The Deliverance (2024)

DER DÄMON, DER ZU KREUZE KRIECHT

3/10


The Deliverance© 2024 Netflix Inc.


LAND / JAHR: USA 2024

REGIE: LEE DANIELS

DREHBUCH: DAVID COGGESHALL, ELIJAH BYNUM

CAST: ANDRA DAY, GLENN CLOSE, CALEB MCLAUGHLIN, DEMI SINGLETON, AUNJANUE ELLIS-TAYLOR, MO’NIQUE, OMAR EPPS, MISS LAWRENCE U. A.

LÄNGE: 1 STD 52 MIN


Der Horrormonat Schocktober kann gar nicht früh genug beginnen – Netflix schickt pünktlich zum Ende der Sommerferien, allerdings später als all die Lebkuchen in den Supermärkten, seinen ersten Haunted House-Horror auf sein illustres Portal. Dabei ist das nicht irgendein billiger Firlefanz, sondern die angeblich schmucke Regiearbeit eines Lee Daniels, der schon 2009 mit dem intensiven Sozialdrama Precious – Das Leben ist kostbar für Aufsehen sorgte und im Jahr darauf zwei Oscars dafür bekam. Einige ansehnliche Filme später (u. a. The Butler) gipfelt seine Werkschau nun in einem okkulten Besessenheitshorror mit illustrer Besetzung. Andra Day (The United States vs. Billie Holiday) und die großartige Glenn Close versprechen niveauvolles Gruseltheater mit sozialkritischen Untertönen. Fast könnte man sich dazu hinreissen lassen, The Deliverance als das „Conjuring“ der Black Community zu bezeichnen – allerdings noch ehe man den Film gesehen hat. Flimmert er aber über den Screen, erreicht er überraschend bald sein eigenes Trägheitsmoment, den er nicht und nicht überwinden will. Vielleicht gelingt dies ja, wenn Lee Daniels während der Laufzeit sein uninspiriertes Sozialdrama durchgekaut hat, um dann das Genre zu wechseln. Denn so, wie dieser sein Betroffenheitskino mit spukhaftem Horror verknüpfen will, geht die Rechnung nicht auf. Es ist, als hätten zwei gleichgepolte Handlungsstränge ineinanderzugreifen – doch weder die eine noch die andere Komponente wollen synergieren. Sowohl Drama als auch Horror bleiben schal, und nicht mal der Allmächtige kann das Dilemma richten, ganz im Gegenteil. Er macht es noch schlimmer.

Wenn Andra Day mit der an Krebs erkrankten Filmmutter, dargestellt von Glenn Close mit Mut zur souveränen Hässlichkeit, ihre Konflikte austrägt, riecht das nach großem Schauspielkino. Doch auch dieser brennende Zunder weicht abnehmender Glut. Days Figur ist eine alleinerziehende Mutter, deren Aufmüpfigkeit nur durch ihre dick aufgetragene Verschwendung des Wortes Bitch getoppt wird. Bitch hier, Bitch da, auch Glenn Close fällt in diesen Schimpfreigen ein. Doch Andra Day kolportiert nur ihre von Traumata und Bürden des Lebens zerfressene Rolle, fühlen tut sie diese nicht. Diese fünfköpfige Familie ohne Mann zieht nun in ein neues Haus, welches – wie kann es anders sein – von einer dunklen Entität beherrscht ist. Das Übel hat seinen Ursprung klarerweise im Keller, ganz so wie der Höllenschlund im Buffyverse. Nach und nach bemächtigt sich dieser Dämon des jüngsten Sprosses, durch ihn kann er auch die beiden anderen Geschwister gängeln. Sobald selbst der aufgedonnerten Sozialhilfe klar wird, dass die familiären Krisen übernatürlichen Ursprungs sind, tritt die Geistlichkeit auf den Plan. Die Dreifaltigkeit soll schließlich alles richten.

Was diesem elendslangweiligen Familienhorror, der sich eigentlich darauf verlassen wollte, dass vorallem die Jungdarsteller ihren Part zur Wirksamkeit dessen beitragen, im letzten Drittel zustößt, lässt einen genauso mit den Händen ringen wie Andra Day es am Ende tut. Militanter Katholizismus bricht wie ein Kettenfahrzeug durchs Anwesen, fahnenschwingend ganz vorne: Jesus Christus, der wie Georg mit dem Drachen ringt. Dieser frömmelnde Biblebelt-Exorzismus, weit weg vom verzweifelten Versuch einen Max von Sydow, das Böse aus Linda Blair auszutreiben, gibt sein filmisches Konzept einer gewissen Lächerlichkeit preis. Agnostiker und weniger eifrige Christen werden die verdrehte Verherrlichung auf den Herrn fast schon verstörend finden, während das dämonische Antlitz von Glenn Close als eines von wenigen Elementen in diesem siamesischen Zwilling von Film in Erinnerung bleibt.

The Deliverance (2024)

Nightmare – Mörderische Träume (1984)

WENN TEENAGER TRÄUMEN

7,5/10


nightmareonelmstreet© 1984 New Line Cinema


ORIGINALTITEL: A NIGHTMARE ON ELM STREET

LAND / JAHR: USA 1984

REGIE / DREHBUCH: WES CRAVEN

CAST: ROBERT ENGLUND, HEATHER LANGENKAMP, JOHN SAXON, RONEE BLAKLEY, AMANDA WYSS, JOHNNY DEPP, NICK CORRI, CHARLES FLEISCHER U. A.

LÄNGE: 1 STD 31 MIN 


Der Traum im Traum im Traum – wie Christopher Nolan sein Publikum mit dem mentalen Ebenen-Thriller Inception durch die Dimensionen gewirbelt hat, brachte weit weniger durchdacht, aber immerhin schon spielerisch und lustvoll genug, Wes Craven anno 1984 aufs Tapet, und zwar mit einem blutjungen Mittlerweile-Klassiker aus dem Slasher-Genre, der sich die abgrundtiefe Bösartigkeit des Antagonisten aus John Carpenters Halloween zu eigen machte und dabei aber noch eine Metaebene weiter ging. Es ist die der unendlichen Weiten der Träume, vorzugsweise des bösen, finsteren, panikmachenden Albtraums, in welchem eine hämisch grinsende Schreckensgestalt Jagd auf jene macht, die ruhig und friedlich in ihren Betten liegen. Den fürs Leben unverzichtbaren Schlaf dafür zu missbrauchen, um ihn mit malträtierenden Vibes zu tränken, ist schon eine fiese Klasse für sich. Denn ohne Schlaf kommt der Mensch nicht aus, Insomnie macht ihn kaputt, genauso wie der Mangel an Nahrung. Schuld an dieser Abnormität ist ein finsterer Geselle ohne Skrupel, ein längst in den ewigen Jagdgründen befindlicher böser Bube an sich – nicht Mike Myers, sondern Fred Krüger, auch gerne Freddy genannt und von ahnungslosen Kindern in einem 1-2-3-Reim besungen.

Dieser ehemalige Kindermörder, von Grund auf und völlig grundlos das Böse personifizierend, ist leicht erkennbar an seinem rotgrün gestreiften Pullover, der verbrannten Haut und seinem zerbeulten Fedora. Markant eben auch die vier Messerklingen, die, an der rechten Hand montiert, den einen oder anderen Teenagerleib aufzuschlitzen gedenken. Wes Craven interessiert kein bisschen, wie es dazu kommen hat können, dass ein Mensch wie Fred Krüger es geschafft hat, sein irdisches Dasein in die Dimension der Träume zu schaffen. Doch genau dieser Umstand ist es, – nämlich Fragen nicht zu beantworten und Ursachen nicht zu ergründen – die einen Horrorfilm wirklich schrecklich machen. Weil niemand weiß, warum, wieso, weshalb. Letztlich bleibt die Hoffnung auf eine dem Unterhaltungskino inhärenten Gerechtigkeit, die letztlich das Gute gewinnen lässt, weil alles danach strebt, Anomalien wie diese auszumerzen.

Wes Craven hat keine Skrupel, der Ordnung nicht zu folgen. Sein Teenie-Slasher ist den moralischen Parametern erhaben, er ist die Antithese zum pädagogisch wertvollen Genrefilm und schickt die Nachsitzer aus dem Breakfast Club in die Vorhölle der Bettruhe. Niemand darf mehr schlafen, und wenn doch, muss eine wie Nancy Thompson gewappnet sein. Träume sind hier nicht nur Schäume, sondern Geisterbahn-Parcours, die, wie bei Träumen so üblich, gesteuert werden könnten, hätte man das Know-How dazu. So wie Jamie Lee Curtis gegen Mike Myers kämpft bald Heather Langenkamp (sowohl auch im Original als auch in diversen Fortsetzungen) gegen ihre Nemesis, gegen den hässlichen Schlitzer, der sich allerlei anmaßt.

Und dann sind da die Dimensionen, die Wach- und Traumzeiten, die Craven durcheinanderbringt, bis man wirklich nicht mehr feststellen kann, was nun wirklich ist. Auf die Spitze getrieben wird dies mit einem vom Meister höchstselbst abgelehnten Ende, welches dank Cravens Produzent aber dennoch in die Endfassung kam. Eine weise Entscheidung? Jedenfalls eine, die noch mehr irritiert. Interpretationen darüber gibt’s viele. Und schließlich ist der Umstand, über einen Film länger nachzudenken als üblich, geradezu eine Auszeichnung.

Mittlerweile vierzig Jahre alt, hat Nightmare – Mörderische Träume immer noch seine perfiden Momente, die sogar spätere Klassiker wie Kevin – Allein zu Haus vorwegnehmen – oder eben Nolans Inception. Verknüpft mit der reuelösen Bösartigkeit des zu bekämpfenden und unverbesserlichen Monsters und einigen ikonischen Szenen wie jene mit Heather Langenkamp in der Badewanne bietet dieser augenzwinkernd-originelle Horror immer noch schreckliche Unterhaltung vom Feinsten. Manches ist charmant angestaubt wie bei Ghostbusters, manches wirklich verblüffend zeitlos. Der Blutzoll ist enorm, die Lust am Einschlafen geringer als sonst.

Nightmare – Mörderische Träume (1984)

Longlegs (2024)

DEN TEUFEL AUF DISTANZ HALTEN

7,5/10


longlegs© 2024 DCM


LAND / JAHR: USA 2024

REGIE / DREHBUCH: OZ PERKINS

CAST: MAIKA MONROE, NICOLAS CAGE, BLAIR UNDERWOOD, ALICIA WITT, KIERNAN SHIPKA, ERIN BOYES, LISA CHANDLER, SCOTT NICHOLSON, DAKOTA DAULBY U. A.

LÄNGE: 1 STD 42 MIN


Wo ist Nicholas Cage? Man erkennt ihn gar nicht hinter dieser seltsamen Maske, die so aussieht, als hätte Mrs. Doubtfire den Nachtdienst in der nächstgelegenen Geisterbahn begonnen. Als hätte Mickey Rourke sein Geschlecht gewechselt. Seltsam feminin, tänzelnd wie der Joker und vom Teufel besessen geistert die Gestalt des Longlegs durch ein düsteres, von allen guten Geistern verlassenes Amerika, wie ein Harlekin des Grauens. Nicht von dieser Welt und dennoch nur ein Mensch. Oder doch nicht?

Wer sich einen Psychothriller biblischen Ausmaßes erwartet, wie ihn David Fincher zu meinem bekennenden Schrecken in den Neunzigern losgelassen hat, darf nur zum Teil darauf hoffen, von einer packenden Tragödie sturzflutartig mitgerissen zu werden. Longlegs geht die Sache nämlich ganz anders an. Ruhiger, stiller, bis zum Äußersten entschleunigt. Und dennoch entwickelt die finstere, metaphysische Mär um das paranormale Treiben eines hässlichen Sonderlings eine intensive Dynamik – viel untergründiger als bei Sieben, viel mehr introvertierter und überhaupt nicht energisch, sondern in den Momenten potenziellen Spuks, der da aufkommen könnte, innehaltend, um dann wieder die Erwartungen des Zusehers zu konterkarieren. Mit dem mysteriösen Song Jewel der Band T. Rex und einem daraus entnommenen Zitat, schwarze Lettern auf Rot, beginnt eine Sinn- und Tätersuche, die sich tief ins Unterbewusstsein von Protagonistin Maika Monroe gräbt, die als FBI-Ermittlerin Lee Harker durch den fundamentalen Wahnsinn eines Satanisten auf ihre eigene verzerrte Biografie zurückgeworfen wird. Diese Reise in die Dunkelheit führt durch ein fahl beleuchtetes Labyrinth aus Fluren, Kellern und weiten Räumen, deren hintergründige Unschärfe dem Auge Streiche spielen, während die Kamera stets Distanz hält zu seinen Figuren, lediglich Monroe rückt näher ins Bild, stets ernst, argwöhnisch und sonderbaren Klängen lauschend, die Psychopathisches auf den Plan rufen könnten.

Akribisch lernt Agentin Harker das krude Alphabet des Spinners, immer rätselhafter wird dieser Fall, der sich nicht auf die zehn Todsünden herunterbrechen lässt, sondern viel komplexer scheint. Schließlich ist es so, als würde Longlegs niemals selbst töten, als wären es die Opfer selbst, die sich und ihre Liebsten richten, angetrieben durch irgendeine obskure Macht, die der Killer entfesseln kann. Ist es Hypnose? Sind es Drogen?

Der Eindruck, dass die Wahrnehmung etwas verzerrt wirkt, liegt auch an den subtilen, ausgefeilten technischen Spielereien, die sich Regisseur Oz Perkins, der älteste Sohn von Schauspiellegende Anthony Perkins (Psycho), da einfallen hat lassen. Auch wenn das ferne Gewitter am dämmrigen Abendhimmel Wetterleuchten verursacht – stets bleibt das Gefühl einer Ruhe vor dem Sturm konsistent. Perkins Welt gerät unter einen Glassturz, in eine windstille Szenerie aus abgestandener Luft und Unbehagen. Die ungesund gelben Lichtkegel billiger Taschenlampen durchdringen die Finsternis, der magere Schein alter Glühbirnen und halogenem, septischem Schwachlicht erhellen das Halbdunkel nur kaum, das besser als alles andere die Metaphysik dieses okkulten Dramas versinnbildlicht. Longlegs Bildsprache folgt einer aufgeräumten Ordnung, einer Hintergrund-Symmetrie, ein erlesenes Setting, die Figuren befinden sich zentral. Vieles lässt sich in diesem Kunstwerk analysieren – am schwierigsten zu handhaben ist da wohl das Herunterschrauben einer Erwartungshaltung, die sich aus den Erfahrungen im Genre speist. Longlegs entwickelt dabei einen eigenwilligen Takt, die Ruhe vor dem Sturm zeigt sich als der Sturm selbst.

Der mit bedächtig gesetzten Gewaltspitzen ausgestattete Horror findet einen neuen Zugang ins Okkulte und vermengte das Reale mit einer fantastischen Komponente, die sich nur so nebenbei ins Geschehen schleicht. Budenzauber und hohlen Schrecken sucht man in Longlegs vergebens. Diese Ermittlungsarbeit ist ein mephistophelisches, künstlerisch versonnenes wie versponnenes Erlebnis, die den Faust’schen „Pudels Kern“ neu interpretiert. Dass Oz Perkins dabei, wieder auf einer eigenen Ebene, garstige Kritik am Katholizismus und der blinden, bigotten Bibel-Frömmelei äußert, wird in dieser Review nur rein zufällig zuletzt erwähnt. Als Wurzel allen Übels liefert dieser schadhafte Eifer überhaupt erst das Fundament für ein verhängnisvolles Spiel.

Longlegs (2024)

Immaculate (2024)

WIE DIE JUNGFRAU ZUM KIND

6,5/10


immaculate© 2024 Polyfilm


LAND / JAHR: USA, ITALIEN 2024

REGIE: MICHAEL MOHAN

DREHBUCH: ANDREW LOBEL

CAST: SYDNEY SWEENEY, ÁLVARO MORTE, BENEDETTA PORCAROLI, DORA ROMANO, GIORGIO COLANGELI, SIMONA TABASCO, BETTY PEDRAZZI, GIULIA HEATHFIELD U. A.

LÄNGE: 1 STD 29 MIN


Nonnenhorror ist allseits beliebt. Dabei denken die meisten – und auch ich – wohl gleich an Valak, diesen hässlichen Dämon und Jump Scare-Experten aus dem Conjuring-Spin Off The Nun. Viel klassischer ist da noch die Welt des kleinen Damian – und wie alles begann. Um dem Ursprung nachzugehen, startete heuer das Prequel Das erste Omen in den Kinos. Ob in Rumänien oder, wie hier, in Italien: Filmklöster beherbergen, was jeder sowieso längst vermutet: Dunkle Geheimnisse, perverse Machenschaften, niederträchtige Gottlosigkeit. Konvente wie diese sind suspekt, besonders, wenn sie in Mauern stattfinden, die wohl die Medici schon gesehen haben. Schön alt alles, Torbögen in den Kellern, Kerzenschein in den Fluren, hallende Gebete aus der Krypta. Eine Spielwiese für atmosphärischen Grusel und paranormalen Schwachsinn, der aber seine Wirkung oft nicht verspielt. In Immaculate, einer italienisch-amerikanischen Koproduktion, geht Regisseur Michael Mohan hemmungslos ans Eingemachte. Denn dort, in diesen abseits gelegenen Hallen, soll diesmal nicht der Leibhaftige, sondern Jesus Christus selbst das Ende der Welt einläuten – als gebenedeite Wiedergeburt aus dem Schoße der jungen Sydney Sweeney, die bald schon als heilige Cecilia verklärt wird. Wunder gibt es im Katholizismus immer wieder, von den merkwürdigen Stigmata eines Pater Pio bis zur andachtserweckenden Erscheinung der heiligen Jungfrau Maria höchstselbst, mit allerlei Geheimnissen in petto, die nur der Papst wissen darf.

Wie es also sein kann, dass Cecilia, längst das Gelübde zur Nonne abgelegt und stets enthaltsam, ganz plötzlich ein Bäuchlein vor sich herschiebt? Der Klerus ist verstört, verwundert und verzückt gleichermaßen. Doch was so aussieht, als würde Gott endlich wieder mal zu uns sprechen, entpuppt sich naturgemäß als Ergebnis finsteren Treibens. Es bleibt zu hoffen, dass die junge Dame wehrhaft genug bleibt, um sich aus den Fängen der gar nicht so frommen Belegschaft zu befreien. Bis dahin pulvert das Klostergrauen seine okkulten Versatzstücke durchs Gewölbe, von des Nächtens spukhaften Erscheinungen, seltsamen Suiziden (die wir so auch schon aus Das erste Omen kennen) und unheilvollen Reliquien. Wo Rosemarys Baby noch mit den indirekten Ahnungen spielt, lüftet Immaculate auch noch den letzten Vorhang ins Allerheiligste. Lange ist nicht klar, ob man es mit Paranormalem oder lediglich zutiefst menschlichen, niederen Gesinnungen zu tun hat. Den Gruselfaktor alter Leute setzt Mohan ebenso ein wie gesichtslose Masken, die einen geheimen Orden andeuten. Überhaupt müffelt hier alles nach Omen, wenig Eigenständiges bringt Immaculate zustande.

Und dennoch: Dieser Film hat das, was Das erste Omen nicht hatte: Eine Protagonistin, die sich so vehement ins Zeug legt, dass sie sich ins Gedächtnis ihres Publikums brennt. Vor Schmerzen schreiend, vor Wut tobend spielt sich Sydney Sweeney die Seele aus dem Leib, hangelt sich als kurz vor der Niederkunft befindliche Schwangere, deren Fruchtblase geplatzt ist, von einer Gefahr zur nächsten. Und wieder brüllt sie, wehrt sich, meuchelt scheinheilige Nonnen mit einer erschütternd panischen Aggressivität, die irritiert. Sweeney gibt alles, in einem Film, der seinen obskuren Plot nur ertragen kann, wenn er ihn in wüste Unordnung bringt und mal da, mal dort, sein dreifaltiges Blut verspritzt. Würde man Sweeneys Cecilia ins Omen-Universum integrieren – was wäre das für ein Gewinn!

Immaculate (2024)

Late Night with the Devil (2023)

TEUFLISCH GUTE QUOTEN

6,5/10


LateNightWithTheDevil© 2024 capelight pictures

LAND / JAHR: AUSTRALIEN 2023

REGIE / DREHBUCH: CAMERON & COLIN CAIRNES

CAST: DAVID DASTMALCHIAN, LAURA GORDON, IAN BLISS, FAYSSAL BAZZI, INGRID TORELLI, RHYS AUTERI U. A.

LÄNGE: 1 STD 33 MIN


Ich muss gestehen, ich freue mich schon auf Halloween. Ja natürlich, vorher drängt sich noch der Sommer dazwischen, doch meine Affinität zum Paranormalen und Phantastischen schlägt die überschaubare Lust, in der Hitze nicht enden wollender Tage auf diversen Liegewiesen dahinzudämmern. Wenn’s dunkel wird, lockt das Geheimnisvolle. Und wenn’s dunkel wird, heißen diverse Show-Hosts quer über den Erdball das nocturnale Publikum wieder herzlich willkommen. In unseren Breiten sind das Sterman, Grissemann oder Peter Klien. In Deutschland der kontroverse Jan Böhmermann, in Übersee Jimmy Fallon oder Stephen Colbert. Jetzt stelle man sich mal vor, einer dieser wortgewandten Showgrößen hat sich für die Nacht des einunddreißigsten Oktobers auf den ersten November etwas ganz Besonderes einfallen lassen, um die Quotenflaute auszumerzen. Etwas, das wie ein Straßenfeger fast die gesamte Bevölkerung eines Landes vor die Bildschirme lockt, und nein, es ist nicht eine erneute Mondlandung, sondern etwas ganz anderes. Der Beweis nämlich, dass gepeinigte Mädels wie jenes aus dem Film Der Exorzist tatsächlich existieren, dass es sogar möglich scheint, vor laufender Kamera endlich mal das Corpus delicti greifbar und überzeugend für alle offen zur Schau zu stellen.

Die Spannung wächst beim Publikum ins Unendliche, die Erwartungshaltung ist hoch, und die Skepsis bleibt, vorallem auch deswegen, weil Fakt und Fake in Zeiten wie diesen nur noch schwer auseinanderzuhalten sind. Doch Moment: In Late Night with the Devil befinden wir uns in einer Talkshow des Jahres 1977. Und auch wenn bahnbrechende Effekte in Filmen wie Star Wars die Welt zum Staunen bringen: Akkurate Illusionen in einer Live-Show vom Stapel zu lassen gestaltet sich dann doch deutlich schwieriger. Aus diesem Grund sollen an diesem Halloweenabend abgeblich echte Phänomene kritisch beäugt werden dürfen, deswegen lädt Showmaster Jack Delroy nicht nur das Medium Christou in die Live-Sendung ein, der mit den Toten kommunizieren kann. Auch der Ex-Magier Carmichael Haig darf die Chance ergreifen, das paranormale Schauspiel zu entlarven. Letztendlich wird sich dieser bei titelgebender Teufelsbeschwörung die Zähne ausbeißen. Und die Show zum grauenhaften Ereignis werden lassen, das als Found Footage-Dokument a la The Blair Witch Project spätere Generationen verstören soll.

Das Konzept dieses Films geht auf. Dämonen, die über ein Mädchen kommunizieren, in eine spätabendliche Talkshow einzuladen, ist tatsächlich ein kreativer Knüller. Es ist, als würde man, offen für jeden Aberglauben, den Sensationen einer jahrmärktlichen Schaubude beiwohnen, wäre man im vorigen Jahrhundert geboren. Hochgerechnet auf das Fernsehzeitalter der Siebziger, mit dem wir uns besser identifizieren können als mit theatralischem Budenzauber, entlockt Late Night with the Devil dem Zuseher eine Sensationslust, die fast schon in eine Gier übergeht; die kaum erwarten lässt, was bald stattfinden wird. Das Publikum weiß, dass die Sache aus dem Ruder laufen wird. Doch wie, bleibt lange ein Geheimnis, ein „Jack in the Box“.

Der Film von Cameron und Colin Cairns ist aber längst nicht so ein konsequenter Footage-Horror wie er letztlich hätte sein können. Eine Erkenntnis, die sich erst gegen Ende des Films niederschlägt. Die Behind the Scenes-Sequenzen lassen sich ja noch halbwegs als Teil einer ungeschnittenen Rohfassung ganz gut erklären, als andersformatige Schwarzweiß-Intermezzi sind sie dazu da, den Showbeitrag mit einer moralisch aufgeladenen Story zu unterfüttern. Hätte es das gebraucht? Ganz und gar nicht. Ich will nicht wissen, was Showmaster Delroy auf dem Kerbholz hat. Was Gäste und Host miteinander verbindet. Noch radikaler wäre es gewesen, hier überhaupt keinen Background zu erzählen, es einfach laufen zu lassen, auf unerklärliche, unheimliche Weise und ohne kausale Zusammenhänge. The Blair Witch Project hat das hinbekommen. Cloverfield ebenso. Late Night with the Devil schafft es über Dreiviertel seiner Laufzeit, wirklich zu fesseln. Doch dann ist die dick aufgetragene Liebesmüh nur noch dazu da, dem phänomenalen Ende einen reichlich konfusen Epilog draufzusetzen, der nur Verwirrung stiftet.

Late Night with the Devil (2023)

The Power (2021)

STROMSPAREN FÜR ANGSTHASEN

5/10


thepower© 2022 capelight pictures


LAND / JAHR: VEREINIGTES KÖNIGREICH 2021

REGIE / DREHBUCH: CORINNA FAITH

CAST: ROSE WILLIAMS, MARLEY CHESHAM, NUALA MCGOWAN, ANJELICA SERRA, SARAH HOARE, EMMA RIGBY, THEO BARKLEM-BIGGS, CHARLIE CARRICK U. A.

LÄNGE: 1 STD 33 MIN


Orte, an denen es spukt, sind meist jene, an denen jede Menge Leute zu Tode gekommen sind. Was kommt da sofort in den Sinn? Natürlich Krankenhäuser. Lars von Trier hat aus dieser einleuchtenden Prämisse eine ganze Serie kreiert, sie nennt sich The Kingdom – Hospital der Geister – dänisch, düster und grotesk. Als britische Antwort auf das Paranormale an einem Ort des Leidens und leider nicht Genesens könnte The Power herhalten, eine Independentproduktion und ein Film von Corinna Faith, die dieses Szenario auch selbst ersonnen hat. Kinoauswertung fand der Streifen keine, stattdessen durfte der Streamingdienst Shudder sein Portfolio durch einen Grusel aufpolieren, der mit Isolation, Traumata und der Angst vor dem Dunkel spielt, in welcher die eigene Fantasie gerne Streiche spielt und das seit Kindertagen vorhandene und nur leidlich unterdrückbare magische Denken fördert. In so einem Setting findet sich die Pflegeaspirantin Val (Rose Williams) wieder – reichlich ungelegen zu einer Zeit, als das Royal Imfirmary Hospital die meisten seiner Patienten längst woanders hin, in andere Stadtteile Londons, ausgelagert hat, da es hier, im Osten der Metropole, aufgrund von Arbeiterstreiks und Kosteneinsparungen der Regierung immer wieder zu systematischen Stromabschaltungen kommt. Der politische Hintergrund des Films ist keine Fiktion, sondern verifizierte Geschichte – diese rigorosen Einsparungsmaßnahmen gab es in den Siebzigerjahren tatsächlich. Während eines Energie-Lockdowns wie diesen muss dennoch manche Ordnung gewährleistet werden, so auch in besagter Klinik, die immerhin noch Langzeitpatienten zu betreuen hat, die nicht unbedingt an elektronischen Geräten hängen.

Val wird bereits zu Beginn ins kalte Wasser geworfen. Dunkelschichten werden ihr aufgebrummt, und nur mit einer Petroleumlampe ausgestattet, als befänden wir uns im vorigen Jahrhundert, muss sie durch finstere Gänge hindurch ihre Runden ziehen und nach dem Rechten sehen. Es wäre kein Horrorfilm, gäbe es in diesem Gemäuer nicht eine obskure Präsenz, die titelgebende Power – eine unheimliche Macht, die sich Val bemächtigen will.

Warum sie das will, das muss die angstgepeinigte junge Frau erst herausfinden, um vielleicht diesen Spuk loszuwerden, der ihr im Genick sitzt wie ein Nachtmahr. Und es ist ja nicht nur das Unerklärliche hier in diesem Krankenhaus – es sind auch die werten Kolleginnen und Kollegen, die denken, in der Anarchie der Dunkelheit und des Blackouts gäbe es keine sonst wie gearteten moralischen Regeln. Alles zusammengenommen ergibt The Power also einen altmodischen Grusel in blassen Bildern und mit vielen Schatten. Corinna Faith versucht mit allerlei Versatzstücken des Genres eine unmittelbare Stimmung zu erzeugen, die ihr Wirkung aus der Unberechenbarkeit des Mysteriösen bezieht – wenn sie das denn wäre. Doch The Power strengt sich in jeder Hinsicht an, ihren Schrecken in allen nur erdenklichen Aspekten zu begründen. Dieses Überkonstrukt an Deshalbs und Darums, diese eigene Furcht davor, Begebenheiten unerklärt zu lassen, denn es könnte ja ein Defizit im Storytelling sein, bremst The Power allzu oft aus.

The Power (2021)

Das erste Omen (2024)

AUF TEUFEL KOMM RAUS

6/10


THE FIRST OMEN© 2024 Twentieth Century Fox. All Rights Reserved.


LAND / JAHR: USA, ITALIEN 2024

REGIE: ARKASHA STEVENSON

DREHBUCH: TIM SMITH, ARHASHA STEVENSON, KEITH THOMAS

CAST: NELL TIGER FREE, RALPH INESON, NICOLE SORACE, SÔNJA BRAGA, BILL NIGHY, MARIA CABALLERO, ANDREA ARCANGELI, ANTON ALEXANDER, TAWFEEK BARHOM, ISHTAR CURRIE-WILSON, MIA MCGOVERN ZAINI U. A.

LÄNGE: 1 STD 57 MIN


Wie macht man ein Prequel für einen Film, der fast schon fünf Jahrzehnte auf dem Buckel hat? Reicht da nur, diesem die Optik seines Nachfolgers zu verpassen? Mitnichten, denn Erzähltempo, Score und das Lebensgefühl der Siebzigerjahre sind da nur ein paar weitere Faktoren, die müssen schließlich auch berücksichtigt werden. George Lucas zum Beispiel musste in seiner Prequel- Trilogie zu Star Wars: Eine neue Hoffnung damit ringen, die zeitlich davor angesetzte Storyline nicht so aussehen zu lassen, als wäre sie ihrer eigenen Zukunft voraus. Nur teilweise ist ihm das gelungen. Bei Richard Donners Satansbraten-Thriller Das Omen, das sich mit einigen Sequels ebenfalls zu einem Franchise entwickelt hat, mag es einfacher sein, das ganze Ensemble in einen Siebziger-Look zu kleiden und ganz Rom mit Retro-Boliden auszustatten. Eingefangen wird das schmucke Szenario mit einem bereits aus der Mode gekommenen Kamera-Manierismus, der aus schnellen Zooms und etwas unkoordinierten Schwenks besteht. Unterlegt wird das Revival mit nostalgischem Score und über allem dann ein entsprechend ausgewaschenes Retro-Kolorit, welches sich bestens eignet für Nebel und Dunst und düstere Innenräume, die das Waisenhaus, in welchem die Protagonistin des Films, Novizin Margaret, anfangs landet und auch die engen Gassen der ewigen Stadt in eine mystische Atmosphäre taucht, wie sie vielleicht nur noch Nicolas Roeg mit seinem Gruselthriller Wenn die Gondeln Trauer tragen so formvollendet ins rechte schale Licht gerückt hat.

Wenn Margaret also mit mulmigem Bauchgefühl über verlassene Plätze und durch enge Gassen trippelt, wenn sie seltsame Räume aufstößt und sich in der Tür, die in den dunklen Keller führt, stilsicher als dem Unheil sehr nahe gekommener Schattenriss abzeichnet, hat Das erste Omen mit unmissverständlich kalt komponierten, ikonischen Bildern die Aufgabe gemeistert, als Prequel eines Films, dessen Erzählweise längst von schnelllebigen Rhythmen im Horrorgenre abgelöst wurde, bestens zu funktionieren. Das allerdings ist die eine Sache. Die andere ist die, so sehr dem Original nahegekommen zu sein, dass selbst der Horror eine gewisse Vorgestrigkeit aufweist, der man eigentlich nur mit dem Grundton des Films widersprechenden Schreckmomenten beizukommen versucht, die der unheilvollen und mühsam aufgebauten Mystery mehr den Wind aus den Segeln nimmt als ihm dabei zu helfen, sich vollends zu entfalten.

Die Geschichte selbst ist schnell erzählt, und auch hier entspricht sie Donners Klassiker, da sie keinerlei Anstalten macht, ihr Publikum großartig an der Nase herumzuführen. Es lässt sich ahnen, was passieren wird, doch Filme wie diese leben von einem satten Gefühl, gemeinsam dem Unerklärlichen entgegenzutreten. Eingangs erwähnte Margaret, selbst Waise und aufgewachsen in einem Kloster irgendwo in den USA, reist also auf Einladung ihres Ziehvaters und Kardinals Lawrence (Bill Nighy) nach Rom und bereitet sich darauf vor, bald ihr Gelübde abzulegen. Während ihrer Arbeit im Waisenhaus macht Margaret Bekanntschaft mit einem geheimnisvollen Mädchen, das genauso von Visionen geplagt wird wie sie selbst. Hinzu kommt, dass ein gewisser exkommunizierter Geistlicher namens Brennan – Kenner des Originals wissen: Er wird Gregory Peck über die Bedeutung Damiens aufklären – genau dieses Mädchen mit der Ankunft des Antichristen in Verbindung bringt. Und Margaret darauf ansetzt, diese zu vereiteln. Die junge Frau wird somit immer tiefer in geheimnisvolle Verstrickungen und unheilvolle Begebenheiten hineingezogen, alles wird bedrohlicher und gefährlicher und keine Nonne in diesem Waisenhaus ist das, was sie vorgibt zu sein.

Die katholische Schwesternschaft muss abermals stark sein: Schon wieder gibt es einen Horrorfilm, der die schwarzweiß gekleideten Dienerinnen Gottes mit diabolischem Grauen in Verbindung bringt. Da hätte es doch gereicht, dass die grässliche Jumpscare-Nonne Valak aus dem Conjuring-Universum deren Image nicht gerade aufpoliert. Nun aber hängt die ganze katholische Kirche mit drin, es ist wie in der Netflix-Serie Warrior Nun, in der Nonnen zumindest als martialische Kämpferinnen im vom Teufel infiltrierten Vatikan ordentlich aufräumen. Hier, in Das erste Omen, brennen und hängen, tuscheln und kichern die Damen im Habit auf Teufel komm raus, und immer wieder wünscht man sich Whoopi Goldberg als Schwester Mary Clarence her, die den Laden wohl ordentlich aufgemischt hätte und all die irren Ideen dem verkorksten Haufen mit hüftschwingender Musik ausgetrieben hätte. Doch nein, es bleibt düster, und es bleibt gediegen. In wenig erschreckender Langsamkeit, dafür aber mit reichlich Stimmung, investigiert sich die wirklich famos auftrumpfende Nell Tiger Free (Game of Thrones, Servant) in eine selbsterfüllende Prophezeiung hinein, die begleitet wird von stilfremden Grusel-Versatzstücken, die sich so anfühlen, als wären sie im falschen Film. Lässt man die mal außer Acht, und auch eine gewisse Anbiederung an Roman Polanskis weitaus mysteriöseren Horror Rosemary’s Baby, bleibt ein sakraler Thriller, der mit Lust einige Unklarheiten aus dem Original-Omen glattbügelt, dabei aber zu sehr darauf bedacht ist, nahtlos an den folgenden Plot, den der Klassiker mit sich bringt, anzuknüpfen. Das Fan-Service bleibt dabei nicht außen vor, und der Kompromiss aus Zugeständnissen und ungelenken Konstruktionen stimmt immerhin so weit, dass gar eine Fortsetzung möglich wäre – als Spin Off, dessen Handlungsbogen wohl eher als Serie gefällt. Der Stoff, der noch folgen könnte, wäre in der Wahl seiner Mittel dann weitaus freier.

Das erste Omen (2024)

Men – Was dich sucht, wird dich finden (2022)

DES MANNES SCHREI NACH LIEBE

6,5/10


Men© 2022 Plaion Pictures


LAND / JAHR: VEREINIGTES KÖNIGREICH 2022

REGIE / DREHBUCH: ALEX GARLAND

CAST: JESSIE BUCKLEY, RORY KINNEAR, PAAPA ESSIEDU, GAYLE RANKIN U. A.

LÄNGE: 1 STD 40 MIN 


Vorsicht! Die ersten Szenen dieses Films in ihrer frühlingshaft motivierten Lust könnten darüber hinwegtäuschen, womit man es später zu tun haben wird. Men – Was dich sucht, wird dich finden (Danke an dieser Stelle an den deutschen Verleih für diesen entbehrlichen Titel-Appendix) ist kein Film, der als Zerstreuung für Zwischendurch einen entspannten Abend ausklingen lassen soll, schon gar nicht mit der Partnerin oder dem Partner. Men ist eine mehrfach verschlossene Schatulle, eine Büchse der Pandora, die vielleicht etwas beherbergt, womit niemand konfrontiert werden will. Weil das, was Alex Garland wagt, äußerlich betrachtet an welche Grenze auch immer gehen wird. Jedenfalls wird es das sein – eine Grenze. Vielleicht auch ausgesprochen von Jessie Buckley, die, mit dem blutigen Messer fuchtelnd, ohrenbetäubend laut in die Männerwelt hineinschreit: Stop! Bis hierhin und nicht weiter!

Buckley, diese wunderbare irische Schauspielerin, die gerade im Kino ebenso hinreißend in Kleine schmutzige Briefe an der Seite von Olivia Colman schimpft wie ein Rohrspatz, gibt hier eine junge Frau namens Harper, die nach dem Tod ihres Ehemannes eine Auszeit in der englischen Provinz sucht, irgendwo abgelegen in einem uralten Herrenhaus, das von dem kauzigen Jeffrey (Rory Kinnear) vermietet wird, der ihr mit nicht ganz koscherer Bauernfreundlichkeit das schmucke Anwesen präsentiert. Nichts scheint darauf hinzudeuten, dass die nächsten beiden Wochen nicht problemlos dafür dienen könnten, über das traumatische Erlebnis zumindest etwas hinwegzukommen. Beim ersten Spaziergang durch den nahen Forst, der selbst schon als ein einziger, bedrohlicher Organismus wirkt, ändert sich aber die Sachlage. Harper wird verfolgt. Von einem nackten Mann, lehmbeschmiert und mit blutigen Narben im Gesicht. Was will er? Und was will der Dorfpfarrer, der seltsamerweise so aussieht wie jeder Mann hier im Dorf, auch wie der ungehaltene Knabe mit der Maske einer Fifties-Blondine. Was ist das für ein Baum im Vorgarten, der die verbotenen Früchte trägt und Jessie Buckleys gepeinigte Figur gleich von Anbeginn an mit der Urmutter aller Weiblichkeit verknüpft – mit Eva, die vom Baum der Erkenntnis nascht. Alex Garland sucht nach dem Grund für die epochal andauernde Diskriminierung der Frau bei Stunde Null, bei der Vertreibung aus dem Paradies. Und paart seinen essayistischen Horror mit den zugänglicheren Narrativ des Nachhalls einer wie auch immer überstandenen Ehekrise.

Mit Auslöschung hat Alex Garland die Verfilmung von Jeff VanderMeers eher sprödem Mysterydrama rund um eine ebenso mysteriöse Area X in vielerlei Hinsicht atemberaubend in Szene gesetzt. In Men sind Referenzen an die Bildsprache dieses Films nicht auszuschließen. Mit Ex Machina über die Emanzipation einer Androidin gelingt dem Künstler ein faszinierendes Kammerspiel rund um Selbstbestimmung und den Begriff Individuum. Demnächst startet sein neuestes Szenario in den Kinos: Civil War. Dort schildert er den womöglich größten Albtraum der US-Amerikaner seit Erstürmung des Kapitols – den hauseigenen und hausgemachten Bürgerkrieg. Doch Garland traut sich noch mehr, als die Mechanismen und die Ethik hinter Evolution, Technologie und Politik zu hinterfragen. Mit Men rührt Garland bis zum Ellbogen in der Ursuppe weiblicher Sündenfälle herum und ergründet auf so ungewöhnliche Weise die im schaurigen Unterbewusstsein kauernde Furcht des Mannes, der Gunst der begehrten Weiblichkeit auf Gedeih und Verderb ausgeliefert zu sein.

Statt des kolportierten Penisneid bei Frauen ist es der Gebärneid der Männer und ihre biologische Entbehrlichkeit nach der Zeugung. Garland tut dies nicht anhand einer profanen Beziehungskiste, anhand eines Liebesdramas oder einer Gesellschaftssatire. Er tut dies in der Ausdrucksform einer surrealen Versuchsanordnung und in einer grotesken Wildheit, aus der eine allegorische Bildsprache wuchert. Wer bereit ist, sich in kryptischen Symboliken von Geburt, Sündenfall und bedrohlicher Männlichkeit fallen zu lassen; wer bereit ist, noch weiter zu gehen als schon Joaquin Phoenix als panisches Muttersöhnchen mit Penis-Komplex in Beau is Afraid und sich auch nicht davor ekelt, den menschlichen Körper in dismorphen Daseinszuständen anzutreffen, die an die krassesten Bilder eines Francis Bacon erinnern, wird Men als einen egozentrischen Kunstfilm zu verstehen wissen, dessen Kern der Erkenntnis unter tonnenweise Symptomen begraben liegt, die wie paranormale Erscheinungen von dem eigentlichen Grund der Anwesenheit solcher ablenken, indem sie Angst erzeugen.

Rory Kinnear als inkarnierte Entität alles Männlichen hat die Ärmel hochgekrempelt, den Talar übergeworfen und die Wampe umgeschnallt. Hat sich seiner Kleider entledigt, den Polizisten markiert und den bärtigen Barmann. Er ist, was alle Männer sind: Ein um die Weiblichkeit buhlender Mob, der die Schwächen des Mannes den Frauen in die Schuhe schiebt. Garland stellt den Motor, der hinter häuslicher, meist vom Manne verursachten Gewalt liegt, als schrägen Kostümreigen dar, der sich von der gesellschaftsfähigen Fassade immer weiter hinabarbeitet bis zu den Wurzelspitzen eines Lovecraft’schen Wahnsinns, wo Finsternis, Blut und nackte Körper sich selbst gebären, immer wieder, bis ein Häufchen Elend freigelegt wird, das mit einer dünnen Stimme nach Liebe schreit.

Men ist ein verstörendes Stück Metapherkino und Kopfgeburt, der es aber immer wieder gelingt, durch akustische Spielereien und dem aufgeweckten Spiel von Jessie Buckley die dicke Luft in diesem Pandämonium durch frische Brisen aufzulockern. Am Ende lässt sich, wie in Ari Asters Beau is Afraid, trotzdem nur mehr schwer Luft holen – da muss man durchtauchen, und zwar robbend, wie durch Morast, um auf der anderen Seite wieder festen Boden zu gewinnen. Ob es sich lohnt? Das ist Ansichtssache.

Men – Was dich sucht, wird dich finden (2022)

Das Omen (1976)

DER TEUFEL MIT IM SPIEL

6/10


DasOmen© 1976 Twentieth Century Fox


LAND / JAHR: USA, VEREINIGTES KÖNIGREICH 1976

REGIE: RICHARD DONNER

DREHBUCH: DAVID SELTZER

CAST: GREGORY PECK, LEE REMICK, DAVID WARNER, BILLIE WHITELAW, HARVEY STEPHENS, LEO MCKERN, PATRICK TROUGHTON, MARTIN BENSON, ROBERT RIETTI U. A. 

LÄNGE: 1 STD 46 MIN


Der beste Trick des Teufels ist doch bekanntlich der, die Menschheit im Glauben zu lassen, es gäbe ihn gar nicht. In Richard Donners Klassiker aus den 70er Jahren, den ich anlässlich des brandneuen Prequels Das erste Omen einer Erstsichtung unterzog, schenkt der Beelzebub diesem Leitsatz wenig Beachtung. Warum, so würde ich den Teufel fragen, kannst du denn nicht im Körper eines Dreikäsehochs so lange im Verborgenen bleiben, bis der Zeitpunkt gekommen ist, um das Ende der Menschheit einzuläuten? Warum benötigt der Knirps denn nebst eines furchterregenden Höllenhundes, der hechelnd an seiner Seite kauert, eine mehr als dubiose Amme, die gleich an die große Kirchenglocke (Allmächtiger behüte!) hängt, dass mit ihr so einiges nicht stimmt? Gute Miene zum bösen Spiel ist etwas für Feingeister, und wieder hole ich mir als bekennender Star Wars-Fan Referenzen aus der weit entfernten Galaxis, um auf die Diabolik eines Imperators Palpatine hinzuweisen, der jahrzehntelang eine ganze Republik in dem Glauben ließ, die Sith gäbe es gar nicht. Bei Richard Donner ist der Teufel allerdings einer, der dem allzu menschlichen Drang folgt, unbedingt im Mittelpunkt zu stehen.

So gut hätte er es haben können, der Leibhaftige. All die Menschleins mit ihren niederen Bedürfnissen in die Versuchung zu stürzen lief doch bisher so gut – warum dieses Outing? Weil der Horror eines verhaltensauffälligen Nachwuchses fürs Kino gerade richtig schien. Wenn die Kleinen sich winden und jammern, sie sich selbst als den Mittelpunkt des Universums verstehen und sich in gellender Hysterie aufbäumen, wenn sie nicht bekommen, was sie wollen, möchte man als Elternteil in der Hitze des Alltags durchaus eine diabolische Metaebene vermuten. In Das Omen erhärtet sich der Verdacht: Damien, der Satansbraten, ist das Kind des Teufels, wobei das Teuflische eher mehr von seiner Entourage ausgeht als von ihm selbst. Der Kleine tut, was Kinder eben tun, und niemand hätte je vermutet, was der Knabe einmal werden will, wäre Lucifer nicht so ein Stümper. Und wäre er nicht so ein Stümper, gäbe es keinen Film. Doch da sind wir jetzt, im Anwesen des US-Botschafters Robert Thorne, gespielt von Gregory Peck, der als alter Hase des schillernden Hollywood Donners Film ohne Frage veredelt. Doch wie sieht es mit dem Rest aus? Hat der Klassiker des Dämonenkinos all die Jahrzehnte überstanden, ohne Abnutzungserscheinungen davonzutragen?

Seit damals, 1976, hat sich im Subgenre des okkulten Horrors so einiges getan. An Richard Donners Pädagogenhorror hat dabei längst der Zahn der Zeit genagt, dem filmtechnischen und dramaturgischen Geist der Gegenwart entspricht der adrette Thriller leider längst nicht mehr. Vielleicht liegt meine nicht unkritische Wahrnehmung auch daran, dass die Handlungsweisen einzelner Personen, darunter eben auch die des Ehepaars Thorne, nicht ganz nachvollziehbar sind. Da Damien im Fokus der Handlung steht, Geistliche bereits flehentlich darum baten, ihre Prophezeiungen ernst zu nehmen und der Knirps gerne mal seine Mama ins Krankenhaus befördert, verwundert es umso mehr, dass die Obhut des Kleinen gerade dann, wenn alles bereits darauf hindeutet, es mit Absonderlichem zu tun zu haben, weiter einer Amme obliegt, die offensichtlich Böses im Schilde führt. Während Lee Remick alias Katherine Thorne ihre Verletzungen kuriert, forscht Gregory Peck im südlichen Europa nach den Hintergründen von Damiens Existenz. Ums Kind selbst kümmert sich keiner, der noch bei Verstand ist. Und das ist ein offensichtlicher Fehler.

Bizarre Todesfälle befördern jeden, der den teuflischen Plänen gefährlich werden könnte, ins Jenseits. Die Idee mit den auf Fotografien festgehaltenen Manifestationen nahenden Unheils hat zugegeben etwas Gespenstisches und erinnert an Roman Polanskis Herangehensweise in Rosemarys Baby. Vieles andere scheint jedoch zu simpel gestrickt, um auch noch so viele Jahre später subtiles Grauen zu erzeugen. Das Mysterium des Okkulten weicht in Das Omen vor zu viel Unschärfe in den Indizien zurück. Sie geben dem Zuseher Gewissheit für etwas, dass, wäre es nur im Bereich des Möglichen geblieben, viel mehr Wirkung erzielt hätte.

Man könnte Das Omen neben seiner filmgeschichtlichen Bedeutung als phantastischen Gruselthriller auch als die hundsgemeine Nihilisten-Version von Mary Poppins betrachten, die Rabeneltern im wahrsten Sinne des Wortes verteufelt und die potenzielle Gefahr, die vom Einfluss wildfremder Personen ausgeht, in blutigen Lettern auf den Haussegen pinselt. Es ist ein Film über Familie und Verantwortung und die Ohnmacht der Eltern darüber, dass das Kind irgendwann mal den Erwartungen nicht entsprechen könnte. Das mag funktionieren, und zwar besser als in der Funktion, die To-do-Liste des Leibhaftigen abzuarbeiten. Denn dafür wirkt Das Omen mittlerweile so angestaubt wie die jahrzehntelang unberührte Verlassenschaft eines ehrgeizigen Vatikan-Exorzisten.

Das Omen (1976)

Ich seh ich seh (2014)

BRÜDER IM GEISTE

5/10


ichsehichseh© 2014 Ulrich Seidl Filmproduktion


LAND / JAHR: ÖSTERREICH 2014

REGIE / DREHBUCH: VERONIKA FRANZ & SEVERIN FIALA

CAST: SUSANNE WUEST, ELIAS SCHWARZ, LUKAS SCHWARZ U. A.

LÄNGE: 1 STD 39 MIN


Juvenile Zwillinge, die nach einer Gesichts-OP ihrer Mutter nicht mehr wissen, ob es sich dabei noch um dieselbe Person handelt – mit dieser Prämisse lassen sich ganz gut Ängste schüren. Die von Veronika Franz und Severin Fiala ersonnene Idee hat Biss und Potenzial, Alfred Hitchcock wäre erfreut darüber gewesen, hätte ihm jemand ein ähnliches Skript wie dieses auf den Tisch gelegt. Dieses Suspense-Kino hier kommt – oder kam, schließlich sind bereits zehn Jahre ins Land gezogen – aus heimischen Landen. Wie so oft in diesem Genre, sofern selbstproduziert, verortet sich der österreichische Horror im geheimnisvollen Waldviertel, da gibt es genug finstere Botanik, Einschicht und Isolation. Nirgendwo sonst kann es so gespenstisch werden, nirgendwo sonst ist selbst der Sommer immer einer, in dem die Wärme der Sonnenstrahlen nicht nur die Gemüter weckt, sondern auch ein bisschen den Wahnsinn. In dieser menschenleeren, doppeldeutigen Abgeschiedenheit müssen die quietschvergnügten Jungs Elias und Lukas ihre Ferien fristen, während sie auf die Rückkehr ihrer Mutter warten, die – keiner weiß, wie lange sie weg war – frisch von der Schönheits-OP daheim wieder aufschlägt. Dabei drängt sich gleich die erste Frage auf, die Ich seh ich seh nicht unbedingt einen Freifahrtschein in Sachen Plausibilität ausstellt: Kann es sein, dass die beiden – noch nicht mal Teenager – im wahrsten Sinne des Wortes mutterseelenallein selbst klarkommen mussten? Vernachlässigung der Aufsichtspflicht– ein Fall für das Jugendamt. Aber gut, ich gebe dem Streifen noch eine Chance, denn alles fühlt sich so an, als wäre es sehr wohl so gedacht gewesen, den Psychothriller in einer nüchternen, geradezu sperrigen Realität zu verankern, die zwar ordentlich mit Reduktion klarkommen muss, das Phantastische aber nur als Ausdruck eines Seelenzustandes streifen möchte.

So ist Susanne Wuest mit ihren Gesichtsbandagen nicht sofort als Mama zu erkennen, und die Zwillinge hegen erste Zweifel, ist doch das Verhalten der scheinbar fremden Frau so anders, als es zuvor war, als Mama noch Mama war, und nicht dieser Eindringling, der vorgibt, vertraut zu sein. Der Verdacht einer Home Invasion steht im Raum, während Lukas bei Elias weiter Ängste schürt und Panik verbreitet. Er scheint auch das weniger geliebte Kind zu sein, womit Mama nicht hinterm Berg hält. Diese ungesunde Konstellation aus Misstrauen, Zweifel und häuslicher Gewalt lässt sehr bald den Haussegen ordentlich schief hängen, was zur Folge hat, dass Elias zu drastischen Mitteln greift, um die Wahrheit ans Licht zu bringen.

Der Einfluss eines Ulrich Seidl, welcher den Film auch produziert hat, ist unübersehbar. Wenig Score, nüchternes Setting, das Interieur des Hauses ist trotz flauschiger Teppiche kalt und unnahbar, die Bilder der berühmten Mama an der Wand, ist sie doch eine angesehene Fernsehmoderatorin, bewusst unscharf, was als wunderbare Symbolik dafür dient, die Identifikation geliebter Menschen zu verhindern. Sie dienen als Platzhalter für Doppelgänger und Falschspieler, und angesichts dieser erziehungsverpflichteten Übermacht denken die beiden Jungs aber gar nicht daran, sich zu unterwerfen. Und dann passiert das: In einem Thriller, in dem andauernd falsche Fährten gelegt werden und Vermutungen geschürt, bevor sie wieder verpuffen, macht Ich seh ich seh seine Exskalationsspirale von gewissen Umständen abhängig, die so, wie sie dargestellt werden, wohl kaum passieren hätten können. Die Unwahrscheinlichkeiten in der Handlung häufen sich, je näher wir dem wuchtigen Grande Finale kommen.

Ein weiteres Problem sind die kaum stringent gezeichneten Charaktere. Zwischen übergriffig und devot mäandert die Rolle der Mutter durch den Film, ähnlich orientierungslos sind die beiden Jungdarsteller, die sich aufgrund einer dem Storytwist geschuldeten, sperrigen Inszenierung dem filmischen Konzept unterordnen müssen. Als Psychostudie versagt der Film auf ganzer Linie, als Horrorthriller mag er mit allerlei Genrezitaten aus dem Suspense-Sektor wiederum punkten. Doch das Grundproblem, das viele Horrorfilme aufweisen, und womit auch der Anspruch steht und fällt, als solcher ernstgenommen zu werden, ist die mangelnde Glaubwürdigkeit in Bezug dessen, wie sich Menschen normalerweise in Extremsituationen oder generell in Situationen, die den Horror begünstigen, tatsächlich verhalten würden. Die Mängel sind der Tribut, den Filmemacher dafür zollen müssen, um ihre filmische Wirkung zu garantieren. Der eine Anspruch bedingt aber den anderen, daher ist es gar nicht mal so leicht, guten Horror hinzubekommen, ähnlich wie bei einer guten Komödie. Nachvollziehbarkeit und eine gewisse inhärente Logik lassen, wenn man es gut macht, das Blut in den Andern gefrieren.

Bei Ich seh ich seh sind letztlich die Kompromisse zu zahlreich, um zu überzeugen, wenngleich Dramatik und Idee dahinter eine beachtenswerte Leistung darstellen, die Veronika Franz und Severin Fiala als ein vielversprechendes Regieduo auszeichnen, das frischen Wind ins österreichische Genrekino gebracht hat. Man darf gespannt sein auf ihren Neuling Des Teufels Bad, der diesjährig bei der Berlinale 2024 den Silbernen Bären für Kameramann Martin Gschlacht abholen konnte.

Ich seh ich seh (2014)