Paterson

DIE POESIE DES EREIGNISLOSEN

7,5/10

 

PATERSON_D29_0219.ARW© 2016 Filmladen / Photo: Mary Cybulski 

 

LAND: USA 2016

BUCH & REGIE: JIM JARMUSCH

MIT ADAM DRIVER, GOLSHIF TEH FARAHANI, WILLIAM JACKSON HARPER U. A.

 

Wie das Amen im Gebet erfolgt nach der Sichtung eines Blockbuster-Filmes geradezu gebetsmühlenartig die schlagkräftige Kritik mangelnder Handlung und dünnem Plot. Mainstream darf enorm aufwändig sein, visuelle Brillanz ist was Selbstverständliches geworden. Mainstream muss alles können. Und vor allem darf Mainstream eines nicht – inhaltsarm sein. Ganz so wie die meisten Opern. Aber Opern dürfen das. Ihre Libretti sind in wenigen Minuten durcherzählt. Aber Oper ist Kunst. Budgetintensives, handwerklich perfekt inszeniertes und ausgestattetes Kino, im Grunde Oper für die Leinwand, verdient sich dieses Prädikat dank kommerzorientierter Beweggründe aus Sicht des Publikums leider nicht. Dafür werden all jene, die hinter einem Großprojekt stehen, und für Maske, Kostüme, Ausstattung, CGI und was weiß ich noch allem verantwortlich sind, dankbar sein. All das steht im Gegensatz zum Arthouse.

Arthouse darf alles, muss aber nichts. Arthouse kann auch nur ein weißes Quadrat sein, ohne Rahmen. Kann im Kino auch nur durch ein Meer aus Blau mäandern und bedeutende Worte von sich geben. Oder der Poesie des Ereignislosen frönen. Niemand kann sowas besser als Jim Jarmusch. Die Independent-Ikone ist wohl der eifrigste Schüler des ursprünglich italienischen Neorealismus, behält aber seine Figuren träumerisch verklärt und lässt sie niemals abstürzen – schlimmstenfalls kann es passieren, dass sie in der Bewegungslosigkeit verharren, bis auf ewig. Bis über das Ende des Films hinaus. So auch hier, im neuesten Werk des Regie-Individualisten mit silberner Struppelfrisur. Seine filmgewordene Alltagsphilosophie nennt er Paterson – ganz so wie die Bundesstadt New Jerseys. Und auch ganz so wie der Poet selbst, um den es hier geht. Jarmusch begleitet den lakonischen, stets wehmütig dreinblickenden Adam Driver, der hier so überhaupt nichts von seiner Rolle aus Star Wars mitgenommen hat, auf seiner täglichen Routine. Und das sieben Tage lang. Und Paterson schreibt. Gedichte über Streichhölzer zum Beispiel. Und seine Freundin, die bemalt, während Paterson als Busfahrer unterwegs ist, die Wohnung in schwarz und weiß. Auch eine Möglichkeit, sich zu verwirklichen. Doch Paterson, der verwirklicht sich nie. Oder ist die Poesie für die Schublade genau das, was er will?

Mehr passiert nicht wirklich. Und diesmal hat Jim Jarmusch nicht einmal so einen schmissigen Musikmix zusammenselektiert wie in Broken Flowers. Oft bleiben die Szenen aus dem Leben von Mann, Frau und Hund musikalisch unkommentiert. Paterson ist reduziertes Independentkino, aber mit Bildern, die so typisch Jarmusch sind, und andererseits aber an Bilder des Malers Edward Hopper erinnern. Die Szenen in der Bar, die Paterson jeden Abend aufsucht, um sein Feierabendbier zu trinken. Das zerstrittene Ehepaar links der Musikbox. Oder das schwarzweiße Sofa, links Adam Driver, rechts die Gitarre mit Harlekinmuster. Requisiten, die Paterson zu einem kleinen, kunstvollen Stück Filmrealismus werden lassen. Darüberhinaus denkt Jarmusch sehr viel über die Bedeutung von Erfolg nach. Von Erfüllung, Lebensträumen und verpassten Chancen. Und dass die Dinge, auf die man sich schon morgens beim Aufstehen freut, nicht für andere, sondern für sich selbst verwirklicht werden sollten.

Jarmusch hat es wieder mal geschafft, das Ruhe und Reflexion ins Kino einkehrt. Auch ohne viel Handlung, dafür aber mit reichlich Besinnung.

Paterson

Café Society

LA LA ALLEN

7/10

 

wasp2015_day_31-0035.CR2© 2016 Gravier Productions, Inc., Photography Sabrina Lantos

 

LAND: USA 2016

REGIE: WOODY ALLEN

MIT JESSE EISENBERG, KRISTEN STEWART, STEVE CARRELL U. A. 

 

Wäre ich der Nachbar Woody Allen´s, würde mir das ständige Geklimper auf der Schreibmaschine gehörig auf den Wecker fallen. Vorausgesetzt, der Altmeister des Wortwitzes bändigt seine Ideen immer noch nach der guten alten Jerry-Lewis-Methode. Im hohen Alter von 83 wird sich Allen wohl kaum mehr einen Computerkurs antun, geschweige denn seine jahrzehntelang erprobte Methode des Schreibens in Frage stellen. Denn mit Sicherheit ist das Klimpern der Schreibmaschine der Motor, der die Dialoge und all die Figuren, die Allen´s Alltagsphilosophie von sich geben, erst in ein gutes Drehbuch bändigt. Eines dieser Drehbücher, die sich gerne dem Zeitalter seines bevorzugten Schreibgerätes anpassen und natürlich wie immer von Woody Allen selbst inszeniert worden sind, war die Grundlage für seinen vorletzten Film – Café Society.

Das klingt jetzt erstmal ein bisschen sehr nach Seitenblicke. Oder erinnert an seinen eher unerträglichen Schickimicki-Streifen Celebrity. Dennoch – an Woody Allen´s Filme führt bei mir kein Weg vorbei. Ich schätze seine Art des Erzählens. Und vor allem die schwarzhumorige Wortgewalt, die er seine oftmals schwer konfusen Charaktere sagen lässt. Und immer – immer ist der schmächtige Brillenträger selbst mit dabei. Was nicht heißt, dass Allen selbst gerne vor die Kamera steht. Das ist mittlerweile nur mehr selten der Fall. Vielmehr ist es so, dass immer eine Figur ganz klar als das Alter Ego des Woody Allen zu erkennen ist. In Café Society ist es natürlich Jesse Eisenberg. Ein Jungspund aus eher ärmeren New Yorker Familienverhältnissen, der bei seinem reichen Produzentenonkel in Los Angeles seinen Traum vom Glück erspäht. Für Steve Carrell, der diesen herrlich aufgeblasenen Onkel spielt, ist Blut natürlich dicker als Wasser, und so darf der unbedarfte Neffe ins schillernde Filmschaffen hineinschnuppern. Ihm zur Seite die Sekretärin des Onkels – angenehm und für eine Woody Allen´sche Figur ungewohnt zurückhaltend: Kristen Stewart. Und wie kann es anders sein – Amor schießt seine Pfeile ab. Allerdings einige zuviel. Was folgt ist ein süffisantes Verwechslungsspiel auf den Veranden prächtiger Villen, in den Ledersitzen heißer Cabrios und vor dem romantisch-warmem Licht üppiger Sonnenuntergänge. All das im gefälligen Licht alter Fotografien und in eleganten Anzügen und Abendkleidern.

Café Society ist Woody Allen, wie man ihn kennt und auch erwartet. Sein ausstattungsintensives Liebeskarussell erinnert aber auch, und das vor allem inhaltlich, an den großen Oscar-Abräumer des Jahres 2017 – La La Land. Da stellt sich mir die Frage, welcher Film nun zuerst da war. Natürlich wird in Café Society nicht gesungen. Tanzeinlagen gibt es auch keine. Doch das gesellschaftliche Flair der Westküste und die darin eingebettete Romanze zweier Idealisten und Träumer, die ihre eigene Sehnsucht nach dem Glück der Welt stillen, einander aber nicht verlieren wollen, findet sich in Allen´s gezähmter Gesellschaftskomödie wieder. Schöne Bilder, adrette Stars – ein Hollywoodfilm, der für den chronischen Oscar-Gala-Verweigerer fast schon zu versöhnlich erscheint. Und bei welchem man das Erscheinen des Jazz-Poeten auf dem nächsten Red Carpet vielleicht sogar in Betracht zieht, so sehr ist seine Sehnsucht nach dem Good Old Hollywood spürbar. Good old – vielleicht hätten wir Woody Allen Jahrzehnte früher auf der Gästeliste der Academy gefunden. Dort auftauchen wird er zukünftig womöglich trotzdem nicht.

Café Society

Tschick

KEIN SOMMER WIE DAMALS

7/10

 

tschick

REGIE: FATIH AKIN
MIT TRISTAN GÖBEL, ANAND BATBILEG, MERCEDES MÜLLER

 

Dieser Sommer wird Maik und Tschick, auch wenn sie längst erwachsen sind, auf ewig in Erinnerung bleiben. Dieser Sommer von damals, das war eine kleine Odyssee, ein Fluchtweg raus aus der sozialen und familiären Einsamkeit, hinein ins beginnende Erwachsenwerden. Und hinein ins Erkennen der wirklich wichtigen Dinge im Leben.

Fatih Akin, renommierter deutsch-türkischer Regisseur mit einem Faible für Roadmovies, hat uns mit der Sommerkomödie Im Juli schon zur Jahrtausendwende gezeigt, wie sehr man auf Reisen Grenzen überwinden und seine Sichtweise auf die Dinge ändern kann. Oder neu ausrichten. Einmal weg, nur kurz aus der Tristesse des unrund laufenden Lebens aussteigen. Moritz Bleibtreu und Christiane Paul waren da ein höchst sympathisches Gespann, dessen Funken nur so gesprüht und mich bestens unterhalten haben. Mit Tschick, der Verfilmung eines Jugendromans von Wolfgang Herrndorf, gelingt ihm Ähnliches, allerdings mit weniger Herzschmerz. Vielmehr mit Coming of Age. Und zwei liebenswerten Darstellern, die das Publikum für sich gewinnen. Und das, weil sie Außenseiter sind. Weil sie den Erwartungen ihres sozialen Umfelds nicht folgen können –  oder vielleicht auch gar nicht wollen. Weil das Mitziehen mit dem Schwarm die eigene Identität verrät. Scheiß drauf, so Maik und Tschick. Und dieses Scheiß drauf tut richtig gut. Weil jeder von uns irgendwann mal ein Außenseiter gewesen sein mag, gerade ist oder irgendwann wieder sein wird. Wichtig ist, sich selbst treu zu bleiben. Doch wenn man nicht weiß, wer man selbst überhaupt ist oder sein will, bedarf es einem Wechsel der Perspektiven. Also rein in die versiffte Karre und ab durchs Land.

Mit leichter Hand führt Akin seine spielfreudigen Jungspunde durch die Szene. Es ist zu vermuten, dass die Arbeit am Set völlig entspannt gewesen sein muss. Eine, die den Zeitdruck außen vor lässt und dem Aufbau der Charaktere und ihrem Verhalten genügend Zeit einräumt. Tschick ist entspanntes, tragikomisches und impulsives Sommerkino für die urbane Open Air-Leinwand. Mag sein, dass das Abenteuer Schulferien mehr Altersgenossen als Erwachsene ins Kino lockt, aber da wir alle mal in diesem Alter waren, lässt der Blick auf einen Sommer wie damals eigene Erinnerungen wach werden. Die womöglich ganz anders waren, aber nicht weniger wegweisend. Wunderbare Jahre, trotz mangelnden Glücks in den eigenen vier Wänden.

Tschick

Wilde Maus

EINE RUNDE SELBSTMITLEID

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wildemaus

Hader spielt diesmal nicht Hader. Zumindest kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass er sich in seinem Regiedebüt nur ansatzweise selbst spielt. Denn wenn ja, wäre ich von unserem bis über österreichische Grenzen hinaus bekannten Schauspiel- und Kabarettexport doch relativ enttäuscht. Warum? Nun, weil seine Filmfigur, die des zynischen Musikkritikers Georg Endl, ein ordentliches Ego-Problem besitzt. Dieses soziale Defizit dürfte Josef Hader, so glaube ich, nicht haben. Und sein Georg Endl ist auch kein Brenner aus den Wolf Haas-Krimis. Seine Interpretation des abgehalfterten Ex-Polizeikommissars hat zumindest einen Charakter, der auf Prinzipien fußt. Der vom Leben geschasste Endl hat das nicht. Weder Charakter noch Prinzipien. Georg Endl ist ein Lulu. Ein Häufchen Elend und obendrein noch ein Egoist, um welchen sich die ganze Welt drehen soll. Ganz genauso, wie es Falco seinerzeit schon gesungen hat. Und was macht ein Egoist, wenn er sich selbst nichts mehr beweisen kann? Er läuft Amok. Oder so ähnlich. Doch nicht mal das bekommt das in die Jahre gekommene, unter Minderwertigkeitskomplexen leidende Bürschlein richtig hin.

Da hat Michael Douglas als D-Fens in Falling Down schon ganz andere Seiten aufgezogen. Die Ausgangssituationen beider Filme sind nämlich gar nicht so unähnlich. Beide verlieren ihre Arbeit. Beide verschweigen ihr Scheitern. Beide beginnen einen Ego-Trip ohne Rücksicht auf Verluste. Einzig angetrieben von Rache, Genugtuung, Abreaktion und das ganz dringende Bedürfnis, wahrgenommen zu werden. Genau hier beginnt meine Schwierigkeit mit Hader´s Wilde Maus. Anders als Douglas´ Figur D-Fens, der in seiner Wut auch gegen das System wettert und so manchem Otto Normalverbraucher aus der Seele spricht, konzentriert sich Haders hässeverkneteter Verlierertyp einzig und allein auf sich selbst und seine Unzufriedenheit, die er mit sich trägt. Das Verhalten des ewigen Jammerers lässt sich für mich nur schwer nachvollziehen. Wäre von vornherein die Katze aus dem Sack, würde es natürlich keinen Film geben. So ist sich dieser Georg Endl selbst der Nächste. Und das macht ihn unausstehlich. Einzig und allein für seinen alten Schulkollegen Erich, den er für sein neues Projekt – die Inbetriebnahme der Hochschaubahn Die Wilde Maus im Wiener Prater – sponsert, existiert auch eine Welt außerhalb seines Egos. Dennoch treibt ihn seine Raserei zu irrationalen Handlungen, die bis zum Verbrechen führen. 

Josef Hader hat nicht nur die Hauptrolle und die Regie übernommen – er hat das Buch zu seinem Film auch selbst geschrieben. Ein ganzer Haufen Arbeit. Schade nur, dass Hader nicht so konnte, wie er vielleicht gewollt hätte. Die urösterreichische Ballade rund um Selbstmitleid, Rache und Neuanfang hätte mehr Komplexität vertragen. Die titelgebende Wilde Maus mag zwar reinen Symbolcharakter haben, als das Auf und Ab des Lebens – hätte aber mehr Wichtigkeit verdient. Auch die Rolle des Freundes Erich – wiedermal souverän und augenzwinkernd gemeistert vom Volksschauspieler Georg Friedrich, der eben erst den Silbernen Bären von Berlin eingeheimst hat – verliert sich im Nichts, was verschenktem Potenzial gleichkommt. Nur Figuren miteinander und untereinander zu verknüpfen, birgt zwar auf den ersten Blick scheinbare Raffinesse, hat aber was Unfertiges. So wie das Ende an sich. Anders als in Haders Kabarettprogrammen bleibt Wilde Maus etwas zu handzahm, um genug Satire zu sein. Nackt im Schnee zu sitzen ist zwar ein Ansatz, lässt aber die schwarzhumorige Radikalität vermissen, die dem österreichischen Witz so eigen ist. Josef Hader ist sanfter geworden, erwachsener. Aber auch zahnloser. Eine neurotische Tragikomödie, großartig besetzt und augenzwinkernd, aber unerwartet versöhnlich. 

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Wilde Maus

Ein Hologramm für den König

IN DIE WÜSTE GESCHICKT

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hologramm

Deal geplatzt, Firma insolvent, und die Globalisierung schlägt unbarmherzig zu. Darüber hinaus ist die Ehe im Eimer und die einzige Tochter Spielball des Streits zwischen Mama und Papa. Zusammenfassend liegt die Welt des gescheiterten Handelsreisenden Alan Clay ziemlich im Argen, als er losgeschickt wird, um in der Wüste Saudi-Arabiens König Abdullah ein holografisches Telefonkonferenzsystem zu verkaufen. Nur – dieser König lässt sich bitten, über Tage, wenn sogar über Wochen. Es ist ein ewiges, die Geduld strapazierendes Warten in der Wüste, zwischen Altertum und Fortschritt, zwischen Islam und westlichen Werten, zwischen kühler Glasarchitektur und windverwehten Zelten. Und wenn der Handlungsreisende Clay jeden Abend im Hotel Sand aus seinen Schuhen lehrt, scheint ihn die Vergänglichkeit seines Lebens mehr als deutlich bewusst zu werden.

Diese endlose, leere, dialoglose Wüste ist der ideale Ort, um den gescheiterten Ist-Zustand des Lebens nochmal zu durchdenken. Und aus neuer Perspektive wahrzunehmen. Sinnbild für diesen Status Quo ist ein Geschwür am Rücken von Clay, das ihn hinunterzuziehen scheint und unbeweglich werden lässt. Und der König kommt nicht. Auch die Vertretung lässt sich entschuldigen. Doch was während einer Zeit des Stagnierens und des Stillstands passieren kann, davon kann man sich in Tom Tykwers neuem Film überraschen lassen. Für die Verfilmung des Romans von Dave Eggers hat Tykwer niemand geringeren verpflichten können als den sympathischen Tom Hanks, der selten in solch kleineren Produktionen zu sehen ist und gerade in solchen Filmen sein wahres Potenzial entfalten kann. Sein Handlungsreisender ist eine tragikomische Figur, ein Stehaufmännchen, das mit verzweifeltem Pragmatismus gegen die Windmühlen des wirtschaftlichen Wettbewerbs kämpft und gleichzeitig die Flucht nach vorne sucht. Ein unkaputtbarer Neuzeitmensch, der seinen Werten treu zu folgen versucht und um Anpassung ringt in einer schnelllebigen, übervorteilenden Menschenwelt. Tom Tykwers eigenwillige Erzählweise trifft in diesem feinen, filmischen Kosmos ins Schwarze. Das tragikomische Gesellschaftsmärchen kann gar nicht anders erzählt werden außer in dieser gelungenen Komposition aus assoziativen Traumbildern und amerikanischem Theater im Stile Arthur Millers. Nur hat Dave Eggers Geschichte viel mehr Zuversicht, die man angesichts der trostlosen Ausgangssituation nicht für möglich gehalten hätte.

Ein Hologramm für den König ist bei weitem kein Mainstream, es ist erbauliches, symbolistisches Kunstfilmkino ohne Bedeutungsschwere und Kopflastigkeit. Es ist das kleine Kunststück einer Ich-Odyssee und eine sympathische Hommage auf das gesunde Selbstbewusstsein. Hanks war in letzter Zeit selten besser, ja, er durchbricht tatsächlich die Routine seines gewohnten Rollenprofils und begegnet ohne sichtlicher Mühsal seinen internationalen Schauspielpartnern auf Augenhöhe. Ein sehenswertes Filmkonstrukt, dass sich erst in seiner Gesamtheit als besonderer Kinogenuss zu erkennen gibt.

 

Ein Hologramm für den König