auch fast unmöglich, die angestaubte Komödie mit allen zur Verfügung stehenden Extras des 21. Jahrhunderts so aufzupeppen, dass es vom zeitgenössischem zum zeitlosen Klassiker avancieren könnte. Das funktioniert leider nicht, denn das Stück gibt her, was es hergibt. Es gibt weder Metaebenen noch sonstige gesellschaftliche Seitenhiebe. Hat damals niemand verlangt – verlangt man aber vermehrt heute.

Da scheiden sich die Geister

Nach einer wahren Geschichte

LASS DICH VON DER MUSE KÜSSEN

6/10

 

NACH EINER WAHREN GESCHICHTE© 2018 Studiocanal

 

LAND: FRANKREICH 2017

REGIE: ROMAN POLANSKI

CAST: EMMANUELLE SEIGNER, EVA GREEN, VINCENT PEREZ U. A.

 

Wie flötete die deutsche Band Relax in den Achtzigern nicht so schön: „A weißes Blattl Papier, das liegt scho Stunden vor mir…“ Treffender könnte ich es auch nicht formulieren, wenn es darum geht, den kreativen Stillstand von Delphine de Vigan in knappe Worte zu fassen. Die Bestseller-Autorin, die tut sich für ihr neues Werk sichtlich schwer. Denn es soll nicht irgendein Buch werden, es soll sogar noch besser werden als der heißgeliebte Vorgänger, für welchen Delphine stundenlang Autogramme und Interviews geben muss. Autoren sind da ordentlich unter Druck, Erwartungen zu erfüllen und Gewesenes zu toppen. Da kann man von Glück reden, wenn da plötzlich jemand ist, der Tür und Tor öffnet für neue Ideen. Doch dieser jemand ist sonderbar genug, um ihn vielleicht sogar als Hirngespinst abzutun, als eine aus dem Nichts erschienene Muse, die nur sichtbar ist für die Künstlerin selbst – oder doch nicht? Ist Elle, wie sich die Fremde und bald unangenehm Vertraute nennt, nicht doch so real wie alle anderen? Doch warum ist sie allgegenwärtig, während all die anderen sozialen Kontakte sich bald rar machen? Und warum hat Elle vis a vis von Delphines Wohnung Unterkunft bezogen? Zufall? Oder ist es der kranke Geist eines manischen Fans, der die Wortgewandte stalkt und endlich zum Schreiben des einzig wahren, großen Romans nötigt?

Die Kritiker waren diesmal wenig angetan von Roman Polanskis jüngstem Film. Amerikas Persona non Grata, mittlerweile auch schon weit über 80 Jahre alt, besinnt sich allerdings – und das ist für manche, die seine frühen Werke nicht kennen, vielleicht nicht sofort zu erkennen – auf die Wirkung seiner psychologischen Suspense, wie er ihn bereits in Der Mieter oder Ekel famos zur unverwechselbaren Handschrift ausformuliert hat. Natürlich ist Der Mieter, mit Polanski selbst in der Hauptrolle, um ganze Zinshäuser erschreckender und beklemmender. Auch Ekel ist um Längen dichter und intensiver als Nach einer wahren Geschichte. Warum aber die unheilvolle Schreibblockade einer Schriftstellerin, die tatsächlich existiert und tatsächlich diesen Roman über sich selbst geschrieben hat, dennoch seinen ganz eigentümlichen Reiz hat, das liegt in der Absenz einer definierten Wahrheit. Ob alles nur Einbildung ist oder die einnehmende Seelenverwandte real ist, bleibt Vermutung. Fakt ist zumindest, dass Delphine dank ihrer Home-Invasorin, die noch dazu wie selbstverständlich Kost und Logis fordert, wirklich wieder das Schwarze aufs Papier bringt. Und das ist nicht unbedingt die große, innere, einzig wahre Autobiographie von Delphine selbst, sondern etwas ganz anderes. Etwas, das gefährlich werden kann. Und es dauert nicht lange, da stellt sich sowas wie Abhängigkeit ein, ein Gefüge aus Meister und Diener.

Was so klingt wie Stephen King´s Misery, ist ansatzweise tatsächlich so. Nur leiser, versteckter, fast unauffällig ereignislos. Knochen splittern hier keine, dafür aber bleibt der Schreiberling da wie dort ans Bett gefesselt und ist der Gnade oder Ungnade eines monströsen Egos ausgeliefert. Das Heil in der Flucht sucht Polanski´s Ehefrau Emmanuelle Seigner aber nicht vor gekränkter Wut, sondern eigentlich vor sich selbst und ihrer Verantwortung den Lesern gegenüber. Schreiben ist also immer noch ein Zwiegespräch mit sich und seinen inneren Dämonen, Ängsten und einem tadelnden Gewissen. Aber auch das ist nur eine Auflösung von vielen, die diese seltsamen Vorkommnisse erklären können. Nach einer wahren Geschichte ist ein astreiner Polanski, das merkt man an den Dialogen, an der schwelenden Paranoia des Alltags. Fast aber hätten Seigner und Eva Green das Vorhaben des polnischen Meisters konterkariert. Das Spiel von Ex-Bond-Liebe Eva Green ist zu offensichtlich maskenhaft, Subtilität fehlt hier ganz. Und Emanuelle Seigner wirkt manchmal zu verschlafen, um die bizarren Umstände auch wirklich in vollem Ausmaß wahrzunehmen. Das lässt das Psychospiel manchmal zu schleppend wirken, und oft tritt Nach einer wahren Geschichte auf der Stelle, wenn Polanski zu betont alles im Unklaren lassen will. Wer den bewährten Grundtonus seiner intellektuellen Paranoia-Krimis aber zu schätzen weiß, wird am Ende doch versöhnlich schmunzeln.

Nach einer wahren Geschichte