Sting (2024)

WENN DER KAMMERJÄGER ZWEIMAL KLINGELT

6/10


sting© 2024 SP Sting Productions / Emma Bjorndahl


LAND / JAHR: AUSTRALIEN, USA 2024

REGIE / DREHBUCH: KIAH ROACHE-TURNER

CAST: ALYLA BROWNE, RYAN CORR, PENELOPE MITCHELL, ROBYN NEVIN, NONI HAZELHURST, JERMAINE FOWLER, DANNY KIM, SILVIA COLLOCA U. A.

LÄNGE: 1 STD 32 MIN


Nein, hier geht es nicht um Gordon Matthew Davis Sumner, Kultsänger und gelegentlich Schauspieler (siehe David Lynch’s Der Wüstenplanet). Mit Sting ist hier etwas ganz anderes gemeint, nämlich eine Spinne, die ihren Namen der bleu leuchtenden Ork-Klinge aus J. R. R. Tolkiens Der kleine Hobbit verdankt. Diese Arachnide landet auf sternenstaubigen Schleifspuren, verpackt in einem Gesteinskügelchen, direkt im Kinderzimmer der zwölfjährigen Charlotte (Alyla Browne, die junge Furiosa in gleichnamigem Film), die sich des possierlichen Tierchens und gänzlich frei von Spinnenangst liebevoll annimmt. Dass das extraterrestrische Wesen aber gerne den Ausreißer spielt und andere Hausparteien quält, davon ahnt sie nichts. Was Charlotte aber merkt, ist der unersättliche Hunger des Achtbeiners und dessen rasantes Wachstum. Bis die Eltern davon Wind bekommen, dauert es ein Weilchen, währenddessen verschwindet schon mal die eine oder andere Person. Oder wird ganz einfach angenagt, während das Gift die Extremitäten lähmt.

Sting hat im Grunde alles, was ein launiger Tierhorrorfilm vor allem der alten Schule benötigt. Noch dazu das Quäntchen Familiendrama. Einen Genremix wie diesen zauberte schon vor Jahren Bong  Joon-Ho mit The Host auf die Leinwand, einem koreanischen Fantasy-Hit mit Hang zum nach Abwasser müffelnden Monsterhorror. Nun gibt’s statt Only Murders in the Building „Only Spiders in the Building“: Schauplatz ist New York im Tiefwinter – eine wohltuende Abwechslung zu den flirrenden Sommertemparaturen, die draussen gerade herrschen. Das markante Wetter sorgt für die entsprechende Isolation, die ein Film nach diesem Konzept gewährleisten muss. In Alien waren es die unendlichen luftleeren Weiten, hier ist es der Schneesturm. Und ganz so wie Ridley Scotts Klassiker bietet auch Sting dem Untier jede Menge Zwischenräume, Schächte und doppelte Böden, um je nach Belieben herumzumarodieren. Dabei sorgen wie bei Joon-Ho augenzwinkernde, ironische Stilbrüche für das richtige Gemüt, um an Schauergeschichten wie diesen trotz ihrer offensichtlichen Trivialität dranzubleiben. Die verschrobenen Alten könnten fast schon Nachbarn von Jean-Pierre Jeunets Amélie sein, zum Glück aber wird das Groteske nicht allzu sehr überhöht. Es reicht, dass die demente und unverwüstliche Oma zumindest zweimal den Kammerjäger herbeizitiert, während Papa sich bemüht, mit seiner Stieftochter klarzukommen, die mit ihrer altklugen Art ordentlich nervt. Für Sting ist also das familiäre Süppchen, dass da gekocht wird, eine angedeutete Side Story, die durch den unbekannten Aggressor erst die Bereitschaft zur Lösung eines lange schwelenden Konflikts erlangt.

So groß wie im tricktechnisch fast zeitlosen Klassiker Tarantula wird die Spinne hier aber nie. Sie bleibt eben eine Hausspinne und muss sich im wahrsten Sinne des Wortes nach der Decke strecken. Auch der Film selbst muss dies tun, er muss mit all dem arbeiten, was ihm an begrenztem Raum zur Verfügung steht. Das gerät manchmal ins Stocken, trotz oder gerade wegen einer dekorativen humoristischen Tonalität. Im großen Showdown lassen sich zudem so einige auffallende Parallelen zu anderen Filmklassikern ziehen – nicht nur zum bereits erwähnten Alien-Franchise.

Für Arachnophobiker ist Sting aber wirklich nichts. So, wie das zugegeben gekonnt in Szene gesetzte Monster durch den Luftschacht trippelt oder seine Opfer mal vorab in die Speisekammer verfrachtet, könnte sensiblen Gemüter schon mal in die Nähe der Ohnmacht verfrachten.

Sting (2024)

Im Wasser der Seine (2024)

HAIE DER GROSSSTADT

7/10


ImWasserderSeine© 2024 Netflix


LAND / JAHR: FRANKREICH 2024

REGIE: XAVIER GENS

DREHBUCH: XAVIER GENS, YANNICK DAHAN, MAUD HEYWANG, YAËL LANGMANN

CAST: BÉRÉNICE BEJO, NASSIM LYES, LÉA LÉVIANT, ANNE MARIVIN, AURÉLIA PETIT, NAGISA MORIMOTO, SANDRA PARFAIT, AKSEL USTUN U. A.

LÄNGE: 1 STD 41 MIN


Die Zoologen, Hai-Experten und Wissenschaftler dieser Welt gehen auf die Barrikaden. Im Wasser der Seine von Xavier Gens ist Mist oberster Güte, da sei selbst Meg mit Jason Statham, so das Echo, noch logischer. Ehrlich wahr? Wie logisch kann Meg wohl sein, wenn Superactionhero Statham einem Megalodon ins Maul tritt und im Alleingang einer prähistorischen Naturgewalt die Leviten liest? Das ist genauso Edeltrash wie Im Wasser der Seine. Und am besten sind Hai-Horrorfilme genau dann, wenn sie genau das sind: hanebüchener Tierhorror jenseits der Verhaltensforschung, der seinen Zenit in Filmen wie Sharknado erreicht – denn gegen Sharknado ist Im Wasser der Seine ja fast schon akribisch recherchiertes Wissenschaftskino. Und auch wenn es das nicht ist – und natürlich ist es das nicht – gelingt Xavier Gens etwas Kurioses. In diesem wild fuhrwerkenden Szenario, das dazu steht, nicht der Realität entsprechen zu wollen, sondern eher einem irrealen Albtraum, dem man hat, wenn man rein intuitiv, impulsiv und subjektiv über Hai-Horror nachdenkt, finden Mako-Haie, die ja grundlegend auch dafür bekannt sind, zu den gefährlichsten Knorplern zu gehören, die wir kennen, ihren Weg in die Stadt der Liebe. Warum das so sein kann? Nun, die Evolution schläft nicht, und muss sich in Zeiten des Klimawandels, des Raubbaus der Meere und der sonstigen Unwägbarkeiten, die das Anthropozän so mit sich bringt, neu erfinden. Da kann es sein, dass sie auf Express umschaltet und Begebenheiten möglich macht, die Tierkundler zur Verzweiflung bringen.

Eine davon ist Sophie, gespielt Bérénice Bejo, die seit dem Neo-Stummfilm The Artist von Michel Hazanavicius kein unbeschriebenes Blatt mehr ist. Der Horrorthriller beginnt mit einem desaströsen Ausflug in den Pazifik, genau dorthin, wo der verstörende „Müllkontinent“ vor sich hintreibt. Vor der Kulisse eines Schandflecks, den wir Menschen verursacht haben, ist die Natur klarerweise mehr als gewillt, ein Exempel zu statuieren – und löscht Sophias ganzes Team aus. Besagter Mako-Hai hat zugeschlagen – ein dicker, fetter, großer. Genau dieser flosselt gemächlich und Jahre später in der Seine herum, gerade zu einer Zeit, als die Bürgermeisterin der Stadt einen Triathlon organisiert, der zum Teil auch in fließendem Gewässer stattfinden soll. Sophia und Polizeibeamter Adil (Nassim Lyes, bekannt aus Xavier Gens Actionfilm Farang) gehen haarsträubenden Gerüchten nach, da ja prinzipiell nicht sein kann, dass ein Räuber aus dem Salzwasser hier sein Unwesen treibt. Sie werden bald eines Besseren belehrt, und ein Wettlauf mit der Zeit bricht sich Bahn, während der Knorpler frühstückt, als gäb‘s kein Morgen mehr. Dieses Morgen allerdings, steht wirklich bald auf der Kippe.

Man sollte sich dieses Szenario selbst ansehen. Man darf sich wundern und an den Kopf greifen. Und dennoch macht Im Wasser der Seine insofern Laune, da es keinen Jason Statham gibt, der alles richtet. Doch immerhin: Die ignorante Bürgermeisterin, die Wissenschaftlerin, auf die keiner hört, die Öko-Aktivistin, die ihr eigenes Ding durchzieht – im Film wimmelt es von Stereotypen und Rollenklischees. Was diesen bewährten Mustern aber passiert, ist das Konterkarieren ihrer Selbst. Xavier Gens lässt sie alle bluten, es wirbeln Köpfe und Gliedmaßen, da gerät Deep Blue Sea zum Kindergeburtstag. Und der urbane Mensch, ob auf logischem Wege oder auch nicht, wird endlich mal wieder dorthin verwiesen, wo sein Platz ist. Und der ist nicht zwingend am Ende der Nahrungskette.

Im Wasser der Seine (2024)

Mater Superior (2022)

EIN HAUCH VON MODER

4/10


mothersuperior© 2022 Splendid Film


ORIGINALTITEL: MOTHER SUPERIOR

LAND / JAHR: ÖSTERREICH 2022

REGIE / DREHBUCH: MARIE ALICE WOLFSZAHN

CAST: ISABELLA HÄNDLER, INGE MAUX, JOCHEN NICKEL, TIM WERTHS, FLORIAN TRÖBINGER, TOMMY GFÖLLER, PATRICIA AULITZKY, DIANA REUCHLIN U. A.

LÄNGE: 1 STD 11 MIN


Marie Alice Wolfszahn. Diesen Namen muss man sich merken, es geht gar nicht anders. Im Gedächtnis bleibt dieser aber weniger aufgrund dessen, was nämliche österreichische Filmemacherin so inszeniert hat, sondern vielmehr aufgrund des phonetischen Klangs an sich. Wolfszahn hat einen gänzlich unter dem Radar heimischer Kinoauswertungen laufenden, gediegenen Herrenhaus-Grusel inszeniert, der zumindest die Ehre erfahren durfte, im Rahmen des Slash Filmfestival 2022 auf der großen Leinwand gezeigt zu werden. Schauplatz ist ein dem Zahn der Zeit ausgeliefertes, schmuckes Anwesen im Gebiet um den Semmering, das ist für Nichtkenner der österreichischen Landkarte im Süden des Bundeslandes Niederösterreich. Wir schreiben das Jahr 1975, der Weltkrieg mitsamt seines Nazi-Regimes liegt auch schon 30 Jahre in der Vergangenheit, und dennoch ist dieses alte Gemäuer namens Rosenkreuz inmitten von Grün und fernab jeglicher anderen Infrastruktur von einer reaktionären Aura umgeben, als wäre es ein Tor in eine traumatische Zeit. Abschrecken lässt sich die junge Krankenpflegerin Sigrun davon nicht, die von nun an bei Baronin Heidenreich nach dem Rechten sehen wird. Ebenfalls in den Diensten der Alten befindlich ist der verschrobene, lakonische Hauswart Otto (brummig: Jochen Nickel). Als ungleiches Trio geistern sie von nun an rund 70 Minuten durch eine seltsame Welt aus verfallenen, geradezu postapokalyptisch anmutenden Räumen, kafkaesker Archive und Okkultem, das in seiner praktischen Umsetzung unfreiwillig komisch wirkt. Baronin Heidenreich war mal Aufseherin in einem dieser faschistoiden Geburtshäuser, die man auch Lebensborn-Heime nannte. Klein Sigrun dürfte damals genau dort zur Welt gekommen sein, von ihren Eltern weiß sie so gut wie gar nichts. Ihre Anstellung ist demnach nicht sozial motiviert, sondern hat genau diesen Hintergedanken – nämlich, der alten Nazi-Dame jene Geheimnisse zu entlocken, die ihre Existenz betreffen.

Was in diesem Gothic-Mysterium dann sonst so passiert, ist vermutlich so sperrig wie all die windschiefen Türen in diesem historistischen Bau, die nicht mehr in ihren Türstock passen und von einer zugigen Halle in die andere führen. Immer wieder mal erscheint die in Brautmoden gehüllte, titelgebende Mater Superior, auf Deutsch Mutter Oberin, niemals ist ganz klar, wer damit gemeint ist und welchen Mehrwert diese personifizierte Allegorie denn eigentlich hat. Inge Maux gibt sich ganz neureich, vorgestrig österreichisch und hat jede Menge dunkle Vergangenheit zu verbergen, doch mit dieser setzt sich Wolfszahn nur flüchtig auseinander. Keine Ahnung, was Inge Maux hier treibt, welche Funktion dieser Otto eigentlich hat und was das für ein Kult ist, den beide praktizieren.

Mater Superior kolportiert bedeutungsschwere Schauerromantik, die eine Spurensuche illustriert, die dank der historischen Komponente genug Tiefgang mitbringen hätte sollen. Die Praxis macht der Theorie aber einen Strich durch die Rechnung. Alle drei Figuren, sowohl Inge Maux als auch Isabella Händler und Jochen Nickel füllen zwar ihre Rollen aus, doch diese sind zu dürftig skizziert, um einer direkten Konfrontation untereinander standzuhalten. So sind die Biographien der beiden weiblichen Filmfiguren mehr als vage und irgendwie seperat, es fehlt der Bezug oder die Relevanz oder auch nur ein driftiger Grund, um motiviert genug zu sein, die Indizien zusammenzuzählen.

Schöne Bilder allein retten Mater Superior auch nicht vor seiner heillosen Konfusion, vor seiner unzusammenhängenden Erzählweise und gar vor einer völligen Verwirrung am Ende des elegischen Lost Places-Horrors, dessen Twist auf keiner erkennbaren Vorahnung beruht. Es ist, als hätte die Geschichte vergessen, auf seine Conclusio hinzuarbeiten. Was bleibt, sind Stuck, Staub und ein Hauch von Moder.

Mater Superior (2022)

Atlas (2024)

J.LO IM CGI-GEWITTER

6/10


atlas© 2024 Netflix Inc.


LAND / JAHR: USA 2024

REGIE: BRAD PEYTON

DREHBUCH: LEO SARDARIAN, ARON ELI COLEITE

CAST: JENNIFER LOPEZ, SIMU LIU, STERLING K. BROWN, MARK STRONG, LANA PARRILLA, GREGORY JAMES COHAN, ABRAHAM POPOOLA, ZOE BOYLE U. A. 

LÄNGE: 1 STD 58 MIN


Eine Zeitenwende wie diese, in der wir uns gerade befinden, kommt niemals ohne Skepsis aus. Die Etablierung der KI ist dabei nur eine Frage der Zeit, und die Frage, ob gut oder schlecht für die Menschheit, eine offene. Vor Jahrzehnten schon hatte James Cameron diese seine Fiebervision von einem Killerroboter, der Menschen jagt, genannt der Terminator. Ausgebaut zu einem eigenen Filmuniversum mit wenig fruchtbaren Boden enthält dieses allerdings die Prämisse einer autarken, künstlichen Intelligenz, die sich gegen ihre Schöpfer auflehnt – genannt Skynet. Ja, so könnte es enden, dem Planeten an sich wäre es egal, weil Homo sapiens ohnehin am Ende der Nahrungskette steht oder irgendwo außerhalb selbiger. Uns selbst bereitet so ein Horrorszenario Kopfzerbrechen, und deswegen gibt es auch jenseits des Cameron-Franchise jede Menge Hightech-Grusel, die Roboter-Egomanen beinhalten, die sich nicht an Asimovs Regelwerk halten. Neuester Beitrag ist der auf Netflix erschienene Science-Fiction Film Atlas, wobei sich der Titel natürlich nicht auf die griechische Mythologie bezieht, sondern auf Jennifer Lopez, die im Film zwar nicht das ganze Firmement, aber immerhin genug Verantwortung tragen wird, was das Fortkommen der Menschheit betrifft. Atlas ist eine Koryphäe auf dem Gebiet Künstlicher Intelligenz, hält dieser aber weder für vertrauenswürdg noch berechenbar. Mit dieser Ablehnung dem Fortschritt gegenüber finden Jennifer Lopez und Regisseur Brad Peyton vor dem Bildschirm sicherlich jede Menge Gesinnungsgenossen, mehr noch als damals in den Achtzigern und frühen Neunziger. Skynet wurde damals noch belächelt, der neue Heerführer der Apokalypse, eine KI namens Harlan (Simu Liu), wird da schon anders betrachtet.

Dieser Schaltkreis-Schurke hat in einer nicht ganz so weit entfernten, aber doch in Anbetracht unseres tatsächlichen Status Quos völlig in den Sternen stehenden Zukunft einen globalen Vernichtungskrieg auf dem Gewissen. Nach dessen Niederlage zieht sich der Finsterling auf einen fremden Planeten zurück, um sich neu zu formieren. Wie er das bewerkstelligt hat, wird nicht näher erläutert, denn in dieser Zukunft ist selbst das Reisen in den Andromeda-Nebel, sprich in eine andere Galaxie, so einfach wie das Busfahren quer durch den Heimatbezirk. Die Ausgangssituation ist also alles andere als plausibel, da haben sich die Skriptautoren in kindlicher Fabulierlust allerlei Motive bedient, die ja ganz nett zusammenpassen und die vielleicht die angsterfüllte Skepsis jener aufgreifen, die in ganz anderen Dekaden hineingeboren wurden und schon beim Verlust des Wählscheibentelefons Wehmutsgefühle verspüren.

Zugegeben, es funktioniert. Trotz und vielleicht gerade wegen Superstar Jennifer Lopez, die ich wohl wirklich nicht als jemanden gesehen hätte, der sich in die Miniaturausgabe eines Pacific Rim-Kamproboters zwängt, um als Möchtegern-Actionheldin einem Overkill zu frönen, der sich von der Schwemme mäßig animierter Future-Action-Billigfilme mitreißen lässt. Es stellt sich die Frage, warum J.Lo diese Art Genrefilm denn nötig hat. Netflix und gutes Geld könnten die Antwort sein, auch, weil ihr Streaming-Eventfilm The Mother trotz durchwachsener Kritiken unschlagbar gute Zugriffszahlen aufwies. Ob Lopez in diesem Effektgewitter einen anderen Mehrwert sieht als nur den, als Superstar in der Spur zu bleiben? Dass die Sängerin, die gerne loud wird, auch schauspielern kann, hat sie vor Jahrzehnten schon in Steven Soderberghs Out of Sight bewiesen – immer noch ihre beste Rolle. Interessant ist, zu beobachten, wie sich die mittlerweile 54jährige Künstlerin bei einem Film ins Zeug legt, der in moralisch integrer Vorhersehbarkeit eigentlich jemanden wie sie nur als Lockvogel benötigt, um gut abzuschneiden.

Es scheint, als sähe J.Lo in ihrem Engagement mehr als nur das. Anfangs scheint es noch so, als wäre sie fehl am Platz. Mit verstrubbelter Montagmorgen-Frisur und asozialem, bisweilen als hölzern durchgehenden Gebaren ihren CO-Stars gegenüber könnte man gar einen Film vermuten, der irgendwann zu trivial wird. Als Expertin, die sich an einer Mission beteiligt, um Harlan dingfest zu machen, mag sie nur bedingt glaubwürdig sein. Wenn sie dann aber auf einem wilden Planeten landet und auf Gedeih und Verderb mit einer KI namens Smith paktieren muss, die vorgibt, dass das Vertrauen in diese keine verlorene Liebesmüh darstellt, überzeugt die Dame dann doch mit situationsadäquater Verzweiflung, mit Wut und Verlustangst.

Atlas (2024)

Krazy House (2024)

DER TRITT INS ALLERHEILIGSTE

6/10


Krazy-House© 2024 Splendid Films

LAND / JAHR: NIEDERLANDE 2024

REGIE / DREHBUCH: STEFFEN HAARS & FLIP VAN DER KUIL

CAST: NICK FROST, ALICIA SILVERSTONE, KEVIN CONNOLLY, GAITE JANSEN, WALT KLINK, JAN BIJVOET, CHRIS PETERS, MATTI STOOKER U. A.

LÄNGE: 1 STD 30 MIN


Vom Stilmittel der Sitcom, um den American Way of Life zu demaskieren, war schon Oliver Stone überzeugt. In Natural Born Killers turtelten Juliette Lewis und Woody Harrelson unter dem Gelächter eines gebuchten Konserven-Auditoriums in generischen Einfamilienhaus-Kulissen herum, um dann eine blutige, aber medientaugliche Spur durchs Land der unbegrenzten Möglichkeiten zu ziehen, ganz im Sinne eines Donald Trump, den man trotzdem wählen würde, hätte er auf offener Straße einen Menschen erschossen. Statt den beiden damaligen Jungstars wuchtet sich diesmal ein gottergebener, erzkatholischer Biblebelt-Hausmann namens Nick Frost (diesmal ohne seinen Partner Simon Pegg) von der Palmsonntags-Zeremonie ins traute Eigenheim zurück, mitsamt der nahe am Burnout nagenden Business-Ehefrau Alicia Silverstone und den beiden Kindern, die zwar Papas christliche Affinität mittragen, mittlerweile aber auf den selbstgestrickten Jesus-Pulli verzichten. Der Patriarch sieht das gar nicht gern, und er wundert sich obendrein, was Sohnemann Adam in seinem Zimmer chemischen Experimenten unterzieht. Die klare Sicht auf die Dinge, die die (allem Anschein nach) amerikanische Familie so umtreibt, wovor sie sich fürchtet und was sie niemals hinterfragt, bleibt Nick Frost alias der gutmütig brummige Bernie, verwehrt. Der konservative Glaube ist alles, und gerade in der Karwoche wird dieser blinde sakrale Gehorsam alles wieder ins richtige Lot bringen. Es sei denn, das Schreckgespenst einer russischen Invasion steht ins Haus. Diese wird verkörpert von drei Pfuschern aus dem weit entfernten, kommunistischen Osten – der Vater samt Nachwuchs. Anstatt den Wasserschaden in der Küche zu beheben, zerstören sie nach und nach die gesamten geheiligten vier Wände. Das alles eskaliert, die Gattin versinkt im Burnout und in der Tablettensucht, Adam frönt dem Crystal Meth und Tochter Sarah lässt sich schwängern. Kein Stein bleibt auf dem anderen, und selbst Holy Fucking Jesus, der Bernie immer mal wieder erscheint, um ihn an seine Demut im Glauben zu erinnern, trägt letztlich nichts dazu bei, die Vorstadt-Apokalypse auch nur ein klein wenig zu vereiteln.

Das niederländische Regie-Duo Steffen Haars und Flip van der Kuil klotzen einen farbenfrohen, derben Gewalt-Exzess vor die Kamera, stets Nick Frost im Fokus bewahrend, der eine Wandlung in drei Etappen durchmacht, die durch ein jeweils anderes Bildformat zumindest den Anschein einer Struktur bewahrt. Blickt man hinter das so bluttriefende wie blasphemische Stakkato grotesker Zustände, erkennt man zwei Autorenfilmer, die durchaus bereit sind, die vom bigotten Westen so stolz gelebten Dogmen und geduldeten Laster von Grund auf zu hinterfragen. Warum der fanatische, evangelikale Gottesglaube, warum die Lust an der Droge, die Sucht nach Tabletten, die Heiligkeit des familiären Vierbeiners, das Feindbild aus dem Osten. Krazy House geht sogar so weit, um Verhaltensmanierismen wie das Kaugummikauen, den Putzfimmel und die heuchlerische Allwetter-Freundlichkeit zu verlachen und auf den gebohnerten Boden zu schmettern. Mit Nick Frost, dessen Zahn- und Zahnlosprothese herrlich irritiert, hat Krazy House gerade aufgrund all der befremdenden Polemik eine Identifikationsfigur zwischen biblischem Hiob und amoklaufendem Normalo gefunden, der in die Fußstapfen eines untätigen Versager-Christus stapft, um all das Übel dieser Welt aus der Bequemlichkeitsblase zu treiben.

In diesem satirischen Enthusiasmus treiben es Haars und van der Kuil so sehr und so unbedingt auf die Spitze, dass am Ende das Chaos zu gewollt erscheint, zu erzwungen verrückt und häretisch – es ist die Inflation bizarrer Einfälle, die sich gegenseitig ihre Wirkung nehmen, die dann nur noch als dauerfeuernde Destruktionsorgie zwar die Hartgesottenen unterhält, die aufgrund ihrer selbstbewussten Gelassenheit gut damit leben können, dass dem Haushund die Birne weggeschossen wird oder der Sohn Gottes dem Hirntod erliegt, letztlich aber weder wirklich aufregt oder vor den Kopf stößt. Ein Schmunzeln ob des reuelosen Rundumschlags mag Krazy House sicher sein. Doch viel mehr als lautstark herumzutrampeln steht dem pseudohämischen Streifen gar nicht im Sinn.

Krazy House (2024)

10 Cloverfield Lane (2016)

MIT QUERDENKERN IM BUNKER

8/10


10-cloverfield-lane© 2016 Paramount Pictures


LAND / JAHR: USA 2016

REGIE: DAN TRACHTENBERG

DREHBUCH: JOSH CAMPBELL, MATTHEW STUECKEN & DAMIEN CHAZELLE

CAST: MARY ELIZABETH WINSTEAD, JOHN GOODMAN, JOHN GALLAGHER JR., SUZANNE CRYER, DOUGLAS M. GRIFFIN, BRADLEY COOPER U. A.

LÄNGE: 1 STD 43 MIN


Dass New York von einem Monster heimgesucht wurde, versetzte damals so einige, denen virale Kampagnen für Filmproduktionen nicht so bekannt waren, in Angst und Schrecken. So, wie Matt Reeves seinen Found Footage-Schocker Cloverfield promotet hat, wurde damals nur die vermeintlich reale Hexe aus Blair Witch. Fake also, noch weit vor KI – und umso effektiver. Dabei war nicht nur die PR bahnbrechend, sondern auch der Film selbst. Knackig, panisch, beklemmend und dicht. Die stete Abwesenheit des Aggressors schürte noch dazu die eigene Fantasie, wie damals, in Ridley Scotts Alien. Interessantes Detail am Rande: Der Film hört genau zur selben Uhrzeit auf, wie er begonnen hat.

Cloverfield wird als Code-Begriff des Militärs für paranormale Begebenheiten angewandt, zumindest in dieser von J. J. Abrams produzierten Trilogie, die eigentlich nur lose miteinander zusammenhängen, scheinbar wenig gemeinsam haben, und doch allesamt einer Ausnahmesituation gegenüberstehen, deren Umfang sich eigentlich nie begreifen lässt und deren Ursache und Wirkung niemand kennt. In der Verzweiflung des Menschen, keine Erklärung für das zu finden, was er sieht, und das, was er sieht, nicht willentlich ist, zu glauben – darin liegt die Intensität vor allem, von Cloverfield – und auch von 10 Cloverfield Lane.

Auch A Quiet Place lässt die wehrlose Menschheit dumm sterben, wenn sie denn zu viel Lärm macht. In Bird Box erfährt man noch weniger von den Dingen, die sich abspielen – völlig im Dunklen tappt hier die Welt. In 10 Cloverfield Lane von Dan Trachtenberg (Prey), das wie gesagt als Sequel zu Matt Reeves Katastrophenfilm funktionieren kann, aber nicht muss, haben weder das Publikum noch die drei Protagonisten im Film keinerlei Ahnung – und vor allem: keinerlei Gewissheit darüber, was da oben abgeht – sitzen doch alle drei in einem penibel eingerichteten Bunker, der alle Stückchen spielt und so eingerichtet ist wie ein Wochenendbungalow, mit jeder Menge an Vorräten, fließend Wasser und elektrischem Strom vom Generator.

Die Grundsituation des Films ist schnell erklärt: Mary Elizabeth Winstead gibt hier Michelle, die nach einem Autounfall in den heiligen Hallen von Querdenker Howard erwacht. Der verbietet ihr zu gehen, schwört er ihr doch hoch und heilig, sie vor dem Untergang gerettet zu haben; vor der Apokalypse aus Radioaktivität oder Giftgas oder was auch immer. Entweder waren es die Russen oder die Nordkoreaner oder etwas ganz anderes will sich den Planeten unter den Nagel reißen – würde man selbst dieser übereifrigen Autorität, die John Goodman fernab seines komödiantischen Potenzials mit einer gefährlichen Jovialität verkörpert, Glauben schenken. Wie quälend ist der Gedanke, nicht genau zu wissen, ob Goodman wohl recht hat oder nicht? Michelle ist hin und hergerissen, aber tendiert eher zur Flucht, die sich nicht so leicht umsetzen lässt. Darüber hinaus ist da noch Emmett, einer, der sich freiwillig in den Schutz von Howard begeben hat, denn er hat das rote Licht gesehen, das da plötzlich aufgegangen war.

Wie 10 Cloverfield Lane mit den Vermutungen spielt, ist Suspense-Kino, wie man es selten sieht. Einerseits könnte Howard ein aufrichtiger Gutmensch sein, der weiß, wovon er spricht. Allerdings könnte er auch ein Psychopath sein, der weiß, wovon er spricht. Oder doch ein heillos überforderter Querdenker, der es ehrlich meint, aber in Wahrheit keine Ahnung hat. Trachtenbergs Film, an welchem auch Damien Chazelle mitgeschrieben hat, füttert sein Bedrohungsszenario mit den Werten von Vertrauen und Verlässlichkeit, bis nichts mehr übrig scheint. Es nährt sich von der Kehle zuschnürenden Angst, im Informationszeitalter ohne Informationen auszukommen und sich nur auf Vermutungen verlassen zu müssen, die man um alles in der Welt selbst einer Überprüfung unterziehen will. Die Wahrheit wird zum höchsten Gut und ist mehr wert als die eigene Gesundheit. Diese Metaebene gibt 10 Cloverfield Lane eine ungeahnte Tiefe, streut noch dazu Story-Twists ein und setzt die Benchmark für ein straffes Kammerspiel ohne leere Worthülsen neu.

Zuviel auf den Film darf ich hier aber auch nicht eingehen. Der größte Spaß ist dabei, so ahnungslos wie möglich in den bunker zu wandern. Da ich aber ungefähr wusste, wie die ganze Sache ausgeht, haben mich all die Wendungen zumindest nicht eiskalt erwischt. Und dennoch: Auch wenn man schon so eine Ahnung hat, ist es immer noch ein großer Unterschied, den Film selbst zu sehen als gespoilert zu bekommen, mit all seinen auf Konfrontation angelegten Figuren, aus denen sich so viel mehr entwickelt, als man hätte ahnen können. Und ja: Ahnen heißt nichts wissen. Doch Wissen ist Macht.

10 Cloverfield Lane (2016)

Madame Web (2024)

IM NETZ DER VORSEHUNG

5/10


madamwweb© 2024 CTMG, Inc. All Rights Reserved.


LAND / JAHR: USA 2024

REGIE: S. J. CLARKSON

DREHBUCH: MATT SAZAMA, BURK SHARPLESS, CLAIRE PARKER, S. J. CLARKSON

CAST: DAKOTA JOHNSON, SYDNEY SWEENEY, CELESTE O‘ CONNOR, ISABELA MERCED, TAHAR RAHIM, ADAM SCOTT, EMMA ROBERTS, MIKE EPPS, JOSÉ MARIA YAZPIK, ZOSIA MAMET, JILL HENNESSY U. A. 

LÄNGE: 1 STD 57 MIN


Es pfeifen die Spatzen schon von den Dächern: Superheldenfilme sind in der Krise, der Hype ist abgeflaut, das Publikum hat alles schon gesehen und das wiederum mehrfach. Helden- und Heldinnengenesen lassen sich kaum mehr voneinander unterscheiden, die Antagonisten sind austauschbar. Das epochale Gewitter des Infinity-Krieges, qualitativer Höhepunkt des Genres, liegt lange zurück. Was danach kam, waren ambitionierte Spielereien in den Rauchschwaden längst abgeschossener Knüller-Raketen. Die lobenswerte und engagierte Grundidee, Marvel-Serien mit Filmen zu verbinden und so einen noch komplexeren roten Faden zu erschaffen, war ob des viel zu hohen Anspruchs leider ein Schuss in den Ofen. Ist man Fan genug, und zwar ein solcher, der sich alles antut, von Kinofilmen bis zur Streaming-Featurette, mag die Rechnung vielleicht aufgehen. Doch Leute wie diese sind nicht die breite Masse. Filme wie The Marvels, der eigentlich nur dann funktioniert, wenn man auch all den anderen Content kennt, können bei Gelegenheits-Kinobesuchern, die einen in sich geschlossenen Content konsumieren wollen, kaum punkten. Disneys Marvel steckt in einer Art Pensionsschock, denn die alte Riege hat ausgedient, die Luft ist draußen, umdenken ist angesagt.

Sony macht die Sache ganz anders. Sony hat das SSU, das Sony’s Spider-Man Universe und bringt originelle Animationsfilme ins Kino, die kein Vorwissen brauchen. Sonst muss sich das Studio eigentlich nur mit Venom herumschlagen, während sich der Junge aus der Nachbarschaft bei Marvel herumtreibt. Luft genug also, um Mauerblümchen wie Morbius oder gar Madame Web auf die Leinwand zu bringen. Madame Web? Wer ist das nun wieder? Gwen Stacy im weißen Spinnen-Overall? Irgendeine der vielen Alternativen aus dem Multiversum? Mitnichten. Diese Madame Web ist neu und gar nicht mal so auf Superheldin gebürstet wie sonst. Sie hat die Gabe, in die nahe Zukunft zu blicken. Und sonst? Das wäre alles. Doch zu wenig ist das prinzipiell mal nicht.

Cassandra Webb ist anfangs mal eine, die zwar nicht als Super-, aber als Alltagsheldin durchgeht: Sie ist Sanitäterin. Ihre Superkräfte liegen im sozial kompetenten Umgang mit Unfallopfern und Sterbenden, sie rettet Leben auf menschliche und nicht übermenschliche Weise. Cassandra wird urplötzlich von Déjà-vus heimgesucht, die, wenn sie eintreten, gar nicht als solche zu erkennen sind, sondern erst dann, wenn sich Szenen auf seltsame Weise wiederholen. Erst nach ein paar Anfangsschwierigkeiten schnallt sie die Lage: Sie kann vorab sehen, was in den nächsten Minuten passieren wird. Und noch ein bisschen später erkennt sie, dass das, was sie sieht, keinem Determinismus unterworfen, sondern veränderbar ist. Die nächstmögliche Zukunft ist das, was sie als Waffe in der Hand hat, um den finsteren und zugegeben recht eindimensional platzierten Superschurken Ezechiel Sims (Tahar Rahim) im schwarz-roten Spiderman-Kostüm in seine Schranken zu weisen. Der ist nämlich scharf auf drei Teenager, die ihn laut eines prophetischen Traums irgendwann einmal in die ewigen Jagdgründe verbannen werden. So folgt eines aufs andere und das Dreimäderlhaus, das sich hinten und vorne kaum auskennt, gerät unter die Obhut Madame Webs, die in dieser Origin-Story gar nicht mal so weit kommt, um ihre ganzen Asse auszuspielen. J. K. Clarkson inszeniert den Anfang von etwas, der womöglich nie kommen wird, weil Madame Web weit, weit hinter den finanziellen Erwartungen und einem ansehnlichen IMDB-Ranking zurückfällt.

Einen Flop par excellence hat sich Sony da eingetreten. Das tut weh. Weniger aber schmerzt der Film selbst, dem man eine gewisse konstruierte Belanglosgkeit schwer absprechen kann, der aber im Grunde das bisschen, was er zu bieten hat, nämlich weniger Superhelden-Action als vielmehr Teenager-Abenteuer mit phantastischen Tendenzen, solide verpackt. Ist Madame Web also eine Themenverfehlung? Sagen wir so: Der Film ist mehr Begleitwerk als zentrales Zugpferd für ein halbgares Franchise, das Sony einfach nicht so hinbekommen kann wie schon die längste Zeit Marvel Studios, das vieles ausprobiert hat, auch auf die Gefahr hin, zu versagen. Madame Web hat ein funktionierendes Ensemble auf der Habenseite, bestehend aus Sidney Sweeney, Isabel Merced, Celeste O’Connor (derzeit mit Ghostbusters: Frozen Empire im Kino) und natürlich Dakota Johnson, die ihre Arbeit ernst nimmt und mit dem, was ihr in die Hand gegeben wird, zufrieden scheint. Alle vier arbeiten im Teamwork, und sie stehen auch im Schulterschluss verhaltensauffälligen Szenen gegenüber, welche die Stimmungslage des Films auf irritierende Weise umstoßen.

Das kann man nachsehen. Und den Film trotz allem auf eine Weise genießen, wie man eskapistisches und anspruchsloses Effekte-Kino eben genießen kann, ohne viel zu hinterfragen. Das Superheldenkino wird es nicht weiterbringen oder gar retten. Dafür ist das Abenteuer zu kleinlaut.

Madame Web (2024)

Godzilla x Kong: The New Empire (2024)

ES RÜTTELN DIE TITANEN AM WATSCHENBAUM

6,5/10


godzillaxkong© 2023 Warner Bros. Entertainment Inc. All Rights Reserved.


LAND / JAHR: USA 2024

REGIE: ADAM WINGARD

DREHBUCH: SIMON BARRETT, TERRY ROSSIO, JEREMY SLATER

CAST: REBECCA HALL, DAN STEVENS, BRIAN TYREE HENRY, KAYLEE HOTTLE, ALEX FERNS, FALA CHEN, RACHEL HOUSE, RON SMYCK, CHANTELLE JAMIESON U. A.

LÄNGE: 1 STD 55 MIN


Je mehr Episoden es gibt, und je weiter diese von Gareth Edwards Neuinterpretation der Riesenechse aus dem Jahr 2014 entfernt sind, umso weniger ist die Story, die hinter allem steht, noch von Bedeutung. Ein Fehler? Wie man es nimmt. Es kommt vor allem darauf an, unter welchen Beweggründen man für Godzilla x Kong: The New Empire die Lichtspielsäle heimsucht. Wohl weniger, um zu erfahren, wie es nach Godzilla vs. Kong weitergeht.

Den Plot haben viele schon vergessen. Die auf AppleTV+ veröffentlichte Serie Monarch: Legacy of Monsters siedelt zeitlich zwischen Gareth Edwards Reboot und dem Sequel Godzilla II: King of Monsters, ist also für diesen neuen Streifen relativ irrelevant, mit einer Ausnahme: Die Organisation namens MONARCH rückt dabei in den Fokus – quasi das S.H.I.E.L.D. des MonsterVerse, deren kluge Köpfe in früheren Zeiten schon zur logischen Schlussfolgerung gekommen waren, dass diese Titanen nicht aus heiterem Himmel auf diese alternative Erde gefallen sein konnten. Als Zuseher von der Hohlwelt zu wissen mag kein Fehler sein – in Wahrheit ist es aber völlig egal. Wer hier obendrein als menschlicher Charakter mitmischt, hat auch längst keinen Wiedererkennungswert mehr. Rebecca Hall, Brian Tyree Henry – hatten wir die schon mal? All die Beteiligten sind Platzhalter, nichtssagende Figuren in einem großen Spiel, die nur beobachten können, weil sie machtlos sind, wenn die wuchtigen Riesen Marke Elefant im Porzellanladen nicht mal vor Weltwundern Halt machen und alles in Schutt und Asche legen. Sie tun das auch, wenn sie nichts Böses wollen.

Godzilla x Kong: The New Empire können auch jene genießen, die sich noch überhaupt kein bisschen in die Materie hineingearbeitet haben, die einfach nur zugeklotzt werden wollen mit üppigen Effekten und so donnernden wie markerschütternd brüllenden Kreaturen aller Art, die in einer Welt leben, die aus Jurassic Park, Avatar und unserer eigenen Welt zusammenmontiert ist und als Hohlwelt im Inneren der Erde existiert. Es ist der feuchte Traum eines Jules Verne oder H. G. Wells, es ist das Shangri La aller Monsterfans, weil dort wüten kann, was immer man sich auch in den Kopf setzt, was dort wüten soll. Es ist Rudyard Kiplings Dschungelbuch in der XL-Dirty-Version und ein Planet der Affen für Gourmands, die sich ohne Lätzchen ans tischebiegende Buffet begeben, das alle Leckereien bietet, auf die man Lust hat.

Wenn Godzilla, quasi das fleischgewordene Ende der Nahrungskette unter den Titanen, wie ein Hund in seinem Körbchen im römischen Kolosseum sein Nickerchen macht, ist das fast schon eine ungeahnte Zärtlichkeit, eine feine Klinge. Wenn Kong, unter Zahnweh leidend, zum Onkel Doktor aus der Hohlwelt in unsere Hemisphäre krabbelt, um sich von „Ace Venture“-Verschnitt Dan Stevens einer Wurzelbehandlung zu unterziehen, könnte man vermuten, der gemütliche Alltag ist auf Terra eingekehrt, eine durch evolutionären Weltlauf müde gelaufene Koexistenz, bis die nächste Katastrophe heranwalzt. Und das tut sie auch.

Bühne frei für eine Affenbande, die sich aufführt wie die streitlustigste Gang im Wiener Problembezirk Favoriten, fiese Gesellen mit schiefen Visagen und psychopathischen Blicken, so groß wie Kong, aber doppelt aggressiv, angeführt vom hässlichen – weil Boshaftigkeit muss sich in Hollywood immer auch äußerlich niederschlagen – Scar, der als schlaksiger Orang-Utan dem in der Hohlerde indigenen Volk der Iwi ordentlich mit dem Damoklesschwert droht. Die senden wiederum ein SOS an die Oberfläche – eben dort, wo Godzilla seine Schläfchen macht. So müssen die Echse und Kong gemeinsame Sachen machen, um diese aufmüpfigen Rabauken die Ohren langzuziehen, haben diese doch auch eine legendäre Kreatur im Schlepptau, die Scar gehorcht. Seit dem letzten Teil wissen wir noch (oder wir wissen es nicht mehr): Die Echse und der Affe sind nicht sonderlich gut aufeinander zu sprechen und dulden sich nur, wenn jeder seiner Wege geht. Noch ein Faktor, der Krawall verspricht.

Zum waschechten Guilty Pleasure wird Godzilla x Kong: The New Empire immer dann, wenn auch noch andere Titanen mitmischen – schuppiges Gewürm, tollwütige Riesenwölfe oder Giga-Seespinnen, die sich in der Tür geirrt haben. Tricktechnisch pulvern diverse Effektfirmen, allen voran Weta FX, den neuesten Stand der Zunft auf die Leinwand, somit wird Adam Wingards Biomasse-Gewitter zum fotorealistischen Animationsfilm, in welchem all die Menschlein, und sind sie auch noch so wiff im Denken und Handeln, gnadenlos erblassen. Mit ihnen geht auch der arg konstruierte Plot in die Defensive. Warum in Gottes Namen eine neu entdeckte Welt wie diese nicht sowieso schon längst jeden noch so ehrgeizigen Forscher auf den Plan gerufen hat, widerspricht auf obszöne Weise der Neugier des Menschen. Und ob die stämmige Echse mit Hang für allerlei Radioaktives nun Tausende Menschen in den Tod befördert, bleibt ein unbeachtetes Detail am Rande, weil Godzilla seit jeher die kataklysmische Katastrophe verkörpert, die unsere Spezies zu Ameisen degradiert.

Godzilla x Kong: The New Empire (2024)

Ghostbusters: Frozen Empire (2024)

ZEIT-GEISTER, DIE MAN NICHT LOSWIRD

4,5/10


ghostbustersfrozenempire© 2024 Sony Pictures 


LAND / JAHR: USA 2024

REGIE: GIL KENAN

DREHBUCH: GIL KENAN, JASON REITMAN

CAST: PAUL RUDD, CARRIE COON, MCKENNA GRACE, FINN WOLFHARD, KUMAIL NANJIANI, DAN AYKROYD, ERNIE HUDSON, BILL MURRAY, PATTON OSWALT, CELESTE O’CONNOR, ANNIE POTTS, LOGAN KIM, WILLIAM ATHERTON U. A.

LÄNGE: 1 STD 55 MIN 


Könnte es sein, dass das Ghostbusters-Franchise aus was für Gründen auch immer einfach nicht mehr in die Zeit passt? Dass Ghostbusters als Kind der Achtziger-Jahre einen Triumph feiern konnte, lag vor allem auch daran, mit seinen Special Effects am Zenit des Machbaren gestanden zu haben; es lag auch daran, dass Komiker der alten Schule, Blues Brother Dan Aykroyd und Bill Murray als einer, der sich sowieso nie an irgendetwas gehalten hat und mit seinen Improvisationen den Filmen auch seinen Stempel aufdrückte, in der Blüte ihres Erfolges standen. Es lag auch daran, dass Komödienspezialist Ivan Reitman einfach ein Gespür dafür hatte, wie ein Franchise wie dieses entstehen hätte können und was es in den Filmen gebraucht hat, um eine Balance zwischen bunten Budenzauber, Gänsehaut-Mystery und herzlichem Teamwork zu finden. Mehrere Jahrzehnte später sind Reitmans Sohn Jason und Co-Autor sowie Regisseur Gil Kenan an einem Punkt angelangt, an dem es so wirkt, als sei das Geisterjäger-Universum auf unheilsame Weise vom Fanservice besessen. Ghostbusters: Frozen Empire ist, und da muss man dem Spuk ins Auge sehen, wohl der schwächste Teil der Reihe. Er ist sogar noch schwächer als die Mädels-Crew von Paul Feig, die zumindest versucht hatten, die Bekämpfung des Paranormalen mit Frauenpower neu aufzuziehen.

Doch der Versuch, Ghostbusters in einem anderen Kontext zu betrachten, hat nichts bewirkt. Der Film wurde ein Flop, also alles nochmal von vorne, und zwar mit der Aufgabe, das Narrativ der Achtziger keinesfalls zu verändern. Mit Ghostbusters: Legacy hat das ganz gut funktioniert. Hier gab’s so gut wie alles, was wir auch im Original zu sehen bekamen. Die Next Generation durfte den Ungeheuern des Gottes Gozer nochmal ihre Protonen-Blitze entgegenschleudern, am Ende kamen gar – wir waren den Tränen nahe – die alte Riege in einem fast schon verschenkten Cameo zum Einsatz, ohne viel zum Plot beizutragen. Das hatte gereicht, um Jason Reitmans Neustart eine Chance zu geben. Nur: hat er diese genutzt? Hat er frischen Wind ins New York der 2020er-Jahre wehen lassen – in einer Stadt, die bereits vom Marshmallow Man und dann von einer wandelnden Freiheitsstatue heimgesucht wurde? Leider nein. Was hier weht, ist die abgestandene Luft einer ausgedienten Filmhistorie, die nach bewährtem Muster Bewährtes auf eine generische Zivilbevölkerung loslässt, die alles schon gesehen und erlebt zu haben scheint, die mit Geistern als Alltagsbürde ihren Frieden geschlossen hat, da machen selbst zu Eis erstarrte Straßenzüge keinen Eindruck.

Wir haben nun im fünften Film ein diverses, viel zu großes Team an Geisterjägern und Möchtegern-Nerds fürs Paranormale. Alte, neue und welche dazwischen. Es gibt einen Dämon, der zugegeben sehr geschmackvoll aussieht und entsprechend glücklich animiert ist. Es gibt die Finsternis über dem Big Apple und statt eines Schlüsselmeister einen Feuerwächter, dargestellt vom Comedian Kumal Nanjiani, der den gelangweilten Bill Murray an die Wand spielt und fast schon im Alleingang versucht, eine gewisse kindliche Neugier ins Spiel zu bringen. Gesellschaft leistet ihm Dan Aykroyd, dem die leidenschaftliche Begeisterung für sein ersonnenes Franchise in jeder Szene, in der er auftritt, ins Gesicht geschrieben steht. Die beiden rocken den Laden, und alle anderen – derer sind es zu viele – bleiben auf ihren Plätzen, zitieren sich selbst oder ergehen sich in einer unausgegorenen Patchwork-Familienproblematik, die man eben aussitzt, in Erwartung einer komplexen Apokalypse, die durch verrückte Improvisationen gerade nochmal vereitelt werden wird.

Gerade jenen Aspekt, der die Ghostbusters eigentlich ausmacht, lassen Reitman und Kenan außen vor: den kreativen Gig, Himmelfahrtskommando brüllende Bad Batch-Wagnisse, um das Übernatürliche auszuforschen und abzuwehren. Was bleibt, ist Altbewährtes, verdrängt durch Zwischenmenschliches, das nichts mit Geistern zu tun hat, und die Belastung durch horrende Logiklöcher, die als Wendepunkte im Drehbuch fungieren müssen, um die Story überhaupt voranzubringen. Wenn sich an ihnen alles andere aufhängt, gerät Ghostbusters: Frozen Empire in eine von allen guten Geistern verlassene Schräglage, die überdeutlich macht, wie sehr sich Reitman und Kenan von den Vorbildern knebeln haben lassen, und welche Agenden sie unbedingt durchbringen mussten, um den Studios den dank vieler Analysen prognostizierten Erfolg zu bescheren.

Die Geister sind müde geworden, die alten Geisterjäger (bis auf Aykroyd) ebenso, die Jungen haben nicht mehr den Pioniergeist wie die alten und schlagen sich mit Generation Z-Problemen herum, die den Kult-Spuk verwässern. Doch spätestens am Ende, wenn Ray Parker Jr. wieder ertönt und Ecto-1 wieder um die Ecke kurvt, während die jaulende Sirene ertönt, wird das Fanservice dann doch nochmal dankend angenommen, ganz so wie der zugesteckte Zwanziger von Oma, wenn man zu Besuch war. Im Grunde aber reicht Parkers One-Hit-Wonder auf Youtube, um genauso erfüllt zu sein wie nach zwei Stunden Dacapo-Budenzauber im Kino.

Ghostbusters: Frozen Empire (2024)

Damsel (2024)

DRACHENZÄHMEN ZU LEICHT GEMACHT

4/10


damsel© 2024 Netflix Inc.


LAND / JAHR: USA 2024

REGIE: JUAN CARLOS FRESNADILLO

DREHBUCH: DAN MAZEAU

CAST: MILLIE BOBBY BROWN, SHOHREH AGHDASHLOO, RAY WINSTONE, ANGELA BASSETT, NICK ROBINSON, ROBIN WRIGHT, MILO TWOMEY, BROOKE CARTER, NICOLE JOSEPH, ULLI ACKERMANN U. A.

LÄNGE: 1 STD 48 MIN


Der gute alte Nibelungen-Recke Siegfried soll dem Drachen Fafnir sein Schwert Gram – wahrscheinlich rücklings liegend, während die Bestie über ihn kam – ins Herz gestochen haben. So geht Drachentöten, meint die Legende. Als Dank dafür konnte der Muskelberg im unverwundbar machenden Blut des Drachen baden. An dieser Stelle sei vermerkt: Doofes Lindenblatt. Denn oft sind es Kleinigkeiten wie diese, die einen Rattenschwanz an Problemen nach sich ziehen. Als sprichwörtliches Lindenblatt lässt sich auch das Skript zum verheißungsvollen Fantasy-Event Damsel bezeichnen. Es klebt feuchtnass auf den Schultern einer beeindruckend ehrgeizigen Milly Bobby-Brown, der vermutlich von Anfang an klar war, dass der Plot wenig taugt, sie aber nicht verantwortlich dafür sein mochte, an den Mängeln des Filmes beigetragen zu haben.

Trotz Lindenblatt bietet die Stranger Things-Ikone eine ganze Bandbreite an schmerzgeplagten Lauten, angefangen vom verzweifelt-überraschten Kreischen nach dem Plumpsen in die Grube bis hin zum Zähnezusammenbeissen bei Brandwunden zweiten Grades, denn das Feuer des Drachen ist heiß wie eine Esse. Alles schmilzt unter dieser Intensität, da hat Prinzessin Elodie noch einmal Glück gehabt. Dieses Glück, das wird sie immer wieder haben, direkt lästig wird die Gunst des Schicksals, man möchte es loswerden, und vielleicht will Bobby Brown genau das: Nicht immer den Vorteil genießen, sondern auch mal mit dem Nachteil leben. Studios wie Netflix und überhaupt das kapitalistische Hollywood packt die panische Angst dabei, ihr Publikum zu überraschen. Man weiß schließlich nicht, wie es darauf reagieren würde, wären die Erwartungen mal konterkariert. In Damsel – die Bezeichnung für ein zart besaitetes Fräulein – weiß Prinzessin Elodie zumindest, wie man eine Axt schwingt. Sie ist also eine von jenen Jung-Adeligen, die nicht mehr dem Hofzeremoniell folgen, sondern ihren eigenen Kopf durchsetzen möchten. Elodie hat Muckis und Schneid, das sind schon mal gute Voraussetzungen, um einer Verheiratung mit einem weitaus wohlhabenderen Herrscherhaus zuzustimmen, ohne die Befürchtung haben zu müssen, sich vom Patriarchat im Folgenden unterworfen zu sehen.

Selbst nach den ersten Minuten des Films müssten andere bereits die Lunte riechen, die hier entzündet wurde: Warum nur sollte sich ein Königreich, das alles hat, mit einem anderen zusammentun, dass außer einer Braut nichts bietet? Den Argwohn allerdings lassen alle außen vor, und es verwundert nicht mal, wenn der Prinzgemahl ganz offensichtlich zum Polygamisten neigt. Irritierende Prämissen für einen Film, an dem erstaunlich viele Kompromisse die Runde machen, die einen auf allen Kanälen herausposaunten, knackigen Survivaltrip so sehr aufweichen, dass selbst Chantal im Märchenland einem Drachen die Leviten lesen hätte können. Und vielleicht tut sie das auch, im besagten Film – wissen werde ich es nie, da das Fack Ju Göthe Spin-Off nicht auf meiner Watchlist steht. Da war mir Damsel schon lieber, allein deswegen, weil ich an Filmen, von denen ich weiß, es sind Drachen mit im Spiel, einfach nicht vorbeigehen kann. Und zugegeben: Dieser hier kann zumindest damit punkten, aus liebevollem Enthusiasmus für feuerspeiende Kreaturen heraus entworfen worden zu sein. Viel Schnickschnack trägt das Biest, und seit Drachenzähmen leicht gemacht sollte man eher mal den Dialog suchen, bevor man das Schwert schwingt, denn Drachen sind klug – zwar gierig, aber sie lassen mit sich reden. Ausnahme: Bilbo Beutlin und Smaug, da herrschte wohl eher ein kalter Krieg, bevor es glühend heiß wurde. Bei Damsel sind das Duo Drache und Millie Bobby Brown noch das Beste an einem Film, der es seiner Heldin viel zu leicht macht. Das Unerhörteste jedoch ist die völlige Ignoranz hinsichtlich dessen, was Drachen so auf ihrer Habenseite wissen. So sehr unter Wert verkauft wurde selten einer. Kenner solcher Wesen schlagen die Hände über dem Kopf zusammen. Kenner physischer Muskelkraft tun das ebenso. Mit dermaßen aufgeweichten Parametern und einer später völlig obskuren und zweifelhaften Moralvorstellung des Guten dem Bösen gegenüber bleibt nur ein nährstoffarmes Drachenfutter für zwischendurch, serviert von einer in die Vollen gehenden Milly Bobby Brown, deren Schmerzempfinden man gerne selbst haben möchte, um durchs Leben zu gehen. Denn das ist nicht minder hart, als mit einem Drachen zu kämpfen, sagt der Film.

Damsel (2024)