Körper und Seele

DIE HEILIGE MARIA DER SCHLACHTHÖFE

7/10

 

koerperundseele© 2017 Alamode Film

 

LAND: UNGARN 2017

REGIE: ILDIKO ENYEDI

CAST: ALEXANDRA BORBÉLY, MORCSÁNYI GÉZA, RÉKA TENKI U. A.

 

Ein verschneiter Wald im Nirgendwo. Es ist still, kein Verkehrslärm stört die Idylle. Inmitten junger Bäume und vor dem reinen Weiß frisch gefallenen Schnees stehen zwei Tiere – ein Hirschbock und eine Hirschkuh. Ein zartes, friedliches Bild. Sie stecken ihre Köpfe zusammen, berühren ihre Wangen, sanft und voller Achtsamkeit. Man erkennt – die beiden gehören zusammen. Was auch immer sie verbindet – es muss stark sein, transzendent, und jedem Zweifel erhaben. So vollkommen dieses Bild auch ist – in Wahrheit ist es nur ein Traum. Und sind Träume wirklich Schäume, wie man sagt? Oder ist es einfach eine andere Realität? Was würde Sigmund Freud dazu sagen? Zu diesem Film? Denn diesen Traum, den träumt in diesem ungarischen Liebesdrama nicht nur einer allein, sondern noch jemand anderes. Ein Traum für zwei. Und beide träumen haargenau das gleiche. Es ist nicht so, dass sie nur ähnliches träumen. Nein – da ist die Rollenverteilung eindeutig determiniert. Der Hirschbock ist der astrale Avatar von Endre, des Finanzdirektors eines Schlachthofes irgendwo in Ungarn. Und die Hirschkuh – sie verkörpert Maria. Die akribisch genaue Fleischkontrolleurin will allerdings nicht so genannt werden. Und auch nicht angesprochen. Und am wenigsten berührt. Denn Maria ist nicht wie alle anderen. Sie könnte an einer Form des Autismus leiden, klar diagnostiziert wird das in diesem Film aber nicht. Sie hat ein eidetisches Gedächtnis und hat Schwierigkeiten, sich sozial zu integrieren. Natürlich ist sie ist eine Außenseiterin, mit ihren hellblonden Haaren und ihrer stoischen Art fast schon ein engelsgleiches, unnahbares Wesen, dass ihr Arbeitsumfeld eher verstört als fasziniert. Oder beides? Endre jedenfalls ist erst dann so richtig von Maria angetan, als beide herausfinden, dass sie im Traum miteinander verbunden sind.

Würde der polnische Meisterregisseur Krzysztof Kieslowski noch leben, er hätte genau diesen oder einen ziemlich ähnlichen Film gemacht. Wer sein Meisterwerk Die zwei Leben der Veronika kennt, der wird wissen, was ich meine. Kieslowski war ein Virtuose, wenn es darum ging, zwischenmenschliche Gefühle auf eine Ebene zu transferieren, die das Raum-Zeit-Gefüge unserer Realität durchbrechen. In der irrlichternd-orchestralen Filmpoesie von Kieslowski entdeckt Irene Jacob eine Doppelgängerin, mit der sie emotional verbunden ist. Von so einer schicksalhaften Kohärenz sinniert auch Körper und Seele – und baut seinen zaghaften cineastischen Annäherungsversuch genau darauf auf. Diese Metaebene, die sich jeglicher rationalen Nüchternheit entzieht, ist gerade dadurch, dass sie nicht widerlegt werden kann und den X-Faktor für sich nutzt, ein philosophisches, wenngleich fatalistisches Gedankenspiel über Bestimmung und einer Seele, die multiversal existiert.

Gegenwärtig gibt es neben Alptraumdeuter David Lynch, der wohl eher in die verdrängten Nischen unserer Wahrnehmung vordringt, noch Filmschaffende wie Mike Cahill, die sich mit Vorbestimmung, Tanszendenz und der Unsterblichkeit unserer Seele beschäftigen. Cahill schuf Werke wie I Origins oder das Gedankengespinst Another Earth, wo die Philosophie eines Kieslowski weitergesponnen wird. Die Ungarin Idliko Enyedi entwirft mit Körper und Seele einen ähnlich autarken, zeit- und wortlosen Raum: eine vertraut wirkende Dimensionskapsel als Treffpunkt zweier Seelen, die wie der Vorort zu einem möglichen Jenseits anmutet. Das ist Metaphysik in seiner schönsten Form. Weniger schön ist die andere Seite der Waagschale – die des Körpers. Da eignet sich nichts besser als ein Schlachthof, der das Lebewesen auf seine physische Beschaffenheit reduziert, aber nicht, ohne Mitleid zu empfinden. Vor allem die Beobachtungen des Arbeitsalltags beim „Verarbeiten“ der Nutztiere könnten tierschutzmotivierte Vegetarier womöglich verstören – wer Bildern von sprudelndem Blut und abgetrennten Rinderköpfen aus dem Weg gehen möchte, sollte Enyedis Film vielleicht nicht unbedingt auf seine Watchlist setzen. Diese Körperlichkeit, die zieht sich als Antipode zur geheimnisvollen Traumebene durch den Film. Die wertvolle fleischliche Hülle von Tier und Mensch bleibt ein nicht zwingend austauschbares Gefäß für viel mehr und vor allem für Dinge, die wir nicht fassen können. Die sich wissenschaftlich nicht niederwerfen lassen, die Liebe nicht als chemischen, sondern als einen höheren Prozess verstehen. Der den Körper aber dennoch für unsere wahrnehmende Welt unabdingbar werden lässt.

Die Bilder aber, die Enyedi zeigt, sind was sie sind, sie bleiben unkommentiert, sind teils magisch, teils nüchtern und dokumentarisch. Körper und Seele erinnert an Thomas Stubers Supermarktromanze In den Gängen – von den Personen, von der alltäglichen Pflicht her, von den Berührungsängsten untereinander. Hier wie dort geht es um Einsamkeit und der Schwierigkeit, Vertrauen im Gegenüber zu finden. Kieslowski hätte Körper und Seele wohl noch magischer, noch verspielter werden lassen, hätte Ildiko Enyedis Inszenierungsstil etwas von seiner stockenden Schwermut genommen, die er manchmal hat. Die sich aber durch Alexandra Borbélys so faszinierende wie ungelenke Entdeckungsreise in die Welt der intimen Nähe in verstohlene Leichtigkeit wandelt. Eine Leichtigkeit, die dem instinktiven Fühlen von Tieren und Menschen folgt. Ohne Worte und am besten frei von Gedanken, die vielleicht alles zerstören könnten.

Körper und Seele

In den Gängen

DIE SEHNSUCHT DES GABELSTAPLERS

6,5/10

 

indengaengen© 2018 Zorro Film

 

LAND: DEUTSCHLAND 2018

REGIE: THOMAS STUBER

CAST: FRANZ ROGOWSKI, SANDRA HÜLLER, PETER KURTH, ANDREAS LEUPOLD, MICHAEL SPECHT U. A.

 

Stanley Kubrick hat in seinem Meisterwerk 2001- Odyssee im Weltraum den Tanz der Raumschiffe mit den Klängen des Donauwalzers hinterlegt: eine, wenn nicht DIE Sternstunde des Kinos schlechthin. Regisseur Thomas Stuber, dem Kubrick´s Film wohl auch gefallen haben muss, hat den Menschen in seinem Fortschrittseifer vom Himmel geholt und den ganzen technisch-utopischen Reigen auf eine alltägliche Morgendämmerung im Supermarkt zurechtgestutzt. Was aber, wider Erwarten, eine poetische Eleganz entwickelt, die man so völlig unattraktiven Großhallen mit all ihren Regalen und sterilen Gängen nicht zugetraut hätte. Zuerst das Angehen der Lichter, fotografische Blicke in die Regalfluchten. Und dann kommen sie angerollt – die Putzmaschinen und Gabelstapler. Und vollführen ein Ritual, das wohl jedem Supermarktbediensteten die Tränen der Rührung und Begeisterung in die Augen treibt. Denn die wohl eher stets monotone, nüchterne Arbeit im Supermarkt wird durch das Intro von Stuber´s Normalverbraucher-Drama zu etwas ganz Besonderem, direkt Sakralem – zu einer verklärenden Liturgie eines sonst konformen Jobprofils. Fast erwartet man, dass Regalräumer und Lagerarbeiter auf Rollschuhen in geprobten Figuren durch die Gänge gleiten. Doch bevor das Schöne am Praktischen von anerkennender Aufmerksamkeit zur Parodie kippt, endet auch der Zauber des beginnenden Alltags, kurz bevor die Pforten öffnen – und der einkaufende Bürger als austauschbare Variable seine eigenen vier Wände mit Lebensmitteln versorgt.

Dieses Intro, das ist der größte inszenatorische Wurf in diesem zaghaften Kaleidoskop aus blauen Arbeitsmänteln, Getränkekisten, Automatenkaffee und Südseetapeten, die im Pausenraum den unerreichbaren Plan B für Mindestlohnbezieher symbolisieren. In den Gängen könnte furchtbar trist sein – ist es aber nur zum Teil. Die Schönheit des Ereignislosen, der Zauber des Raureifs auf den Äckern und das unbeschriebene Blatt des morgendlichen Himmels bekommt eine Aura des Unentdeckten, Spannenden. Als hätte Dokufilmer Nikolaus Geyrhalter, der eine Vorliebe für das Majestätische des Schlichten hat, ein Drehbuch von Ulrich Seidl verfilmt, selbst ein Unerschütterlicher, wenn es darum geht, ins Innerste gesellschaftlicher Milieus zu blicken. Doch so abstoßend wie Hundstage oder Import/Export ist In den Gängen keineswegs. Stets mit einer Menge Sympathie und fast schon fürsorglicher Liebe zu seinen genügsamen Figuren setzt Stuber eine unprätentiöse Romanze in Gang, welche sehnsüchtige Zugeständnisse in den Details versteckt, die im Überangebot einer Konsumgesellschaft verschwinden. Sie zu suchen, macht sich der Plot von In den Gängen zur Aufgabe. Und dennoch – wirklich glücklich macht das Drama über resignativ-disziplinierte Alltagsexistenzen eben trotzdem nicht.

Franz Rogowski als Ex-Häftling, der in seiner Arbeit als Staplerfahrer vorübergehend Erfüllung und neuen Halt im Leben findet, bleibt – verloren in den unendlich scheinenden Weiten des Großhandelsortiments – eine unnahbare, extrem introvertierte Gestalt, fast schon kafkaesk. Und wenn der gewissenhafte Helfer dann zu Wort kommt, ist er ob seines Sprachfehlers kaum zu verstehen. Sandra Hüller, dem Publikum gut bekannt als Tochter Peter Simonischek´s in Toni Erdmann, ist das sensible Aschenputtel in all den repetitiven Handgriffen, die das tägliche Werk von Angebot und Verkauf am Laufen halten. Und der, von dem man glaubt, die Dinge am Besten im Griff zu haben – nämlich Peter Kurth (Babylon Berlin) als Bruno – wird alle Anwesenden eines Besseren belehren. Drei Schicksale also, die jeweils als Kapitel den Film dritteln. Mal mehr, mal weniger lebensmutig. Und während man zusieht, wie mühsam sich das Leben dieser Angestellten weiterbewegt, wünscht man ihnen auch privat so etwas wie einen Gabelstapler, der das eigene kiloschwere „Pinkerl“ aus Frust, Flucht und schwankender Zuversicht leichter tragen und ertragen lässt. Doch dieses Gerät, das fährt nur in den Gängen hin und her, hebt und senkt sich. Und klingt dabei manchmal so wie das Rauschen des Meeres, das so unendlich fern ist. Dieses Abfinden der Umstände, dieses Strecken nach der Decke, mag ernüchternd kampflos sein, wenn es um Träume geht. Doch den Umständen einen Lebenswert abzugewinnen, ist die Kunst der kleinen Leute, die mit dieser Liebeserklärung zutiefst respektiert werden.

In den Gängen

The Square

SOS MITMENSCH

6/10

 

square© 2017 Alamodefilm

 

LAND: SCHWEDEN, DEUTSCHLAND, FRANKREICH, DÄNEMARK 2017

REGIE: RUBEN ÖSTLUND

CAST: CLAES BANG, ELISABETH MOSS, DOMINIC WEST, TERRY NOTARY U. A.

 

Vor einigen Jahren schuf der schwedische Filmkünstler Ruben Östlund mit dem satirischen Drama Höhere Gewalt eine messerscharfe Analyse menschlichen Verhaltens: Während eines Familienurlaubs in den französischen Alpen entgehen Mutter und Kinder nur knapp einem Lawinenabgang, während Papa in kopfloser Panik das Weite sucht und seine Liebsten im Stich lässt. Niemand kommt zu Schaden, aber dennoch: was sich danach abspielt, ist wert, zu beobachten. Vier Jahre später schreibt Östlund sein nächstes Werk – ein nicht weniger analytischer, in menschliche Verhaltensbiotope vordringender Zerrspiegel, der dem Homo sapiens auf eine Weise vorgehalten wird, die seltsam unwohl macht, manchmal lächerlich wirkt, und zeitweise verstört. The Square, mit der Goldenen Palme prämiert und für den Auslands-Oscar nominiert, ist ein Film, der mir ganz und gar nicht gefällt. Hinter dem aber ein Konzept steckt, das wiederum brillant ist.

Um nichts anders geht es hier, augenscheinlich betrachtet, als um einen Museumskurator, dem Smartphone und Geldbörse gestohlen wird. Der geht daraufhin zwecks Wiederbeschaffung seines getrackten Elektroteils in die Breitband-Offensive, die aber ungeahnte Wellen schlägt und den egozentrischen Schnösel und Vater zweier Kinder mit den Prinzipien seiner eigenen Lebensart konfrontiert. Umrahmt wird das Geschehen von einer Ausstellung, die den Altruismus zum Thema hat – und in scheinbaren Episoden, die ineinandergreifen, über das Kunstprojekt hinaus den normalen Bildungsbürger an sich zur Installation des Geplanten macht. Das ist sehr viel, was Östlund will, und sehr viel, was ihm anscheinend durch den Kopf geht. Und es spannt einen ziemlich deutlichen Bogen zu eingangs genanntem Werk, das sich im Grunde mit genau demselben Thema beschäftigt: Was ist nötig, um seine eigene Komfortzone zu verlassen und Zivilcourage zu zeigen? Wo liegt die Grenze, um uns selbstlos agieren zu lassen? The Square, also ein Geviert von 4×4 Metern, wird zu Beginn des Filmes unter den Klängen von Johan Sebastian Bach´s Ave Maria vor dem Museum für zeitgenössische Kunst ins Kopfsteinpflaster gesetzt. Ein Zufluchtsort soll es sein, für Respekt, Nächstenliebe und dem Anspruch, dass alle, die die neonbeleuchteten Grenzen der Installation überwinden, mit gleichen Rechten und Pflichten ausgestattet sind. Wie seltsam, dass es dafür eine Zone braucht. Wäre das nicht selbstverständlich, für den anderen da zu sein? Macht das nicht das Menschsein aus, Hilfe zu leisten, wenn Hilfe vonnöten ist? Natürlich, was für eine Frage. Doch sind wir wirklich bereit dazu? Begeben wir uns nicht selber in Not, wenn wir helfen würden?

Anderen Filmemachern möge die Gewichtigkeit solcher sozialphilosophischen Fragen in all ihrer Euphorie zu Kopf steigen und ihr Werk überfrachten. Östlund passiert das nicht. Seine Szenen sind scheinbar beiläufig, unexaltiert und fast schon so voyeuristisch wie eine Dokusoup. Ein Aufriss bei einem Clubbing, ein Interview über Kunst, Sex mit einer flüchtigen Bekannten – und ein Hilferuf auf offener Straße. Dieser Ruf nach Beistand, der zieht sich durch den ganzen zweieinhalbstündigen Film. Ebenso wie all die Obdachlosen am Straßenrand, in der Einkaufspassage. Oder im Geviert, das Schutz verspricht. Wo ein blondes, verwahrlostes Kleinkind auf Schutz und Hilfe hofft – und von unsichtbarer Hand in die Luft gesprengt wird. Das ist heftiger Tobak, ist aber ein Promotionfilm, der auf die kommende Ausstellung der Künstlerin Kalle Boman, die tatsächlich existiert und tatsächlich dieses Quadrat in der schwedischen Stadt Värnamo installiert hat, aufmerksam machen soll. Das erinnert natürlich an die Geschmacklosigkeiten, die seinerzeit Benetton an die Plakatwand gepappt hat. Das ist eine plumpe, aber effektive Methode der Werbung, die habe ich während meiner Ausbildung zum Grafiker selbst erprobt. Nichts erreicht mehr Response als die schlechte Nachricht, der Skandal, das Unethische. Das ist aber nur eine der narrativen Spitzen von The Square, und dabei will der Film eigentlich überhaupt nicht die moderne Kunst bloßstellen oder als heiße Luft demaskieren. Ganz im Gegenteil. Was hinter dem Konzept Boman´s steckt, ist durchdacht, klug und bewegt den Besucher zur Interaktion. Kunst, die muss längst nicht mehr handwerklich erstaunen. Kunst, die ist viel mehr nur noch eine abstrakte Idee oder ein Gedanke, der sich durch den Kontext alltäglicher Materialien manifestiert. Das hat schon der Franzose Marcel Duchamp gewusst, der in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts Sanitärkeramiken zum Kunstwerk erhob. Der Dadaismus ist entstanden, die Idee, Kunst an sich zu hinterfragen. Nicht unbedingt gefällig und schön anzusehen, aber vom Konzept her fast schon genial.

Mit The Square verhält es sich genauso. Östlund´s dunkel-humorige Reise hinter die  verqueren Demarkationslinien menschlichen Handelns ist unbequeme Provokation. Wenn die Grenzen zwischen Tier und Mensch verschwimmen und ein Aktionskünstler in äffischem Verhalten die instinktiven Scheuklappen einer noblen Gesellschaft aktiviert, um die Grenze der Zivilcourage erst knapp vor einer gespielten Vergewaltigung auszuloten, ist eine der verstörendsten Szenen seit langem und erinnert an die Radikalität der Theaterstücke eines Elias Canetti oder Peter Turrini. Wie weit muss man gehen, um zur Intervention zu bewegen? Auch hier ruft die an den Haaren gezogene Dame um Hilfe, und alsbald auch das Gespenst des schlechten Gewissens bei Kurator Claes Beng, der seine eigene Feigheit mit dem Umgang anderer erkennt. Östlund ist ein Filmstratege, ein scharfer Analytiker, der die soziale Verkümmerung des gebildeten Establishments auf nachhaltig irritierende Weise verurteilt. Seine bizarren Szenen über den Verlust von Vertrauen und Respekt wagen soziale Umkehrungen, stellen experimentelle Aufgaben. Angenehm ist das Ganze nicht, Spaß macht es eigentlich auch keinen, und es fordert, auch wenn man gelegentlich lachen muss – doch warum eigentlich? Wie sehr bin ich bei Betrachten dieses Filmes selbst Teil dieser Ausstellung, dieses beklemmenden Manifests? Bin ich noch Affe, oder schon Mensch? Der Affe in uns, der hat auch hier seine metaphorische Rolle.

Selten gibt es Filme, die so eine psychosoziale Ohrfeige verpassen. Das tut weh, und es gefällt mir nicht, und dann frage ich mich: brauche ich das denn? Allerdings: muss The Square überhaupt gefallen? Sollte der Film nicht eher aufwühlen? Letzteres tut er, und das mit System. Und wir stellen fest: The Square kann überall sein. Egal, wo wir sind. Am liebsten jenseits unserer Komfortzone. Dort, wo wir uns genauso wenig wohlfühlen wie in diesem Film.

The Square

Another Earth

BACKUP FÜRS LEBEN

7,5/10

 

anotherearth© 2011 20th Century Fox

 

LAND: USA 2011

REGIE: MIKE CAHILL

MIT BRIT MARLING, WILLIAM MAPOTHER, MATTHEW-LEE ERLBACH, MEGGAN LENNON U. A.

 

Schade, dass Mike Cahill seit 2014 keinen Film mehr gemacht hat. Dabei zählt der Bilderstürmer für mich seit I Origins – Im Auge des Ursprungs zu den führenden Philosophen des Kinos, visionär im Denken und mutig in der Ausführung ersonnener Gedankenspiele, die an die durchdachten Ideen eines Jaco van Dormael erinnern. Was war I Origins nicht für ein inspirierendes Erlebnis. Die ungestüme Schicksalssymphonie Another Earth war drei Jahre zuvor Cahill´s erster Langspielfilm, realisiert für wohlfeile 200 000 Dollar, und gemeinsam mit Lebensgefährtin Brit Marling, die sich in diesem anmutigen bizarren Hirngespinst einfügt wie Klimt´s Adele in die Ornamentik ihres Schöpfers.

Marling ist’s, die die junge Studentin Rhoda spielt, die einen Verkehrsunfall verursacht – weil am Himmel eine zweite Erde sichtbar ist. Mit Kontinenten und Meeren, das kann man vom Boden aus mit freiem Auge gut erkennen, vor allem nachts. Dass nicht nur Smartphones im Straßenverkehr meist schreckliche Konsequenzen nach sich ziehen – das erfährt die traumverlorene Blonde aus erster Hand. Frau und Kind des gerammten Fahrzeugs sind tot, der Vater überlebt. Weder Sie noch der trauernde Witwer bekommen ihr Leben von nun an wieder in den Griff. Niemandem würde es anders ergehen. Wenn das Schicksal mit eherner Faust zuschlägt, wünscht man sich, die Zeit zurückdrehen zu können. In Ermangelung dessen hilft nur noch Absolution. Rhoda macht den Witwer ausfindig, tarnt sich als Putzfrau und fängt an, ins Leben und in die Wohnung des völlig verwahrlosten Musikers wieder Ordnung reinzubringen. Die zweite Erde, die rückt derweil immer näher. Wenig später der erste Kontakt – und die Gewissheit, dass der Planet eine Spiegelung der eigentlichen Erde ist. Oder die eigentliche Erde eine Spiegelung des mobilen Trabanten. Eine Tatsache, die plötzlich möglich macht, was bislang unvorstellbar war.

Mike Cahill´s Vision von einer zweiten Chance, die sich allen physikalischen Gesetzen zum Trotz am Himmel manifestiert, ist ein assoziativ skizziertes Philosophikum, grobkörnig schraffiert, in einigen Momenten haarfein detailliert, dann wieder wie ein Found Footage-Video. Impulsiv gefilmt, aus dem Bauch heraus und spröde, nah an den Personen. Dann aus der Distanz und manchmal sogar in ikonografischer Apotheose. Ein Preludium für gequälte Seelen, die plötzlich auf das Backup ihres Lebens zurückgreifen können, gemäß der Hypothese paralleler Welten, die im Grunde genau so sind wie die unsere, die sich aber stetig und bis in die unendlichste Variation hin anders entwickeln als jene Realität, der wir inhärent sind. Was aber, wenn eines dieser Universen mit dem unsrigen überlappt? Was wäre dort anders als hier? Was besser? Und würden die Toten dort noch leben?

Another Earth ist wie ein abgehobener Traum, und vielleicht hat Mike Cahill tatsächlich einen solchen geträumt. Belegende Bilder dafür hat er zumindest geschaffen, und seine Überlegung führt zu einem Ende, das den Betrachter weiterdenken lässt als der Film andauert. Mit kreativen Leerräumen, um Unausgesprochenes für uns selbst zu artikulieren. Another Earth funktioniert nicht allein, dafür braucht es die Welt im Kopf seines Publikums. Solche Filme sind viel zu selten, um sie zu ignorieren. Das ist Kino, das weiterwill und nicht aufhören wird, Fragen zu stellen und neue aufzuwerfen.

Another Earth

Lucky

KEINER KOMMT HIER LEBEND RAUS

6/10

 

lucky© 2017 Alamodefilm

 

LAND: USA 2017

REGIE: JOHN CARROLL LYNCH

MIT HARRY DEAN STANTON, DAVID LYNCH, RON LIVINGSTON, TOM SKERRITT U. A.

 

Das Leben ist wie eine Schachtel Pralinen – man weiß nie was man bekommt. Das hat vor vielen vielen Jahren mal Forrest Gump gesagt. Zu einer Zeit, da war Harry Dean Stanton womöglich noch fit wie ein Turnschuh. Das Leben kann aber auch so sein wie der Fluchtversuch einer Schildkröte, genauer gesagt einer Landschildkröte. So sehr sie auch ihrem Schicksal zu entkommen versucht, den sprichwörtlichen Holzpyjama trägt sie immer mit sich herum. Zu Lebzeiten ihr trautes Heim, wird ihr Panzer irgendwann zur Gruft. Dem Tod, dem Ende allen organischen Lebens, lässt sich nicht von der Schippe springen. Diese Erkenntnis fährt dem steinalten Cowboy nach einem im wahrsten Sinne des Wortes niederschmetternden Aha-Moment bis in die arthritischen Knochen. Auch das Leben eines Einzelgängers wie Lucky wird bald ein Ende haben. Die Ungewissheit, wie lange noch, das Bangen vor dem finsteren Nichts, der absoluten Leere, macht den vermeintlichen Atheisten plötzlich schwer zu schaffen. Eine Scheiß-Angst hat er plötzlich. Da kann man noch so gesund sein, irgendwann gibt die Maschine Mensch seinen Geist auf. So alt wie ein Kaktus zu werden, oder eben gar so alt wie eine Landschildkröte, das wäre schon was. Und das dürre Männlein, das sich jeden Morgen vor dem Aufstehen einen Sargnagel anheizt, sich schnäuzt, kämmt, brav seine Yoga-Übungen absolviert und zu seinem Lieblings-Café mehr stapft als schlendert, um das Wort des Tages beim Kreuzworträtseln zu lösen, blickt erst sehr spät, aber doch, auf ein viel zu schnell vergangenes Leben zurück.

Das Leben ist nichts ohne den Tod. Debütregisseur John Carroll Lynch orientiert sich an lebensphilosophischen Roadmovies wie About Schmidt oder Nebraska und skizziert einen kleinen, feinen One-Man-Spätwestern, der in einer Aneinanderreihung kleiner Lokalszenen und Gesprächsfragmente vor sich hin sinniert wie ein Friedhofsbesucher, der unter dem Grabmal ehemals verwandter Seelen eine Rast einlegt und im Dämmerschlaf den Geheimnissen des Universums näher rückt, der Entropie und dem Zustand des Nicht-Seins. Harry Dean Stanton hat die richtige Visage dafür. Mit seinem eingefallenen Resting-Asshole-Face zeigt er nach außen hin dem Unvermeidbaren den Stinkefinger, im Inneren aber rollt er sich des Nächtens unter seiner Decke zusammen, verletzlich wie ein Kind und fürchtet sich vor der Einsamkeit. Doch Alleinsein muss nicht zwingend einsam sein. Aber was, wenn doch? Die kauzige Odyssee in die Gedankenwelt eines Menschen, der am Ende seines Weges ankommt und nicht weiß, wer oder was ihn überhaupt abholt, ist angereichert mit allerlei Symbolik und geradezu metaphysischen Einsprengseln wie das dubiose rote Telefon oder das Mysterium des rot beleuchteten Kellers (kann natürlich von der Lichtdeutung her klarerweise ein Laufhaus sein, aber sicher weiß man es nicht). Überhaupt zieht sich die Farbe Rot bedeutungsschwer durch den Film. Farbe überhaupt spielt eine Rolle. Sogar Lucky´s heißgeliebte Bloody Mary setzt bewusste Akzente. Aki Kaurismäki macht es gelegentlich ähnlich. In seinem Film Le Havre stiehlt sich die Farbe Türkis in fast jede Szene.

Kann sein, dass der Meister des Surrealen, David Lynch, seinen Einfluss geltend gemacht hat. Nicht nur, dass Dean Stanton immer ein gern gesehener Gast in Lynch´s Filmalbträumen war – privat war da sicher sowas wie Freundschaft. In der Stammbar von Lucky treffen beide nun als fiktive Gestalten aufeinander. Der knorrige Stanton und der stets zertreute David Lynch als die verblüffende Erscheinung eines in die Jahre gekommenen James Stewart. Mit Hut und Anzug und auf der Suche nach seinem Lebenstier, der Schildkröte Präsident Roosevelt, postuliert er mit verhaltener Stimme und melancholischer Traurigkeit die Metaphorik eines Reptils wie diesem und entzündet scheinbar ganz unbeabsichtigt einen Diskurs nicht nur über die Verbrüderung mit dem Tod als auch mit der Akzeptanz des Verlustes. Doch weder Lucky noch Lynch resignieren oder huldigen einem fatalistischen Weltbild. Das Leben ist ein andauerndes Klarkommen. Mit oder ohne Yoga, mit Wut im Bauch oder einem Lächeln. Das unausweichlich Tröstende kommt bestimmt. Und hat auch Harry Dean Stanton kurz nach den Dreharbeiten ereilt. Als ob er es gewusst hätte, so lässt sein letzter Blick direkt in die Kamera eine gewisse Ahnung aufblitzen. Carroll Lynch´s Lucky ist wie eine Graphic Novel, skurril und plakativ. Gleichzeitig aber auch anekdotenhaft, manchmal sehr bürgerlich und in unerwarteten Momenten dort sperrig, wo das Erzählen gerade seinen Fluss hat. So gesehen und mit Nachsicht betrachtet ist Lucky filmgewordener sozialer Besuchsdienst. Ignoriert man eigenbrötlerisch unsympathische Gemeinheiten, zahlt sich Zuhören jedenfalls aus. Denn eine anteilnehmende Begegnung mit dem Alter ist oft auch eine Begegnung mit dem eigenen Status Quo des Lebens.

Lucky

Paterson

DIE POESIE DES EREIGNISLOSEN

7,5/10

 

PATERSON_D29_0219.ARW© 2016 Filmladen / Photo: Mary Cybulski 

 

LAND: USA 2016

BUCH & REGIE: JIM JARMUSCH

MIT ADAM DRIVER, GOLSHIF TEH FARAHANI, WILLIAM JACKSON HARPER U. A.

 

Wie das Amen im Gebet erfolgt nach der Sichtung eines Blockbuster-Filmes geradezu gebetsmühlenartig die schlagkräftige Kritik mangelnder Handlung und dünnem Plot. Mainstream darf enorm aufwändig sein, visuelle Brillanz ist was Selbstverständliches geworden. Mainstream muss alles können. Und vor allem darf Mainstream eines nicht – inhaltsarm sein. Ganz so wie die meisten Opern. Aber Opern dürfen das. Ihre Libretti sind in wenigen Minuten durcherzählt. Aber Oper ist Kunst. Budgetintensives, handwerklich perfekt inszeniertes und ausgestattetes Kino, im Grunde Oper für die Leinwand, verdient sich dieses Prädikat dank kommerzorientierter Beweggründe aus Sicht des Publikums leider nicht. Dafür werden all jene, die hinter einem Großprojekt stehen, und für Maske, Kostüme, Ausstattung, CGI und was weiß ich noch allem verantwortlich sind, dankbar sein. All das steht im Gegensatz zum Arthouse.

Arthouse darf alles, muss aber nichts. Arthouse kann auch nur ein weißes Quadrat sein, ohne Rahmen. Kann im Kino auch nur durch ein Meer aus Blau mäandern und bedeutende Worte von sich geben. Oder der Poesie des Ereignislosen frönen. Niemand kann sowas besser als Jim Jarmusch. Die Independent-Ikone ist wohl der eifrigste Schüler des ursprünglich italienischen Neorealismus, behält aber seine Figuren träumerisch verklärt und lässt sie niemals abstürzen – schlimmstenfalls kann es passieren, dass sie in der Bewegungslosigkeit verharren, bis auf ewig. Bis über das Ende des Films hinaus. So auch hier, im neuesten Werk des Regie-Individualisten mit silberner Struppelfrisur. Seine filmgewordene Alltagsphilosophie nennt er Paterson – ganz so wie die Bundesstadt New Jerseys. Und auch ganz so wie der Poet selbst, um den es hier geht. Jarmusch begleitet den lakonischen, stets wehmütig dreinblickenden Adam Driver, der hier so überhaupt nichts von seiner Rolle aus Star Wars mitgenommen hat, auf seiner täglichen Routine. Und das sieben Tage lang. Und Paterson schreibt. Gedichte über Streichhölzer zum Beispiel. Und seine Freundin, die bemalt, während Paterson als Busfahrer unterwegs ist, die Wohnung in schwarz und weiß. Auch eine Möglichkeit, sich zu verwirklichen. Doch Paterson, der verwirklicht sich nie. Oder ist die Poesie für die Schublade genau das, was er will?

Mehr passiert nicht wirklich. Und diesmal hat Jim Jarmusch nicht einmal so einen schmissigen Musikmix zusammenselektiert wie in Broken Flowers. Oft bleiben die Szenen aus dem Leben von Mann, Frau und Hund musikalisch unkommentiert. Paterson ist reduziertes Independentkino, aber mit Bildern, die so typisch Jarmusch sind, und andererseits aber an Bilder des Malers Edward Hopper erinnern. Die Szenen in der Bar, die Paterson jeden Abend aufsucht, um sein Feierabendbier zu trinken. Das zerstrittene Ehepaar links der Musikbox. Oder das schwarzweiße Sofa, links Adam Driver, rechts die Gitarre mit Harlekinmuster. Requisiten, die Paterson zu einem kleinen, kunstvollen Stück Filmrealismus werden lassen. Darüberhinaus denkt Jarmusch sehr viel über die Bedeutung von Erfolg nach. Von Erfüllung, Lebensträumen und verpassten Chancen. Und dass die Dinge, auf die man sich schon morgens beim Aufstehen freut, nicht für andere, sondern für sich selbst verwirklicht werden sollten.

Jarmusch hat es wieder mal geschafft, das Ruhe und Reflexion ins Kino einkehrt. Auch ohne viel Handlung, dafür aber mit reichlich Besinnung.

Paterson

Die fast perfekte Welt der Pauline

WÄHREND DU SCHLIEFST

6/10

 

pauline© 2015 Neue Visionen Filmverleih

 

LAND: FRANKREICH 2015

REGIE: MARIE BELHOMME

MIT ISABELLE CARRÈ, CARMEN MAURA, PHILIPPE REBBOT U. A.

 

Das Leben könnte bei Weitem schlechter sein. Aber auch um einiges besser. Die schusselige Musikerin Pauline organisiert Kindergeburtstage und tritt als wandelndes Obst als Showeinlage in Seniorenrunden auf. Der Applaus ist enden wollend. Pauline macht sich immer mal wieder zum Deppen. Und muss für manchen durchwachsenen Auftritt kreuz und quer durchs Land fahren. Bei einem dieser zeitknappen Kundenbesuche passiert auf dem Weg zu einem Termin ein Missgeschick – das Ergebnis grobmotorischer Hektik, unabsichtlich natürlich. Da fragt frau nach dem Weg, und schon landet ein Wildfremder in der Baugrube. Kein guter Tag, und auch die folgenden Tage sind entbehrlich – das schlechte Gewissen nistet sich bei Pauline ein. Es führt kein Weg daran vorbei, für Klarheit über das Schicksal dieses wildfremden Mannes zu sorgen und die Schuld des Unglücks zu tilgen.

Die Ausgangssituation kommt mir bekannt vor. Sehr bekannt. Da gab es doch mal einen ähnlichen Film mit Sandra Bullock und Bill Pullman. Nur hat Sandra Bullock ihren Schwarm nicht auf die Gleise gestoßen. Der bildhübsche Businessman bricht am Bahnsteig ganz von alleine zusammen. Und liegt fortan im Koma. Genauso wie Paulines Pechvogel. Der schläft vor sich hin, und während er schläft, übernimmt die unsichere Lebenskünstlerin die Agenden des Unbekannten – bis hin zur Betreuung seines Sohnes. Und bis zum erlogenen Outing als falsche Freundin. Ja, das war bei Während du schliefst von Jon Turteltaub wiederum ziemlich ähnlich. Dennoch ist Die fast perfekte Welt der Pauline wiedermal eine romantische Komödie mit dem typisch selbstironischen, verspielten französischen Kolorit, das französische Komödien so unverwechselbar macht. 

Allerdings geht Der perfekten Welt der Pauline immer mal wieder die Puste aus. Ja natürlich, Regisseurin Marie Belhomme hat den Film mit frühlingshafter Leichtigkeit inszeniert. Doch manchmal zu leicht, zu verträumt – da lässt sich die primäre Ursache dafür zweifelsohne bei Hauptdarstellerin Isabelle Carré entdecken. Ihre Pauline scheint auf Wolken zu tanzen – nie ganz bei der Sache, immer gutgläubig, schwer naiv und mit zielsicherem Fokus auf Fettnäpfchen. Das Leben im Griff hat die blonde Einzelgängerin wohl wirklich nicht. Muss sie aber auch nicht. Sonderlinge haben was Sympathisches, geradezu Tröstendes. Gut, zu sehen, das anderen nicht auch immer alles gelingt. Und gut zu sehen, dass andere durch ihre verquere Art zu leben manche Details wahrnehmen, die der gesellschaftlichen Norm verborgen bleiben. Doch so tief will Die fast perfekte Welt der Pauline gar nicht gehen. Belhomme will leise unterhalten – so plätschert ihr Film unaufgeregt und eher zaghaft wie Pauline selbst vor sich hin, wie eine sanfte Streicheleinheit, die plötzlich vorbei ist und man merkt es gar nicht. Weil das Einkuscheln auf der Couch oder im Kinosaal aufgrund der gefälligen Stimmung alleine schon reicht.

Die fast perfekte Welt der Pauline