Kaffee mit Milch und Stress

WIE DIE ALTEN SUNGEN

6/10

 

kaffeemilchstress© 2017 Filmladen Filmverleih

 

LAND: FINNLAND 2017

REGIE: DOME KARUKOSKI

MIT ANTTI LITJA, PETRA FREY, MARI PERANKOSKI, LIKKA FORSS U. A.

 

Entweder die Alten flüchten aus dem Altersheim, und zwar nicht durch die Hintertür, sondern durch das Fenster. Oder sie grummeln herum und werden nur langsam zu Verbündeten. Oder sie isolieren sich tief in den Wäldern und hacken noch das Kleinholz wie anno dazumal. Blöd nur, wenn der alte Aussteiger dann über die Kellertreppe stürzt – dann gibt es nämlich kein Entkommen mehr aus der Gegenwart, da lässt sich die Zeit auch nicht mehr zurückdrehen. Da muss der alte Mann der Realität ins Auge sehen: die Konservierung vor dem Verfall funktioniert so nicht ganz, und wenn dann der Nachwuchs noch alles besser weiß, gibt’s ordentlich Zündstoff. Was ich damit sagen will – Das Kino Nordeuropas gibt seinen Senioren zumindest filmtechnisch genügend Sendezeit. Mit diebischer Freude dürfen sie gesellschaftliche Dogmen über Bord werfen, radikales Entkommen wählen oder einfach nur sagen, was Sache ist. Das nämlich früher alles besser war. Das meint der alte Hinterwäldler, und hört nicht auf, es wieder und wieder zu betonen, vor allem wenn ihm die Schwiegertochter Mate Tee statt Kaffee vorsetzt. Da könnte ich aber mit meinen jungen Jahren auch schon die Nerven schmeißen. Nichts geht über Kaffee. Wie erschreckend, wenn der Haushalt seines Filius nicht mal mehr den Frischgemahlenen verarbeiten kann. Und Sojakost zum Nachtmahl – Nein, Danke. In vielen Dingen hat der alte Besserwisser so ziemlich recht. Und er lässt keinen Moment verstreichen, seine Ansichten kundzutun. Aber, was wir natürlich schon im Vorfeld wissen – er hat nicht in allem Recht.

Kaffee mit Milch und Stress ist eine zerknautschte Tragikomödie über die Verklärung der guten alten Zeit und über die mangelnde Reflexion der Neuzeit. Mittendrin ein alter Mann, der nicht so griesgrämig ist wie ein Mann namens Ove, der aber als Verfechter von Bewährtem in einer Zeitkapsel existiert und so lebt, als dürften die kommenden Tage nur Variationen der besten Momente von damals sein. Viel zu schmerzhaft ist die Vergänglichkeit, das Gewesene, das niemals Wiederkehrende. Filme über das Alter sind selten nur frohgemute Komödien mit allerlei skurrilen Anteilen – Filme dieser Art sind oft traurig, wehmütig, und bieten genug Anknüpfungspunkte an die eigene Familiengeschichte – was sie nur noch er- und begreifbarer macht. Regisseur Dome Karukoski (Helden des Polarkreises) lässt seinen stets mit einer ausladenden Bärenfellmütze geschmückten Eigenbrötler im Grunde längst nicht resignierend daherkommen – viel zu viel von all dem Alten wurde lange Zeit erfolgreich gehütet, so wie der kleine rote Ford Escort – für die nötige Wehmut sorgt die musikalische Untermalung der ganzen Familiendramödie, die vielleicht um einiges zu dick aufträgt und eigentlich situationskomische Szenen in verheißungsvoller Melancholie missinterpretiert. Das mag bei den wie alten Postkarten eingefärbten Rückblenden passend sein, nicht aber den ganzen Film hindurch. Ein Beispiel, wie sehr der Soundtrack Filmszenen umfärben kann, die im Grunde gar nicht so gemeint sind. Oder doch? Schön und stimmungsvoll ist sie ja.

Wobei die besten Szenen eben jene sind, in der die erfolgreiche Businessfrau und Schwiegertochter Liisa den alten Hinterwäldler während eines Geschäftsabschlusses mit russischen Interessenten an der Backe hat. Die skurrile Konstellation erinnert nicht nur ungefähr an die österreichisch-deutsche Tragikomödie Toni Erdmann, wo Papa Simonischek nicht von der Tochter Seite rückt, nur, um ihr zu zeigen, dass das Leben durchaus eine Portion ungezwungenen Spaß vertragen kann. Bärenfell-Opa will ähnliches, allerdings längst nicht so von langer Hand geplant. In diese Schiene hinein hätte noch mehr passieren können. Stattdessen schlägt der Film eine für finnische Verhältnisse fast schon konventionelle Richtung ein, die sicherlich aufrichtig gemeint und in sich stimmig ist, im Endeffekt aber in der Art und Weise, wie er den unausweichlichen Generationen-Clash interpretiert, auf bewährte Messages zurückgreift. Kaffee mit Milch und Stress lässt Älterwerden nur dann zu, wenn auch sonst alles beim Alten bleibt. Das hat natürlich Witz und gewährt Einsicht, für die geistige Frischzellenkur von Vater und Sohn, die beide mit Gewohntem brechen müssen, fehlt fast ein bisschen das gewisse Radikale, auch wenn der Ford Escort auf dem Autofriedhof landet.

Kaffee mit Milch und Stress

Roman J. Israel, Esq.

VERRAT IN EIGENER SACHE

7,5/10

 

Roman J. Israel Esq.© 2017 Columbia Pictures

 

LAND: USA 2017

REGIE: DAN GILROY

CAST: DENZEL WASHINGTON, COLIN FARRELL, CARMEN EJOGO, TONY PLANA U. A.

 

Erst vor Kurzem noch hat er als unkaputtbarer Einzelkämpfer Robert McCall, genannt der Equalizer, sämtlichen Schurken gezeigt, was es heißt, Selbstjustiz zu üben. Einen gefühlten Augenaufschlag später wird der Profikiller zu einem nerdigen Paragraphenritter mit eidetischem Gedächtnis. Die Rede ist von Denzel Washington, einer meiner persönlichen Top Ten unter den gern gesehenen Schauspielern. Vielleicht ist es das enorm selbstbewusste, einnehmende Charisma hinter jeder seiner Rollen. Dieses expressive Versenken in seinen Figuren. Vollblut, nenne ich sowas. In Dan Gilroy´s filmgewordenen Justiz- und Moraldilemma Roman J. Israel, Esq. (ein nicht gerade verkaufsfördernder, weil kaum prickelnder Titel) agiert Washington in deutlichem Kontrast zu seinen Actioneskapaden und schlendert im Watschelgang, schlechtsitzenden Anzügen und Afro durch die Straßen von Los Angeles, der Stadt der gefallenen Engel. Diese Rolle, die wäre Schauspielkollege Forrest Whitaker geradezu auf den Leib geschnitten gewesen. Für den formatfüllenden König von Schottland mit Hängelied und dem irritierend naiven Gehabe eines großen Kindes wäre die Figur des hochbetagten Außenseiters vielleicht sogar zu aufgelegt gewesen. Für Washington ist diese Rolle ein weiterer Beweis seines profunden Talents und ein wichtiger Eckpfeiler seines darstellerischen Schaffens. Für jene, denen die Oscar-Verleihung 2018 schon zu weit zurückliegt: eine Nominierung als bester Hauptdarsteller war hierfür eigentlich selbstredend.

Umso mehr verwundert es mich erneut, dass sehenswerte Filme wie dieser vom Kinoverleih schmählichst ignoriert werden. Zumindest haben Filmliebhaber das leicht geschmälerte Vergnügen, Roman J. Israel, Esq. im Heimkino zu bewundern. Denn sehen sollte man diesen intensiven Streifen auf alle Fälle, nicht nur als Fan Washingtons. Vielleicht auch, wenn man ein Bewunderer der literarischen Werke Friedrich Dürrenmatts ist. Der geniale Schweizer Dramatiker und Romancier hat sich Zeit seines Schaffens mit Themen wie Moral, Verantwortung und den Achillesfersen der Gesellschaft angenommen, die er dann auf die Spitze trieb. Auf den Worst Case ließ er es ankommen, stets mit einem niemals allzu moralinsauren Sarkasmus, eher mit der alles verschluckenden Schwärze einer Konsequenz, die kommen muss.

Dan Gilroy, der schon mit Nightcrawler die Frage der Moral in den Grundfesten erschüttern ließ, hat nun, ebenfalls aus eigener Feder, einen wuchtigen Eigenbrötler und Einzelkämpfer aufs Tablett gebracht, der nach rund 40 Jahren als Partner eines Anwalts vor verschlossenen Türen steht und sich neu orientieren muss. Ein wandelndes Lexikon aller Paragraphen des amerikanischen Gesetzes, aber desillusioniert, was das System angeht. Der schmierige Lackaffe und Staranwalt George Pierce, raffiniert undurchsichtig verkörpert von Colin Farrell, will ihn mehr aus Mitleid als aus Überzeugung mit ins Boot holen, um ihn bald ob seiner unorthodoxen, weltfremden Arbeitsmethoden zu rügen. Schlimmer noch, er macht ihn zur Schnecke. Und irgendwann zerbricht das Weltbild des seltsamen, prinzipientreuen Vogels, der überall aneckt und unangenehm auffällt. Spätestens dann ist der Pakt mit dem Teufel nicht der mit dem Lackaffen als Advokat, sondern mit einem verräterischen Selbst, dass aus kindlichem Trotz rundumschlägt, resigniert und ein Lebensglück erzwingt, dass allen guten Vorsätzen widerspricht.

Wie Roman J. Israel das macht, ist faszinierend, spannend und umwerfend dargeboten. Die paraverbale Sprache Washingtons, der Entwurf dieses dem Mainstream entwurzelten Charakters, ist meisterlich bis ins Detail. Wenn er blickt, denkt, in Rage gerät, dann ist das schlüssig, greifbar und mitreißend. Dabei muss er gar keine großen Reden schwingen, doch selbst wenn er seine Quergedanken artikuliert, kommt man nicht umhin, sich ein Stück davon mitzunehmen. Denn prinzipiell hat er ja recht. Und um so schmerzlicher ist es, mitanzusehen, wie die eigenen Ideale dem einfordernden Wunsch nach Wohlstand zum Opfer fallen. Washington´s famoser Kraftakt ist ein erkenntnisreiches Gleichnis und ein hörbarer Imperativ, zu sich selbst zu stehen. Roman J. Israel, Esq. ist ein Antiheld, ein Verlierer, der aber schon längst gewonnen hätte, wäre da nicht der Druck von außen, der mehr und ganz etwas anderes verlangt.

Roman J. Israel, Esq.

Hampstead Park

HÜTTENZAUBER MIT IRISCHEM EISBÄR

4/10

 

hampsteadpark© 2017 Splendid Film

 

LAND: GROSSBRITANNIEN 2017

REGIE: JOEL HOPKINS

MIT DIANE KEATON, BRENDAN GLEESON, LESLEY MANVILLE U. A.

 

Hätte sich Bud Spencer einmal dazu durchgerungen, einen Ausflug ins Genre des romantischen Films zu wagen, hätte man ihm die Rolle des unangepassten Parkbesetzers Donald Horner an den stämmigen Leib schneidern können. Allerdings wäre der Neapolitaner wohl nicht als Ire durchgegangen, was aber mit einer kleinen Drehbuchadaption sofort kein Problem mehr gewesen wäre. Anstelle des bärtigen Riesen tritt ein anderer seiner Art – Brendan Gleeson. Dem breiteren Publikum bekannt als Mad Eye Moody aus dem Harry Potter-Universum. Cineasten wohl auch aus Calvary oder Brügge sehen… und sterben? ein Begriff. Der wuchtige Brummbär mit rotem Haar und weißem Eisbärbart macht in dem bis zur Arthritis ungelenken Liebesfilm für ausgesucht ältere Semester als einziger eine annehmend gute Figur. Gleeson ist es auch gewesen, der mich dazu bewogen hat, nach rund einer halben Stunde periodisch auftretender Selbstreflexion aus dem Film nicht auszusteigen, ließ er mich doch in jeder Szene wissen, dass Kinogeher unter 60 in Hampstead Park im Grunde nichts verloren haben. Und das ist schon etwas eigenartig. Natürlich sehe ich selbst sehr gerne Filme, die vom Leben, Lieben und Leiden der älteren Generation erzählen. Da gibt es Kinoperlen wie Nebraska, About Schmidt oder Die Brücken am Fluss. In ihrer Erzählweise sind es aber so außergewöhnlich konzipierte Geschichten, die dem jungen Publikum niemals das Gefühl geben, unerwünscht zu sein. Das liegt vielleicht am Beweggrund, warum man den einen oder anderen Film überhaupt macht. Oft sieht man Werken dieser Art an, wozu und für wen sie realisiert wurden. Will die Produktion marketingtechnisch tatsächlich nur eine Zielgruppe ansprechen anstatt ein vielfältiges Zuschauerspektrums, so lässt sich das kaum verbergen. Das passiert zum Beispiel bei Joel Hopkins´ Parkspaziergang.

Wobei dem Streifen im Grunde eine reizvolle Geschichte innewohnt: Eine hochverschuldete Witwe aus dem gehobenen Mittelstand stößt durch Zufall auf einen durchaus gesitteten Eigenbrötler und Aussteiger, der sich prompt in die Dame verguckt und des Weiteren um seine unrechtmäßige häusliche Existenz im Hampstead Park fürchten muss. Mit Diane Keaton und eingangs erwähntem Brendan Gleeson kann das reife Alltagsmärchen durchaus für kauzig-emotionale Stimmung sorgen. Sowas wie Zoff in Beverly Hills, muss aber längst nicht so grotesk und satirisch sein. Da kann auch ein Jack Nicholson-Gehabe durchaus reichen. Doch nichts davon entsprach letzten Endes den Erwartungen. Hampstead Park ist wie ein Döblinger Kaffeekränzchen mit gesellschaftskritisch fundiertem Small Talk. Und es ist gut vorstellbar, wie sehr gesellschaftskritischer Smalltalk in nachbarschaftlicher Noblesse aneckt. Nämlich gar nicht. Dass Diane Keaton sich für den zerfledderten Mittsechziger interessiert, lässt sich schwer nachvollziehen. Überhaupt gelingt der in Würde ergrauten Filmlegende nur mühsam, der Figur der noblen Witwe glaubhafte Gefühlswelten anzudichten. Sichtlich unterfordert stakst sie zwischen Rhododendronbüschen und angepflanzten Karotten durch den verwilderten Hain von Hampstead Heath, um sich erst für die Ambitionen des fischenden, autarken Freigeistes einzusetzen, um ihn dann und ganz plötzlich nach ihren Gutdünken zu manipulieren. Das geht storytechnisch gar nicht. Im letzten Drittel schmeißt der Drehbuchautor wohl die Nerven, weil er das Gesülze wohl selbst nicht mehr erträgt. Aber statt der Romanze hier wirklich mehr Kernigkeit und Körnigkeit zu verleihen, bekämpft man womöglich lieber hausbackenen Kitsch mit ebensolchem.

Leider ist Hampstead Park wirklich und offensichtlich nur Programm für zerstreuendes Seniorenkino. Aber selbst bei Oma und Opa könnte sich Langeweile einschleichen. Vom Niederbiedern potenzieller Utta Danella-Fans könnte man zumindest im Kino absehen, aber dafür ist es leider zu spät für den zweiten Frühling. Der geht ganz anders, und den hätte uns Brendan Gleeson gerne gezeigt – hätte er sich nur nicht barfuß im Park den größten Schiefer seines bisherigen Filmreportoires eingezogen. Ein mauer und stocksteifer Möchtegern-Wohlfühlfilm, der zeigen will, dass auch noch im Alter alles möglich sein kann. Wie wahr – dazu gehören auch leider solche Filme.

Hampstead Park

Wilson

MEIN PATSCHERTES LEBEN

5/10

 

wilson© 2017 Twentieth Century Fox Home Entertainment / ®Hinweis: WILSON – Als Download erhältlich!

 

LAND: USA 2017

REGIE: CRAIG JOHNSON

MIT WOODY HARRELSON, LAURA DERN, JUDY GREER, CHERYL HAINES U. A.

 

Erst auf der letzten Comic Con im November habe ich die Graphic Novel von Daniel Clowes in Händen gehalten – die Charaktersatire Wilson erzählt die eigentümliche Geschichte eines verhaltensauffälligen Sonderlings, dessen Nachbarschaft man vor allem in öffentlichen Verkehrsmitteln so ziemlich sicher meiden würde. Doch selbst im Schanigarten oder unterwegs bleibt niemand vor der unverblümt anmaßenden Direktheit des arroganten Weltverstehers verschont. Anders als Jack Nicholson in Besser geht’s nicht sucht der kauzige Brillenträger im Second-Hand-Anzug die Konfrontation. Der Lebensfrust macht sich breit, Anpassung an die Gesellschaft gleich Null. Wilson ist kein Weltverbesserer. Wilson ist ein Provokateur. Ein unsympathischer, zynischer noch dazu. Niemand, mit dem man gerne allein wäre. Da Nicholson schon seine Rolle als Misanthrop ausleben konnte und sich somit außer Obligo befindet, gibt es eigentlich nur einen weiteren Schauspieler, dem man diesen peinlichen Ungustl abnehmen könnte – Woody Harrelson. 

Der Mann mit der Zahnlücke zählt momentan zu den besten seines Fachs. Seine Rolleninterpretationen sind ausdrucksstark, intensiv und einnehmend. Woody Harrelson kann so gut wie alles spielen. Vom schießwütigen Psychopathen aus Natural Born Killers bis eben zu Figuren wie Wilson, die ihr Leben nicht auf die Reihe bekommen und nach dem gewissen Etwas suchen, dass der ganzen Existenz wieder einen Reiz geben kann. Und dieses gewisse Etwas kommt – in Gestalt einer eigenen Tochter, von dessen Existenz Wilson nichts gewusst hat. Das hat seine Ex Laura Dern versemmelt. Die David Lynch-Ikone und Jurassic Park-Pionierin, die momentan auch im neuen Star Wars zu sehen ist, ergänzt Harrelson´s Schauspiel mit der Darstellung einer herrlich sarkastischen, proletoiden Unterschicht-Existenz, die nach Drogen und Suff mehr schlecht als recht versucht, innerhalb normaler Bahnen zu leben. Beide ergänzen sich prächtig – auch wenn das Suchen und Finden der zur Adoption freigegebenen Tochter relativ halbherzig inszeniert ist.

Obwohl Wilson als menschelnde Sozialsatire im melancholischen Grundtonus eines Rückblickes auf ein „patschertes“ Leben erzählt wird, stören hysterische Spitzen die Homogenität der Inszenierung. Wenn sich Laura Dern bei einem Familienbesuch mit ihrer verhassten Filmschwester keilt, mag das vielleicht in der Comicvorlage stimmig sein – in Craig Johnson´s Verfilmung leider nicht. Wenig später findet sich der Zuseher im leicht verwirrten Trott der Erzählung wieder, die als Tragikomödie im Knast-Milieu endet. Man muss Wilson nicht mögen, um den Film zu mögen. Aber besser wär’s – obwohl das Anfreunden mit dem sperrigen Charakter sicher schwierig wird.

Wilson