Mary Shelley

STAND BY YOUR MONSTER

5/10

 

maryshelley© 2018 Prokino Filmverleih

 

LAND: GROSSBRITANNIEN, IRLAND, LUXEMBURG 2018

REGIE: HAIFAA AL MANSOUR

CAST: ELLE FANNING, DOUGLAS BOOTH, TOM STURRIDGE, MAISIE WILLIAMS, STEPHEN DILLANE U. A.

 

Was für eine denkwürdige Zusammenkunft am Genfer See. Die Geburtsstunde des Gothic-Grusels. Der Monster, Mythen und Blutsauger. Ken Russel hat diese Nacht schon in seinem Schauerdrama Gothic verewigt, nun findet sich Mary Shelley gemeinsam mit ihrem Gatten Percy und des Arztes Dr. Polidori in den verschwenderischen Gemächern des romantischen Dichters Lord Byron ein – um ein Spiel zu spielen: Jeder von ihnen muss Geschichten erfinden, Schauergeschichten um Untote, Geister und über sonstige Reiche zwischen Leben und Tod. Einiges ist da entstanden, unter anderem der erste Vampirroman noch vor Bram Stoker – und auch die Idee für einen zeitlosen Klassiker, nämlich den über einen Wissenschaftler namens Frankenstein, auch genannt der moderne Prometheus. Und laut vorliegendem Film hat Lord Byron die Idee des Vampyr von Polidori geklaut, andere Stimmen sagen das Gegenteil. Genaues weiß man vermutlich nicht. Aber ich komme vom Thema ab. Eigentlich, und obwohl das andere, nämlich das Drama rund um Byron und Polidori viel interessanter gewesen wäre, geht es um die junge Mary Shelley, vormals Godwin.

Es ist ein ganz klassisches, historisches Melodram, in welchem Elle Fanning den unkonventionellen Freigeist gibt. Adrette Kostüme, authentisches Straßenleben, dunkle Dachkammern, in die sich das relativ mittellose Paar – Mary geht die Beziehung mit dem ebenfalls als Freigeist bekannten Dichter Percy Shelley ein – dann zurückziehen muss. Unterstützung von Seiten der Familie gibt es keine. Papa Godwin missbilligt diese Liaison, die Stiefmutter ist sowieso dem Klischee entsprechend böse. Was hat man dann als junger Mensch sonst noch zu verlieren außer nichts? Eben! Also wird gemacht, was nicht der Norm entspricht. Ohne Einverständnis von irgendwoher geheiratet, sich an den wurmstichigen Tisch gesetzt und geschrieben. Haifaa Al Mansour (u. a. Das Mädchen Wajda), Regisseurin saudi-arabischer Herkunft, widmet ihr Biopic einer werdenden Künstlerin und ihrer Liebschaft. Das ist romantisch und schön bebildert, und Elle Fanning legt sich auch für Ihre Interpretation der Mary Shelley ziemlich ins Zeug. Was aber fehlt, ist der einzigartige Grund dafür, einen Film über Mary Shelley zu drehen. Verbotene Liebe, Flucht in die Armut, das Einschwören auf den eigenen Willen und täglich wiederholte Hymnen über die eigenen Ideale? Was Shelley womöglich erlebt hat, bis zu diesem einschneidenden Abend 1816 am Genfer See, ist womöglich etwas, dass nicht wenige Frauen dieses Alters und zu dieser Zeit erlebt haben. Nur von Mary Shelley weiß man es, sie ist mit Frankenstein berühmt geworden, nicht aber so wie Colette mit ihrer Emanzipation, und das ist etwas, das diesen Film bis zur eingangs erwähnten Inspiration zur Idee für Frankenstein zu einer oberflächlichen Historienschablone macht, die wenig Innovation zeigt, währenddessen man nur darauf wartet, dass endlich die Gedanken zu ihrem großen Roman Gestalt annehmen. Das passiert relativ spät, und verbleibt in diesem Film wie eine in den Plot gedrängte Fußnote, schon allein, weil sich die Begeisterung für ein solches Thema wie Meister über Leben und Tod zu sein sicherlich nicht alleine aus einem Besuch bei einem Mysterientheater so gewaltig Bahn brechen kann.

Vielleicht, ja vielleicht hat sich Mary Shelley immer mal wieder Gedanken darüber gemacht, aber es scheint, als wäre Al Mansour die literaturgeschichtliche Komponente gar nicht wrklich wichtig, als müsste sie es erwähnen, obwohl sie es gar nicht will. Der Film soll von einer Frau erzählen, und nicht von einer Künstlerin. So kommt es, dass sich in Mary Shelley die Werdung zur Autorin des neben Bram Stokers Dracula wohl berühmtesten Schauerroman nur vage erschließt. Der Input ist plötzlich da, also hätte  Shelley auch irgendetwas anderes schreiben können, auch über Napoleon zum Beispiel oder den Krieg oder über die Rolle der Frau in der Gesellschaft. So ist Frankenstein eine austauschbare Nummer, die auch nicht aus den Idealvorstellungen, den Lebenswandel und der Philosophie dieser Frau abzuleiten wäre. Frankenstein selbst scheint nichts mit der Biografie dieser Person zu tun zu haben, eher die unerwartete Prämisse eines ganz anderen Dranges zu sein, so vermittelt es mir zumindest dieser Film. Und das ist dann doch etwas schal. Der Konflikt Polidori und Byron wäre, und ich erwähne es nochmal, die spannendere Geschichte gewesen.

Mary Shelley

Tel Aviv on Fire

NAHOST IM SERIENWAHN

6/10

 

telavivonfire© 2019 MFA

 

LAND: ISRAEL, BELGIEN, FRANKREICH, LUXEMBURG 2018

REGIE: SAMEH ZOABI

CAST: KAIS NASHEF, LUBNA AZABAL, YANIV BITON, MAISA ABD ELHADI, NADIM SAWALHA U. A.

 

Wir wissen alle, dass es sie gibt, und zugegeben, manche davon haben wir sogar gesehen: Soap Operas. Vom Haus am Eaton Place über Die Sklavin Isaura bis zur Lindenstraße und Reich und Schön. Dauerbrenner und Guilty Pleasures fürs nachmittägliche Homesitting, tägliche Fixpunkte in Phasen ereignislosen Alltags, die aber für den nötigen Thrill sorgen, und ist es nur der, nicht zu wissen, wer jetzt mit wem liiert ist und wer vom Cast nun doch etwas im Schilde führt. Auch der Nahe Osten hat so seinen Straßenfeger – in der israelisch-französischen Gesellschaftssatire Tel Aviv on Fire ist das die erste Staffel eines aufregenden Schmachtfetzens selbigen Namens, mit einer international renommierten französischen Schauspielerin als Leading Actress. Gedreht wird in Ramallah im Westjordanland, und manch ein Crewmitglied tingelt täglich von Jerusalem nach Palästina, bewaffnete Grenzkontrollen inklusive. Das ist ganz schön mühsam, aber wohl das geringste Übel, wenn man betrachtet, welchen Fehden dieser Fleck auf Erden gefühlten Äonen schon ausgesetzt war. Ob das jemals zu einem Konsens führen wird, und ob irgendwann diese unsägliche und menschenverachtende Grenzmauer ganz im Stile von Deutschland 89 abgerissen wird, ist fraglich. Zu wünschen wäre es beiden Volksgruppen, die, jeder für sich, fest davon überzeugt sind, im Recht zu sein.

Natürlich handelt diese kostengünstig produzierte Dramaserie, die drehscheibe des Films, von einem ganz anderen einschneidenden Konflikt in den 60ern – nämlich vom Sechstagekrieg. Am Vorabend dieser Auseinandersetzung spielen da ganz im Sinne des amerikanischen Spionagefilms Mata Hari-ähnliche Schönheiten eine Rolle, die israelische Generäle bezirzen, um irgendwann zuzuschlagen, am Besten im Zuge eines Attentats. Und die Serie, die wird gedreht, aber keiner weiß, wohin sie führen soll. Bis Regieassistent Salam einem Grenzbeamten in die Hände fällt, der dramaturgisch durchaus was am Kasten  und eine ganz eigene Vorstellung davon hat, wie die erste Staffel enden muss.

Der Israeli Sameh Zoabi nähert sich der religions- und volkspolitisch offenen Wunde von der Maschekseite, nämlich durch die Hintertür eines Filmstudios. Das Fernsehen, das hat eine ganz andere Politik als die der Straße. Das Fernsehen, das verbindet Feinde wie Freunde, mediales Interesse macht weder vor Muslimen noch vor Juden halt, da sind alle anderen Befindlichkeiten zweitrangig. Allerdings – auch bei einer Serie, die genau das thematisiert? Der Serienwahn steckt in Tel Aviv on Fire alle an, doch lassen sich in den Kulissen eines Studios die Konflikte einfacher beiseitelegen als im echten Leben? Und lässt sich der Friede zwischen Palästinensern und Israelis auf völlig naive Weise einfach so inszenieren? Dem Israeli Assi wäre das am Liebsten, das Ideal eines Zugeständnisses von der anderen Seite des Grenzzaunes. Der „Hans im Glück“ Salam, der, plötzlich Drehbuchautor, wie die Jungfrau zum Kind kommt (um hier auch noch die Christen zu bemühen), sieht alle Türen geöffnet, um Geschichte zu schreiben. Die Geschichte einer Vereinigung, die doch so undenkbar scheint.

In Zoabis Film ist vieles möglich, ist vieles auch absichtlich auf klischeehafte Weise karikiert, und mit Hummus geht sowieso alles besser. Doch so richtig bissfest will die augenzwinkernde Komödie dann doch auch nicht sein, will nirgendwo anecken noch kompromittieren. Will in erster Linie natürlich unterhalten, und die Diskrepanz zwischen den beiden Parteien auf versöhnliche Weise durch den Kakao ziehen. Versöhnlich ist ja schon mal gut, auch der Anspruch ein lobenswerter, doch wenn vielleicht Hauptdarsteller Kais Nashef nicht ganz so den Phlegmatiker herauskehren würde, wäre das Feuer in Tel Aviv wohl mehr der Burner, wohl mehr leidenschaftlicher und auch mehr bei der Sache. Es ist also wie mit den Soaps, die zwar immer irgendwelche Hiobsbotschaften heraufbeschwören, aber in ihrer weitgefächerten Zielgruppenorientierung in routinierter Gleichförmigkeit vor sich hinplätschern. Das tut vorliegender Film auch, und er regt nicht auf oder sorgt für Kontroversen, weil es doch nur ein Boulevardstück ist, das in sich sowieso nochmal ein massentaugliches Sprachrohr nutzt, um einen Konsens für alle zu suchen. Weil das Unmögliche nicht mal im inszenierten Traum möglich sein kann. Da hört laut Regisseur Zoabi dann der Spaß auf, so optimistisch will er dann doch nicht in die Zukunft blicken, eher resignierend, oder nur einen kleinen Schritt tun, nämlich den aus der momentan geschilderten Affäre. Ein geflissentliches Zugeständnis also, das man ihm nicht übelnehmen kann. Und noch etwas stellt sich ein, nachdem der Abspann so abläuft wie das kitschige Intro einer dieser eingangs erwähnten Langzeitshows: ein unglaublicher Heißhunger auf Hummus, obwohl man Hummus eigentlich gar nicht so mag.

Tel Aviv on Fire

I Kill Giants

ZU GROSS FÜR DIESE WELT

6/10

 

ikillgiants© 2018 Koch Films

 

LAND: USA 2018

REGIE: ANDERS WALTER

CAST: MADISON WOLFE, ZOE SALDANA, IMOGEN POOTS, JENNIFER EHLE, SYDNEY WADE U. A.

 

Dämonen gibt es wirklich. Täglich haben wir mit ihnen zu kämpfen. Es sind die in unserem Inneren. Zum Verhängnis werden sie, wenn man sich nicht mit ihnen arrangiert. Dazu braucht es ganz schön viel Kraft, eisernen Willen, und – was Kinder besonders gut abrufen können, um es mit den Dämonen des Lebens aufzunehmen: Fantasie. Ein gutes Beispiel: die kleine Ofelia, die sich in Pans Labyrinth eingeschlichen hat, um sich unter anderem gruseligen Kreaturen zu stellen, die ihre Augen in den Handflächen haben. Mit Fantasie geht alles leichter, das gibt der Unwirtlichkeit des Lebens ein bekämpfbares Gesicht, das bettet sie ein in eine Form, die man aus dem elterlichen Vorlesen gewohnt ist. Warum aber brauchen Kinder Fantasie? Um die Realität besser zu begreifen. Um den Halt, den sie verloren haben, anderswo zu suchen. In einer Welt, die sie bewältigen können. Es sind Projektionen, die gebannt werden können. Und je größer die Angst, je unsicherer das Leben, je unwirtlicher das Zuhause, desto größer wird der projizierte Dämon, das Bild vor den kindlichen Augen. Und umso uferloser die Fantasie.

Bei dem 13jährigen Connor aus Bayonas Buchverfilmung Sieben Minuten nach Mitternacht war es ein riesenhaftes Baumwesen mit erdiger, tiefer Stimme, dass den um seine Mutter bangenden Jungen an drei Nächten drei Geschichten erzählen wird. In Zac Snyders Sucker Punch tanzen sich psychisch labile Girlies in eine martialische Welt aus fiktiven Kriegen hinein, in denen sie als Heldinnen ihren Ausweg finden sollen. Und hat Tolkien nicht auch seine Traumata aus dem Ersten Weltkrieg mit der Erschaffung von Mittelerde gebannt? Gut, dass der Mensch seine Fähigkeit dazu hat, die Realität zumindest in seinem Kopf zu verändern. Das tut die 15jährige Barbara in I Kill Giants auch, doch sie ist fest davon überzeugt, dass es sie wirklich gibt: Riesen. Sie streifen umher und zerstören alles, das Mädchen aber ist die einzige, die sich ihnen entgegenstellen kann. Sie besänftigt sie mit Honig und tötet sie mit einer selbstgebastelten Streitaxt. Zu ihrem Schutz trägt sie Hasenohren und vollführt seltsame Rituale. Weil sie das macht, ist sie an ihrer Schule unbeliebt, eine Außenseiterin, ein Freak. Der Nonkonformismus der jungen Frau stößt auf Ablehnung, doch wer gegen Riesen kämpft, den scheren Unkenrufe aus den hinteren Reihen wohl kaum. Einzig Zoe Saldana als Schulpsychologin wird auf den verhaltensauffälligen Teenager aufmerksam. Was ist dran an den Riesen?

I Kill Giants ist eigentlich ein Comic des Amerikaners Joe Kelly, und sieht man den Film, erschließen sich die Panels automatisch im Kopf. Riesenkillerin Barbara ist eine expressive Figur nahe am Manga, irgendwo zwischen Alita, Alice im Wunderland und einer der Nachsitzenden aus dem Breakfast-Club. Madison Wolfe versucht dieser zerrissenen Psyche des Mädchens gerecht zu werden, doch sie bleibt unnahbar, distanziert, seltsam verschroben. Was der Rolle womöglich gerecht wird. Man nähert sich ihr erst gemeinsam mit Zoe Saldana, die versucht, zu begreifen, was es mit den phantastischen Monstern auf sich hat. Das macht es, auch wenn es authentisch ist, schwer, sich für die von allen abgewandten Protagonistin ernsthaft zu interessieren. Da hat Lewis McDougall in Sieben Minuten nach Mitternacht mehr und viel eher sein Herz geöffnet. I Kill Giants erzählt im Grunde die gleiche Geschichte wie eben erwähnter Film, Vergleiche drängen sich auf. Doch während der Baumdämon in Bayonas Film eine vermittelnde, belehrende Funktion hatte, marodieren die Riesen, die durchaus an Guillermo del Toros Pacific Rim erinnern und die man nur selten zu Gesicht bekommt, wie finstere Bedrohungen durch die Landschaft. Ihnen vorangehend erscheint ein prophetisches, abgründiges Spukwesen. Wenn es erscheint, sind die Dämonen nicht fern. Fern bleibt hingegen so ziemlich den ganzen Film durch die Annäherung an die Ursache der seltsamen Wahrnehmung. Bis dahin bleibt I Kill Giants ein düsteres Jugenddrama mit phantastischen Elementen, dass aber verwirrt und weltfremd bleibt. Und ja, eigentlich wie die Psyche des Mädchens. Dass sich als Comic sicherlich großartig visualisieren lässt, sich aber als Film mehr dem Storytelling des gezeichneten Mediums verwandt fühlt als dem Kino. Für die wuchtige Katharsis des Mädchens bleibt dann doch nur wenig Zeit. Das sind dann aber die besten Momente, die man durchaus geduldig erwarten kann und die den Film dann doch noch lohnen.

I Kill Giants

Sauerkrautkoma

LUSTIG HAMMAS

5/10

 

sauerkrautkoma© 2018 Constantin Film

 

LAND: DEUTSCHLAND 2018

REGIE: ED HERZOG

CAST: SEBASTIAN BEZZEL, SIMON SCHWARZ, LISA MARIE POTTHOFF, ENZI FUCHS, GEDEON BURKHARD, NORA WALDSTÄTTEN, EISI GULP U. A.

 

Kann sich jemand von Euch noch an Gus Backus erinnern? Der Februar diesen Jahres verstorbene US-amerikanische Sänger mit dem Hang zu deutschsprachigen Schlagern wird wohl in manchen seiner Ohrwürmer aus den 60ern bis auf unabsehbare Zeit weiterleben, ganz besonders in seiner Knüllernummer Sauerkraut-Polka. Diesen schrägen Song, der die Liebe zu diesem schwerverdaulichen, aber gesunden Gemüse beschreibt, hätten die Macher von Rita Falks aktueller Buchverfilmung ruhig integrieren können. Die Sauerkraut-Polka – die hätte fugenlos und formschön in diese schräge Nummernrevue gepasst, die aber leider nicht mehr sein will und kann als eine Nummernrevue. Im Schlepptau: eine geigelnder Torso von Kriminalfall, der im Kreisverkehr sich selbst auffährt und eigentlich überhaupt nicht sein müsste, denn der Kieberer Eberhofer, der an lustloser Phlegmatik kaum zu übertreffen ist, macht lieber ganz andere Dinge als der Handlung zu folgen. Rita Falk hat diesen bauernschlauen Hans im Glück in ihren lokalkolorierten Bayernkrimis mit Hingabe skizziert – auch all die anderen schrägen Figuren, die sich im Kaff Niederkaltenkirchen das Bier in die Hand geben. Die Oma, die ist ob ihrer kulinarischen Raffinesse sowieso das Maß aller Dinge, und letztendlich heißt es: rein in die gute Stube, wenn alle im Herrgottswinkel Grießnockerlsuppe schlürfen oder unwiderstehlich duftenden Braten mit Knödel und sämigem Safterl genießen. Ohne Hungergefühl kann man Rita Falks Bücher kaum weglegen, und ohne ein Schmunzeln auch nicht. Das funktioniert im Kino – wie bei all den anderen mehr schlecht als recht bebilderten Filmversuchen ebenso – eigentlich weniger gut. Warum? Weil Regisseur Ed Herzog höchstwahrscheinlich schenkelklopfenderweise am Set sitzt und sich über die situationskomischen Witze aus der Feder von Drehbuchautor Stefan Betz köstlich amüsiert. Lachen ist natürlich gesund – wenn aber dabei der rote Faden abhanden kommt, bleiben nur einzelne Sketches über, die wie schon zuletzt die subversiven Schlagerparodien eines Christian Steiffen verbraten und die Visagen einem Karikaturmuseum gleich fast unappetitlich genau ins Bild rücken. Das alles gehört zum Stil aller Rita Falk-Verfilmungen, ist aber in der fünften Aufwärmphase nur mehr redundant und ungefähr so schmackhaft wie wiederholt aufgewärmtes Kartoffelpüree.

Was in den Büchern mit den wiederkehrenden Verhaltensautomatismen das vertraute Gefühl eines schrulligen Alltags erzeugt, geht in den Filmen in grobmotorisch komödiantischer Überforderung unter. Es ist wie Kinderbändigen am Faschingsdienstag – alle wollen überall zugleich sein und sowieso alles machen, alles essen und alles trinken, was zur Hebung der eigenen Laune angeboten wird. Da noch zu den jungen Gästen vernünftig durchzudringen ist so gut wie unmöglich. Ebenso in seiner eigenen Blase wie all die andere Sprösslinge: Sebastian Bezzel, welcher der Wurstigkeit des Eberhofer allzu viel Nachdruck verleiht. Seine Figur ist unkaputtbar und mimisch auf die Grundeinstellungen heruntergefahren, wie Comic-Schlappohr Droopy, allerdings auch enorm selbstbezogen und eigentlich nicht sonderlich sympathisch. Da gibt Simon Schwarz als enorm amikaler Privatdetektiv den genussfreudigen Konterpart, und hat auch mit titelgebendem Bewusstseinszustand am meisten von allen zu schaffen. Das natürlich schon recht erheiternd, und wir klopfen uns so wie Regisseur Herzog ebenfalls das eine oder andere Mal wirklich auf die Schenkel, aber ein Krimi ist Sauerkrautkoma, obwohl er besser ist als seine Vorgänger, keiner. Vielmehr ein lustwandelnder Provinzschlager, der nicht merkt, dass er die Hosen verliert, weil er sich so wahnsinnig leicht ablenken lässt.

Sauerkrautkoma

Shoplifters

FAMILIE KANN MAN SICH AUSSUCHEN

7,5/10

 

shoplifters© 2018 Filmladen

 

LAND: JAPAN 2018

REGIE: HIROKAZU KORE-EDA

CAST: LILY FRANKY, SEKURA ANDÔ, MAYU MATSUOKA U. A. 

 

Bei Oma ist es doch am Schönsten. So sieht es zumindest mal auf den ersten Blick aus. Oma wohnt allerdings in einem kleinen Häuschen mit Garten, das vollgeräumt ist mit Dingen, und eigentlich viel zu wenig Platz bietet für fünf Personen, die hier auf engstem Raum leben. Vor allem wenn es kalt ist, hier in Tokio, lässt sich nicht mal der Garten nutzen. Bei fünf Personen bleibt es auch nicht, bald sind sechs Mäuler zu stopfen, weil ein kleines, verwahrlostes Mädchen bei den scheinbar unbekümmert vor sich hin lebenden Fünf wohl besser aufgehoben ist. So finden das Nobyo und Osamu, die das Kind entdecken und sich seiner annehmen. Wie es aussieht, scheinen die leiblichen Eltern den ungeliebten Nachwuchs gar nicht mal zu vermissen. Da ist es besser, Kind sucht sich eine andere Familie. Denn die kann man sich ja bekanntlich nicht aussuchen, da muss der Nachwuchs nehmen, was er bekommen hat. Die Familie um Osamu scheint hier aber die bessere Wahl zu sein. Wobei nicht ganz klar ist, ob Omas Schützlinge allesamt zueinander gehören oder nicht. Blut scheint hier kaum dicker als Wasser zu sein, und mit Vorbildwirkung nehmen es die Älteren auch nicht so genau. Osamu nämlich, der als Vaterfigur gesehen werden will, bessert das Haushaltsbudget gerne mit Ladendiebstählen auf. Das macht er mit seinem Ziehsohn Shota, der darin immer besser wird, allerdings braucht es da ein ausgeklügeltes Fingerritual vor jedem Coup, denn der scheint spirituell vor dem Erwischen zu schützen.

In diesem japanischen Familiendrama der anderen Art nimmt der Zuseher lange die Rolle des Wartenden ein, der nicht in die privaten vier Wände gebeten wird, und kaum einer Geschichte folgt, sondern nur Zeuge alltäglicher Rituale einer Gemeinschaft wird, die man allgemein eben als Familie bezeichnet. Einer Familie am Rande oder am Existenzminimum, auch bezeichnet als Präkariat, also dem Über-Leben in einer prekären finanziellen Situation, in der im schlimmsten Falle nicht mal Anspruch auf Versicherungsschutz besteht. Sozial gesehen ist das ein ziemliches Abstellgleis, sichtbar sowieso überall in den Großstädten Südostasiens, in diesem Falle eben Tokio, wo sich die urbane Existenz in Fleiß, Arbeit und beruflicher Hingabe manifestiert. Wo emotionale Nähe wirklich etwas ist, was man sich kaufen muss. Und wofür Familie längst nicht mehr steht. Das ist ein trauriges Bild einer Gesellschaft unter Druck. Und da kann es schon sein, dass gesellschaftliche Kreativität das einzige ist, was vor dem werteverlorenen Nichts retten kann. Ein kleines Paradies also, versteckt im Straßenwirrwarr einer Millionenmetropole, mit etwas Grün vor der Haustür und einer gemeinsamen Not, die zusammen ein Stück Glück ermöglicht. Familie ist demnach also etwas, das kein Echtheitszertifikat braucht, was auch ohne gemeinsame Gene funktioniert, was einfach durch Zuhören, Achtsamkeit und gegenseitiger Verantwortung wirklich erst das wird, wofür sich diese Mikrogemeinschaft loben lässt.

Ein Film wie Shoplifters verabschiedet sich von den durchaus lobenswerten, aber redundanten Klischees des originären Familienbildes, welches grundlegend immer intakt ist, und nur durch äußere Einflüsse zerrissen wird. Disney zum Beispiel will im Rahmen seines Angebots familienfreundlicher Filme gar nichts anderes zeigen, und variiert seine Messages daher auch kein bisschen. Hirokazu Kore-Eda verabschiedet sich von dieser Zweckform, löst seine Geborgenheit suchenden Gestalten aus jeglicher Zugehörigkeit, macht sie alle zu Waisen, obwohl sie es eigentlich nicht sind. Und dann geschieht das, was in Shoplifters geschehen ist – das Soll einer Familie bündelt die Umherirrenden wie Trabanten in der Umlaufbahn. Dass dieser Zustand nicht ewig halten kann, wird irgendwann klar. Das passiert relativ plötzlich, und die Harmonie unter dem Glassturz, der es dadurch auch schwer macht, als Zuseher ein Teil davon zu sein, wird durchbrochen. Plötzlich aber kann ich mich den Individuen nähern, lerne ihre Geschichten kennen, will nicht, dass der isolierte, zeitlose Zustand auf Dauer bestehen bleibt. Kore-Eeda findet intensive Bilder für seine Ballade, teils durchdrungen von den Lichtern einer Großstadt, teils dringt die Kamera indiskret in den engen Fuchsbau einer Gemeinschaft ein. Man hört sie Suppe schlürfen, palavern, lachen, es ist ein geordnetes Chaos. Letzten Endes aber nur reiner Zweck, der den evolutionären Sinn einer Familie zweckentfremdet. Shoplifters ist ein Film auf der Suche nach Nähe, eine aufrichtige Studie, mit Sympathie für seine Seelen, die als Einzelgänger verloren wären.

Shoplifters

Der Affront

VOM HINHALTEN DER ANDEREN BACKE

8/10

 

affront© 2018 Filmladen

 

LAND: FRANKREICH, LIBANON 2017

REGIE: ZIAD DOUEIRI

CAST: ADEL KARAM, RITY HAYEK, KAMEL EL BASHA, CHRISTINE CHOUEIRI U. A.

 

Ich wäre dankbar dafür, würden Bauarbeiter an meiner Haustür läuten und mich darauf aufmerksam machen, dass mein Abfluss defekt ist. Wenn sie sich noch dazu bereit erklären würden, diesen zu reparieren, würde ich ihnen, und das wäre das mindeste, sogar einen Kaffee spendieren, vom Trinkgeld im Nachhinein mal abgesehen. Allerdings läuft sowas nicht ganz so geschmeidig ab, wenn wir uns im Libanon befinden, genauer gesagt in Beirut. Um zu verstehen, warum eine Hilfestellung wie diese zu einem handfesten Affront wird, wäre es natürlich nicht schlecht, die politische Geschichte des Landes zumindest rudimentär zu kennen. Falls dem nicht so ist, macht das auch nichts, es wäre nur eine Fleißaufgabe vorab, um noch leichter in die Tragödie hineinzufinden, die sich scheinbar im Zeitraffer hochschraubt wie ein Kettenkarussell. In Beirut also lässt der libanesische Christ Toni den Palästinenser Yasser natürlich nicht in die Wohnung. Einfach, weil er ein muslimischer Flüchtling ist, in diesem Land nichts verloren hat und schon gar nicht Hand anlegen darf an etwas, dass einem patriotischen Christen gehört. Yasser muss das Problem mit dem illegalen Abfluss aber im Rahmen seiner Arbeit trotzdem irgendwie lösen – und wird daraufhin von Toni beschimpft. Der schimpft natürlich zurück – und die Wogen schaukeln sich hoch. Eine verbale Ohrfeige folgt der anderen, keiner ist bereit, klein beizugeben. Weder der Palästinenser noch der Christ. Der Streit ist natürlich ein Sinnbild für etwas viel größeres, das hinter der Fassade augenscheinlicher Toleranz schwelt. Nämlich der Hass auf Einwanderer aus dem Süden, die allesamt verantwortlich gemacht werden für einen Krieg, der noch viel weiter zurückliegt, und der aus Flüchtlingen automatisch verdächtige Terroristen macht.

Der Libanese Ziad Doueiri, langjähriger Kameraassistent bei Quentin Tarantino, hat mit Der Affront ein bemerkenswertes Politdrama entworfen. Nicht nur eben inszeniert, sondern auch geschrieben. Die Idee, das Misstrauen zweier Völker auf dem Rücken zweier Männer austragen zu lassen, die in ihrer Überzeugung, das Recht auf ihrer Seite zu haben, sogar bis vors Gericht gehen, damit lässt sich nicht nur die sensible Lage im Nahen Osten sezieren. Was als bürgerliche Miniatur aus dem Randbezirk beginnt, mutiert zu flächendeckender Unruhe. Damit lässt sich generell, und zwar auf einer übergeordneten Metaebene, die Mechanismen eines ethnisch bedingten Konfliktes analysieren, wenn nicht gar die Mechanismen von Streit an sich. Dass der Klügere nachgibt, wie es so schön heißt, das reduziert sich auf eine wohlmeinende Floskel, die vergisst, mit Emotionen zu kalkulieren. Emotionen, die lassen nicht mehr klar denken, geschweige denn klug. Denn wer klug ist, sollte erstmal gelassen sein. Angesichts finsterer Erinnerungen, die den Christen Toni plagen, ein Ding der Unmöglichkeit. Wobei gerade da die größte Herausforderung jene ist, trotz allem einen Schritt zurück zumachen und die Situation aus konfliktberuhigter Lage zu betrachten. Um dann auch noch die andere Backe hinzuhalten, die Hand zum Friedensschluss zu reichen. Den Kreislauf der Fehde zu unterbrechen und Schwammdrüber zu machen, über alles was war. Im Nahen Osten aber, da herrscht noch vehementer als bei uns das Bewusstsein, einem Volk anzugehören. Diese Zwangsgemeinschaft großer Weltreligionen, die sich noch dazu ethnisch unterscheiden, können im Kampf für ihre Grundrechte jeden gebrauchen. Das weiß der Einzelne, das weiß auch Toni und Yasser. Aber wann ist das Wettrüsten zum eigenen Stolz am Ende? Wann wird aus Stolz kindischer Trotz? Und kann man irgendwann, wenn es schon so heiß köchelt, nochmal umkehren und die Wurzeln der Diskrepanz in neue Erde setzen?

Der Affront will den Versuch wagen. Doueiris Film denkt sein Szenario konsequent und diszipliniert zu Ende, während die urbanen Massen kurz davor sind, ihre Disziplin zu verlieren. Dabei erinnert Doueiris Herangehensweise an jener des Iraners Ashgar Farhadi, der zum Beispiel mit Werken wie The Salesman ähnlich gesellschaftskritische Beobachtungen liefert. Das gleichnishafte Drama bringt den Konflikt vor Gericht, versucht dabei, nicht Partei zu beziehen. Lässt festgefahrene Blindwütigkeit und eitle Sturheit auseinandernehmen, bis der Kern des Problems ans Licht tritt. Das ist spannend, höchst brisant und aufwühlend, weil es eben nicht nur um den Nahen Osten geht, sondern um Vorbehalte an sich, die sich unter Warum-Fragen in blasser Transparenz verflüchtigen sollen. Was bleibt, ist ratlose Scham und gegenseitiges Verständnis. Bis es mal tatsächlich so weit kommt, braucht es natürlich mehr als einen Film wie diesen, der viel will, aber auch viel erreicht. Der Affront ist ein guter Anfang. Und ein zeitlos relevantes Werk, dass, gäbe es einen Friedensnobelpreis für Filme, diesen verdient hätte.

Der Affront

Don´t worry, weglaufen geht nicht

CARTOONS GEGEN DEN SUFF

5/10

 

DON'T WORRY HE WON'T GET FAR ON FOOT© 2018 Polyfilm

 

LAND: USA 2018

REGIE: GUS VAN SANT

CAST: JOAQUIN PHOENIX, JONAH HILL, ROONEY MARA, UDO KIER U. A.

 

Drei Cowboys in der Prärie, zwei davon Sheriffs. Sie blicken auf einen leeren Rollstuhl, darauf gibt einer dieser grob skizzierten Figuren den titelgebenden Kommentar zum Besten, das man sich eben keine Sorgen zu machen braucht, denn der Flüchtige wird zu Fuß ohnehin nicht weit kommen. Schwarzer Humor, so ziemlich autobiographisch, pointiert und erfasst mit wenigen Strichen, die sehr an den Stil der österreichischen Cartoonisten Tex Rubinowitz oder an Gustav Peichl aka Ironimus erinnern. Und natürlich mit ganz viel Understatement, den andere verstehen oder auch nicht, da liest man zwischen den Strichen bei so einer Kunstsprache, das ist vielen nicht klar, und genau jene fühlen sich dann meist kompromittiert. Aber das macht, kann und soll doch Satire, und so hat auch John Callahan seinen Weg gefunden, seinen Frust, seinen Unmut oder seine ironische Sicht auf die Welt zu Papier zu bringen. Denn nur mit Ironie, mit Sarkasmus und Galgenhumor lässt sich die Lage ertragen, in der Callahan nach einem Autounfall steckt. Trunkenheit am Steuer nach mehreren durchzechten Nächten ist natürlich ein Fall von selber schuld, doch im Nachhinein ist man immer klüger, und dumm nur, dass die Konsequenzen ein Leben lang nicht mehr abrücken möchten. Also sitzt der Alkoholiker im Rollstuhl, querschnittgelähmt bis unter die Brust, verfolgt vom vagen Bild seiner Mutter, die ihn nicht mochte und von den Dämonen der Sucht. Verfolgt von der Unmöglichkeit, sich selbst und anderen verzeihen zu können.

Das ist natürlich ein Stoff, aus dem emotionale Selbstfindungsdramen entstehen können. Von der Sucht über körperliche Handicaps bis hin zur Einsamkeit, Elternlosigkeit und kontroverser Zeitungskunst. Gus van Sant, seines Zeichens schon Experte, was heikle Themen wie Strichertum, Drogensucht und Amoklauf an Schulen angeht, lässt auch in seinem Zeichnerportrait nichts anbrennen, was nicht irgendwie tragisch ist. Dieser Don Quixote des verkorksten Lebens, dargestellt von einem phlegmatischen Joaquin Phoenix, hat wirklich nichts mehr zu verlieren, außer den Rest seiner assistenzabhängigen Existenz. Nach diesem Tabula Rasa des Schicksals klingt ein Vorwärtskommen in die andere Richtung dem Licht entgegen zumindest im Kopf nach lukrativen Babyschritten. Ob John Callahan also zu Fuß nicht weit kommt, ist nur die eine Seite des Trostpreises. Die andere ist weiterzukommen, ohne sich zwingend bewegen zu müssen. Und da kommt die Sache mit den Cartoons ins Spiel.

Erstaunlich, wie Callahan das Ruder herumgerissen hat. Weniger erstaunlich, was Gus van Sant aus dem Stoff gemacht hat. Natürlich, schauspielerisch hat Don´t Worry, weglaufen geht nicht einiges zu bieten. Phoenix ist stets ein Garant für Glaubwürdigkeit, auch Rooney Mara als Callahans Partnerin und Jonah Hill als Selbsthilfe-Gruppenleiter sowieso. Der zieht wieder einmal alle Register seines Könnens, ist kaum wiederzukennen und legt ungewohnte, manchmal aber zu selbstgefällige Ernsthaftigkeit an den Tag. Darüber hinaus aber gibt es in dieser Chronik des Durch- und Auftauchens Probleme mit der Sympathie. Es ist, als hätte van Sant Mühe, eine solche für seine Figuren aufzubringen. Bis auf Rooney Mara als engelsgleiches Wesen haben diese Probleme nicht nur van Sant, sondern auch alle anderen, die hier auftreten. Vieles hat eine resignierende Beiläufigkeit, ich will nicht sagen arrogant, aber etwas egozentrisch, als wäre das Problem der Akzeptanz anderen gegenüber davon abhängig, ob man sich selbst akzeptiert hat. Dass dies in diesem Film das Endziel der Challenge ist, verwundert mich die Geisteshaltung natürlich nicht wirklich – andererseits hält das den Zuschauer, in dem Fall mich, seltsam auf Distanz.

Don´t worry, weglaufen geht nicht