Skin

TABULA RASA MIT HAUT UND HAAR

7/10

 

skin© 2019 24 Bilder

 

LAND: USA 2018

REGIE: GUY NATTIV

CAST: JAMIE BELL, DANIELLE MCDONALD, VERA FARMIGA, MIKE COLTER, MARY STUART MASTERSON U. A.

 

Über dem rechten Auge ein Pfeil, der nach oben zeigt. Der Name des Vereins, dem Bryon „Babs“ Wydner angehört, steht in verschwurbelten Lettern gleich unter dem Jochbein. Und auch sonst nennt der junge Mann zahlreiche Tattoos sein Eigen, die vielleicht nur temporär cool sind, weil die Phase der Selbstdefinition durch andere gerade der probateste Weg ist, um zu überleben. Irgendwann aber kommt der Moment, in dem sich zwei Existenzen über den Weg laufen, oder besser: in dem ein Lebensmensch erscheint, der nichts davon hält, wenn der andere Jagd auf Immigranten und ethnische Minderheiten macht. Das ist eine Ideologie, die ist so kleinkariert und ohne Durchblick, die kann durch nichts ihren Anspruch als Herrenrasse geltend machen. Wenn die eigene Existenz aber von vorne bis hinten im Argen liegt, ist dieses rechtsradikale Gedankengut gerade gut genug, um ein Rädchen in einer verqueren Gemeinschaft zu sein, die was auch immer propagiert. So zeigt sich das Defizit einer lieblosen Kindheit in einer seiner destruktivsten Formen. Der ganze Hass findet da sein Ventil, und da sich andere Ethnien mühelos brandmarken lassen, dann werden es auch wohl diese Minderheiten sein, die als Sündenbock herhalten müssen. Bryon Wydner war ebenfalls einer dieser so wütenden wie gescheiterten Existenzen: furchtbare Kindheit, heimat- und ziellos. Aufgelesen von Ma und Pa, so wie sie sich nennen, ebenfalls gesellschaftlich unter aller Sau, ebenfalls vertrieben, wohnhaft in einem Knusperhaus im Wald, voller gehirnwaschender Gedanken und verquerer Wikinger-Philosophien, die anders als der Ku Klux Klan eher den nordischen Gottheiten huldigen – Thor, Freya, Odin und wie sie alle heißen. Na klar, Wydner macht da mit, jahrzehntelang – bis eben die alleinerziehende dreifache Mutter Julie in sein Leben tritt.

Skin ist, und ich wollte es kaum für möglich halten, am Ende des Tages ein Feel-Good-Movie. Oder, um es etwas weniger euphemistisch zu deklarieren: Ein Feel-Better-Movie. Die Lebens- und Wandelsgeschichte des Neonazis oder Vinlanders ist aber auch weder ein Film über Rechtsradikalismus noch über gesellschaftspolitische Zustände in den USA, dafür bleibt das Werk zu sehr an der Oberfläche. Skin will nur eines sein: die Chronik einer Loslösung aus einem familiär anmutenden Totalitarismus, aus einem sektenähnlichen Konstrukt der Abhängigkeit und selbstlosen Verpflichtung. Der Extremismus, den Guy Nattiv in seiner Verfilmung von Wydners Um- und Aufbruchsmemoiren schildert, ist eine Variable. Der Fokus liegt auch weder auf dem Alltag des Vinlander-Vereins noch will Skin dessen Strukturen analysieren. Worum es hier einzig und allein geht, das ist der Wandel zu einem besseren Menschen, unterteilt in Reflexion, Evaluierung und Umsetzung, Rückschläge inbegriffen. Denn nichts im Leben bekommen Leute wie Wydner geschenkt, den Ex-„Billy Elliott“ Jamie Bell zwischen schwankender Zuversicht, Aufbäumung und kaum unterdrückbarer Aggression plausibel verkörpert. Wie Zwischentitel eines Artikels, und als würde wie um ein gravitätisches Zentrum herum das ganze packende Drama einer Flucht nach vorne kreisen, gibt Regisseur Nattiv Einblick in die jeweiligen Stadien der Tattoo-Entfernung, vom ersten bis zum letzten. Dazwischen die True Story eines Präzedenzfalles, mehr Psycho- als Sozialdrama, mit dem unerwarteten Impakt zuversichtlicher Good News, die Veränderung – vielleicht auch für andere – menschenmöglich macht.

Skin

Beale Street

AMERIKAS VERKAPPTE APARTHEID

6/10

 

IBSCT_13452_R© 2018 Annapurna Pictures

 

ORIGINALTITEL: IF BEALE STREET COULD TALK

LAND: USA 2018

REGIE: BARRY JENKINS

CAST: STEPHEN JAMES, KIKI LAYNE, REGINA KING, COLMAN DOMINGO, BRIAN TYREE HENRY, DIEGO LUNA, PEDRO PASCAL U. A.

 

„Jeder in Amerika geborene Schwarze ist in der Beale Street geboren. Die Beale Street ist unser Erbe. Dieser Roman handelt von der Unmöglichkeit und von der Möglichkeit, von der absoluten Notwendigkeit, diesem Erbe Ausdruck zu geben. Die Beale Street ist eine laute Straße. Es bleibt dem Leser überlassen, aus dem Schlagen der Trommeln den Sinn herauszuhören.“ Mit diesen Textzeilen beginnt Barry Jenkins neuer Film nach dem Roman des 1987 verstorbenen Romanciers James Baldwin. Und erklärt auch, warum Beale Street, obwohl es die Straße in New Orleans tatsächlich gibt und als Wiege des Jazz gilt, weniger ein tatsächlicher, zu besuchender Ort ist als viel mehr ein Synonym für einen allumfassenden gemeinsamen Nenner, der die schwarze Bevölkerung Nordamerikas vereint. Wenn die Beale Street also reden könnte, so wie der Filmtitel im Original konjunktiviert, so könnte sie einiges erzählen. Über Verschleppung, Sklaverei, Menschenrechtsverletzungen, Diskriminierung, Rassismus. Und über die Ohnmacht gegenüber der Machtwillkür einer Justiz, die eine eigene Form Apartheid schafft, nämlich die der gesetzlichen Versklavung fahrlässig Verurteilter.

Zwischen die Mahlsteine einer solchen Justiz gerät das Liebespaar Tish und Fonny. Der Holzkünstler Fonny nämlich, der wird beschuldigt, eine Puerto-Ricanerin vergewaltigt zu haben. Das Opfer scheint ihn identifiziert zu haben, doch klare Indizien sprechen dagegen. Die will aber keiner hören, und auch das mittlerweile in die Heimat verschwundene Opfer lässt nicht mit sich reden. Es sieht nicht gut aus für die beiden. Zum Glück hat die schwangere Tish einen Engel von Mutter, die alles daransetzt, ihren Schwiegersohn in spe freizubekommen. Diese stolze Matriarchin verkörpert Regina King, die auch prompt für Ihren Auftritt sowohl den Golden Globe als auch den Oscar abstauben konnte. Nun, ich muss sagen: Das sehr wohl zurecht. King stattet ihren Charakter der Sharon Rivers mit jeder Menge kämpferischem Gerechtigkeitssinn aus, wobei sie natürlich immer mal wieder an ihre Grenzen stößt, und so ihre Figur glaubhaft zweifeln, resignieren und erneut an die Sache glauben lässt. Das macht sie mit leisen Tönen, mit der zehrenden Liebe einer Mutter. KiKi Layne und Stephen James sind schauspielerisch aber auch nicht zu verachten, wobei KiKi Layne in erster Linie für die bezauberndsten, schönsten und malerischsten Takes verantwortlich ist, die Beale Street teilweise wie eine akkurat kolorierte Graphic Novel erscheinen lassen. Laynes Blicke sind tief, erzählen von Sehnsucht, innerer Kraft und Ohnmacht gleichermaßen. Ein Gesicht, dass die unruhigen Züge einer (un)beugsamen Gesellschaft trägt. Barry Jenkins, dessen oszillierendes, brillantes Meisterwerk Moonlight den Oscar als besten Film 2017 gewonnen hat, gibt sich auch diesmal wieder einer narrativen Melancholie hin, die wie ein wohlformulierter Roman in erlesenen Bildern zu erfassen ist. Das ist durchwegs wirklich schön anzusehen, mitsamt all der Ausstattung und der vorwiegend in Grüntönen gehaltenen, geschmackvollen Mode der konservativen 70er.

Was aus Beale Street aber letztendlich geworden ist, lässt sich als Lovestory in Rückblenden bezeichnen. Wie James Baldwin seinen Roman angelegt hat, kann ich mangels Lektüre leider nicht beurteilen, allerdings scheint es mir, dass der Justizskandal rund um Fonny dort wohl eher im Vordergrund steht als die Geschichte einer bedingungslosen Beziehung. Im Film ist es genau umgekehrt. Da ist die Liebe alles, sie wird auch des Öfteren bekundet, und zwar so richtig im sentimentalen Weichzeichner-Stil. Da entgleitet Barry Jenkins sein Film ab und an ins Schwülstige, ins schön anzusehende Schwülstige, und vom Justizdrama selbst bleiben die peripheren Bemühungen von Übermama Regina King. Das Thema „Grundlos hinter Gittern“ lässt sich aber auch mit viel mehr Schmerz, mit viel mehr Klage hinausschreien, wie 1994 in Jim Sheridans IRA-Drama Im Namen des Vaters. In Beale Street, der längst nicht so energisch menschliche Grundrechte verfechtet, weicht die Verzweiflung sehr schnell einer hingenommenen Ohnmacht, einer resignierenden Kleinheit, die aber vielleicht deswegen diese Ungerechtigkeit so aushalten kann, weil die Liebe so ungefähr über allem steht. Und auch all die Jahrzehnte hinter Gitter anscheinend aussitzen kann.

Beale Street

Sweet Country

TRISTESSE IM BUSCH

6/10

 

sweetcountry© Grandfilm 2017

 

LAND: AUSTRALIEN 2017

REGIE: WARWICK THORNTON

CAST: HAMILTON MORRIS, SAM NEILL, BRYAN BROWN, EWAN LESLIE U. A.

 

Wenn vom Weltuntergang die Rede ist, dann ist das für viele sicherlich irgendeine kataklysmische Einwirkung aus dem Weltall. Dass die Vernichtungen ganzer Kulturkreise, die ihre eigenen Welten hatten, bereits stattgefunden haben, wird mangels globaler Relevanz gerne vergessen. Das Schwarzbuch der Menschheit kann hier Abhilfe schaffen. Oder eben Filme. Wie zum Beispiel Sweet Country. Dieser sagen wir mal Western aus Down Under ist ein Drama, das eine reale postapokalpytische Welt beschreibt, und zwar für jene, die uns allen als das Volk der Aborigines geläufig ist. Das Urvolk Australiens braucht eigentlich nicht mehr auf Armageddon zu warten. Genauso wenig die Ureinwohner Tasmaniens, wurden die doch komplett ausgelöscht. Diese historische Tendenz zur Volksvernichtung und ein spätes (Unter)bewusstsein für Verantwortung könnte womöglich auch der Grund sein, warum australische Filmschaffende gerne auf postapokalyptische Szenarien zurückgreifen. Mad Max zum Beispiel, die Kult-Endzeit schlechthin. Oder das Netflix-Zombiedrama Cargo. Gerne als Geheimtipp gehandelt: The Rover von David Michôd mit Robert Pattinson. Düster, düsterer – australische Zukunft. Sweet Country spielt zwar nicht in der Zukunft, fühlt sich aber genauso an. Was genau denn, so fragen kritische Stimmen, soll man gesellschaftlich Erbauliches aus der Terra incognita eigentlich berichten? Die Fauna und Flora, ja, die ist einzigartig, keine Frage. Die Wüsten, das Outback und vor allem die Küsten im Westen, vorzugsweise menschenleer.

In Warwick Thorntons grimmigem Anti-Heimatfilm sind viele der Ureinwohner devote Helfer der Weißen, nur ein Hungerlohn unterscheidet sie vom Dasein als Sklaven. Die Weißen – die sind bis auf wenige Ausnahmen hässliche, raue Männer, die keine Liebe kennen, keine Achtung und keinen Respekt. Thorntons weiße Männer sind Monster, quälen den Unterdrückten, berauben ihn der Freiheit und keifen ihn zu einem Häufchen Elend zusammen wie einen Hund, der vom Napf des Herrchens kostet. Szenenweise erinnert Sweet Country an 12 Years a Slave – vor allem in seiner Schilderung der zeternden Tyrannen, die niemandem Rechenschaft schulden und die in ihrem Glauben an das Faustrecht des Stärkeren denken, alle Rechte der Welt zu besitzen, auch die für Mord und Missbrauch. Das ist gesetzlose Anarchie nach dem Zusammenbruch einer staatlichen Ordnung. Oder dort, wo gar keine hinkommt, ähnlich wie im wilden Westen, wo der Arm des Gesetzes kurz ist. Nur – in Australien ist die Weite nur bedingt erschließbar, der Busch undurchdringlich, und das, was erschließbar ist, radikaler gesäubert oder assimiliert. Jenseits davon – das Niemandsland für das letzte Häufchen Einwohner, die dem Faustrecht ohnmächtig gegenüberstehen.

Sam Neill als eremitischer Farmer ist in Sweet Country aber einer der Guten. Allerdings der einzige. Bei ihm haben die Aborigines Sam, dessen Frau und beider Nichte ein gutes Auskommen als manch ein Indigener anderswo. Doch die Revierherren angrenzender Territorien ticken da ganz anders, schnorren Farmer Neill für ein paar Tage das Personal ab und behandeln dieses natürlich wie den letzten Dreck. Als die drei zurückkehren, hetzt einer der herrischen Unmenschen ihnen nach, um sie wegen dem Verschwinden eines anderen Knechts zu belangen – und eröffnet das Feuer. In dieser brenzligen Situation greift Sam selbst zur Waffe – und knallt den Weißen ab. Folglich ist dieser Freiwild, und das Gesetz, oder das, was von ihm übrig ist, folgt dem Flüchtenden hinterher. Allerdings wohl mehr aus einem rassistisch geprägten Impuls und aus Rache als aus einem Bewusstsein für Recht und Ordnung. Tief ins Outback hinein führt die Suche nach jemandem, der nur aus Notwehr gehandelt hat.

Die Aussichten für den indigenen Australier Sam sehen schlecht aus, das spürt man als Zuseher in jeder Sekunde. Der Hass auf jene, denen das Land gehört, verflucht den Boden unter deren Füßen. Was daraus wuchert, ist körperliches wie seelisches Leid. Der Australier John Hillcoat hat 2005 einen nicht weniger zermürbenden Hexenkessel zwischen bröckelnder Zivilisation und Wildnis geschaffen – The Proposition mit Guy Pearce lässt das Blut zwar noch mehr in den staubtrockenen Boden sickern als Sweet Country – der nihilistische Grundtonus ist bei beiden Filmen aber ähnlich. Ein Spaziergang ist diese Art des Western Noir wirklich nicht, schon gar nicht, wenn es letzten Endes nicht mal mehr Hoffnung gibt. Hillcoat sowie in diesem Fall Thornton zeichnen ein hoffnungsloses Bild jenseits von Känguru, Uluru und Bumerang, auch wenn die menschenfeindliche Natur als dramaturgischer Joker in die Karten der verfeindeten Parteien gemischt wird. Die Tristesse dieses ethnischen Schicksals legt sich in bleierner Resignation wie ein grauer Schleier über den Film, der jegliche Zuversicht filtert – selbst das Abendrot birgt bereits die Bürde des kommenden Morgens. Der wird für einige nicht mehr anbrechen, was angesichts dieser kaputten Koexistenz zwischen Whitefellas und Blackfellas vielleicht sogar das geringere Übel ist.

Sweet Country

Green Book – Eine besondere Freundschaft

FAHR´ MA, EUER GNADEN!

9/10

 

greenbook© 2019 eOne Germany

 

LAND: USA 2018

REGIE: PETER FARRELLY

CAST: VIGGO MORTENSEN, MAHERSHALA ALI, LINDA CARDELLINI U. A.

 

Angeblich soll Albert Einstein einmal gesagt haben: „Zwei Dinge sind unendlich, das Universum und die menschliche Dummheit. Aber beim Universum bin ich mir noch nicht ganz sicher.“ Dass die menschliche Dummheit wirklich keine Grenzen kennt, das belegt wieder mal die Existenz das in den 60er Jahren unter der schwarzen Bevölkerung Amerikas verbreitete Green Book. In diesem sagen wir mal Heftchen sind alle Etablissements, Hotels und Tankstellen verzeichnet, die Schwarze betreten dürfen. Mit diesem Green Book konnte man damals unter der Präsidentschaft von John F. Kennedy relativ problemlos die vom Rassismus geprägten Südstaaten bereisen, ohne belästigt, beschimpft oder geprügelt zu werden. Das es so etwas wie das Green Book überhaupt geben muss, ist eine Schande. Andererseits kann ein Reiseführer wie dieser Bad Vibrations relativ gut abwenden. Dass man sich damit aber mit der gesellschaftspolitischen Situation von damals eher arrangiert hat als diese zu verändern, war wohl auch klar. Nichtsdestotrotz hat der schwarze Jazzpianist Dr. Don Shirley, ein distinguierter Gentleman, das Druckwerk jedenfalls mit dabei, auf seiner Konzerttournee bis tief in die südlichen Sümpfe der Gesellschaft, um vielleicht doch etwas zu verändern. Zumindest seinen Standpunkt zu vertreten – und ein Exempel zu statuieren. Dazu braucht es Mut. Und einen Fahrer. Der wiederum gehört zum Sicherheitspersonal eines Nachtclubs, und da dieser gerade wegen Umbaus geschlossen hat, wittert der Italoamerikaner Tony Lip das große Geld. Immerhin sind es zwei Monate Support in Belangen nicht nur des Kutschierens von A nach B, sondern auch, Probleme, die Shirleys Auftritten im Weg stehen könnten, aus dem Weg zu räumen.

Unterschiedlicher können die beiden Zeitgenossen nicht sein, wirklich nicht. Tony Lip ist ein Gourmand unter der amerikanischen Sonne, einer der (wett)essen kann, wie der Tag lang ist. Der im Grunde zwar auch keine Schwarzen mag, aber warum eigentlich? Der Tacheles redet, angeblich nie lügt und gerne mal aufbrausend Fäuste unter unliebsame Nasen hält. Und Don Shirley – schon die erste Begegnung der Beiden wirkt wie eine Audienz vor einem afrikanischen Monarchen. Der belesene Snob ist eloquent, leicht affektiert und unlocker vom Scheitel bis zur Sohle. Wen wundert’s, in so unbequemen Zeiten wie diesen, wo du als Schwarzer einfach wissen musst, wer du bist, um nicht unter die Absätze nationalistischer Weiße zu geraten. Somit ist Shirley auch keiner, mit dem man schnell warm wird. Tony Lip aber wird das ändern.

Natürlich gibt es jede Menge Buddy-Movies wie dieses. Zwei, die unterschiedlicher nicht sein können, sind unterwegs von A nach B und raufen sich zusammen. Da hat selbst das Problem-Filmland Österreich einen Klassiker in petto – nämlich Indien. Kabarettkino ja, auf den ersten Blick, tatsächlich aber voller Tiefe und sehr berührend. Green Book hat, den österreichischen Witz mal außer Acht gelassen, ähnliche Szenen zu bieten. Wenn der beharrliche Tony Lip Pianist Doc Shirley unterwegs ein Ohr abkaut oder ihm Kentucky Fried Chicken unter die Nase hält, dann sind das Doppelconferencen erster Güte. Der Film wäre aber längst nicht so ein Bringer, wäre Tony Lip anders besetzt worden als mit Viggo Mortensen. Nichts ist mehr übrig aus seinen Zeiten als Aragorn. Wunderbar, wie wandlungsfähig der Mann ist – und als leicht korpulenter, appetitvoller Türsteher, der nicht gerade zu den Intellektuellen zählt, aber das Herz am rechten Fleck hat, den Film trägt wie kein zweiter. Auch, weil er in seiner straighten, aber unzementierten Weltanschauung fähig ist, seinen eigenen und den Standpunk des intellektuellen Shirley nachhaltig zu hinterfragen. Mahershala Ali als kultivierter Feingeist und Klaviervirtuose ist ein wunderbarer Gegenpart zu Mortensens feixendem, gemütlichem Auftreten. Seine Vorsicht vor den Menschen, sein expliziter Sinn für Anstand und mit der meist auf Verteidigung angelegten Verfechtung seiner Würde ist der einsamen Seele in feinstem Maßanzug auf den Leib geschneidert. Fast schon legendär, wie sich beide ergänzen, wie sie voneinander lernen und wie sie zusammen dieses Roadmovie meistern, scheinbar völlig als Selbstläufer, ohne viel Input von außen. Peter Farrelly, bekannt als Macher zotigen Klamauks jenseits des guten Geschmacks, hat sich hier wohl in die leinerne Rückenlehne seines Regiestuhl lehnen können – die beiden Buddies schaukeln den Film, als wäre es ihr echtes Leben. Das macht Green Book eigentlich auf nahezu vollkommene Weise zu einem der besten Wohlfühlfilme seit langem, zu einem filmischen Grundstein einer lebenslangen Freundschaft, die tatsächlich mit dieser abenteuerlich-erkenntnsireichen Fahrt in den Süden ihren Anfang genommen hat. So eine Freundschaft wünschen wir uns alle, nur allzu selten passiert sowas tatsächlich. Umso schöner ist dann ein Film wie dieser, der zeigt, wie´s gehen kann.

Green Book – Eine besondere Freundschaft

BlacKkKlansman

DER KUCKUCK IM KU-KLUX-KLAN

5/10

 

BlacKkKlansman© 2018 Universal Pictures International Germany GmbH

 

LAND: USA 2018

REGIE: SPIKE LEE

CAST: JOHN DAVID WASHINGTON, ADAM DRIVER, LAURA HARRIER, TOPHER GRACE, JASPER PÄÄKKÖNEN, ALEC BALDWIN U. A.

 

Als Ron Stallworth im Polizeikommissariat Colorado Springs, Abteilung Undercover-Ermittlungen, nach einem Blick in die Tageszeitung zum Hörer greift und auf eine plötzliche Eingebung hin die Nummer des Ku-Klux-Klans wählt, unterliegen nicht nur die Kinnladen der Filmkollegen der Schwerkraft. Dieser Ron Stallworth, der ist nämlich ein Afroamerikaner. Einer der wenigen, die zu dieser Zeit überhaupt in staatliche Dienste gestellt werden, noch dazu sichtbar für das latent rassistisch geprägte amerikanische Volk der Weißen, die damit wenig anfangen können und wo verdeckte Ermittlungen grandios funktionieren, weil einfach niemand damit rechnet, das Schwarze im Umfeld potenzieller Gefahrenquellen herumschnüffeln könnten. Diese einmalige Gelegenheit, die lässt Ron Stallworth nicht verstreichen. Und landet schon alleine mit seinem unverschämten Anruf beim lokalen Gruppenleiter der Kapuzen-Rassisten eine schallende Ohrfeige auf den Wangen Reinheitsgebot predigender Herrenkrieger.

Mit diesem Stoff hat sich Kultregisseur Spike Lee etwas ganz Brisantes ausgesucht. Diese True Story, die sich in den 70ern ereignet hat und auf den Erinnerungen des echten Stallworth beruht, ist kaum zu glauben und schreit danach, vor allem in Zeiten wie diesen verfilmt zu werden: Ein Schwarzer infiltriert und unterwandert das superrechte Lager und gibt ale eine Art „Till Eulenspiegel“ mit Afro den kleinkarierten Unfug der Möchtegern-Arier der Lächerlichkeit preis. Dieses Kunststück der Entlarvung wäre wohl nicht gelungen, hätte Ron Stallworth nicht Kollegen an seiner Seite gehabt, die bei diesem präventiven Schildbürgerstreich mitgespielt hätten. Dank des Juden Flip Zimmerman erschaffen die Undercover-Experten eine fiktive Figur echten Namens, die sowohl vor als auch hinter dem Telefon funktioniert und selbst den nationalistischen Abgeordneten und Oberguru David Duke aufs schneeweiße Glatteis führt.

Wie sehr doch Spike Lee die Möglichkeiten dazu gehabt hätte, den rechtsradikalen Ku-Klux-Klan mithilfe des aufblätternden Witz eines Charlie Chaplin als haltloses Ad-Absurdum-Vehikel darzustellen. Doch die Wut und die Furcht des Filmemachers konnten einfach nicht dulden, der erlebenswerten Realsatire ganz allein das Feld zu überlassen. Spike Lee wollte ein politisches Statement verkünden, dass er aber als Understatement ohnehin schon gehabt hätte. Lee macht es letzten Endes wie Michael Moore – er wird populistisch, und stiehlt durch seinen Populismus seiner intelligenten Chronik der Ereignisse voller Länge die Show. Hätte es die Realszenen am Ende des Filmes zu den Ereignissen des August 2017 wirklich gebraucht? Oder Harry Belafonte´s (welche Überraschung, ihn nochmals auf der Leinwand zu sehen) Chronik der Hinrichtung eines geistig behinderten Schwarzen? Meiner Meinung nach nicht. Meiner Meinung nach fühlt es sich so an, als hätte Spike Lee auf den Zündstoff seiner subversiven Beinstellerei letzten Endes nicht mehr vertraut. Und so soll im Nachhinein die Angst vor Trump und den gewalttätigen Rechten jene Wirkung erzielen, die eigentlich Stallworth als Wolf im Schafspelz hätte erzielen sollen. Dieser Semidokumentarismus, der wäre in Filmen wie Detroit von Kathryn Bigelow besser positioniert gewesen. Aber nicht in einem Film wie BlackkKlansman, der ohnehin ein gebildetes, linksorientiertes Publikum zu erwarten hat, das längst weiß, wie sehr das rechte Nationalbewusstsein derzeit neu erstarkt. BlackkKlansman hätte mit all seiner souveränen Hinterfotzigkeit das Problem von einer ganz anderen, überraschenden Seite anpacken können – nämlich aus der Mitte heraus, wie ins Auge des Sturms teleportiert, und nicht frontal und für alle sichtbar von außen.

BlacKkKlansman ereignet sich vor dem Hintergrund der Black Power-Bewegung. Doch von Power ist der Film weiter entfernt als gedacht. Lee erzählt die irren Ereignisse in einem scheinbar contraindizierten Chill-Modus. Das entschleunigte Tempo bewahrt zwar einen lässigen Überblick, findet aber im Gegensatz zu den anklingenden Soulklassikern kaum einen eigenen Rhythmus. Dieser folglich unentschlossenen Ambition für den Film und des streckenweise verhobenen Timings fallen auch Hauptdarsteller John David Washington und Adam Driver zum Opfer, die natürlich als Undercover-Profis alles andere als wütend, dafür aber von einer gewissen entrückten Gelassenheit beseelt sind, die dem Film noch dazu einiges von seiner eigentlich elektrisierenden Wirkung nimmt. Im Gegensatz dazu gebärden sich die radikalen Sektierer des Ku-Klux-Klans in beängstigendem Fanatismus, allen voran Vikings-Darsteller Jasper Pääkkönen. Vielleicht sollen sogar die unterschiedlichen Verhaltensmuster die Kluft zwischen Absurdität und Verstand stark konstrastieren – die motivierende Energie der Aufklärer fällt allerdings seltsam schal aus.

So muss ich trotz der vielen hochlobenden Kritiken, die zu BlacKkKlansman zu lesen waren, eher enttäuscht feststellen, dass Spike Lee seiner sarkastischen Demaskierung eines so kruden wie zerstörerischen Weltbilds selbst nicht ganz vertraut und dort politische Tagungsreden schwingt, wo cleveres Understatement mit ordentlichem Nachhall für sich allein Bände gesprochen hätte.

BlacKkKlansman

Hostiles

BURNOUT IM WILDEN WESTEN

7/10

 

hostiles2© 2018 Universum

 

LAND: USA 2018

REGIE: SCOTT COOPER

MIT CHRISTIAN BALE, WES STUDI, ROSAMUNDE PIKE, JESSE PLEMONS, BEN FOSTER, THIMOTÉE CHALAMET U. A.

 

Blutsbrüderschaft wie bei Winnetou – daran ist überhaupt nicht zu denken. Was hat sich Karl May wohl dabei gedacht? Der deutsche Schriftsteller war nicht nur niemals in New York, er hat auch niemals sonst seinen Fuß auf die neue Welt gesetzt. Die Ahnung, die er vom Wilden Westen hatte, war das Ergebnis aus Erzählungen, Reiseberichten, und der eigenen romantischen Verklärung von Cowboy und Indianer. Diese Verklärung lässt Regisseur Scott Cooper weit hinter sich. Sogar noch weiter, als sie Kevin Costner hinter sich gelassen hat, bei Der mit dem Wolf tanzt – ein Film, der an sich schon einen völlig neuen Zugang zur Geschichte Nordamerikas gefunden und wie noch niemals zuvor den tiefen Graben zwischen Invasoren und Urbevölkerung zu überbrücken versucht hat. Rund 20 Jahre früher hat ein Epos wie Little Big Man den weissen Amerikanern das Wilde heruntergeräumt – so schmerzlich und vehement wie Arthur Penn´s Meilenstein haben wenige Werke das Schicksal der indigenen Völker begriffen. Dustin Hoffman als verirrter Weißer inmitten einer völlig fremden Welt hat Costner´s Idee vom Verschmelzen ethnischer Identitäten vorweggenommen und ist damit meines Erachtens nach sowieso im Olymp der besten Rollenfiguren überhaupt gelandet.

Diese Leistung vollbringt Christian Bale zwar nicht, sein verlorener Blick hinter Schnauzer und Dreitagebart spricht allerdings Bände. Es ist kurz vor der Jahrhundertwende, der ehemalige Batman verkörpert einen US Army-Captain, welcher wirklich nichts mehr zu verlieren hat. Wie verbraucht und ausgelaugt vom Leben kann man sein? Der zu Stein entemotionalisierte Befehlsempfänger in blauer Montur ist müde vom Krieg, müde vom Töten, müde vom Hass. Dennoch quält ihn der Gedanke, einen Cheyenne an den Ort der ewigen Jagdgründe zu eskortieren. Doch Befehl ist letzten Endes Befehl, Alternativen enden vor dem Kriegsgericht. Also Zähne zusammenbeissen und auf den Sattel, da warten noch einige Hunderte Kilometer Richtung Westen. Und dieser Weg, der ist wie der sprichwörtliche Gang nach Canossa. Eine wie auf gebrochenen Beinen dahinschleppende Tour der Versuchung, Vergebung und des Friedensschlusses. Scott Cooper (Crazy Heart, Black Mass) zeigt in diesem elegischen, epischen und mit traditionellen Landschaftsgemälden ausgestatteten Sühne-Western, wie schwierig und fast unmöglich es ist, Vergebung zu fordern und gleichzeitig zu verzeihen. Da muss der Mensch in seinem irrationalen Wahn namens Rassenhass mal die Erkenntnis erlangen, dass nicht alles eins zu eins über den Kamm geschoren werden kann.  Dass von nichts auch nichts kommen kann. Dass zum Streiten im Grunde immer zwei gehören müssen. Binsenweisheiten, die aber erst mal begriffen werden müssen, vor allem von Leuten, die in ihrer verknöcherten Wut von einst gefangen sind.

Da trägt eine von Komantschen aus dem Familienleben gerissene Rosamunde Pike auch nicht wirklich zum besseren Verständnis bei. Das völlig verstörte Opfer, das nun mit dem Troß Richtung Montana reitet, scheint vorerst die Kluft zwischen den beiden Parteien zu erweitern – bis die ewige Weite, schmerzlindernde Gesten inmitten unwirtlicher Wildnis und die Feinde der Feinde das Blatt langsam wenden, die Sicht auf die Dinge, auf Schuld und Mitschuld langsam aufklaren lassen. Hostiles ist kein Anti-Western, dafür aber ein langer Ritt der Erschöpfung, das naturbeleuchtete Bild der Nachwirkung langer Kriege, die alle Beteiligten unendlich kraftlos zurücklassen. Die Reserven sind dahin, was bleibt, ist bedrückende Erkenntnis. Und endlich so etwas wie ein Funke menschlicher Weisheit, die über Dingen steht, die nicht mehr reparabel sind – auf die sich vielleicht aber ein neues Fundament errichten lässt.

Hostiles

Underdog

APOKALYPSE WAU

7/10

 

weissergott2© 2014 Delphi Filmverleih

 

LAND: UNGARN 2014

REGIE: KORNÉL MANDRUCZÓ

MIT ZSÓFIA PSOTTA, ZSÁNDOR ZSÓTÉR, KORNÉL MANDRUCZÓ, LILI HORVÁTH, LILI MONORI U. A.

 

Eben erst haben die diversesten Hunderassen in Wes Anderson´s utopischem Puppen-Mandala Isle of Dogs – Ataris Reise den Aufstand geprobt. Dabei gab es vor einigen Jahren bereits einen anderen, thematisch ähnlichen Film, der das Wesen des Hundes und seine Beziehung zu den Menschen auf eine gesellschaftspolitische Ebene hob. 2014 entstand im filmisch eher kleinlaut tönenden Land Ungarn die allegorische Parabel Fehér Isten, was soviel heißt wie Weißer Gott und hierzulande, also im deutschsprachigen Raum, mit Underdog betitelt wurde. Sowohl die eine als auch die andere Bezeichnung des Filmes ist passend, Weißer Gott trifft es aber eher, und war auch die ursprüngliche Wahl von Regisseur Kornél Mandruczó, dessen neuester Streifen Jupiter´s Moon in den österreichischen Kinos auf ungerechtfertigt wenig Aufmerksamkeit stieß.

Weißer Gott beginnt mit einem postapokalyptischen Szenario – wir sehen ein menschenleeres Budapest, verlassene Autos, deren Blinker immer noch an sind. Plötzlich ein Mädchen auf dem Fahrrad. Wäre das verlassene Auto nicht, könnte die Radlerin auch an einem Sonntag sehr früh aufgestanden sein – doch Sekunden später wissen wir, dass dem nicht so ist. Das Mädchen wird verfolgt von einer nicht enden wollenden Meute wilder Hunde. Die Aggressoren haben aber auch wirklich jeden Grund dazu, wütend zu sein. Im Zentrum steht die Promenadenmischung Hagen, die vom Vater der pupertären Lili erstmal nur gebilligt, dann missbilligt und folglich am Rande von Budapest ausgesetzt wird. Auf der verzweifelten Suche nach Nahrung kommt der Shar Pei-Retriever-Mischling tatsächlich in Teufels Küche, wo er Hackebeilen ausweichen muss. Wie ein vierbeiniger Oliver Twist wird der Hund fortan von einem Peiniger zum Nächsten gereicht, vom Sklaventreiber zum Hundekampftrainer. Zwischendurch müssen er und seine Leidensgenossen vor den Hundefängern flüchten, die wenig zimperlich ihre Arbeit erledigen wollen. Der Mensch, so erfährt Hagen, ist ein sadistisches, knechtendes Scheusal. Machgierig, eigennützig, erbarmungslos. Viel braucht es nicht mehr, und die ausgestoßenen, weil gemischtrassigen Vierbeiner tun sich zusammen – um dem „Weißen Gott“ zu zeigen, dass der Spieß sehr schnell umgedreht werden kann.

Immer noch ist der Hund ein Raubtier. Ein domestiziertes zwar, aber im Grunde seines Wesens ein archaisches Kraftpaket, schnell und wendig und mit einem Gespür für jene Angst, die von ihren Herren ausgeht. Mundruczó distanziert sich bewusst von den anthropomorphisierten Darstellungen von Hunden, die vor allem in Hollywood und insbesondere bei Disney gang und gäbe sind. Seine tierischen Stars können weder sprechen noch tun sie Dinge, die Menschen ihnen gerne andichten. Das einzige was sie tun, ist, sich zusammenrotten und gezielten Terror verbreiten. Spätestens hier wird Weißer Gott zur mysteriösen Chronik eines Ausnahmezustandes, der so unmöglich tatsächlich passieren kann und der endzeitliche Tendenzen aufweist, diese aber nicht wirklich bis zu letzten Konsequenz auslebt. Die Eroberung Budapests bleibt aus, die Zuspitzung ins Bizarre wäre womöglich misslungen, als mögliches, weil vielleicht gar nicht gewolltes Pamphlet gegen die Ideale einer Victor Orban-Regierung funktioniert Weißer Gott aber auch so, wenn auch entschärft. Obwohl in Anbetracht der Wiederwahl eines Rechtspopulisten eine nachhaltig tierische Pedigree-Revolution wohl noch mehr befreiender Zündstoff gewesen wäre.

Weißer Gott ist eine stringente Parabel auf Rassismus, Unterdrückung und Ignoranz. Nimmt sich viel Zeit, um zu beobachten und lässt sich nicht drängen, die Initiative ergreifen zu lassen, trotz all der animalischen Wut, die den Zuschauer befällt. Dass angesichts all dieser teils heftigen Tierszenen wirklich keine Hunde zu Schaden gekommen sind, wie nach jedem Film pflichtgemäß im Abspann deklariert wird, ist kaum zu glauben. Gut, mit Hunden lässt sich so manches Kunststück bewerkstelligen. Hunde sind angefangen von Benji bis zu Lassie die wohl dankbarsten tierischen Darsteller – weil sie sich perfekt abrichten lassen, weil sie lernen und gehorsam sind. Doch Vorsicht an alle Hundeliebhaber und all jene, die gerne Hundefilme wie Beethoven, Marley & ich, Scott & Huutch oder Pets in ihrer DVDthek wissen – Weißer Gott ist was ganz anderes und wird so manches Frauchen oder Herrchen mit Sicherheit verstören. Ihrem „besten Freund des Menschen“ als indikativer Spiegel der Gesellschaft aber wären sie womöglich dankbarer als zuvor.

Underdog